APS-C oder Vollformat: Die Frage nach der richtigen Sensorgröße beschäftigt jeden, der mit dem Fotografieren beginnt. Aber auch später taucht diese Frage bei Fotografen immer wieder auf. Lohnt sich der Umstieg auf eine Vollformatkamera? Was sind eigentliche genau die Unterschiede? Ist APS-C heute noch zeitgemäß? Oder kann es vielleicht sogar auch MFT sein? In diesem Artikel erfährst du die Unterschiede zwischen APS-C und Vollformat und wann es ganz klar Vorteile für dich hat, das eine oder das andere System zu wählen.

APS-C und Vollformat – Was ist das eigentlich?

APS-C oder Vollformat: Viele Anfänger kommen mit dieser Frage in Kontakt, bevor sie überhaupt eine Idee haben, wovon die Rede ist. Wir erklären es daher zunächst ganz einfach:

APS-C bzw. Vollformat beschreibt die Sensorgröße der Kamera. Der Sensor ist ein kleiner Chip im Kameragehäuse und das Herzstück der Kamera: Mittels vieler kleiner Lichtsensoren nimmt er das durch den geöffneten Verschluss einfallende Licht auf und wandelt dieses in ein Bild um. Dieses Bild speichert er aus einzelnen Bildpunkten – den Pixeln. Die Qualität des Sensors entscheidet damit in hohem Maße über die Bildqualität. 

Sensoren sind in allen digitalen Kamera verbaut und es gibt sie in unterschiedlichen Größen. Je kleiner die Kamera sein soll, desto kleiner muss auch der Sensor sein: Smartphonekameras und Actioncams wie GoPros haben also einen besonders kleinen Sensor. Je größer der Sensor, desto „besser“ ist er grundsätzlich: Größere Sensoren erlauben grundsätzlich mehr Lichtempfindlichkeit, mehr Auflösung und mehr Gestaltungsspielraum durch eine geringere Schärfentiefe. Je größer der Sensor, desto größer (und damit auch schwerer) muss aber auch das Kameragehäuse sein. Größere Sensoren sind außerdem teurer und erfordern bessere Objektive, die ebenfalls teurer und schwerer sind.

APS-C oder Vollformatkamera kaufen
Die Vollformatkamera links ist größer und schwerer als die APS-C-Kamera rechts und benötigt größere Objektive

Bei der Wahl des richtigen Sensors wägen wir also zwischen Qualität auf der einen Seite und Kosten und Handlichkeit auf der anderen Seite ab. Auch einzelne andere Überlegungen sollten noch gemacht werden, wir zeigen dir alle in diesem Artikel.

Das heute gängige, klassische Sensorformat ist das Kleinbildformat. Hierauf beziehen sich viele Angaben, etwa die Brennweitenangaben der Objektive. Diese Größe hat der Vollformatsensor. Er wird in teureren, größeren Spiegellosen Systemkameras und Spiegelreflexkameras verwendet. Das Format des Vollformatsensors ist 36x24mm.

Das nächstkleinere Format ist der APS-C-Sensor (APS-C steht hierbei für „Advanced Photo System Classic“). Dieser ist verbreitet in vielen gängigen System- und Spiegelreflexkameras im niedrigeren und mittleren Preissegment. Der Vollformatsensor ist in der Regel 1,5x bzw. bei Canon 1,6x größer als der APS-C-Sensor (der misst z. B. etwa 24x16mm). Dieser Größenunterschied zwischen Vollformat- und APS-C-Sensor wird als Crop-Faktor bezeichnet – dazu gleich mehr.

MFT-Sensoren und andere Sensorgrößen

Eine weitere gängige Sensorgröße, die insbesondere durch das Aufkommen Spiegelloser Systemkameras Verbreitung fand, ist das MFT-Format („Micro Four Thirds“). MFT-Sensoren haben gegenüber Vollformatsensoren einen Crop-Faktor von 2,0, sind also halb so groß wie Vollformatsensoren (17,3x13mm).

Auf noch kleinere Sensoren werden wir in diesem Artikel nicht weiter eingehen, da diese hauptsächlich in sehr kleinen Kameras wie Smartphones, Actioncams und Kompaktkameras verwendet werden. Auch größere Sensoren als Vollformat gibt es: Die nächste Größe ist das Mittelformat. Mittelformatkameras bieten eine sehr hohe Bildqualität, sind aber auf Grund ihrer Größe unhandlich und sehr teuer. Sie werden in der Regel eher in der professionellen Studiofotografie eingesetzt als draußen.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns hauptsächlich mit den Unterschieden zwischen APS-C- und Vollformatkameras, da diese beiden Sensorgrößen bei DSLMs und DSLRs am verbreitetsten sind. Für MFT-Sensoren gelten grundsätzlich die gleichen Unterschiede zu Vollformat wie für APS-C-Kameras, nur dass diese hier noch ausgeprägter sind.

Der Crop-Faktor

Für deine Fotografie und insbesondere für die Wahl der richtigen Objektive ist es wichtig, die Sensorgröße deiner Kamera zu kennen. Fotografierst du nämlich mit einer APS-C oder MFT-Kamera, musst du bei Brennweitenangaben (und bei einigen Faustformeln, auf die du beim Fotografieren lernen vielleicht triffst) den sogenannten Crop-Faktor berücksichtigen (von engl. to crop=zuschneiden). Dieser beschreibt den Unterschied deiner Sensorgröße zu Vollformatkameras.

Hast du eine APS-C-Kamera, gilt der Crop-Faktor 1,5 (bzw. 1,6 bei Kameras von Canon). Alle Brennweitenangaben multiplizieren sich an deiner Kamera um diesen Faktor. Eine Brennweite von 50mm an Vollformat entspricht an einer APS-C-Kamera somit einer Brennweite von 75mm (50mmx1,5) bzw. 80mm bei Canon (50mmx1,6). 

Fotografierst du mit einer MFT-Kamera, beträgt der Crop-Faktor 2,0. Brennweitenangaben musst du also immer verdoppeln, um zu wissen, welchem Wert sie an deiner Kamera entsprechen. Eine 50mm-Brennweite an Vollformat entspricht an einer MFT-Kamera also 100mm!

Dieses Wissen ist bei der Wahl der richtigen Objektive von großer Bedeutung. Ein Weitwinkelobjektiv mit 16mm Brennweite wirkt also nur an einer Vollformatkamera wie 16mm. An einer APS-C-Kamera und vor allem bei einer MFT-Kamera wirkt dieses Objektiv längst nicht so weitwinklig und du musst stattdessen auf deutlich niedrigere Brennweiten wie 8mm oder 10mm zurückgreifen, um den gleichen Weitwinkeleffekt zu erzielen.

In hohen Brennweitenbereichen hingegen bist du mit APS-C- oder gar MFT-Kameras fein raus: 200mm an Vollformat entsprechen 350mm an APS-C und gar 400mm an MFT: Du bist mit diesen Kameras also optisch viel dichter dran am Motiv, ohne ein sehr schweres und teures starkes Teleobjektiv kaufen zu müssen.

Tierfotografie Vorteile des APS-C-Sensors
Solche Nahaufnahmen von Tieren kannst du mit einer APS-C-Kamera viel einfacher realisieren, da du weniger extreme Teleobjektive benötigst

Die 7 Unterschiede zwischen Vollformat und APS-C

Vollformatsensoren sind also größer als APS-C-Sensoren. Diese sieben Unterschiede ergibt das in der Praxis:

Größe und Gewicht

Wir haben es oben schon geschrieben: Vollformatsensoren sind größer und benötigen dadurch ein größeres Kameragehäuse als APS-C-Sensoren. Legst du Wert auf eine kleine, sehr handliche Kamera, kann APS-C (oder sogar MFT) für dich daher die bessere Wahl sein.

Durch das Aufkommen der Spiegellosen Systemkamera haben wir als Fotografen aber den riesigen Vorteil, dass Kameras nun allgemein kleiner geworden sind. Daher sind auch Vollformatkameras nun kompakter und leichter als zu Spiegelreflexzeiten.

Ein Beispiel für eine sehr kleine Vollformatkamera ist die Canon R8, die wir dir hier genauer vorstellen: Canon R-Serie

APS-C-Kameras werden oft als Reisekameras verwendet, weil sie weniger Platz und Gewicht im Gepäck wegnehmen. Auch für Streetfotografie hat eine kleine Kamera Vorteile.

Vollformat oder APS-C, was soll ich kaufen?
Du solltest vor dem Kauf abwägen, ob Vollformatkameras dir tatsächlich Vorteile verschaffen

Preis

Der Hauptgrund, warum die meisten Einsteiger erstmal bei APS-C-Kameras landen, ist der Preisvorteil: APS-C-Modelle sind in der Regel deutlich günstiger als Vollformatkameras. Auch benötigen sie weniger teure Objektive, was insgesamt APS-C eindeutig zu dem günstigeren System macht.

Hier geht es zu unserer Kamera-Kaufberatung

Schärfentiefe bzw. Hintergrundunschärfe

Oft wird behauptet, dass Fotos aus Vollformatkameras „professioneller“ wirken. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass die großen Sensoren eine geringere Schärfentiefe ermöglichen. Die Freistellung von Vollformatkameras ist also besser, oder, einfach ausgedrückt: Der Hintergrund der Fotos wird unschärfer.

Diese Hintergrundunschärfe bzw. geringe Schärfentiefe der typischen „professionellen Fotos“ ist mit kleinen Sensoren kaum zu erreichen. Sicherlich kennst du die gefakte Hintergrundunschärfe von Handykameras, die nur durch die integrierte Bildveränderung der Software erreicht werden kann und dadurch oft sehr künstlich wirkt. Große Sensoren hingegen ermöglichen die kleine Schärfeebene auf Fotos physikalisch bzw. optisch, was zu einem schönen Look führt.

Nicht nur die Sensorgröße, auch die Blendenöffenung des Objektivs hat Einfluss auf die Schärfentiefe. Allerdings benötigst du bei APS-C-Kameras eine größere/offenere Blende (kleinere Zahl) als bei Vollformatkameras, um den gleichen Grad der Hintergrundunschärfe zu erreichen. Diese Objektive mit großer Offenblende sind extrem teuer, was den Preisvorteil der APS-C-Kameras sofort auffrisst.

Legst du Wert auf Porträts und andere Fotos mit schöner Hintergrundunschärfe und einem tollen Bokeh und/oder hast Lust, kreativ mit Schärfeverläufen zu fotografieren, solltest du über eine Vollformatkamera nachdenken.

Bevorzugst du stattdessen eher Fotos, die von vorne bis hinten scharf sind und/oder bist eher in der Landschaftsfotografie zu Hause, wo eine große Schärfentiefe in der Regel erwünscht ist, bieten dir Vollformatkameras hier keinen Vorteil.

Übrigens: Auch bei Vollformatkameras lässt sich durch das Schließen der Blende eine größere Schärfentiefe erreichen, Nachteile hast du mit diesem System hier also keine.

Unschärfe im Vordergrund und im Hintergrund, nur das Motiv ist scharf: Mit Vollformatkameras hast du hier deutlich mehr Gestaltungsspielraum

Lichtstärke

Vollformatkameras sind in der Regel lichtstärker als APS-C-Kameras. Dies liegt an ihrem größeren Sensor und den damit größeren Pixeln, die mehr Licht einfangen können und weniger Bildrauschen produzieren.

Mit einer Vollformatkamera kannst du also besser in Situationen mit wenig Licht fotografieren (z. B. in Innenräumen, in der Dämmerung, bei schlechtem Wetter) und erhältst trotzdem keine verrauschten Fotos.

Viele aktuelle Vollformatkameras fotografieren noch mit ISO 12.800 völlig problemlos, teilweise werden auch Fotos mit ISO 64.400 noch ansprechend. Ist man bereit, in die Trickkiste der Bildbearbeitung zu greifen, kann man sogar noch höhere ISO-Werte wählen. Dadurch ist es möglich, auch schnelle Bewegungen bei schwachem Licht scharf einzufangen oder die Lichtstimmung in dunklen Innenräumen ohne Blitz sehr schön abzubilden. 

Auch ein Objektiv mit großer Offenblende (kleine Zahl) sorgt für mehr Lichtstärke. An einer APS-C-Kamera kannst du also hierauf zurückgreifen, um mehr Möglichkeiten in dunkleren Situationen zu haben. Eine große Offenblende bringt aber immer auch eine geringe Schärfentiefe mit sich, was nicht immer gewünscht ist.

Fotografierst du oft in dunklen Situationen oder möchtest schnelle Bewegungen bei schwachem Licht einfangen (bist also auf eine kurze Verschlusszeit angewiesen), ist eine Vollformatkamera die erste Wahl für dich.

Vollformat oder APS-C
Fotografierst du oft in dunklen Innenräumen wie Hallen oder Kirchen, kommst du an einer Vollformatkamera nicht vorbei

Auflösung

Vollformatkameras haben nicht grundsätzlich eine höhere Auflösung als APS-C-Kameras. Der größere Sensor bietet jedoch Platz für mehr Pixel und so gibt es gerade im High-End-Segment einige Vollformatkameras mit sehr hoher Auflösung. Drei Beispiele:

  • Die Sony A7R IV mit 61 Megapixeln
  • Die Canon R5 mit 45 Megapixeln
  • Die Nikon Z8 und Z9 mit 45 Megapixeln

Diese hohe Auflösung führt tendenziell zu einer besseren Bildqualität, vor allem aber ermöglicht sie das Ausdrucken der Fotos auf große Abzüge und Wandbilder. Legst du Wert darauf, deine Fotos in exzellenter Qualität sehr groß drucken zu lassen, ist daher eine Vollformatkamera hoher Auflösung ideal für dich. Beachte aber, dass so hohe Auflösungen auch für massive Datenmengen sorgen und du schnelle Hard- und Software sowie große Speicherplatten benötigst, um sie zu organisieren.

Wir selbst nutzen die hohe Auflösung unserer Canon R5 vor allem dazu, den fehlenden Crop-Faktor auszugleichen und Wildtierfotos in der Nachbearbeitung noch zuzuschneiden. So gleichen wir also diesen Nachteil von Vollformatkameras gegenüber APS-C mit der hohen Auflösung unserer Kamera aus.

APS-C oder Vollformat Vergleich
Vollformatkameras mit hoher Auflösung erlauben es dir, Fotos stark zuzuschneiden und trotzdem noch eine gute Qualität zu erhalten

Brennweitenverlängerung

Durch den Cropfaktor der APS-C-Sensoren verlängert sich (vereinfacht gesagt) die Brennweite: Fotografierst du beispielsweise mit 200mm, wirkt das Motiv durch eine APS-C-Kamera etwa um 50% dichter dran als bei einer Vollformatkamera: Die effektive Brennweite von 200mm an einer APS-C-Kamera ist also 300mm (Crop-Faktor 1,5), bei Canon sogar 320mm (Crop-Faktor 1,6).

In der Tierfotografie, aber auch in der Sportfotografie, kann dies ein riesiger Vorteil sein. Objektive mit großen Brennweiten sind sehr teuer, schnell findest du dich hier sogar im fünfstelligen Bereich wieder. Außerdem sind diese Objektive sehr groß und schwer. Tierfotografen setzen daher nicht selten auf das APS-C-System, um den Vorteil des Crop-Faktors zu nutzen und weiter entfernte Motive näher ranzuholen.

Möchtest du weiter entfernte Tiere mit einer Vollformatkamera fotografieren, benötigst du hierfür ein besonders starkes Teleobjektiv. Alternativ kannst du das fertige Foto auch im Nachhinein beschneiden und somit den Bildausschnitt vergrößern. Hierbei geht jedoch immer ein Teil des Fotos und somit Auflösung verloren, weswegen sich diese Taktik eher bei Vollformatkameras mit besonders hoher Auflösung etwa um 45 Megapixel eignet.

Ist Tierfotografie (oder Sport) dein Schwerpunkt, kann es sich also absolut lohnen, beim APS-C-Format zu bleiben. Es gibt speziell auf die Tierfotografie ausgelegte APS-C-Kameras wie etwa die Canon R7 (hier stellen wir sie genauer vor: Canon R-Serie), die zusätzlich zum Crop-Faktor einen herausragenden Autofokus mitbringen.

Bildqualität und Dynamikumfang

Eine große Herausforderung in der Fotografie ist der Helligkeitsunterschied im Foto: Dunkle Flächen werden oft zu dunkel, helle zu hell. Dieses Problem tritt besonders beim Fotografieren in nicht idealen Lichtverhältnissen auf (hier mehr dazu: Licht in der Fotografie sehen und nutzen) oder dann, wenn sich aus anderen Gründen große Kontraste zwischen Hell und Dunkel im Foto befinden. Du kennst dies vielleicht aus der Landschaftsfotografie oder aus der Fotografie von weißen oder schwarzen Tieren.

Diese Problematik besteht bei allen Kameras zu einem gewissen Grad, deutlich ausgeprägter ist dieses Herausforderung jedoch bei APS-C-Sensoren. Vollformatsensoren bieten durch ihre größeren Pixel einen höheren Dynamikumfang, der dafür sorgt, dass sowohl in hellen als auch in dunklen Flächen mehr Details abgebildet werden. Dadurch können sie einen größeren Kontrastumfang abbilden. Auch der Spielraum in der nachträglichen RAW-Entwicklung ist hierdurch größer.

Mit einer Vollformatkamera kannst du potenziell also mehr Nuancen eines Motivs einfangen. Dieser Vorteil des höheren Dynamikumfangs bei Vollformatkameras führt zu einem Mehr an Bildqualität: Bilddetails werden erhalten, es werden also mehr Informationen im Foto abgespeichert.

APS-C oder Vollformat
Landschaftsfotos wie dieses haben einen sehr hohen Dynamikumfang. Vollformatkameras haben hier deutliche Vorteile

Vollformatobjektive an APS-C

Ein großer Vorteil von APS-C-Kameras ist, dass du auch alle Vollformatobjektive problemlos an ihnen nutzen kannst. Du benötigst keinen Adapter oder Ähnliches, sondern kannst einfach loslegen. Dies führt zu einer großen Auswahl an Objektiven, denn dir stehen nicht nur die speziell für APS-C-Kameras gefertigten Modelle, sondern alle Objektive deines Herstellers zur Verfügung. Erwägst du, später mal auf Vollformat umzusteigen, kannst du schon für die APS-C-Kamera Vollformatobjektive kaufen und kannst diese später einfach weiter nutzen. Lediglich im Bereich des Ultraweitwinkels wirst du hier Einschränkungen finden, da die meisten Vollformatobjektive erst ab etwa 14mm beginnen, während du APS-C-Objektive nicht selten schon ab 8mm, spätestens ab 10mm findest.

Anders herum funktioniert dies übrigens nicht: APS-C-Objektiver sind speziell für APS-C-Kameras konzipiert und lassen sich an Vollformatkameras nicht ohne Weiteres verwenden. Anschrauben kannst du sie zwar, du wirst aber einen großen schwarzen Kreis um dein Bild herum sehen. Hast du eine Vollformatkamera, ist die Objektivauswahl also etwas geringer.

Vollformatobjektive an APS-C nutzen
An APS-C-Kameras kannst du sowohl Vollformat- als auch APS-C-Objektive nutzen (die APS-C-Kamera auf dem Foto ist eine DSLR, daher ist sie vergleichsweise groß)

Sollte ich eine APS-C-Kamera oder eine Vollformatkamera kaufen?

Auf einen Blick: Gründe für APS-C

  • Leichter und kleiner
  • Günstiger
  • Brennweitenverlängerung durch Crop-Faktor
  • Größere Objektivauswahl

Auf einen Blick: Gründe für Vollformat

  • Kreativere Gestaltung durch weniger Schärfentiefe
  • Lichtstärker & Rauschärmer
  • Höherer Dynamikumfang
  • Oftmals höhere Auflösung
  • Bessere Bildqualität

Wann lohnt sich ein Umstieg auf Vollformat wirklich?

Macht eine Vollformatkamera bessere Fotos als eine APS-C? Nein. Die Frage, um sich ein Umstieg auf Vollformat lohnt, kann man daher nicht pauschal beantworten. Stattdessen solltest du dir die Frage stellen:

Was fehlt dir auf deinen Fotos? Was wünscht du dir von deinen Bildern?

Wenn die Antwort mehr Hintergrundunschärfe oder eine bessere Low Light Performance ist, macht es definitiv Sinn, über die Anschaffung einer Vollformatkamera nachzudenken. Dies gilt auch, wenn du extrem ambitioniert bist und auf einem hohen Niveau fotografierst, sodass Unterschiede im Dynamikumfang und der Abbildung kleinster Details relevant für deine Fotos sind.

Bist du mit anderen Dingen auf deinen Fotos unzufrieden, wird eine Vollformatkamera dich nicht glücklicher machen. Stattdessen trägst du mit ihr teureres, schwereres Equipment mit dir herum, das deine Fotos auf dem gleichen Niveau lässt. In diesem Fall solltest du statt deinem Equipment dein Wissen erweitern. Für die Themen Kameraeinstellungen und Bildgestaltung beispielsweise schau dir mal unser E-Book „Weg vom Automatikmodus“ an.

Vollformat oder APS-C kaufen
Auch mit APS-C-Kameras kannst du geniale Fotos wie dieses machen

Fotografierst du am liebsten Wildtiere, solltest du einen Umstieg von APS-C auf Vollformat ganz besonders durchdenken. Wahrscheinlich ist dies nur sinnvoll, wenn du eine Vollformatkamera mit hoher Auflösung kaufst, sodass du die Fotos im Nachhinein zuschneiden kannst, um einen ähnlichen Bildausschnitt wie mit APS-C zu erreichen.

Wir selbst sind mit dem Einstieg in die berufliche Fotografie vor vielen Jahren auf Vollformat umgestiegen und haben diesen Schritt nie bereut. Der schönere Bildlook bei Porträts und ähnlichen Aufnahmesituationen hat uns begeistert, allerdings braucht die Gewöhnung an die „neuen Brennweiten“ etwas Zeit, die du auf jeden Fall einplanen solltest, bevor du mit Vollformat voll durchstartest.

Fotografierst du mit APS-C oder Vollformat? Denkst du darüber nach, umzusteigen? Teile deine Gedanken in den Kommentaren mit uns!

Geheimtipps für Fotografie USA
Wichtiger als das Sensorformat sind gerade am Anfang technisches und gestalterisches Wissen und ein guter, kreativer Blick

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Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

9 Kommentare

  1. Hallo Sina,

    ob das-alle anderen auch so machen, weiß ich nicht 😉 es ist letztlich auch nur ein akademischer Streit. Es kommt darauf an, welche Anforderungen man an das Gesamt-System hat. Ich habe mit 3-4 fotografiert und bin nach MF und VF nun überwiegend bei APSC. Da geht kleine Tiefenschärfe auch, wenn man die Hintergründe kennt. Ansonsten ist es eine Preisfrage. Canon ist für mich zB absurd teuer geworden, was im Vergleich zu Nikon zB mal ganz anders war.

  2. Hallo, die Aussage, dass Vollformat ein besseres Bokeh macht als ein APS-C ist so nicht ganz richtig. Ich habe zwei Kameras eine Vollformt und eine APS-C und ich erkenne bei Bokeh Bildern keinen Unterschied. Es kommt immer auf das Können und Wissen desjenigen drauf an, der hinter der Kamera ist.

    Ein Bild ist immer nur so gut, wie der Fotogrraf, das habe ich in meiner Ausbildung gelernt.

    • Sina Blanke Antworten

      Hallo Nicole,

      deinem letzten Satz stimmen wir uneingeschränkt zu 🙂
      Dass sich die Schärfentiefe von APS-C zu Vollformat bei gleicher Brennweite (Crop-Faktor berücksichtigt) und gleicher Blende jedoch sichtbar unterscheidet, ist Fakt und physikalisch/optisch bedingt, da hat ausnahmsweise der Fotograf keinen Einfluss drauf. Das bedeutet jedoch natürlich nicht, dass man mit APS-C-Kameras kein schönes Bokeh hinbekommen kann.
      Liebe Grüße
      Sina

    • Ich bin schon seit Jahren mit APS-C unterwegs. Erst SLR mit 1000D als Einstieg und danach 700D und 800D. Inzwischen bin ich bei der R7 gelandet und super zufrieden mit der Bildqualität und den neuen Funktionen. Ich nehme viele Tierfotos auf und sonst noch für den Urlaub. Hier finde ich das kompakte und leichte bei der R7 mit dem 18-150mm als immer drauf Objektiv perfekt für meine Ansprüche.
      Außerdem muss ich unterwegs dann kein Objektiv Wechsel durchführen und bekomme keine Staubprobleme

      Gruß
      Jens

  3. RONALD MENDNER Antworten

    PS: Wenn besonders große Bilder hergestellt werden sollen, kommt das digitale Rückteil von Phase ONE (Ich habe das
    “Preiswerte” mit 22mio Pixel) an meine Hassi dran. Dann gibt es bei Quadratmeter großen Ausdrucken keine Probleme…..

  4. RONALD MENDNER Antworten

    Liebe Fotofreunde,
    bin schon “etwas älter” und mit der analogen Fotografie “groß geworden”. KB kam nicht In Frage. Ich entschied mich
    damals für das 6×6 Format (heute Vollformat digital ebenbürtig). ABER: Du brauchtest sehr viel Geld für die Anschaffung und
    dann: die Schlepperei ! Dann wars Du auch noch besonders langsam….
    Da die jungen “Fotomenschen” auch gerne wieder “Schleppen”, besonders die “längeren Brennweiten”; fotografieren Sie
    auf “Vollformat”.
    Persönlich bin ich vor vielen Jahren auf MFT umgestiegen, und bin mit den Ergebnissen durchweg zufrieden.
    Für die langen Brennweiten benutze ich “analog-Objektive” mit Adapter von Novoflex. (100mm=200 und 180mm=360mm.
    Und ich SCHLEPPE nicht mehr ! (mit dem was im Portemonnaie übrig ist, mach ich schöne Reisen !)
    Dafür nehme ich die die GERINGEN “Qualitätseinbußen” gerne in Kauf.
    An alle die noch weiter “Schleppen”, vergisst nicht Pause zu machen !

    Danke an Alle für die wunderschönen Reiseberichte und Empfehlungen ! Ronald Mendner

    • Sina Blanke Antworten

      Hallo Ronald,
      danke für das Teilen deiner Erfahrungen! Wir sind auch immer große Verfechter davon, weniger Geld für Equipment und dafür mehr Geld für Reisen auszugeben, auf denen man das Equipment dann richtig gut nutzen kann 🙂
      Weiterhin ganz viel Spaß!

  5. Sorry, aber meines Erachtens greift Ihr hier einen Punkt auf, der oft so angesprochen, letztlich aber genau betrachtet falsch ist. Die Schärentiefe oder Tiefenschärfe unterscheidet sich bei APSC und Vollformat nicht. Ein Objektiv mit Brennweite x und Blende y bildet auf beiden Sensoren immer das Gleiche ab. Der Unterschied ergibt sich erst dann, wenn man die Brennweiten vergleichbar machen, also den Crop ausgleichen möchte. Dann nehme ich an APSC zB 50 mm Brennweite und habe dann an Vollformat 75 mm. Unter dieser Bedingung ist dann die Schärfentiefe bei gleicher Blende (zB 2,8) bei 75 mm geringer als bei den 50 mm an APSC. Habe ich an beiden Sensoren jedoch 50 mm bei Blende 1,4 ist die Schärfentiefe auch gleich, nur der Bildausschnitt eben an APSC enger und 75mm entsprechend.

    • Sina Blanke Antworten

      Hallo Christian,
      danke für deinen Eiwurf. Ja, wir (und auch alle anderen) vergleichen natürlich die vergleichbaren Brennweiten im Sinne von Bildausschnitten miteinander.

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