Die Vogelfotografie ist ein herausforderndes, aber sehr schönes Feld der Fotografie – das es sich zu meistern lohnt! Egal ob Zuhause oder auf Reisen, egal ob Greifvögel, bunte Papageien oder heimische Singvögel: Vögel zu beobachten und zu fotografieren ist ein interessantes Hobby, das mit ein bisschen Know-How und Geduld wunderschöne Foto-Ergebnisse mit sich bringt.

Die Geduld kommt von dir selbst – in diesem Artikel zeigen wir dir, was du sonst noch brauchst, um beeindruckende Vogelfotos zu machen!

Vogelfotografie und ihre Herausforderungen

Vögel findest du in jedem Garten und fast überall in der alltäglichen Umgebung – selbst in Städten! Motive lauern also überall und auch wenn es fantastisch ist, für die Vogelfotografie nach Neuguinea oder vielleicht mit uns nach Panama zu reisen, bietet dir die Vogelfotografie auch direkt vor deiner Haustür tolle Möglichkeiten. Kleine bunte Meisen, beeindruckende Greifvögel, anmutige Störche oder der mystische Eisvogel – sie alle warten darauf, von dir fotografiert zu werden.

Vögel fotografieren kannst du ohne viel Vorbereitung, du musst keine Reise planen und im Gegensatz zur Landschaftsfotografie auch nicht morgens um 5 Uhr auf einen Berg kraxeln. Herausfordernd ist leider aber das benötigte Equipment, denn für die Vogelfotografie brauchst du eine schnelle Kamera mit einem möglichst treffsicheren Autofokus und ein Teleobjektiv mit mindestens 200mm. Bist du damit ausgestattet, steht guten Vogelfotos aber kaum mehr was im Weg!

Ja, Vögel sind oft scheu, klein und flink. Mit unseren Tipps wird es dir aber sicher gelingen, all diese Herausforderungen zu meistern und einzigartige Vogelfotos aufzunehmen.

Vogelfotografie Kamera Tipps, Kolibri im Flug
Sicher eines der schönsten Motive in der Vogelfotografie: Die schimmernden Kolibris

Komm mit uns auf eine Reise in die Welt der Vögel – wir zeigen dir, welches Equipment du für die Vogelfotografie brauchst, wie du es richtig einstellst und haben jede Menge Tipps für dich, wie du den Einsteig in die Vogelfotografie findest und mit ganz besonderen Bildern nach Hause kommst.

Vogelfotografie bringt dich raus in die Natur und in Kontakt mit Wildtieren, schult deine Beobachtungsgabe und ist überall auf der Welt machbar. Sie ist ein wunderschönes Hobby, das vom stressigen Alltag ablenkt und dir nebenbei viel Wissen über heimische Vögel vermittelt. Seit wir mit der Vogelfotografie angefangen haben, kommen wir gar nicht mehr davon weg – und hoffen, dass es dir ganz genau so geht!

Hinweis: Da wir berufsbedingt den Großteil des Jahres in Lateinamerika unterwegs sind, haben wir die meisten Vogelfotos in diesem Artikel nicht in Deutschland aufgenommen. Das bedeutet aber nicht, dass Vogelfotografie im Ausland einfacher ist und soll dich auf keinen Fall davon abhalten, mit der Kamera einfach vor deine Haustür zu gehen – ganz egal wo auf der Welt diese ist!

Vogelfotografie in Deutschland

Diese Ausrüstung empfehlen wir

Die richtige Kamera für die Vogelfotografie

Die Vogelfotografie ist einer der Bereiche unseres Hobbys, bei dem eine bessere Kamera dir in der Regel bessere Ergebnisse ermöglicht. Insbesondere sind Schnelligkeit und ein guter Autofokus wichtige Faktoren, um gute Vogelfotos zu erwischen – vor allem, wenn es um Bilder fliegender Vögel geht! Auch viele Megapixel sind in der Vogelfotografie sinnvoll, da du so große Bilddateien erhältst, die du noch großzügig zuschneiden kannst. Du kannst den Vogel auf dem fertigen Bild also „dichter heranholen“ als deine Brennweite (siehe nächster Punkt) es dir erlaubt.

Einige Kameras sind auf Tier- und Sportfotografie ausgelegt und haben große Stärken im Bereich Schnelligkeit und Autofokus. Bei Canon ist das etwa die 7er-Reihe, aktuell die Canon R7. Diese Kameras sind außerdem APS-C-Modelle, die den Vorteil des Crop-Faktors haben, dir das Motiv also dichter heranholen als eine Vollformatkamera. Auch Nikon, Sony und die anderen Hersteller haben spezialisierte Tier- und Sport-Kameras in ihrem Sortiment.

Vogelfotografie Kamera
Vogelfotografie auf dem Feld in Hessen: Wir fotografieren Vögel meist mit der Canon R5 und dem Sigma 150-600mm Sports

Moderne Kameras haben einen großen Sprung beim Autofokus gemacht. Viele aktuelle Modelle bieten Funktionen wie Augenerkennung oder gar einen speziellen Vogel-Modus an, der Tiere oder Vögel im Speziellen theoretisch gut erkennt und verfolgt. Wie gut das in der Praxis tatsächlich funktioniert, hängt vom Kameramodell und in einem großen Maße auch von den richtigen Menü-Einstellungen ab. Denn klar ist: Je moderner die Kamera, desto mehr Möglichkeiten bietet sie hier und desto mehr kannst du auch falsch einstellen. Mehr dazu im Unterpunkt „Vögel im Flug fotografieren“.

In jedem Fall ist wichtig, dass du deine Kamera und ihre Autofokusmöglichkeiten gut kennenlernst. Studiere das Handbuch und schau dir möglichst Youtube-Videos speziell zu den Autofokusmöglichkeiten deines Kameramodells an. Wenn sie falsch eingestellt ist, bringt dir auch eine High-End-Kamera wie eine Sony A1, eine Canon R3 oder eine Nikon Z9 unscharfe Vogelfotos, da der Autofokus nicht ideal arbeitet. Richtig eingestellt sind diese modernen Kameras aber wahre Wunderwaffen in der Vogelfotografie, die dir sehr viel Arbeit abnehmen.

Zusammengefasst machen die folgende Kamera-Spezifikationen die Vogelfotografie leichter:

  • Hohe Serienbildrate (Anzahl Aufnahmen pro Sekunde)
  • Schnelligkeit und Präzision des Autofokus
  • Hohe Megapixelzahl oder aber APS-C-Sensor
  • Lichtstärke (hohe ISO-Zahlen, um kurze Verschlusszeiten zu gewährleisten)

Möchtest du eine neue Kamera kaufen, schau hier in unsere Beratung, die dir garantiert weiterhilft: Kamera Kaufberatung 2024

Wir haben für die meisten Fotos in diesem Artikel die Canon R5 verwendet. Einige Fotos sind mit der alten Canon 7D aufgenommen, übrigens ein toller Geheimtipp für eine günstige gebrauchte Wildtierkamera!

Vogelfotografie in Deutschland Tipps
Fotografierst du sitzende oder gehende Vögel, benötigst du keine besonders starke Kamera. Erst für Vögel im Flug wird die Kameraqualität wirklich relevant.

Das richtige Objektiv für die Vogelfotografie

Eigentlich ist es einfach: Für die Vogelfotografie brauchst du möglichst viel Brennweite (z. B. 600mm) und möglichst viel Lichtstärke. Da dies kombiniert aber irre teuer ist (du bist sofort im 5-stelligen Bereich), musst du hier Kompromisse machen.

Professionelle Vogelfotografen setzen oft auf lichtstarke Festbrennweiten, etwa das Canon RF 600mm 4.0. Da wir aber davon ausgehen, dass du dich zunächst nicht auf Vogelfotografie spezialisierst und keine fünfstellige Summe ausgeben möchtest, empfehlen wir dir flexiblere Telezoomobjektive im ungefähren Brennweitenbereich von 200 bis 600mm. Diese eignen sich auch für sonstige Wildlifefotografie hervorragend. 

Vogelfotografie welches Objektiv
Je mehr Brennweite, desto näher kommst du an die Vögel heran und desto weniger musst du dein Foto im Nachhinein zuschneiden

Folgende Objektive der drei großen Hersteller empfehlen wir für Spiegellose Kameras:

Ein „Spar-Tipp“ für ein vergleichsweise günstiges Objektiv mit großer Brennweite ist das Sigma 150-600mm Contemporary. Du bekommst es für Canons EF-Mount, Nikons F-Mount und Sonys E-Mount und es lässt sich mit Adapter auch auf Nikons und Canons Spiegellose Kameras adaptieren.

Es kann sich anbieten, diese Brennweiten zum Fotografieren von Vögeln jeweils mit einem 1,4-Telekonverter zu verlängern. Beachte aber, dass hierbei auch Lichtstärke verloren geht, bei der Vogelfotografie im Wald eignet sich diese Methode also nicht.

Beachte, dass große Teleobjektive meist sehr schwer sind, insbesondere diejenigen für den Spiegelreflex-Markt. Es kann körperlich schwierig sein, diese über einen längeren Zeitraum zu halten und fliegenden Vögeln damit zu folgen. Wenn du eine Spiegelreflexkamera hast, ist daher vielleicht ein leichteres, kürzeres Teleobjektiv (etwa ein 100-400mm) eine gute Wahl für dich. Wenn möglich, probiere verschiedene Linsen in einem Kamerageschäft aus!

Vögel fotografieren Objektive
Gute Objektive bieten nicht nur viel Brennweite, sondern sind auch schnell, sodass du Vögel im Flug erwischen kannst

Sonstige Ausrüstung

Ein Einbeinstativ (wir nutzen dieses) kann eine sinnvolle Option für die Vogelfotografie sein, insbesondere wenn du ein schweres Teleobjektiv nutzt. Das Einbein hält das Gewicht deiner Kamera vollständig, erhält dir aber die Möglichkeit, deine Kamera flexibel zu drehen. Auch ein Dreibeinstativ mit Gimbal-Kopf kann eine gute Wahl für dich sein, wenn deine Arme zum Ermüden neigen. Gegen ein Stativ in der Vogelfotografie spricht, dass dieses dich unflexibler macht.

Was du für die Fotografie von Vögeln auf jeden Fall noch benötigst, sind schnelle Speicherkarten. Schnelle Kameras und Objektive bringen dich nicht zum Ziel, wenn deine Speicherkarten nicht in der Lage sind, die Fotos schnell wegzuschreiben und dich somit ausbremsen. Wie schnell deine Speicherkarten genau sein sollten, hängt von der Serienbildrate deiner Kamera ab.

Vögel fotografieren Ausrüstung
In vielen Situationen wirst du viele Fotos hintereinander machen. Schnelle Speicherkarten ermöglichen es dir, die Fotos schnell wegzuschreiben, ohne dass es zu einem “Stau” kommt

Kameraeinstellungen für die Vogelfotografie

Die richtigen Kameraeinstellungen sind für die Vogelfotografie in hohem Maße relevant. Denn wer kennt sie nicht, unscharfe, zu dunkle und matschige Vogelfotos? Wichtig ist vor allem, dass du eine kurze Belichtungszeit in Verbindung mit den richtigen Autofokus-Einstellungen nutzt.

Grundsätzlich solltest du zunächst unbedingt diese Kameraeinstellungen vornehmen, wenn du Vögel fotografierst:

  • Kontinuierlicher Autofokus (AF-C oder AI Servo)
  • Bei aktuellen Kameras: Alle Fokusfelder aktivieren. Bei alten Kameras: Die mittleren 9 Felder aktivieren, um es der Kamera einfacher zu machen
  • Serienbildaufnahme mit der schnellsten Serienbildgeschwindigkeit
  • Wenn vorhanden: Vogelmodus, Tiermodus, Augen-Autofokus aktivieren

Wir fotografieren Vögel meist im TV- (Canon) bzw. S-Modus (Nikon, Sony). Hier wählst du die Belichtungszeit selbst, während die Kamera die dazu passende Blende wählt. Den ISO stellen wir in diesem Fall auf Automatik. Bei Vogelfotos bietet es sich oft an, über die Belichtungskorrektur manuell leicht überzubelichten. Diese Funktion ist generell extrem sinnvoll, um auch in den Halbautomatiken die Helligkeit des Fotos festlegen zu können. Solltest du die Belichtungskorrektur noch nicht beherrschen, empfehlen wir dir daher, dir dieses Wissen anzueignen. Keine Sorge, es ist einfach und lohnt sich sehr!

Andenkondore fotografieren in der Vogelfotografie
Ein dunkler Vogel gegen den hellen Himmel: Damit die Details dieses Andenkondors sichtbar werden und er nicht einfach strukturlos schwarz erscheint, haben wir das Bild mit der Belichtungskorrektur manuell überbelichtet. Den Himmel haben wir in der RAW-Entwicklung anschließend wieder leicht abgedunkelt.

Wie immer gilt: Im Gegenlicht oder bei anderen schwierigen Lichtverhältnissen musst du Vögel manuell fotografieren (M-Modus), um die volle Kontrolle zu haben. Hier siehst du, welche Einstellungen, auch im TV-Modus, wir dir konkret empfehlen:

Die Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist die wichtigste Einstellung bei der Vogelfotografie. Während du sie bei sitzenden Vögeln auch länger wählen kannst, muss sie bei fliegenden Vögeln in Tausendstel-Bereich liegen, damit diese scharf abgebildet werden können. Je kleiner die Vögel, desto schneller sind sie oft, und desto kürzer solltest du die Zeit wählen.

Empfehlungen:

Bei sitzenden Vögeln kannst du dich an der Faustformel orientieren und darauf achten, den Kehrwert deiner Brennweite nicht zu unterschreiten. Fotografierst du also mit 500mm, solltest du als Belichtungszeit also längstens 1/500 Sekunde wählen.

Bei fliegenden Vögeln beginne bei 1/1500 Sekunde, um sie scharf abzubilden. Wenn die Lichtverhältnisse es erlauben, setze die Zeit jedoch noch deutlich kürzer, etwa auf 1/2500 Sekunde. Achtung: Sehr schnelle Vögel wie Kolibris werden nichtmal bei 1/4000 Sekunde komplett scharf! Grundsätzlich möchtest du die kürzeste Belichtungszeit einstellen, die die Lichtverhältnisse dir erlauben, ohne jedoch den ISO in unangenehme Höhen treiben zu müssen.

Vögel fotografieren Kameraeinstellungen
Dieses Foto wurde mit einer extrem kurzen Belichtungszeit von 1/4000 aufgenommen, trotzdem sind die Flügel des Kolibris noch unscharf, so schnell bewegt er sich!

Die Blende

Die Blende solltest du bei der Vogelfotografie nicht ganz öffnen, um einen größeren Schärfebereich zu ermöglichen. So erhöhst du die Chance, den ganzen Vogel scharf abzubilden. Wenn es die Lichtverhältnisse erlauben, ist eine Blende von 8 ideal. Die Priorität sollte aber immer auf einer kurzen Belichtungszeit liegen. Bei den meisten unserer Vogelbilder liegt die Blende daher zwischen 5.6 und 6.3.

Bist du dir mit der Auswahl der Blende nicht ganz sicher, kannst du sie im TV- bzw. S-Modus von der Kamera selbst passend zur Belichtungszeit wählen lassen.

Vogelporträts aufnehmen
Für Porträts wie dieses bietet sich eine weiter geöffnete Blende (kleine Blendenzahl) an, um Vorder- und Hintergrund unschärfer darzustellen

Der ISO

Wie immer sollte auch in der Vogelfotografie der ISO so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig gewählt werden. Fotografierst du im TV-/S-Modus, kannst du den ISO auf AUTO stellen. In der manuellen Fotografie richtest du ihn nach den Lichtverhältnissen, wobei es extrem auf dein Kameramodell ankommt, welche Werte noch vertretbar sind. Bei unserer Canon R5 fotografieren wir beruhigt bis ISO 3200 oder 6400. Recherchiere diesen „Grenzwert“ für dein Kameramodell online, oder probier selbst aus, ab wann dich das Rauschen stört!

Bedenke auch, dass die KI-Rauschreduzierung seit dem Jahr 2023 einen riesigen Sprung gemacht hat und du verrauschte Fotos mittlerweile sehr gut entrauschen kannst. Unscharfe Fotos bekommst du hingegen nie scharf: Entscheide dich im Zweifel also immer für ein rauschendes Bild als für ein unscharfes.

Tierfotografie von Greifvögeln in Südamerika
Dieses Foto wurde mit ISO 12.800 aufgenommen (an der Canon R5) und auch wenn es noch einen Ticken schärfer sein könnte, hat das Bild durch die Rauschreduzierung in Lightroom eine völlig annehmbare Qualität bekommen

Du hast noch Probleme damit, deine Kamera manuell einzustellen? Schau dir unser E-Book „Weg vom Automatikmodus“ an.
Hier erklären wir es dir verständlich Schritt für Schritt!

Vögel im Flug fotografieren

Sitzende Vögel sind das Eine – aber Vögel im Flug zu fotografieren, nochmal eine ganz andere Challenge, für die du deine Kamera wirklich beherrschen musst.

Für die Vogelfotografie im Flug ist es wichtig, dass der Autofokus deiner Kamera exakt abgestimmt und gut eingestellt ist. Welche Einstellungen du im Menü genau vornehmen musst, ist von Modell zu Modell völlig unterschiedlich. Wir empfehlen dir hier, das Kamerahandbuch genau zu lesen, und außerdem mindestens ein Youtube-Video mit den Autofokus-Empfehlungen genau zu deinem Kameramodell zu schauen. Suche in Youtubes-Suchmaske beispielsweise nach „Canon R7 Settings Bird Photography“ (oft, aber nicht immer findest du auch gute Suchergebnisse auf Deutsch), um dich intensiv einzuarbeiten. 

Pelikan fotografiert im Flug auf Wasser

Neben diesen Kamera-individuellen Einstellungen im Menü sind folgende Kameraeinstellungen für die Vogelfotografie im Flug nötig:

  • Modus TV/S oder M
  • Kurze Belichtungszeiten von nicht länger als 1/1500, besser 1/2000
  • Blende 4-8 oder automatisch
  • ISO so viel wie nötig oder automatisch
  • Autofokus AF-C (Kontinuierlicher Autofokus)
  • Alle Fokusfelder aktivieren
  • Serienaufnahmen
  • Wenn vorhanden: Vogelmodus, Tiermodus, Augen-Autofokus aktivieren
  • Ggf. mit der Belichtungskorrektur überbelichten

Extra-Tipp: Ist deine Kamera schon älter und/oder der Autofokus nicht sehr leistungsfähig, aktiviere nur die mittleren neun Fokusfelder statt alle und halte den Vogel in diesem Bereich. Dies hilft der Kamera, sich nicht von anderen Strukturen ablenken zu lassen.

Um die Einstellungen zu testen, vor allem aber auch um deine Technik und Reaktionszeit zu schulen, bietet es sich an, ein paar Mal zu Flugshows zu gehen (z. B. in Vogelparks, Tierparks, Falknereien). Hier fliegen große Vögel mehrmals vorher definierte Strecken und du hast perfekte Übungsbedingungen.

Flamingos im Flug fotografieren
Ein tolles Motiv: Wilde Flamingos im Flug in der Camargue, Südfrankreich

In der Natur ist es sinnvoll, zuerst größere Vögel wie Störche, Reiher, Möwen oder Greifvögel im Flug zu fotografieren, da diese in der Regel langsamer fliegen und vom Autofokus der Kamera besser erkannt werden als kleine Singvögel.

Hast du einen fliegenden Vogel im Sucher, nutze die Geschwindigkeit deiner Kamera und machen über die Serienbildfunktionen so viele Fotos hintereinander, wie möglich. So erhöhst du deine Chance auf ein scharfes Bild in guter Flugphase.

Wenn du fliegende Vögel gegen den Himmel fotografierst, wirst du meist manuell überbelichten müssen, da der Vogel gegen den hellen Himmel sonst zu dunkel erscheint. Grundsätzlich ist es wichtig, dass dein Motiv, also der Vogel, in der richtigen Helligkeit abgebildet wird, der Hintergrund/Himmel darf ruhig (zu) hell sein!

Einfacher und sinnvoller als gegen den Himmel zu fotografieren, ist es aber, fliegende Vögel von der Seite aufzunehmen. Achte z. B. auf Greifvögel, die auf Zaunpfählen sitzen oder auf Singvögel am Futterhäuschen. Wenn sie losfliegen, hast du gute Chancen auf fliegende Vögel in Sichthöhe. Es kann sich auch anbieten, deinen eigenen Standpunkt zu erhöhen, um die Vögel besser ablichten zu können. Vielleicht bietet ja gar kein Küchenfenster gute Sicht auf einen Obstbaum, in dem im Herbst oft Vögel sitzen?

Vögel im Flug fotografieren
Ein Greifvogel im Flug, fotografiert kurz nach dem Losfliegen von einem Zaunpfahl

Neben den richtigen Kameraeinstellungen und dem Standort brauchst du bei der Vogelfotografie im Flug vor allem sehr viel Geduld. Es ist völlig normal, dass du einen hohen Bildausschuss haben wirst (über 90%!) und nur wenige Bilder scharf werden und gleichzeitig eine gute Flugphase treffen. Sei dir bewusst, dass diese Art der Vogelfotografie sehr anspruchsvoll ist. Mache viele Fotos, übe oft. Wenn möglich, hilf dir selbst mit Vogelfutterhäuschen etc. Siehe dieser Punkt: Baue dir dein eigenes Vogelparadies!

Greifvögel in Interaktion als Beispiel für Vogelfotografie

Bildgestaltung und Perspektive

Folgende Punkte solltest du bei der Bildgestaltung von Vogelfotos beachten, um deine Bilder zu stärken:

  • Gestalte die Fotos nach der Drittelrichtung und lass und Blick- oder Flugrichtung des Vogels mehr Platz
  • Achte darauf, dass keine Körperteile des Vogels abgeschnitten sind (auch die Flügelspitzen nicht) oder fast den Rand berühren
  • Fotografiere Vögel auf Augenhöhe, damit die Fotos mehr Nähe vermitteln und der Hintergrund unschärfer wird
  • Fotografiere Vögel in den Randstunden des Tages oder bei Bewölkung, um gutes Licht zu erhaschen
  • Fängst du mit der Vogelfotografie erst an, ist es am einfachsten, so zu fotografieren, dass du die Sonne im Rücken hast
  • Fotografiere für besondere Fotos besonderes Verhalten des Vogel, etwa mehrere Vögel in Interaktion, einen Vogel beim Fressen mit Beere im Schnabel, einen Vogel beim Baden…
Pinguine fotografieren Tipps
Kein “klassischer Vogel”, aber dennoch: Bilder in Interaktion miteinander wirken bei allen Vögeln besonders beeindruckend (Königspinguine auf Feuerland, aufgenommen auf einer unserer Fotoreisen durch Patagonien).

Der Bonus des unscharfen Hintergrunds

Bei allen Porträts und so auch bei Tierfotos ist ein unscharfer Hintergrund oft besonders gewinnbringend für dein Bild – gerade, wenn die Umgebung eher unruhig ist. Der Vogel hebt sich so auf dem Foto von seiner Umgebung ab, ist klarer zu erkennen und das Bild wirkt harmonischer.

Folgendes Vorgehen hilft dir, einen unscharfen Hintergrund auf deinen Vogelfotos zu kreieren. Je mehr Tipps von diesem du kombinierst, desto unschärfer erscheint dein Hintergrund:

  • Große Brennweite: Je höher deine Brennweite, desto kleiner wird die Schärfeebene und desto unschärfer Vorder- und Hintergrund. 
  • Großer Abstand zwischen Motiv und Hintergrund: Der Hintergrund sollte möglichst weit von dem Vogel entfernt sein. Je weiter weg, desto unschärfer erscheint er.
  • Augenhöhe: Vögel auf Augenhöhe zu fotografieren, ist nicht nur für den Bildeindruck essentiell. Es ist auch ein guter Trick, um den Vogel weiter weg vom Hintergrund zu bringen, da du nicht von oben herab und gegen den Boden fotografierst.
  • Offene Blende: Je geöffneter deine Blende, je kleiner also die gewählte Blendenzahl, desto kleiner die Schärfeebene auf dem Foto

Wir setzen bei Vogelfotos oft, aber nicht immer auf unscharfe Hintergründe. Manchmal wollen wir auch bewusst das Tier in seiner Umgebung zeigen, und gerade auch etwa den Wald darstellen. In diesem Fall gestalten wir den Hintergrund nur leicht unscharf – dann sollte dieser aber das Tier einrahmen und als Motiv unterstützen und nicht von ihm ablenken. 

Unscharfer Hintergrund bei einem Pinguinfoto
Der unscharfe Hintergrund sorgt dafür, dass das Tier freigestellt ist und keine Strukturen vom Hauptmotiv ablenken

Vogelfotografie im Wald

Wenn Vogelfotografie schwierig ist, ist Vogelfotografie im Wald die ultimative Herausforderung. Im Wald triffst du auf all die „normalen“ Schwierigkeiten der Vogelfotografie und mindestens noch auf diese weiteren:

  • Vögel im Wald sind schwieriger zu entdecken
  • Der Autofokus wird im Wald von tausenden Dingen, Blättern, Ästen und Strukturen abgelenkt
  • Die Lichtverhältnisse im Wald sind super schwierig hinsichtlich Kontrasten und Lichtflecken
  • Im Wald ist es dunkel

Gerade der letzte Punkt ist eine immense zusätzliche Herausforderung für die Einstellungen deiner Kamera bei der Vogelfotografie. Oben hast du gelernt, dass du für die Vogelfotografie kurze Verschlusszeiten brauchst, damit dein Motiv scharf wird. Im Wald ist das oft nicht umsetzbar, da du auch mit lichtstarken Equipment hier schnell an der Grenze bist. Eine Festbrennweite ist bei der Vogelfotografie im Wald fast ein Muss und auch hiermit werden fliegende Vögel zur Profiklasse einer ständigen Abwägung zwischen den drei Einstellungen und dem Jonglieren mit dem Autofokus.

Gerade wenn du kein Profiequipment hast, empfehlen wir dir, Vögel zunächst in Gärten, Parks, am Wasser, im offenen Feld und an Waldrändern zu fotografieren. Wenn du dich dann in den Wald (oder Dschungel) traust, nimm unheimlich viel Geduld mit und schraube deine Frustrationsgrenze hoch.

Quetzal fotografieren wo, Vogelfotografie
Der wunderschöne, sehr seltene Quetzal mit seinen 80cm langen Schwanzfedern ist nur in den tiefen Nebelwäldern Panamas anzutreffen

Manche Vögel sind nur im tiefen Wald anzutreffen und sie auf großartigen Bildern einzufangen ist etwas ganz Besonderes. Dennoch ist Vogel- und allgemein Tierfotografie im Wald etwas, das auch Fortgeschrittene mit Spitzenequipment stark fordert. Möchtest du dich trotzdem daran wagen, geben wir dir folgende Tipps mit auf den Weg:

  • Autofokus und Einstellungen deiner Kamera solltest du im Schlaf beherrschen
  • Du solltest wissen, bis wohin du den ISO deiner Kamera ausreizen kannst und das auch tun
  • Perfekt ist es, wenn sich ein Vogel in einem Lichtspot positioniert und der Hintergrund dunkel ist. Suche danach!
  • Eine Chance auf fliegende Vögel im Wald hast du hauptsächlich kurz nach dem Start. Lauere also bei einem sitzenden Vogel auf den Abflug und drücke dann blitzschnell ab. Sollte deine Kamera die großartige Funktion des Pre-Release-Capture haben (z. B. Nikon Z8), setze sie unbedingt ein
  • Auch im Wald sind Interkation mehrerer Vögel, singende oder fressende Vögel besonders fotogene Motive. Halte Ausschau danach!

Vögel als Silhouetten fotografieren

Kreativität ist alles und warum nichtmal eine Komposition aus Formen wagen? Vögel als Silhouetten bzw. Scherenschnitte zu fotografieren ist eine schöne Möglichkeit, Vögel auch in schwierigen Lichtverhältnisse wie z. B. starken Gegenlicht oder der Dämmerung abzubilden. Die meisten Vögel haben eine ikonische, einzigartige Form, sodass sie als Silhouette gut wirken.

Um Vögel als schwarze Silhouetten vor einem farbigen Hintergrund abzubilden…

  • …muss der Vogel freigestellt sein, es dürfen also keine Äste, Blätter oder anderen Strukturen in die Umrisse des Vogels raken. Dies ist unheimlich wichtig für ein gutes Silhouettenbild!
  • …achtest du darauf, dass der Vogel genau im Profil zu sehen ist, also der Schnabel zur Seite gerichtet, damit die äußeren Umrisse klar als vogel zu erkennen sind.
  • …belichtest du das Foto manuell so weit unter, bis der Vogel komplett schwarz erscheint und der Hintergrund die richtige, natürliche Farbe hat.
  • Sicherlich sollen nicht all deine Vogelfotos Silhouettenbilder sein, aber ab und zu ist diese Art der Fotografie ein schönes Gimmick. Probier es mal aus!

Baue dir dein eigenes Vogel-Paradies

Wenn du einen eigenen Garten hast, solltest du unbedingt Gebrauch von ihm machen und deine Vogelfotos auf eine ganz besondere Weise pushen: Baue dir deine eigene perfekte Vogelfoto-Kulisse!

Heimische Vögel zu füttern, ist generell eine gute Idee (mehr Infos dazu findest du zum Beispiel beim Tierschutzbund), um unsere gefiederten Freunde in Zeiten von Lebensraumzerstörung, Straßenverkehr und Hauskatzen zu helfen. Warum also nicht aus der Vogelfutterstelle eine großartige Fotokulisse bauen, die nicht nach Futterstelle aussieht und dir fantastische Vogelfotos ermöglicht? Mit verschiedenem Futter lockst du verschiedene Vogelarten an, vielleicht kommen auch Spechte oder andere seltenere Vögel in deinen Garten. Biete um die Futterstelle herum noch zusätzliche Äste als Sitzplätze an. Hierauf werden die Vögel sitzen und warten.

Wie du dein „Outdoor-Fotostudio“ für Vögel gestaltest, hängt von deinem Garten, den Möglichkeiten und auch deinem Platz und handwerklichen Geschick ab. Fotografisch solltest du auf einen möglichst dunklen Hintergrund achten, der natürlich und nicht angelegt wirkt, also am besten aus Blättern, Ästen, Wald besteht. Der Platz der Futterstelle sollte so gewählt werden, dass du mit der Sonne (also Sonne in deinem Rücken) fotografieren kannst.

Vogelfotografie im Garten

Auch die Futterstelle selbst gestalte möglichst natürlich, etwa aus großen Ästen. Um unauffällig Futter anzubieten, kannst du kleinere Löcher und größere Vertiefungen hineinbohren, um darin Samen, Körner oder Fettfutter zu verstecken. 

Verzichte auf Netze, diese sind nicht nur unfotogen, sondern Vogelfüße verhaken sich auch schnell hier drin. Künstliche Strukturen wie Futterstangen kannst du zur Kameraposition hin etwa mit Gestrüpp und Moos verdecken, sodass sie auf den Fotos nicht erkennbar sind.

Für besondere fotografische Raffinesse kannst du als Vordergrund noch andere Pflanzen platzieren, durch die du hindurch fotografierst. Die Vögel nehmen dich so weniger wahr und deine Fotos profitieren, weil die Bilder noch natürlicher und wilder wirken.

Vogel an Futterstelle fotografieren
Ein dunkler Hintergrund an der Futterstelle wirkt besonders fotogen, weil sich die Vögel davon gut abheben. Probiere mal, die Fotos in diesem Fall unterzubelichten!

Ein Vogelbad ist die ideale Ergänzung für deine Vogelfotokulisse. Hier bietest du nicht nur den Vögeln eine große Hilfe, sondern kannst auch wunderschöne Fotos der Tiere beim Baden und Trinken machen – wenn die Stelle groß genug ist, sogar mit Spiegelungen!

Bevor du anfängst, die Vögel zu fotografieren, solltest du sie erstmal ein paar Wochen nur füttern, sodass sie sich an die Futterstelle und die Umgebung gewöhnen. Je nachdem, wie scheu deine Gartenbesucher sind, bietet es sich dann an, vielleicht nur die Kamera auf ein Stativ an die „Fotostelle“ abzustellen, alles einzustellen und mit einem Fernauslöser von weiter weg auszulösen. Möchtest du selbst nah dran sein, denk über eine Tarnung (siehe nächster Punkt) nach. Sind deine Vögel Menschen gewöhnt, kannst du natürlich auch offener fotografieren. Achte aber darauf, die Vögel beim Fressen nicht zu stören – für sie ist dein Futterplatz kein Fotostudio, sondern eine unter Umständen lebenswichtige Nahrungsquelle.

Specht an Kokosnuss
Ein Specht bedient sich an den Kokosnüssen in unserem Garten in Panama

Eine fotogene Futterstelle im Garten ist also eine Win-Win-Situation für dich und die Vögel. Nebenbei lernst du noch viel über ihr Verhalten, die verschiedenen Arten und mit Glück beobachtest du, wie sich die Artenvielfalt und Populationsgröße der Vögel durch deine Fütterung schon nach einem Jahr vergrößert!

Achte darauf, die Vogel an der Futterstelle auf Augenhöhe zu fotografieren. Die beste Zeit für die Fotos ist wie immer bei niedrigstehender Sonne, also in den Randstunden des Tages, um weiches Licht und schöne Farben zu nutzen.

Hinweis: Wir selbst leben ohne festes Zuhause in unserem Expeditionsmobil und auf Reisen in verschiedenen Unterkünften, dementsprechend können wir den Luxus einer Outdoor-Fotostudio-Vogelfutterstelle leider nicht umsetzen und alle Fotos in diesem Artikel sind in der Wildnis oder in “unpräparierten” Gärten entstanden.

Papageien auf Kokosnüssen in Panama
Auch kleine Papageien nutzen unsere Kokosnüsse gerne als Futterquelle

Tarnung

Eine Tarnung ist bei der Vogelfotografie eine gute Idee, um nicht als menschliche Silhouette erkennbar zu sein, die Vögel nicht zu stören und näher an sie heranzukommen. Die einfachste Variante ist ein Tarnnetz, unter dem du dich und deine Kamera versteckst. Auch Tarnkleidung kann sinnvoll sein, um deine menschliche Silhouette verschwimmen zu lassen. Denke in diesem Fall daran, auch deine Kamera und insbesondere das lange Objektiv zu tarnen.

Insbesondere lange, gerade Kanten kommen in der Natur nicht vor und wirken auf Tiere daher unheimlich. Stativbeine kannst du mit Camouflage Tape tarnen. Um das Objektiv zusätzlich vor Regen zu schützen, bietet sich ein sogenannter Lens Coat an.

Egal, ob Tarnnetz oder Tarnkleidung: Das Ziel ist es, deine helle Haut und bunte Kleidung zu verdecken und deine Silhouette mit dem Hintergrund verschwimmen zu lassen. Achte also darauf, dass weder deine Arme und Hänge noch das lange Objektiv oder die Stativbeine aus der Tarnung hervorstehen.

Willst du länger an einem Ort ausharren, kann ein Tarnzelt geeigneter für dich sein. Walimex bietet ein günstiges Pop-Up Tarnzelt an, das in einer Minute aufbaubar ist und eine Möglichkeit für den Einstieg sein kann.

Flamingos in Südfrankreich, Vogelfotografie Tipps

Folgende Produkte kannst du als Fotograf verwenden, um dich bei der Vogelfotografie zu tarnen:

Gute Tarnausrüstung bekommst du auch z. B. im Shop Augenblicke eingefangen.

Übrigens: Wir selbst sind immer möglichst minimalistisch unterwegs und fotografieren ohne Tarnung. Gerade für scheue Vögel ist dies aber eine gute Möglichkeit. Alle Vogelfotos in diesem Artikel sind ohne Tarnung entstanden. 

Greifvögel fotografieren

Werde zum Vogelexperten

Welche Vögel gibt es in deiner Region überhaupt? In welchem Gebiet leben sie? Wie verhalten sich die einzigen Arten, welches Futter lockt sie an, und wie verhalten sie sich untereinander?

Vögel und auch ihre Stimmen zu kennen, ist unheimlich hilfreich für die Vogelfotografie. Wenn du weißt, zu welchen Uhrzeiten, welchen Jahreszeiten und in welchem Lebensraum deine heimischen Vögel aktiv sind, was sie fressen und jagen, wann sie brüten und wann ihre Jungen großziehen, eröffnet dir das jede Menge Möglichkeiten, den Faktor Zufall zu minimieren, und bewusst zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Du lernst die Welt der Vögel kennen, verstehst, vor welchen Geräuschen sie flüchten und wann sie sich entspannt bewegen. Da du mit der Zeit immer besser vorhersehen kannst, wie sich die verschiedenen Arten verhalten und deine Kamera entsprechend bereit hast, wird deine fotografische Ausbeute wird davon sichtbar profitieren!

Pinguin beim Schwimmen bei der Vogelfotografie

Wenn du noch kein versierter Birdwatcher bist, ist die kostenlose App Vogelwelt vom NABU ein fantastischer Anfang, um einheimische Vögel zu bestimmen. Für die Vogelfotografie weltweit empfehlen wir die ebenfalls kostenlose App Merlin Bird ID, mit der du Vogelarten an deinem Reiseziel finden und bestimmen kannst.

Während Vögel für uns früher einfach so „da waren“, ist unser Interesse an den gefiederten Freunden durch die Fotografie deutlich gestiegen und wir haben Unmengen gelernt, was uns für bessere Fotos hilft. Nebenbei ist Vogelkunde ein ziemlich interessantes Thema und für viele wird es sogar ein richtiges Hobby. Gute Websites, um in das Thema einsteigen sind die des NABU (Deutschland), Ornitho (Schweiz) sowie eBird (weltweit).

Du denkst, Deutschlands Vogelweit ist langweilig? Dann schau hier und lass dich eines Besseren belehren: Die 10 schönsten Vögel Deutschlands

Deutschland beherbergt etwa 300 Vogelarten – es ist eine besondere Challenge, so viele wie möglich davon zu fotografieren! Eine erste Übersicht findest du hier beim NABU: Vogelarten in Deutschland

Wasservögel fotografieren in Schottland

Perfekte Orte zum Üben

Neben deinem Garten gibt es auch in deiner direkten Umgebung noch gute weitere Orte, um die Vogelfotografie zu üben:

  • Der nächste See oder Weiher beherbergt höchstwahrscheinlich einige langsame, aber fotogene Wasservögel wie Enten und Reiher
  • Parks und auch Friedhöfe sind das Zuhause vieler Vögel, die an den Menschen gewöhnt sind
  • Auch in Kleingartenanlagen solltest du Ausschau halten
  • Wenn du am Meer wohnst, kannst du perfekt an Möwen üben: Sie sind nicht besonders scheu, eher langsam und sehr fotogen
  • Besuche eine Vogelflugshow der nächsten Falknerei, im Tier- oder Vogelpark
  • Naturschutzgebiete beherbergen oft besonders viele Vogelarten
Wasservögel fotografieren
Wasservögel sind weniger versteckt als Vögel im Wald, oft größer und langsamer: Es gibt viele Gründe, warum sie sich ideal für den Einstieg in die Vogelfotografie üben!

Buchempfehlungen zum Thema Vogelfotografie

Du möchtest tiefer in das spannende Feld der Vogelfotografie einsteigen und dein Wissen vertiefen? Diese beiden drei Bücher empfehlen wir dir!

Buch: Die Schönheit der Vögel
Buch: Handbuch der Vogelfotografie
Buch: Faszination Vogelfotografie

Unsere Verantwortung

Als Naturfotografen liegen uns die Natur und ihre Bewohner in besonderem Maße am Herzen. Es ist für uns daher selbstverständlich, dass der Schutz der Natur immer wichtiger ist als unser Bild. Bei der Vogelfotografie achten wir darauf, Vögel nicht aufzuscheuchen oder anderweitig zu stören, sondern sie in ihrem Lebensraum in Ruhe zu lassen, in dem wir sie nur als stiller Beobachter betrachten. Insbesondere achten wir darauf, keine brütenden Vögel zu stören, indem wir viel Abstand halten und uns immer ruhig und sensibel verhalten. Denk daran, dass Vögel unter Umständen ihr Gelege aufgeben, wenn du sie bei der Brut störst und dass aufgeschreckte Vögel gerade im Winter unnötige Energie verbrauchen, die ihnen dann im schlimmsten Fall bitter fehlt.

Wir hoffen von Herzen, dass es dir auch so geht und dir der Schutz der Tiere wichtiger ist als jedes Foto. Durch die Fotografie lernen wir unheimlich viel über die Tiere und ihr Verhalten, erkennen kranke und gestresste Vögel und können uns immer besser im Einklang mit der Natur bewegen.

Hinterlasse nichts als Fußspuren, nimm nichts mit als Fotos.

Tukane beim Füttern, Vogelfotografie Tipps

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Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

1 Kommentar

  1. Jens Sieberns Antworten

    Hallo Sina,
    Wie alle Eure Beiträge: fachlich, sachlich sehr gut! Alles Wichtige zum Thema verständlich geschrieben und nicht ausufernd. Fotos sind anschaulich.
    Gruß Jens

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