Die Belichtungszeit (auch: Verschlusszeit) ist neben dem ISO und der Blende einer der drei wichtigsten technischen Parameter in der Fotografie. Die Belichtungszeit bestimmt, wie hell dein Foto wird, aber auch, wie scharf oder unscharf bzw. verwischt das Motiv abgebildet wird. Wir zeigen dir einfach und mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis, wie sich die Belichtungszeit auf Bewegung in Fotos auswirkt und beantworten die Frage: Welche Belichtungszeit nutzt man wann und wofür?

Was ist die Belichtungszeit an einer Kamera?

Die Belichtungszeit bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor der Kamera fällt, also wie lange der Verschluss der Kamera nach Drücken des Auslösers geöffnet ist.

„Die Belichtungszeit wird in Sekunden oder Bruchteilen von Sekunden angegeben. Eine
Belichtungszeit von 3 Sekunden (auch 3’’) bedeutet also, dass die Blende 3 Sekunden lang geöffnet ist und in dieser Zeit Licht auf den Sensor fällt. Eine Belichtungszeit von 1/250 bedeutet, dass das Bild eine 250stel Sekunde, also 0,004 Sekunden lang belichtet wird. Die Angabe 1/1000 wäre 0,001 Sekunden usw.

Es ist relativ logisch: Je länger die Belichtungszeit, desto mehr Licht kommt auf den Sensor und desto heller wird das Bild.
Bei Langzeitbelichtungen in der Nacht belichten wir sehr lange – das Wort sagt es schon –, damit im Dunkeln genug Licht eingefangen wird, um ein helles Bild zu erzeugen. Diese Belichtungen dauern mehrere Sekunden bis Minuten. Bei „normalen“ Aufnahmen am Tag sind hingegen Bruchteile von Sekunden ausreichend. Hier belichten wir meist kürzer als 1/100 Sekunde, in der Sonne sind wir sogar schnell im Tausendstel-Bereich: Diese kurze Zeit ist ausreichend für Bilder bei Tageslicht.

Welche Belichtungszeiten du bei deiner Kamera einstellen kannst, hängt von deinem Kamera-Modell ab. Die meisten aktuellen Kameras erlauben 30 Sekunden (30’’) als längste und 1/4000 oder 1/8000 Sekunde als kürzeste Belichtungszeit.“

Dieser Abschnitt stammt aus unserem E-Book „Weg vom Automatikmodus“, in dem wir die manuellen Einstellungen in der Fotografie ausführlich und für jeden verständlich erklären. Wenn du generell noch mit den manuellen Einstellmöglichkeiten deiner Kamera haderst, empfehlen wir das Buch absolut! Du bekommst es hier: Weg vom Automatikmodus

In Zusammenhang mit Blende und ISO bestimmt die Belichtungszeit also die Helligkeit des Fotos. Sie bestimmt aber auch die Schärfe, und gerade in diesem Zusammenhang macht sie viele Einsteigern oft Probleme. Mehr dazu gleich!

Bewegungsunschärfe durch zu lange Belichtungszeit
Dieses Foto zeigt einen typischen Fehler durch eine zu lange Belichtungszeit bei einem bewegten Motiv. Um die Bewegung hier scharf abzubilden, müsste die Belichtungszeit im hohen Hundertstel-, besser sogar Tausendstel-Bereich einer Sekunde liegen. Stattdessen wurde es mit einer Zeit von 1/100 aufgenommen. Dadurch wird der Kopf des Esels, der sich schnell bewegt, unscharf abgebildet.

Belichtungszeit an der Kamera einstellen

An welchem Rädchen oder über welchen Menüpunkt du die Belichtungszeit an deiner Kamera einstellst, ist leider von Hersteller zu Hersteller und auch von Modell zu Modell unterschiedlich. Zu allem Überfluss hängt dies auch noch davon ab, in welchem Modus (z. B. M, A, S…) du gerade fotografierst. Wenn du noch nicht weißt, wie du die Belichtungszeit an deiner Kamera verstellst, solltest du in dein Handbuch schauen. Es lohnt, sich dieses Rädchen zu merken!

Welche Kamera kaufen? Kamera Kaufberatung
Bei den meisten Kameras befindet sich das Einstellrad für die Belichtungszeit oben auf der rechten Seite. Im Display wird manchmal nur der hintere Wert der gewählten Zeit angezeigt: 250 bedeutet hier dann eine Belichtungszeit von 1/250 Sekunde.

Zusammenspiel mit Blende und ISO

Je kürzer die Belichtungszeit ist, desto kürzer fällt Licht auf den Sensor der Kamera und desto dunkler wird dein Foto. Wählst du eine längere Belichtungszeit, wird dein Foto entsprechend heller. Auch die beiden Parameter ISO und Blende beeinflussen die Helligkeit deines Fotos. Hier nur kurz als Überblick:

ISO: Je höher der Wert, desto heller dein Foto – aber desto rauschiger wird es auch

Blende: Je offener die Blende (d. h. je kleiner die Blendenzahl), desto heller wird dein Foto – aber desto kleiner ist die Schärfentiefe

Um diese beiden „Probleme“ der Parameter ISO und Blende zu umgehen, fotografieren viele Anfänger mit eher langen Belichtungszeiten (und auch der Automatikmodus tut es oft), um ausreichend helle Fotos zu bekommen. Dies ist für unbewegte Motive wie Landschaften auch passend, führt bei schnellen Motiven (z. B. Tierfotografie, Sport) aber oft zur sogenannten Bewegungsunschärfe: Das Motiv erscheint unscharf und verwischt – wie bei dem Eselfoto oben.

Damit dies nicht passiert, solltest du insbesondere bei bewegten Motiven viel Wert auf die Belichtungszeit legen. Nur wenn diese kurz ist, werden bewegte Motive scharf abgebildet. Um trotzdem ausreichend helle Fotos zu bekommen, wirst du im Umkehrschluss bei bewegten Motiven oft auf eine offenere Blende (kleinere Blendenzahl) und einen höheren ISO zurückgreifen müssen. Der Kompromiss lohnt sich aber: Deine Motive werden endlich scharf!

Verschlusszeit bei bewegten Motiven
Damit Motive in Bewegung scharf werden, benötigst du eine sehr kurze Belichtungszeit im Tausendstel-Bereich. Schau mal genau hin: Auch bei diesem Foto sind die äußersten Flügelspitzen der Eule noch leicht verwischt. Mit einer noch kürzeren Belichtungszeit wäre dies vermieden worden, allerdings hätten wir dann auch einen noch höheren ISO nutzen müssen, damit das Bild nicht zu dunkel wird (1/2000, f7.1, ISO 2000)

Welche Belichtungszeit wofür?

Um mit deiner Kamera schnelle Bewegungen einzufangen (z. B. fliegende Vögel, rennende Hunde, fahrende Sportwagen, Ballsportarten oder auch spielende Kinder), muss die Belichtungszeit sehr kurz sein (kürzer als 1/500, besser im Tausendstel-Bereich). Ist sie zu lang, werden die Fotos unscharf, die Bewegungen verwischen. 

Je langsamer oder unbewegter das Motiv, desto länger kann die Belichtungszeit sein. Hier musst du aber darauf achten, dass du keine Verwacklungsunschärfe durch deine eigenen Bewegungen (leichtes Zittern der Hände) riskierst (siehe nächster Punkt „Faustregel gegen Verwacklungsunschärfe“). Du kannst lange Belichtungszeiten auch bewusst dazu nutzen, kreative, künstlerische Fotos zu machen. In diesem Fall benötigst du aber ein Stativ, damit du die Fotos eben nicht verwackelst. Mehr dazu liest du weiter unten im Punkt „Langzeitbelichtungen“.

Belichtungszeit Kamera bei Fotografie von Menschen
Bei “normalen” Fotos ohne besonders schnelle Bewegungen reichen Belichtungszeiten im mittleren Bereich (1/250, f 5.6, ISO 250)

Faustregel gegen Verwacklungsunschärfe

Unbewegte Motive wie Landschaften, Stillleben oder dein Essen kannst du theoretisch mit einer beliebig langen Belichtungszeit fotografieren, also im Stockdunkeln theoretisch auch 30 Minuten belichten – die Landschaft rennt nicht weg. Das Problem bei längeren Belichtungszeiten bist du als Fotograf selbst – niemand schafft es, die Kamera mehr als den Bruchteil einer Sekunde völlig ruhig zu halten. Unser Körper ist durch Herzschlag, Atmung und natürliches leichtes Zittern oder Schwanken auch dann ständig in leichter Bewegung, wenn wir denken, völlig ruhig zu stehen. Wenn du nun versuchst, ein Bild mehrere Sekunden zu belichten und die Kamera dabei in der Hand zu halten, wird das Bild immer verwischen und unscharf werden.

Welche Belichtungszeit kann man denn nun noch gut aus der Hand halten und ab wann muss man diese sogenannte Verwacklungsunschärfe fürchten? Hierzu gibt es eine Faustformel, die erstmal mathematisch klingt, aber sehr einfach ist: Den Kehrwert der Brennweite kannst du noch scharf aus der Hand fotografieren. 

Fotografierst du also mit 30 mm Brennweite, kannst du eine Belichtungszeit von 1/30 Sekunde noch ruhig halten. Bei einem Teleobjektiv mit 200 mm Brennweite ist es nur noch 1/200 Sekunde. Je länger also deine Brennweite, desto kürzer ist die Belichtungszeit, die du gerade noch verwacklungsfrei halten kannst.

Verfügt dein Objektiv und/oder deine Kamera über einen Bildstabilisator, hilft dir dieser, etwas länger verwacklungsfrei zu belichten, indem er die natürliche Bewegung deiner Hand etwas ausgleicht. Neigst du zum Zittern, ist die Zeit bei dir wahrscheinlich etwas kürzer.

Wichtig: Die Faustformel bezieht sich auf Vollformatkameras. Wenn du eine APS-C-Kamera hast, musst du zur Berechnung der Faustformel die Werte noch mit deinem Crop-Faktor multiplizieren, also meist mit 1,5 bzw. bei Canon mit 1,6. Fotografierst du mit einem 30mm-Objektiv an einer Crop-Kamera, kannst du laut der Formel also 1/45 (1/50) Sekunde ruhig halten, weil die Brennweite sich auf 45mm bzw. 50mm (30×1,5 bzw. 30×1,6) verlängert. Bei 200mm ist es nur noch 1/300 (1/320) Sekunde. 

Verschlusszeiten bei Landschaftsfotos
Dieses Foto wurde mit 1/6 Sekunde aufgenommen – ein Wert, der bei der verwendeten Brennweite 24mm nicht mehr aus der Hand gehalten werden kann, ohne das Foto zu verwackeln. Für diese Aufnahme haben wir daher ein Stativ verwendet (1/6, f13, ISO 200).

1. Schnelle Bewegungen (Sport, Tiere)

Nur mit sehr kurzen Belichtungszeiten kannst du Bewegung scharf einfangen. Grundsätzlich gilt: Je schneller dein Motiv, desto kürzer muss die Belichtungszeit sein, um seine Bewegung „einzufrieren“. Einen Hund, der durch das Wasser rennt, während Tropfen durch die Luft fliegen, solltest du mit einer Belichtungszeit im Tausendstel-Bereich aufnehmen – idealerweise um 1/2500 Sekunde. Für spielende Kinder reicht vielleicht 1/500 bis 1/1000 Sekunde, während du einen Elefanten, der gemächlich geht, auch mit 1/320 Sekunde scharf abbilden kannst. 

Wichtig ist: Deine Belichtungszeit kann für bewegte Motive nicht „zu kurz“ sein. Du kannst also den gehenden Elefanten auch mit 1/3000 Sekunde fotografieren oder den rennenden Hund mit 1/8000 Sekunde – die Bewegung ist immer noch scharf. Eine sehr kurze Belichtungszeit ist also für bewegte Motive immer gut. 

Das Problem, dass sich bei kurzen Belichtungszeiten ergibt, ist aber: Dein Motiv wird schön scharf, aber dein Bild auch ziemlich dunkel: Je kürzer die Belichtungszeit, desto schärfer zwar dein Motiv, aber desto dunkler auch dein Foto. Hier musst du mit Blende und ISO dagegen arbeiten (offenere Blende, höherer ISO), damit dein Foto trotzdem noch hell genug wird. Außer an sehr sonnigen Tagen mit endlos viel Licht ist es daher in der Praxis meist sinnvoll, die Belichtungszeit nur so kurz zu wählen, wie sie für das jeweilige Motiv sein muss – aber nicht unnötig superkurz.

Belichtungszeit bei Tierfotografie
Spielende Bärenjunge in Alaska (1/1250, f8, ISO 2000). Damit das Foto bei der kurzen Belichtungszeit nicht zu dunkel wird, mussten wir den ISO auf 2000 erhöhen und leichtes Bildrauschen in Kauf nehmen.

2. Langsame Bewegungen (Menschen)

Motive, die sich gemächlich bewegen (also z. B. gehende Menschen, eine sich räkelnde Katze oder Porträts von Menschen und Tieren) kannst du mit etwas längeren Verschlusszeiten fotografieren. Je langsamer das Motiv ist, desto unwichtiger wird eine kurze Belichtungszeit. Wir fotografieren Menschen in der Regel mit etwa 1/250 Sekunde – wenn du wenig Licht hast, kannst du bei Porträts aber auch 1/100 oder gar 1/80 nutzen. In diesem „Grenzbereich“ bietet es sich dann aber an, die Schärfe des fertigen Fotos penibel auf dem Kameradisplay zu kontrollieren und im Zweifel ein paar Fotos mehr zu machen. Hast du genug Licht, spricht natürlich nichts dagegen, auch langsame Motive mit Verschlusszeiten im Tausendstel-Bereich zu fotografieren.

Belichtungszeit für Porträts von Menschen
Für Menschen, die sich nicht schnell bewegen, sind Belichtungszeiten um 1/100 bis 1/500 ausreichend (Mädchen in Panama, 1/160, f6.3, ISO 160)

3. Unbewegte Motive (Landschaften, Architektur)

Für unbewegte Motive spielt die Verschlusszeit insofern keine Rolle, als dass sie niemals anfällig für Bewegungsunschärfe sein werden. Du kannst eine Landschaftsszene also problemlos mit 1/10 Sekunde oder gar mehrere Sekunden lang belichten. ABER: Dies funktioniert nur bei der Fotografie auf einem Stativ! Wenn du die Faustregel oben verinnerlicht hast, weißt du, dass du je nach Brennweite bestimmte Belichtungszeiten verwackeln wirst, wenn du aus der Hand fotografierst. 

Achte bei der Fotografie unbewegter Motive also auf die Faustformel für Verwacklungsunschärfe. Wenn du dir längere Belichtungszeiten wünschst, etwa weil du bei wenig Licht wie in der Dämmerung fotografierst, nutze hierfür ein Stativ. 

Belichtungszeit für Landschaftsfotos
Für Landschaftsfotos ohne Stativ kannst du Belichtungszeiten im Zehntel-Bereich nutzen, wenn du diese verwacklungsfrei halten kannst (Bryce Canyon in den USA, 1/60, f8, ISO 200)

Bewegung darstellen: Langzeitbelichtungen

Bei Langzeitbelichtungen belichtest du mehrere Sekunden – entweder, um eine Szene auch in der Dunkelheit einfangen zu können, oder aber, um bestimmte Effekte zu erzeugen. 

Du hast oben gelernt, dass du kurze Verschlusszeiten nutzen solltest, wenn du die Bewegung deines Motivs „einfrieren“ willst, also nicht möchtest, dass die Bewegung unscharf verwischt oder verschwimmt. Bei Langzeitbelichtungen ist dieser Effekt des Verwischens oder Verschwimmens über bestimmte Bild-Teile gewollt und wird bewusst als Gestaltungsmittel eingesetzt. Während kurz belichtete Fotos einen Moment in der Zeit einfrieren, bilden Langzeitbelichtungen einen längeren Zeitraum ab.

Ziehende Wolken auf Langzeitbelichtungen
Bei diesem Foto vom Perito Moreno Gletscher in Patagonien wollten wir einen besonderen Effekt durch das Ziehen der Wolken erreichen. Hierfür haben wir 2,5 Minuten belichtet. Wenn du genau hinsiehst, siehst du, dass auch einige Eisschollen verschwommen sind, da auch diese sich in den 2,5 Minuten bewegt haben (150 Sek., f22, ISO 50).

Langzeitbelichtungen werden meist genutzt, um Bewegungen sichtbar zu machen. Diese können sein:

  • Fahrende Autos als Lichterstreifen (sogenannte „Lichtspuren“ oder Light Trails“)
  • Das Ziehen der Sterne am Nachthimmel (sogenannte „Star Trails“)
  • Das Fließen des Wassers in Wasserfällen oder anderen fließenden Gewässern
  • Die Geschwindigkeit von Fahrzeugen oder z. B. Rennpferden (sogenannte „Mitzieher“)
  • Das Abbilden von Nordlichtern
  • Das Ziehen von Wolken

Langzeitbelichtungen sind ein spannendes Feld der Fotografie. Wir haben hierzu einen eigenen Artikel veröffentlicht, in dem wir dir das Prinzip genau erklären und viele Tipps mit an die Hand geben. Schau mal hier: Langzeitbelichtungen: 9 Profi-Tipps für gigantische Fotos

Belichtungszeit für Nordlichtfotos
Auch für Nordlichtfotos verwendest du Langzeitbelichtungen und fotografierst entsprechend mit Stativ statt aus der Hand (15 Sek., f4 ISO 2500)

Belichtungszeit-Spickzettel

Diese Belichtungszeiten solltest du maximal nutzen, damit die Motive scharf abgebildet werden. Kürzere Belichtungszeiten  (also z. B. 1/500 statt 1/125) sind immer möglich, wenn du genug Licht hast.

  • Vögel im Flug: 1/1600 bis 1/3200
  • Tiere: ab 1/500 – je schneller das Tier, desto kürzer
  • Fotografie mit Teleobjektiv allgemein: 1/250 bis 1/1000
  • Menschen, Porträts oder Straßenfotografie: 1/125 bis 1/250
  • Landschaft oder Gebäude mit Weitwinkelobjektiv: 1/30 bis 1/6
  • Wasser weich darstellen: 1 bis 2 Sekunden (auf Stativ)
  • Langzeitbelichtungen allgemein: 1 Sekunden oder länger (auf Stativ)
  • Sternenhimmel: 10 bis 20 Sekunden (auf Stativ)

Belichtungszeit: Unser Fazit

Die Belichtungszeit ist einer der wichtigsten Regler in der Fotografie und bestimmt den Charakter eines Fotos. Sie entscheidet darüber, wie Bewegung im Bild aussieht und wie viel Licht auf den Sensor fällt.

Kurze Belichtungszeiten (z. B. 1/1000 Sekunde)
fangen Momente einfrierend scharf ein. Alles, was sich bewegt – Tiere, Menschen, Wasser, Wind in den Ästen – wird klar und deutlich abgebildet. Je kürzer die Zeit, desto weniger Bewegung sieht man.

Lange Belichtungszeiten (z. B. 1–30 Sekunden)
lassen Bewegung sichtbar und weich werden. Wasser wird fließend, Wolken ziehen durchs Bild, Lichter werden zu Spuren. Gleichzeitig wird das Bild heller, weil viel mehr Licht auf den Sensor kommt.

Kurz = Bewegung friert ein
Lang = Bewegung wird gezeigt

Wir wünschen dir viel Freude beim Ausprobieren der verschiedenen Belichtungszeiten und beim bewussten Gestalten deiner Fotos. Wenn du Fragen hast oder eigene Erfahrungen teilen möchtest, schreib sie gern in die Kommentare – wir freuen uns über den Austausch!

Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

1 Kommentar

  1. Hallo Sina,
    die verschiedenen Aspekte sind sehr gut dargestellt.

    Die Faustregel 1/f s ist als grober Anhaltspunkt besser als nichts.
    Zu der „Faustregel gegen Verwacklungsunschärfe“ hab ich Ergänzungen zur Verdeutlichung.
    1. Gilt nur für die Bewegung der Kamera/Hand, eigentlich nur relevant bei statischen Motiven – nicht gegen die Bewegungsunschärfe des Motiv. Wer eine ruhige Hand hat oder sich abstützen kann, kann eine längere Zeit wählen – wer eine zittrigere Hand hat oder bei Wind fotografiert, sollte die Zeit verkürzen.
    2. Je höher Pixeldichte (richtiger Senseldichte) auf dem Sensor, je kürzer die Zeit. Durch die höhere Auflösung des Sensor wird die Bewegungsunschärfe eher sichtbar – ein Nachteil von vielen Mega-Pixeln. Wer das nicht glaubt, frag mal einen Profi-Fotografen nach der Umstellung auf eine 50 oder 60 MP Kamera.
    3. Die Entfernung zum Motiv, je näher dran, je kürzer die Zeit. Ist besonders bei Nahaufnahmen daran zu denken und bei Makro braucht man schon sehr viel kürzere Zeiten.

    Beispiel:
    Bei einer Kamera mit 24 MegaPixeln auf Kleinbild-Format (Vollformat), einer Handbewegung von 0,64 km/h und einem Objektiv mit 50 mm Brennweite – stimmt die Faustregel = 1/50 s nur bei einem Motivabstand von 5 m – ohne Stabilisierung des Sensor oder im Objektiv.

    Nein, ich laufe nicht mit der Excel-Tabelle und Maßband durch die Gegend und berechne die richtige Zeit – es geht mehr darum ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Der Übergang zwischen scharf und verwackelt ist fließend.
    Die Faustregel ist deswegen nicht schlecht, man sollte aber wissen in welche Richtung man sie anpassen sollte.

    Gerade Anfänger wollen die richtig Kamera-Einstellung, wer sich dann starr an die Faustregel hält wird mit ihr nicht glücklich – hat trotzdem unscharfe Bilder oder verschenkt Qualität durch unnötig hohe ISO.

    Wer die Schärfe nach der Aufnahme kontrolliert, kann mit der Regel besser beurteilen ob es an der Zeit liegt und sie ggf. anpassen.

    Liebe Grüße
    Ingo

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