Eine Neuseeland-Rundreise: 2019 wurde ein lang gehegter Traum wahr. Auf 5000 km führte uns unsere Reise mit dem Campervan durch das schönste Ende der Welt. Eine Neuseeland-Rundreise ist ein Traum für Fotografen, Naturliebhaber, Camper und Wanderer – und auch für mich!

Ich nehme dich mit auf unsere Reise durch Neuseeland und durch die geballte Naturschönheit der Nord- und der Südinsel. Alle Tipps zum Reisen mit dem Campervan in Neuseeland findest du in Teil 1 dieses Berichts: Neuseeland im Campervan.

5000 km über die Nord- und Südinsel: Die Route unserer Rundreise durch Neuseeland

Es ist Oktober 2019. Endlich nehmen wir die lange Reise ans schönste Ende der Welt auf uns: Unsere Neuseeland-Rundreise steht kurz bevor! Mehr als 30 Stunden Reisezeit liegen vor uns. Von Frankfurt fliegen wir über Bangkok nach Auckland. Nur 3,5 Wochen Zeit bleiben uns, um das Land der Kiwis auf unserer Rundreise zu erkunden. Daher setzen wir unseren Fokus hauptsächlich auf die Südinsel und entscheiden uns für eine One-Way-Route mit dem Camper von Auckland nach Queenstown.

Ein paar Highlights der Nordinsel wollte ich mir jedoch trotz knapper Zeit nicht nehmen lassen. Nachdem wir uns also von unserer langen Anreise erholt und unser Campervan in Empfang genommen haben, starten wir bei (noch) strahlendem Sonnenschein in unser Abenteuer Neuseeland-Rundreise.

Neuseeland Rundreise Erfahrungsbericht
Einer der typischen Ausblicke auf einer Neuseeland-Rundreise: Grüne Weiden, Schafe und Bergpanorama

Die Nordinsel Neuseelands

Neuseeland Rundreise Spot 1: Ein Besuch bei den Hobbits

Hobbiton, der Drehort der Herr der Ringe-Trilogie, ist für die meisten Neuseelandreisenden ein absolutes Muss. Selbst wenn du nichts für die kleinen Kerle mit den pelzigen Füßen und ihren Abenteuern übrig hast, ist ein Besuch am Hobbiton Movie Set absolut empfehlenswert.

Auf der Suche nach dem perfekten Drehort entdeckte das Herr der Ringe-Filmteam Ende der 90er bei einem Helikopterflug über die Insel die traumhaft gelegene Alexander Farm. In wenigen Monaten entstand hier das Auenland. Nach Beendigung der Dreharbeiten zu „Der Hobbit“ sollte das Auenland zur touristischen Vermarktung bestehen bleiben. Auch wenn die meisten Hobbithöhlen, die mit unglaublich viel Liebe zum Detail angelegt wurden, nur Fassade und somit nicht begehbar sind, hat man das Gefühl, jeden Moment Frodo und seinen Gefährten über den Weg zu laufen.

Die Begehungen des Filmsets finden gut organisiert in Gruppen statt. Hier bekommst du interessante Informationen über die Entstehung der Filmkulisse und den Filmdreh. Durch die Führungen wird ein Überlaufen verhindert und du kannst alles recht ungestört und ohne Touristen im Bild fotografieren.
Die idyllischen Gartenanlagen um jede einzelne Höhle werden mühsam gepflegt. Alle Pflanzen und Bäume sind echt…bis auf die imposante Eiche über Bilbos Haus. Hier wurde in mühevollster Handarbeit jedes Blatt einzeln bemalt und an die Äste verknotet.

Am Ende der Führung durch Hobbiton besucht man die Green Dragon Bar und erhält ein selbstgebrautes Ginger Ale zur Erfrischung, welches man am See oder in der Bar genießen kann.
Das Movie Set befindet sich etwa 2,5 Stunden Autofahrt von Auckland entfernt. Es werden verschiedene Touren angeboten. Auch eine Abendtour inklusive Abendessen in der Green Dragon Bar ist möglich. Die Touren solltest du unbedingt vorab online reservieren.
Alle Infos und die Buchungsmöglichkeiten findest du hier: Hobbiton Tours

Mit Hilfe der Campermate App finden wir nach unserer Tour durch Hobbiton spontan einen Freedom Campingplatz ganz in der Nähe an einem kleinen See. Hier verbringen wir die erste Nacht in unserem Camper – die erste Nacht auf unserer 3,5-wöchigen Rundreise durch Neuseeland!

Neuseeland Rundreise mit Wohnmobil Route
Die erste Übernachtung auf unserer Neuseelandreise: Hier lässt es sich aushalten!

Neuseeland Rundreise Spot 2: Rotorua – Die schwefeligen Geothermalgebiete

Etwa eine Stunde südlich von Hobbiton besuchen wir am nächsten Tag das größte vulkanisch aktive Geothermalgebiet der Nordinsel Neuseelands. Hier gibt es zahlreiche heiße Quellen, Geysire und mineralische Pools, die mit ihren außergewöhnlichen Farben tolle Fotomotive bieten. In ganz Rotorua liegt ein schwefeliger Geruch in der Luft, an den wir uns erstmal gewöhnen müssen. Wellness-Fans kommen in Rotorua auf ihre Kosten: Es gibt mehrere Spas und natürliche Thermalbäder, in denen man die Seele baumeln lassen kann.
Statt für das sehr touristische Te Puia Thermalgebiet entscheiden wir uns für einen der kleineren Thermalparks: das Wai-O-Taipu Geothermal Wonderland.

Die Bezeichnung Wonderland ist hier in der Tat zutreffend. Neben sprudelnden Schlammtümpeln und etliche Meter in die Luft schießende Geysire, präsentieren sich besonders die verschiedenen Pools wie die Farbpalette eines farbenfrohen Künstlers.

Das neongelbe, hochätzende Devil’s Bath lässt nichts Gutes vermuten. Baden sollte man hier besser nicht. Ebenso wenig im bestechend schönen Champagne Pool: Mit seinen 75°C ist er trotz seiner einladenden Blubberblasen, die ihm seinen Namen verleihen, kein geeigneter Badeort.

Neuseeland Rundreise Spot 3: Lake Taupo und die Wanderung durch Mordor

Nachdem wir in den ersten Tagen auf unserer Rundreise durch Neuseeland von der Sonne geküsst wurden, wähnen wir uns in falschem Optimismus, was die Wetteraussichten angeht: Die instabile Wetterlage der Nebensaison macht uns und unserer Reiseplaung in den nächsten Tagen einen fetten Strich durch die Rechnung.

Eigentlich haben wir eine der schönsten und berühmtesten Wanderungen Neuseelands geplant: Das Tongariro Alpine Crossing im Tongariro Nationalpark. Das Tongariro Alpine Crossing ist eine äußerst eindrucksvolle, etwa 20 km lange Tageswanderung, auf der man unter anderem Drehorte von Herr der Ringe durchquert. Zu Drehorten von Mordor und dem Schicksalberg sollte es gehen. Jedoch: Angekommen am Lake Taupo sehen wir nichts außer grauer Suppe. Für die nächsten Tage sind heftigste Unwetter und Regenfälle gemeldet.

Aufgrund der gefährlichen Wetteraussichten wird die Route für einige Tage gesperrt und von der Durchführung der Wanderung wird dringlich abgeraten. Äußerst ärgerlich, da ein Warten auf besseres Wetter bei unserer knapp bemessenen Reisezeit leider nicht drin ist. Schweren Herzens beschließen wir, uns früher als geplant auf die Südinsel zu begeben, wo die Wettermeldung positiver aussieht. Das soll nicht das letzte Mal sein, dass wir unsere Pläne und Route dem Wetter entsprechend anpassen.

Mit der Fähre auf die Südinsel

Von Neuseelands Hauptstadt Wellington, ganz im Süden der Nordinsel, setzen die Fähren nach Picton auf die Südinsel über. Bei schönem Wetter soll die Überfahrt und die Ankunft in den Fjorden der Südinsel sehr sehenswert sein. Dies ist uns auf unserer Rundreise leider vergönnt. Wir kommen Abends im Nebel an und sehen… nichts.

Die Überfahrt mit der Interislander ist aber angenehm und auch der Check in und Check Out unseres Campers laufen reibungslos ab. Aufgrund der späten Ankunft und der unmittelbaren Nähen zur Fährstation ist es am Abend gar nicht so einfach, einen Freedom Spot zum Übernachten zu finden. Etwas abgelegener werden wir fündig und machen uns bereit für die Eroberung der Südinsel am nächsten Tag. Unsere Neuseeland-Rundreise startet in die nächste Etappe!

Neuseeland Reise Frühling Wetter
Mit der Fahre von der Nordinsel auf die Südinsel: Leider begleiten uns dichte Wolken und Regen

Neuseelands Südinsel

Neuseeland Rundreise Spot 4: Kaikoura – Wildlife und Küstenliebe

Willkommen an meinem ersten Herzensort Neuseelands!

Das Wetter ist wieder auf unserer Seite. Die Sonne scheint. An der Ostküste ragt die wunderschöne kleine Halbinsel Kaikoura in den Pazifik. Es gibt lange Spazierwege entlang der felsigen Küste, an denen sich hunderte Seehunde tummeln. Hier aalen sich die süßen Pelzträger genüsslich in der Sonne. Schon kurz vor Ankunft in dem ruhigen kleinen Städtchen werde ich gefühlte Ewigkeiten am Ohau Point Lookout aufgehalten, wo wir auf die erste Seehundkolonie stoßen. Das tollpatschige Gerobbe kann ich mir einfach stundenlang ansehen. Viele kleine Robbenbabys hängen am Gesäuge ihrer Mutter oder planschen und spielen im Wasser. Eine Etage weiter oben in den Felshängen bauen Seemöwen fleißig ihre Nester.

Wir besuchen den Point Kean am äußersten Zipfel der Halbinsel. Beim Spazieren über die Felsen werde ich plötzlich von der Seite angepöbelt. Gut getarnt liegen auch hier überall Seehunde, die man auf den ersten Blick zwischen den Felsspalten nicht sieht. Da bin ich wohl jemandem zu Nahe getreten.

Vom Point Kean aus startet der wunderschöne Kaikoura Coastal Walk: Ein etwa 7 km langer Rundweg entlang der Küste Neuseelands. Von der Ausichtsplattform beginnend, offenbart dir der obere Weg herrliche Ausblicke auf die Küste und die umliegenden Gebirge. Zurück kannst du dann unterhalb direkt an der Küste entlang wandern, wo wieder eine große Seehundkolonie und haufenweise Seevögel für Stimmung sorgen. Die Geräuschkulisse ist wunderbar: Das Meeresrauschen der rauen Küstenlinie, balzende Möwen und das witzige Gebrüll der Seehunde.

Bleiben wir doch direkt in Küstennähe und lernen weitere Bewohner Kaikouras kennen.
Wie wärs mit den besonders verspielten Dusky Dolphins? Das ganze Jahr über kannst du ihnen hier einen Besuch abstatten: Entweder entspannt vom Boot aus oder du springst unerschrocken ins je nach Reisezeit doch recht kalte Wasser. Die Delfine scheinen dabei einen riesen Spaß zu haben, drehen wilde Pirouetten um die Schnorchler, schießen wie Torpedos aus dem Wasser und schlagen Saltos in der Luft. Ein tolles Erlebnis!

Kaikoura Dolphin Encounter führt die Touren durch. Wir haben sie als hochprofessionell, auf Sicherheit bedacht und gut organisiert erlebt. Im Oktober herrschen noch eisige Wassertemperaturen. Wir werden daher von Kopf bis Fuß super gut ausgestattet mit 10mm Long Wet Suits, inklusive Kopfbedeckung, Handschuhen und hochwertigem Schnorchel-Equipment. Vorab erhalten wir eine genaue Einweisung, wie wir uns an Bord und im Wasser zu verhalten haben. Nach mehreren Schnorchelgängen kleiden wir uns wieder an Bord warm an und können die Delfine noch eine Weile vom Boot aus betrachten. Gefühlt erfreuen uns rund um unser Boot an die hundert Delfine mit ihrer Wasserakrobatik.

Dusky Dolphins Kaikoura

Ebenso ganzjährig zu bestaunen sind die einheimischen Pottwale. Im Juni/Juli hast du beim Whale Watching außerdem die Chance, Orcas zu sehen. Von Dezember bis März tummeln sich hier Buckelwale.
Alle Infos findest du hier: Whale Whatching. Es gibt auch Kombipakete mit dem Dolphin Encounter.

Neuseeland Rundreise Spot 5: Westcoast – Gletscher und Pfannkuchen-Felsen

Nach zwei Tagen Sonnenschein in Kaikoura bahnen wir uns – wieder gefolgt vom schlechten Wetter – den Weg an die Westküste der Südinsel. Auch die nächsten Tage ist keine Besserung in Sicht, egal in welche Richtung wir unsere Reise planen. Die Westküste ist der regenreichste Ort Neuseelands, bedingt durch die Mount Cook Gebirgskette. Es hilft also nichts – Regenjacke an und los geht’s!
Wir finden einen Stellplatz direkt am Strand am Cape Foulwind. In dieser Nacht werden wir im Camper richtig durchgeschaukelt, so stark weht der Wind. Es regnet wie aus Eimern und wir hoffen bloß, dass wir nicht ins Meer geschwemmt werden.

Neuseeland Rundreise
Die Ruhe nach dem Sturm

Am Morgen hat sich die Wetterlage etwas beruhigt, der Camper steht noch und wir wagen eine kleine Wanderung, den Cape Foulwind Coastwalk. Der Coastwalk ist ein ca. 7 km langer Hin- und Rückweg, den du in 2-3 Stunden gut meistern kannst. Er führt dich entlang der wilden Küstenlinie mit tollen Ausblicken bis hin zum Cape Foulwind Leuchtturm. Natürlich erwartet dich hier auch wieder eine Seehundkolonie!

Neuseeland Rundreise Südinsel
Cape Foulwind Coast

Unser Besuch der Pancake Rocks im Paparoa Nationalpark ist mit einem kleinen Sonnenfenster gesegnet. Plötzlich herrscht für einen kurzen Moment Sommer an der Westküste.

Die wundersame Felsformation trägt ihren Namen daher, da ein Millionen Jahre langer Entstehungsprozess die Felsen aussehen lässt wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen. Fantasie haben sie, die Neuseeländer. Imposant durchspülen kraftvolle Wellen das Gebilde, während Seevögel die Felsen als Brutstätte und Rastplatz nutzen. Ein kurzer Weg, ausgestattet mit Infotafeln über die Entstehung der Felsen, führt dich durch den Nationalpark.

Weiter auf unserer Route entlang der Westküste besuchen wir den Franz Josef Gletscher. Er befindet sich auf lediglich 400 Höhenmetern und ist damit einer der am niedrigsten gelegenen Gletscher. Von einem deutschen Wissenschaftler entdeckt, wurde er nach dem damaligen Kaiser Österreichs benannt und ist heute ein trauriges Beispiel dafür, wie sich das Klima in den letzten Jahrhunderten gewandelt hat. Reichte der Franz Josef Gletscher einst bis zum Mount Cook im Herzen der Südinsel, ist er heute nur noch etwa 10 km lang und zieht sich immer weiter zurück.

Franz Josef Gletscher Südinsel
Trauriger Anblick: Der Franz Josef Gletscher verschwindet nach und nach

Das touristische Highlight am Franz Josef Gletscher ist ein Helikopter-Rundflug mit anschließender Gletscherwanderung über das Eis. Leider spielt das Wetter während unserer Neuseeland-Rundreise nicht mit und es finden keine Rundflüge statt. Auf einer kurzen Wanderung, dem Franz Josef Glacier Walk, können wir aber fast bis zur Gletscherzunge wandern. Je nach Wetterbedingungen ist der Pfad jedoch oft geschlossen. Der Fluss kann bei starkem Regen rasant ansteigen. Außerdem herrscht hohe Steinschlaggefahr. Die Absperrungen sollten niemals übertreten werden. Bevor du den Weg auf dich nimmst, informiere dich auf der offiziellen Seite unbedingt über die aktuell vorherrschenden Bedingungen.

Unweit vom Franz Josef kannst du eine ähnliche Wanderung zum Fox Glacier machen: den Fox Glacier South Side Walk.

Wenige Minuten nach dem Franz Josef Gletscher wartet schon der nächste lohnenswerte Stopp: Eine Rundwanderung um den Lake Matheson. Bei klarem Wetter, welches wir nicht hatten, spiegelt sich der Mount Cook eindrucksvoll in der Wasseroberfläche des Sees. Der Wanderweg ist 2,6 km lang und kann in 1-1,5 Stunden gut bewältigt werden. Er führt dich über Stege am See außerdem durch typisch neuseeländische Farnwälder.

Folgst du auf deiner Rundreise durch Neuseelands Südinsel der Strecke weiter Richtung Süden nach Wanaka, landest du irgendwann auf dem Haast Pass. Dies ist ein sehr schöner Streckenabschnitt, auf dem du immer wieder anhalten und kleine Wanderwege gehen kannst. Wir besuchen die azurblauen Blue Pools und die Thundercreek Falls. Leider regnet es derweil wieder ununterbrochen und so verzichten wir auf einige Sehenswürdigkeiten und fahren direkt weiter zu unserem nächsten Ziel.

Neuseeland Rundreise Spot 6: Wanaka

Umgeben von traumhaften Bergpanoramen liegt das entspannte Städtchen am gleichnamigen See Lake Wanaka. Hier treffen wir auch gleich auf das Wahrzeichen der Stadt: den Wanaka Tree – vermutlich der meistfotografierte Baum Neuseelands. Einsam und allein steht er zugegeben äußerst pittoresk inmitten des Sees, während sich hinter ihm eine malerische Bergkulisse auftut. Zum Sonnenauf- und Untergang sammeln sich die Fotografen am Ufer, um den Baum im perfekten Licht einzufangen. Leider wurde der Baum nach unserer Rundreise im März 2020 Opfer von Vandalismus und einige Äste wurden zerstört.

Wanaka Tree Neuseeland fotografieren
Eines der berühmtesten Fotomotive Neuseelands

Wenn du nicht gerade wie wir im Oktober/November in Neuseeland bist, dann solltest du auf deiner Rundreise die Tageswanderung zum Roys Peak auf dich nehmen. Während der Lämmersaison im Frühjahr, also während unserer Reise, ist der Weg leider geschlossen. Zu gerne wäre ich in den Genuss des atemberaubenden Ausblicks über den See und die umliegenden Gebirge gekommen!

Wir unternehmen als kurze und schnelle Alternative den Mount Iron Summit Track. Ein einfacher Rundweg, der dir einen schönen Ausblick über Wanaka bietet.

Neuseeland Rundreise Spot 7: The Catlins – Endlose Schafsweiden und Märchenwälder

Wieder einmal müssen wir die Route unserer Neuseeland-Rundreise der Wettervorhersage anpassen. Eigentlich sollte es für uns von Wanaka in den Mount Cook Nationalpark gehen, wo wir bei unserem geplanten Programm auf gutes Wetter angewiesen wären. Es sind jedoch heftige Gewitter gemeldet, die uns wieder zum Aussetzen unserer Pläne zwingen würden. Also planen wir spontan um und fahren in die Catlins an der Südostküste. Der Weg dorthin führt vorbei an unzähligen, endlos weiten Schafsweiden. Kein Wunder – denn in Neuseeland leben 27,6 Millionen Schafe. Das macht bei 4,9 Millionen Einwohnern 5,6 Schafe pro Einwohner. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass eigens für die Herr der Ringe-Filme Schafe aus England eingeflogen wurden: den Filmemachern sahen die neuseeländischen Schafe einfach zu modern aus.

Bei freundlichem Sonnenschein nimmt uns der Nugget Point an der Küste der Catlins in Empfang. Der Name des malerischen Kaps ist auf die vielen kleinen Felsen zurückzuführen, die an Nuggets erinnern. In der Roaring Bay kurz vor dem Nugget Point kannst du mit etwas Glück auf die seltenen Gelbaugenpinguine treffen.

Nugget Point Neuseeland Rundreise
Der Nugget Pint gibt ein tolles Fotomotiv ab!

Auf einem Teil der Southern Scenic Route bewegen wir uns auf unserer Rundreise weiter südlich bis hin zum Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands. Von hier aus sind es nur noch 4800 km bis zum Südpol. Natürlich schlägt das Wetter auch schon wieder um und uns saust der Wind um die Ohren.

Neuseeland Wetter Slope Point

Das heutige Ziel ist ein etwas abgelegener, dafür aber einer der schönsten Campingplätze, den wir auf unserer Rundreise durch Neuseeland besucht haben. Einmal Zimmer mit Meerblick an der Purakanui Bay, bitte! Die Purakaunui Bay Campsite ist eine DOC Scenic Campsite (mehr zu den verschiedenen Campingplätzen in Neuseeland erfährst du hier: Neuseeland mit dem Campervan) . Wir sind ganz alleine hier. Rund um den Campingplatz gibt es märchenhafte Farnwälder und Wasserfälle, die du auf kleinen Wanderwegen entdecken kannst.

Neuseeland Rundreise Spot 8: Ostküste – Miniatur-Pinguine und royale Albatrosse

Das nächste Ziel unserer Rundreise ist Dunedin oder vielmehr die angrenzende Halbinsel Otago. Gleich zwei eindrucksvolle Begegnungen mit dem Tierreich erwarten uns hier. Im Royal Albatross Center besuchen wir eine Kolonie der Königsalbatrosse. Innerhalb dieser Führung erhält man interessante Informationen über das Leben und Brutverhalten der Albatrosse und kann diese aus einem Lookout beobachten. Um die flauschigen Küken zu sehen, sind wir leider etwas zu früh dran. Die ersten Albatrosspaare, welche übrigens ein Leben lang zusammen bleiben, treffen gerade zum Nestbau auf der Halbinsel ein. Alle Infos und sogar eine Live Webcam der Albatross Brutstätte findest du hier.

Albatrosse Neuseeland
Verliebtes Albatrosspaar

Am gleichen Ort kannst du auch die kleinsten Pinguine der Welt sehen. Der Blue Penguin oder auch Zwergpinguin ist gerade einmal 25 cm groß und wiegt 1 kg. In der Abenddämmerung beobachten wir von einer Besucherplatform aus die Heimkehr der kleinen watschelnden Pinguine. Nach einem anstrengenden Tag auf Futtersuche kehren sie abends zu ihrem Partner zurück. Die kleinen Pinguine leben ebenfalls in Paaren und ziehen das Brüten und die Aufzucht des Nachwuchses in perfekter Teamarbeit durch.

Blue Penguins Neuseeland
Spät abends: Die Ankunft der Blue Penguins am Strand

Dunedin hat aber noch mehr zu bieten, z. B. einen versteckten Strand, der nur über einen Tunnel, den Tunnel Beach Track, zu erreichen ist.

Immer wieder gibt es Aussichtspunkte entlang der Küste, an denen du zahlreiche Seehunde bestaunen kannst und zur richtigen Tageszeit und mit etwas Glück sogar wieder Pinguine. Dazu zählen etwa der Shag Point, Katiki Point oder Oamaru. Der Moeraki Boulders Beach zieht zum Sonnenauf- und untergang Fotografen an. Berühmt ist der Strand wegen der vielen kleinen kugelförmigen Felsen.

Neuseeland Rundreise Spot 9: Mount Cook Nationalpark

Endlich: Die Wetterprognose ist vielversprechend! Zwei Tage Sonne. Perfekt getimed erreichen wir den Lake Pukaki am Fuße des Mount Cook. Noch nie habe ich einen so schönen blauen See gesehen. Der Gletschersee leuchtet so blau, dass er sich sogar in der Google Satelittenansicht deutlich von den anderen Seen in der Umgebung abhebt. Probier es aus! Für uns Grund genug, uns gleich für mehrere Nächte in einem „Zimmer“ mit Berg- und Seeblick auf dem für uns schönsten Campingplatz unserer Neuseeland-Rundreise einzuquartieren. Nachts erblicken wir hier den schönsten Sternenhimmel. Es lohnt sich, zum Sternegucken aufzustehen!

Von unserem Campingplatz aus lässt sich perfekt der Nationalpark rund um den Mount Cook erkunden: der König der Südlichen Alpen und mit 3724 m der höchste Berg Neuseelands. Dabei kannst du eine der schönsten Straßen Neuseelands, die Mount Cook Road befahren. Hinter jeder Kurve wartet ein neues faszinierendes Panorama – fast wie im Kino.

Mount Cook Road Neuseeland
Mount Cool Road entlang des Lake Pukaki

Das gute Wetter muss genutzt werden und so holen wir den verpassten Helikopterflug mit Gletscherwanderung einfach hier nach. Über The Helicopter Line buchen wir eine Heli Hike Tour auf den Tasman Glacier. Nach einem kurzen Panorama-Rundflug setzt der Pilot uns mitten auf dem Gletscher ab. Ausgestattet mit Spikes und Eispickel führt ein Guide uns durch die grandiose Landschaft und in türkisblaue Eishöhlen.
Bereits aus der Luft bestaunt, bestreiten wir im Anschluss den Tasman Glacier Lake Walk.

Der Mount Cook Nationalpark bietet viele tolle Wanderwege unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Der bekannteste und meist besuchte ist vermutlich der Hooker Valley Track. Über Stege und Hängebrücken führt er uns vorbei an blauen Flüssen bis hin zum Hooker Lake. Grandioses Neuseeland Panorama! Der Weg ist gut ausgebaut, relativ eben und kann somit auch von ungeübten Wanderern gut gemeistert werden.

Neuseeland Rundreise im Campervan
Sehr einfach zu wandern: Der Hooker Valley Track

Etwas anspruchsvoller dagegen ist der Sealy Tarns Track. Kurz, aber dafür ziemlich knackig musst du 2200 Stufen auf 600 Höhenmeter bewältigen. Die Mühe lohnt sich: Der Ausblick in den Hooker Valley ist überwältigend.

Sealy Tarns Track
Ausblick ins Hooker Valley

Neuseeland Rundreise Spot 10: Queenstown – Die Stadt der Adrenalin-Junkies

Obwohl ich kein Städte-Fan bin, hat Queenstown mein Herz gewonnen. Traumhaft schön am Lake Wakatipu gelegen, strahlt die Stadt entspannte Vibes aus. Langweilig kann es dir hier niemals werden. Neben zahlreichen Wanderungen bietet Queenstown allen adrenalinsüchtigen Abenteurern beste Voraussetzungen: Ob Bungee Jumping, Zip Lining, Mountainbiking, Skydiving… – alles ist möglich.
Auf unserer Freedom Campsite direkt am Lake Wakatipu fühlen wir uns richtig wohl und bleiben mehrere Tage, um die Stadt und die Umgebung von hier aus zu erkunden.

Neuseeland Rundreise Spot 11: Der Ben Lomond Summit Track

Die wohl schönste Wanderung unserer Rundreise durch Neuseeland erleben wir auf dem Ben Lomond Summit Track. Dies ist ein anstrengender Ganztageshike, auf dem du über 20 km zurücklegst und bis zum Gipfel auf 1748 m ganze 1400 Höhenmeter absolvieren musst. Belohnt wirst du dafür mit einem beispiellosen 360-Grad-Ausblick. Das letzte Stück vom Ben Lomond Saddle bis zum Summit hat es nochmal richtig in sich. Es wird sehr steil, unwegsames Gelände erschwert den Aufstieg. Durch das wechselhafte Wetter bereits gesundheitlich schwer angeschlagen, wird der Aufstieg für mich zur reinsten Tortur. Oben angekommen bin ich jedoch unendlich dankbar, so sehr die Zähne zusammengebissen zu haben.

Bei einer wohlverdienten Pause am Gipfel machen wir Bekanntschaft mit dem Kea, dem neuseeländischen Bergpapagei. Der Kea ist der einzige Papagei, der ganzjährig im Hochgebirge anzutreffen ist. Man sagt ihm eine besonders hohe Intelligenz und einen stark ausgeprägten Beschäftigungstrieb nach. In seiner Heimat hat der Kea allerdings einen weniger guten Ruf, da er gerne Chaos und Verwüstung hinterlässt. Hier gibt es deswegen eigens für Keas errichtete Spielplätze, auf denen sie sich austoben können. Großes Interesse der Keas gilt Rucksäcken von Touristen (da könnte ja Futter drin sein) und Dichtungsgummis an Autos, was wir später noch feststellen werden.

Mit neugierigen Blicken spekuliert der kleine Kerl darauf, mein Proviant abgreifen zu können und ich bin mehr als glücklich einen Kea in dieser wunderschönen Kulisse Neuseelands fotografieren zu können. Erst im Flug mit ausgebreiteten Flügeln entfalten die Vögel ihre wunderschöne Farbenpracht, während das olivgrüne Federkleid sonst eher unscheinbar wirkt.

Neuseeland Rundreise Spot 12: Milford Sounds

Die Milford Sounds sind zu Recht eines der absoluten touristischen Highlights Neuseelands und werden von fast allen Reisenden besucht. Umgeben von üppigen Regenwäldern liegt die imposante Fjordlandschaft im Südwesten der Südinsel und lässt eindrucksvolle Wasserfälle in ihre Tiefen stürzen. Auf einer Bootsfahrt durch den Fjord trifft man auf Delfine, Seehundkolonien und den seltenen Gelbaugenpinguin, den auch wir hier endlich am Ufer erspähen können. Wir haben das große Glück und erleben die Milfords bei Sonnenschein, der Regenbögen in die Wasserfälle zaubert. Nachdem Tage zuvor heftige Regenfälle wüteten, fließen die Wasserfälle heute besonders kräftig. Die Bootsführer jonglieren das Boot gekonnt unter die Wasserfälle und servieren frisch gezapftes eiskaltes Bergwasser.

Gebucht haben wir unsere Bootsfahrt spontan einen Tag vorher mit Southern Discoveries. Es gibt jedoch mehrere Anbieter, aus denen du dir die passende Tour raussuchen kannst.
Die Milford Sounds kannst du als Tagesausflug von Queenstown aus besuchen. Bedenke aber, dass das ziemlich stressig wird und du einen Großteil des Tages im Auto oder Bus verbringen wirst, da die Fahrt von Queenstown bis Milford gute 3,5-4 Stunden dauert. Daher empfehle ich, mindestens eine Nacht in den umliegenden Camps bei den Milford Sounds zu übernachten. Im Fjord selbst gibt es nur eine Unterkunft: die Milford Sound Lodge. Hier kannst du Chalets oder Stellplätze für deinen Camper buchen. Du solltest aber unbedingt möglichst zeitig vorab reservieren, da diese sehr gefragt sind.

Mit einer Übernachtung vor Ort kannst du auch die Fahrt selbst entspannter angehen, denn auf dem Weg gibt es noch viel zu entdecken: Beim Fahren entlang der Milford Road wirst du aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kommen! Wieder begegnen wir einem neugierigen Kea, der unseren Camper auf der Suche nach Dichtungsmaterial inspiziert.

Neuseeland Rundreise Wohnmobil

Ein paar Abstecher am Wegesrand sind lohnenswert, etwa die Wanderung zum Lake Marian.
Entlang eines kleinen Flusses, der sich durch urige Wälder schlängelt, kannst du den alpinen Lake Marian bewundern, der wunderschön eingebettet in den Bergen liegt.

Ganz ungefährlich ist die Fahrt entlang der Milford Sounds jedoch nicht. Achte unbedingt auf die Halteverbotsschilder, da an manchen Stellen Steinschlag oder Lawinengefahr besteht. Je nach Witterungsverhältnissen ist die Straße auch gesperrt. Auf der offiziellen Seite kannst du dich immer über den aktuellen Status informieren.

Was wir verpasst haben

Folgende Spots auf der Südinsel hätten wir auf unserer Neuseeland-Rundreise gerne noch erkundet, mussten sie jedoch aus Zeitgründen auslassen:

  • Abel Tasman Nationalpark
  • Marlborough Sounds
  • Stewart Island
  • White Island

Fazit unserer Rundreise durch Neuseeland

Viele Menschen haben wir auf all unseren Reisen getroffen, die immer wieder von Neuseeland geschwärmt und es als ihr liebstes Reiseziel betitelt haben. Die freundlichen Kiwis, wie man die Einheimischen gerne nennt, und die Schönheit und Vielfalt der Natur lassen einem aber auch wirklich nicht viel anderes übrig. Für uns ist und bleibt Neuseeland ein Herzensort und wir erinnern uns gerne an unsere Zeit hier zurück. Auch wenn ich die Frage, welche meiner Reisen die schönste war, immer nur schweren Herzens beantworten kann, so weiß ich tief im Inneren doch insgeheim die Antwort…

Neuseeland Rundreise Tipps
Unsere Rundreise ist viel zu schnell zu Ende. Neuseeland zeigt beim Abflug noch einmal, wie schön es ist
Autor

Hallo, ich bin Katharina. Getrieben vom Fernweh bin ich immer auf der Suche nach spannenden Reisezielen, auf denen ich unsere Natur in all ihrer Vielfalt entdecken und als leidenschaftliche Hobby-Fotografin festhalten kann. Die Liebe zum Reisen entdeckte ich auf meiner ersten Fernreise nach Bali. Spätestens beim Schnorcheln mit den Meeresschildkröten war ich für immer verzaubert. Ich liebe Tiere, den Ozean, die Berge, das Wandern, Roadtrips und meine Kamera.

1 Kommentar

  1. Robert Wagendorfer Antworten

    Superguter Reisebericht! Danke!
    Die Fotos gefallen mir auch. Manchmal passiert es ja schon, dass “Schlechtwetterbilder” interessanter sind.

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