Fotoreisen versprechen intensive Reiseerlebnisse in einer Gruppe Gleichgesinnter und ideale Fotobedingungen in den schönsten Regionen. Aber lohnen sie sich wirklich? Was sind die großen Unterschiede zwischen einer Fotoreise und einer normalen geführten Reise? Wir zeigen dir, worauf es ankommt, worauf du achten solltest – und wann sich eine Fotoreise so richtig lohnt.

Eine Fotoreise, was ist das eigentlich genau?

Nach Island wolltest du schon immer mal. Es ist eiskalt, aber den scharfen Wind, der dir ins Gesicht bläst, nimmst du gar nicht wahr. Dein Blick ist nach oben gerichtet, zu den grünen tanzenden Nordlichtern hoch über dir. Die Szenerie aus schneebedeckten Bergen und mystischen Wasserfällen ist gigantisch und es fühlt sich fast wie ein Traum an, dass du nun hier bist, mitten drin, mit deiner Kamera. Und die Fotos deines Lebens schießt.

Mit dir stehen noch fünf weitere Fotobegeisterte hier im Nirgendwo. Ihr tauscht euch aus über Einstellungen, Aufnahmewinkel und Perspektiven. Der Dozent, ein erfahrener Profifotograf, berät euch. Er ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet und es war schon lange dein Traum, einmal mit ihm zusammen zu fotografieren und direkt von ihm zu lernen.

Nordlichter sind eines der absoluten Traummotive von Landschaftsfotografen – natürlich auch auf Fotoreisen!

Fotoreisen vereinen das, was sich viele Fotobegeisterte – egal auf welchem Level – wünschen: Fotografieren mit Gleichgesinnten an den schönsten Orten dieser Welt. Eine Gruppe, die nicht drängelt, sondern selbst leidenschaftlich fotografiert. Die, genau wie du, wenig Wert legt, auf ein zweistündiges Dinner am Abend, wenn sie stattdessen in der Zeit auch die beeindruckenden Lichtstimmungen in einer einsamen Landschaft fotografieren kann. Ein erfahrener Dozent, der weiß, wann wo die besten Fotospots und Motive warten, die Gruppe dort hinbringt, inspirierende Ideen teilt und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht.

Leider entsprechen nicht alle Fotoreisen diesem idealisierten Bild. Genug Reiseveranstalter haben rausgefunden, dass Fotoreisen ein vielversprechender Markt sind man gut damit verdient, auf eine normale Pauschalreise Fotoreise draufzuschreiben und einen fotografierenden Reiseleiter mitzuschicken (der in nicht wenigen Fällen selbst schlechter fotografiert als der Durchschnitt der Gruppe und noch nie an dem Ort war). Weiter unten gehen wir noch genauer darauf ein, warum nicht alle Fotoreisen toll sind und worauf du bei der Buchung achten solltest.

Gute Fotoreisen sind aber eine hervorragende Möglichkeit für Fotobegeisterte, gezielt an schöne Orte und zu interessanten Fotosituationen zu gelangen – und zwar mit viel Zeit und zur besten Lichtstimmung des Tages. Gute Fotoreisen sind sehr individuell, die Gruppen sind klein. Der Dozent ist nicht nur ein guter Fotograf, sondern auch auch guter Lehrer, und hat nicht seine eigenen Fotos im Blick, sondern sorgt dafür, dass jeder Teilnehmer an diesem Ort zu genau den Fotos gelangt, die er sich vorstellt. Gute Fotoreisen orientieren sich am Können der Teilnehmer, es wird Zeit für Bildbesprechung eingeplant. Sie sind eine Mischung aus Abenteuerreise und intensivem Fotoworkshop.

Fotoreise buchen
Fotografieren an unglaublichen Orten, zusammen lernen, aber auch genießen – das bieten gute Fotoreisen (Foto: Koushik Chowdavarapu)

Was unterscheidet Fotoreisen von normalen Gruppenreisen?

„Ich würde niemals eine Gruppenreise machen!“, ist eine Statement, das wir sehr gut verstehen können. Wir auch nicht mehr. Das Hinterherrennen einer Gruppe ist uns zuwider, wir wollen das Land nicht vorgekaut kriegen, sondern selbst erleben, wollen nie wieder zu als Event getarnten Verkaufsverstaltungen gekarrt werden (Kaffeefahrt lässt grüßen!), nicht in schlechten Restaurants (oft sogar vorbestelltes Essen) essen müssen, weil diese halt einen Vertrag mit dem Reiseveranstalter haben, wollen nicht mehrmals am Tag unsere wertvolle Reisezeit damit verbringen, zu warten, bis auch die letzten Nachzügler im Bus sind und vor allem wollen wir kein Teil des Massentourismus und Fastfood-Reisens sein, der aus Kettenhotels, Souvenirläden und immer den gleichen Sightseeingtouren besteht. Natürlich gibt es auch gute Gruppenpauschalreisen, das ist klar. Und ja, es gibt (leider) auch sehr schlechte Fotoreisen, die zum Teil sogar genau diesem Klischee der schlechten Gruppenreisen entsprechen.

Grundsätzliche Unterschiede einer normalen Gruppenreise und einer Fotoreise sind oder sollten sein:

  • Die Teilnehmerzahl einer Fotoreise ist sehr begrenzt, oft auf 6-10 Personen
  • Die Reise wird von einem erfahrenen (Berufs-)Fotografen begleitet, geleitet und manchmal auch geplant
  • Die Route wird speziell nach interessanten Fotomöglichkeiten festgelegt
  • Die Spots werden zu Tageszeiten mit dem besten Licht angefahren, oft also schon morgens zum Sonnenaufgang, weit vor dem Frühstück
  • Es wird großer Wert darauf gelegt, an den Spots viel Zeit zum Fotografieren und Ausprobieren zu haben
  • Zugunsten der Fotografie werden Frühstück, Mittagessen oder Abendessen auch mal verschoben
  • Normale Sightseeingstouren, Stadtrundfahrten, Shoppingausflüge etc. werden meist nicht angeboten
  • Um authentische Fotos zu ermöglichen, besteht manchmal ein enger Kontakt zur Bevölkerung, der echte Einblicke ermöglicht, die oft verborgen bleiben
  • Theorieworkshops und Bildbesprechungen bringen die praktische Fotografie der Teilnehmer weiter voran
  • Teilnehmer bringen nicht nur gute Fotos mit nach Hause, sondern profitieren von dem neu Gelernten auch langfristig und verbessern ihre Fotografie damit sichtbar

Arten von Fotoreisen

Es gibt verschiedene Arten von Fotoreisen, wobei sich diese hauptsächlich darin unterscheiden, wie sehr die Fotografie oder wie sehr das Reisen im Vordergrund steht. Außerdem gibt es Fotoreisen, die sich speziell an Anfänger oder speziell an Fortgeschrittene wenden und Fotoreisen mit speziellen Schwerpunkten, etwa Wildtierfotografie, Portraitfotografie, Nachtfotografie – oder sogar auch Aktfotografie.

Mehr Fotografie oder mehr Reise?

Mehr Fotografie: Einige Fotoreisen sind relativ unkomfortable, intensive Fotoworkshops, die in einem anderen Land stattfinden. Diese beinhalten oft keine Rundreise, sondern finden an einem einzigen Ort statt und haben oft nur oder hauptsächlich ein einziges Motiv im Sinn: Etwa die Fotografie von Nordlichtern in Nordnorwegen, die Fotografie von Pumas in Patagonien oder auch die Vogelfotografie mit Blitzen in den Tropen. Um dieses meist ziemlich herausfordernde fotografische Ziel umzusetzen (also etwa eine Pumamutter mit ihren Jungen in schöner Landschaft zu fotografieren), wird die ganze Reise exakt darauf geplant und auf fast allen Reiseluxus verzichtet. Oft wird im Zelt geschlafen, um direkt vor Ort zu sein und ein Großteil der Zeit wird dafür aufgewendet, auf das gewünschte Fotomotiv zu lauern. Ein Traum für spezialisierte Fotografen also – und völlig unverständlich für alle, die nicht fotografien.

Mehr Reise: Andere Fotoreisen haben nicht den Anspruch, ein bestimmtes Motiv exzellent abzubilden, sondern das Ziel ist es, durch ein Land oder eine Region zu reisen und möglichst schöne Fotos der besuchten Highlights zu machen. Hierfür wird vielleicht auch mal eine Mahlzeit im Bus statt im Restaurant eingenommen, grundsätzlich steht aber ein schönes Reiseerlebnis im Vordergrund. Die Reise ist anstrengender als eine normale Pauschalreise, aber meist grundsätzlich für jeden zu machen und es wird auf gewissen Komfort geachtet.

Natürlich gibt es verschiedene Abstufungen zwischen den beiden Typen.

Fotoreise Island Empfehlungen
Wie wichtig ist der Fotografie-, wie wichtig der Reiseaspekt? Die Mischung ist sehr verschieden – achte bei der Auswahl deiner Fotoreise darauf!

Anfänger oder Fortgeschrittene?

Gerade der zuerst vorgestellte „Intensivworkshop-Typ“ der Fotoreisen richtet sich oft an erfahrenere Fotografen, die über bestimmtes Equipment verfügen und dieses sehr gut beherrschen. Technische Unterstützung sollte nicht mehr benötigt werden, wenn die Pumamutter mit ihren Jungen dann endlich den Weg kreuzt.

Es gibt auch Fotoreisen, die sich speziell an Anfänger richten: Hier wird (im Idealfall) die Technik ausführlich erläutert und fotografische Grundprinzipien über Bildaufbau, Licht, Perspektive etc. werden direkt in der Praxis an den Motiven gelernt.

Ein Großteil der Fotoreisen richten sich an Fotobegeisterte jedes Levels. In diesem Fall werden die fortgeschrittenen Fotografen nicht mit langen Vorträgen über Einstellungen gelangweilt, Anfängern wird aber das benötigte Wissen direkt in der Praxis vermittelt. Im besten Fall findet jeder auf seinem individuellen Level Unterstützung durch den Dozenten. Da dies aufwändig ist, ist es meist nur bei sehr kleinen Gruppen oder aber zwei Dozenten möglich (so handhaben wir es auch auf unseren eigenen Fotoreisen).

Fotoreisen Dozent
Die individuelle Beratung durch den Dozenten, der sich ideal auf alle Belange einstellen kann, ist ein wichtiger Aspekt der meisten Fotoreisen. Aber Achtung: Manche Fotoreisen geben explizit an, keine Inhalte zu vermitteln – hier müssen die Teilnehmer dann schon alles Wissen mitbringen.

Spezielle Schwerpunkte?

Fotoreisen richten sich an Fotografen unterschiedlicher Interessen. Dies spiegelt sich nicht nur in der Wahl des Reiselandes und der Route wider, sondern auch an der Ausrichtung der Reise. Während viele Fotoreisen mehrere oder alle Facetten der Reisefotografie in den Blick nehmen (Landschaft, Street, Kultur, Wildtier, Nacht…), spezialisieren sich manche Fotoreisen auf eine bestimmte Sparte. Beliebt ist es etwa, Models zu buchen, die vor Ort fotografiert werden, hier werden also die Sparten Reise-, Street- oder Landschaftsfotografie mit Mode-, Portrait- oder Aktfotografie kombiniert. Auch reine Wildlife- oder Landscape-Fotoreisen gibt es, ebenso Fotoreisen, die sich speziell mit dem Thema Astrofotografie beschäftigen und an sehr dunklen Orten der Welt stattfinden. Streetfotografie ist eine weitere beliebte Sparte. Grundsätzlich ist aber nichts undenkbar und Vieles kann sehr interessant sein – uns sind auch tolle Fotoreisen für Makrofotografie oder auch für Pferdefotografie bekannt.

Fotoreisen Tierfotografie
Tierfotografie kann ein absoluter Schwerpunkt einer Fotoreise sein. Auf unseren Fotoreisen nach Panama binden wir sie an einigen Tagen mit ein.

Fotoreise vs. Fotoworkshop

Der grundsätzliche Unterschied zwischen einer Fotoreise und einem Fotoworkshop ist, dass eine Fotoreise irgendwo auf der Welt stattfindet, also allein durch die Anreise und die neue Umgebung den Aspekt „Reise“ beinhaltet. Wie im vorherigen Kapitel dargestellt, ähnlich sich manche Fotoreisen und Fotoworkshops davon abgesehen aber sehr.

Ein weiterer Hauptunterschied ist die Länge: Fotoreisen dauern meist mindestens eine Woche und erlauben so nicht nur die Erkundung der Reiseregion, sondern auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Fotografie.

Wie sehr eine Fotoreise Workshops, also Anleitungen und Unterstützung, beinhaltet, ist sehr unterschiedlich. Manche Anbieter sagen explizit „eine Fotoreise ist kein Fotokurs!“ und meinen damit, dass die Teilnehmer zu fotogenen Orten gebracht werden und die Möglichkeit bekommen, schöne Motive zu fotografieren, ihre Kamera und die Technik aber beherrschen sollten. Andere Anbieter hingegen ermuntern gerade Anfänger besonders zu ihren Fotoreisen, geben manchmal Aufgabenstellungen und planen Zeit für Theorie und Nachbesprechungen ein.

Vielen Fotoreiseanbietern ist wichtig, dass auch der Aspekt „Reise“ ausgekostet wird. So dreht sich nicht jeder Moment um die Fotografie, sondern es wird zusammen in lokalen Restaurants gegessen oder mal am Strand entspannt, und je nach Ausrichtung der Reise wird nicht nur fotografiert, sondern auch gewandert, geritten, gesurft, geschnorchelt, Boot gefahren, Hubschrauber geflogen…

Bevor du eine Fotoreise buchst, überleg dir, wie viel Reise und wie viel Fotografie du dir wünschst. Geht es dir um eine Kombination von beiden? Möchtest du explizit auch das Land kennenlernen, in das die Reise führt? Oder bevorzugst du eine starke Fokussierung auf die Fotografie?

Fotoreise vs. Fotoworkshop
Egal ob “um die Ecke” zuhause oder auf der anderen Seite der Welt: Fotografieren lernen kannst du überall!

Vorteile und Nachteile von Fotoreisen

Fotoreisen unterscheiden sich sowohl von herkömmlichen Gruppenreisen als auch von individuellen Reisen. Die Fokussierung auf die Fotografie bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Alle Punkte der folgenden Listen gelten im Allgemeinen, Ausnahmen sind immer möglich.

Vorteile von Fotoreisen gegenüber Gruppenreisen:

  • Die Gruppe ist auf Fotoreisen kleiner
  • Fotoreisen finden an fotografisch reizvollen Orten, oft (weit) abseits des Massentourismus statt
  • Das Programm ist auf die Fotografie zugeschnitten: Du bist nicht zufällig und kurz an fotogenen Spots, sondern gezielt zur besten Uhrzeit mit viel Zeit
  • Du fotografierst gezielt und in Ruhe – nicht „nebenbei“, während andere auf dich warten
  • Du erhältst über die gesamte Reise Unterstützung und Tipps vom fotoerfahrenen Dozenten, die du direkt umsetzen kannst
  • Die gleichgesinnte Gruppe ermöglicht einen interessanten Austausch und gegenseitige Unterstützung
  • Es sind oft authentischere Einblicke in das Land und die Kultur möglich
  • Du verbesserst deine Fotografie
  • Du hast eine große Chance, mit genau den Fotos nach Hause zu kommen, die du schon lange mal machen wolltest

Nachteile von Fotoreisen gegenüber Gruppenreisen:

  • Fotoreisen sind weniger komfortabel, es wird z. B. mehr Wert auf Fotos im Sonnenaufgang als auf Ausschlafen oder Frühstück gelegt
  • Gute Fotos entstehen nicht von alleine: Fotoreisen sind körperlich anstrengend und auch geistig herausfordernd, kein Erholungsurlaub
  • Abseits des Mainstreams zu reisen, bringt in einigen Ländern Entbehrungen mit sich, etwa Verzicht auf westliches/deutsches Essen, weniger komfortable Unterkünfte etc.
  • Das Programm der Reise richtet sich nach interessanten Fotomöglichkeiten, nicht z. B. nach historischer oder kultureller Bedeutung, Erholungsangebot oder Kulinarik
  • Die Reise ist langsamer und eignet sich nicht zum „schnell viel erleben“, sie kann auch langweilig sein, wenn z. B. lange auf gutes Licht gewartet werden muss. Bring Geduld mit!
  • Die kleinere Gruppe, die individuelle Planung und die Begleitung durch einen Fototrainer machen Fotoreisen teurer als Gruppenreisen

Für wen eignen sich Fotoreisen?

Eignen sich Fotoreisen für Anfänger?

Fotoreisen geben unterschiedliche Voraussetzungen für die Teilnahme an.

Die drei am häufigsten vorkommenden Varianten sind:

  • Auch absolute Anfänger können teilnehmen
  • Es wird vorausgesetzt, dass du deine Kamera manuell bedienen kannst: Blende, Belichtunsgzeit und ISO sollen verstanden sein
  • Es wird vorausgesetzt, dass du keinerlei technische Fragen mehr hast und dich ganz auf die Motive zu konzentrieren kannst

Bei uns: Da wir bei unseren eigenen Fotoreisen sehr individuell auf die Teilnehmer eingehen und keine „Rudelfotografie“ machen, bei der am Ende jeder das gleiche Motiv gleich fotografiert haben soll, ist der aktuelle Stand der Fotografie der Teilnehmer irrelevant. Ziel ist unserer Reisen ist die persönliche Weiterentwicklung und nicht, dass am Ende alle auf dem gleichen Stand sind.
Auch ein Hobbyfotograf, der im Vollautomatikmodus mit seiner Smartphonekamera fotografiert, ist also herzlich willkommen, solange er Freude an der Tätigkeit hat und kreativ sein möchte.

In der Beschreibung der Fotoreise sollte stehen, an welchen Niveau sie gerichtet ist. Im Zweifel solltest du nachfragen. Wichtig ist, dass der Dozent auf dein Niveau eingehen kann und möchte.

Unser genereller Tipp: Wenn du nicht im Vollautomatikmodus fotografieren möchtest, bietet es sich an, dir im Vorfeld zumindest ein Bild von den Funktionen deiner Kamera zu machen und dich grob mit den technischen Einstellungen vertraut zu machen. Wir zeigen dir alles, was du dafür wissen musst, in unserem E-Book-Bundle „Bessere Reisefotos“. Das Bundle empfehlen wir auch zur Vorbereitung auf unsere Fotoreisen. Voraussetzung ist es aber nicht!

Was ist, wenn ich sonst lieber individuell alleine reise?

Wenn du normalerweise lieber individuell geplant alleine reist, hängt es nach unserer Einschätzung stark von der Fotoreise ab, ob sie das richtige für dich ist.

Versuche, für die Beantwortung dieser Frage so viel wie möglich über die Fotoreise in Erfahrung zu bringen. Wichtige Fragen können z. B. sein:

  • Besteht die Möglichkeit, auch mal eine Aktivität auszulassen und an einem (halben) Tag etwas alleine zu unternehmen/fotografieren, oder musst du dich immer nach der Gruppe richten?
  • Lässt die Reiseplanung Spielraum für Ideen und Bedürfnisse der Teilnehmer? Ist das Einbringen eigener Wünsche/Vorschläge möglich oder sogar erwünscht?
  • Passt du altersmäßig, bezüglich deiner Wünsche und von deinen fotografischen Kenntnissen her in die Gruppe?

Vorteile einer Fotoreise gegenüber einer selbstorganisierten Reise alleine:

  • Der Austausch mit Gleichgesinnten ist bereichernd und inspirierend. Gerade, wenn du dich gerne über die Fotografie austauschst und zuhause nicht oft die Gelegenheit dazu hast, wirst du das Miteinander und Fachsimpeln auf einer Fotoreise lieben
  • Das Fotografieren zusammen in einer Gruppe motiviert und „zieht mit“ – du stehst vielleicht bereitwilliger morgens sehr früh auf, wenn du nicht alleine losziehen musst und gehst vielleicht „den Extraschritt mehr“ zu einem tollen Foto, wenn du von anderen inspiriert bist
  • Wenn die Reise gut geplant ist und der Organisator sich auskennt, gelangst du auf der Reise zu guten Zeiten an tolle Spots, die du selbst zum Teil wahrscheinlich nie entdeckt hättest
  • Wenn die Gruppe gut zusammenpasst, ist der Spaßfaktor nicht zu verachten. Dies gilt nicht nur für das gemeinsame Fotografieren, sondern z. B. auch bei der Abendgestaltung
  • Auf einer guten Fotoreise lernst du enorm viel. Durch den Austausch direkt vor Ort und durch Tipps und Vorschläge des Dozenten bringst du deine Fotografie im besten Fall auf ein ganz neues Niveau
  • Auch der Austausch über das fotografische Equipment kommt meist nicht zu kurz, und so wird gerne mal das 600er-Tele oder die Vollformatkamera des Mitreisenden ausprobiert, Filter getauscht, endlich mal Lightroom ausprobiert… viele Fotografen sind ausrüstungsverrückt und eine Fotoreise mit Gleichgesinnten ist ein Eldorado
  • Eine Fotoreise bietet dir gerade in weniger touristischen oder erschlossenen Regionen den großen Vorteil der Organisation durch einen Profi. Du musst dir keine Gedanken um Sprachbarrieren, Sicherheitsthemen etc. machen.

Nachteile einer Fotoreise gegenüber einer selbstorganisierten Reise alleine:

  • Die Reise ist vorgeplant, du kannst nicht selbst entscheiden, welche Spots du in dem Land/Gebiet besuchen möchtest oder wo du essen und schlafen möchtest
  • In einer Gruppe, und sei sie noch so klein, musst du bis zu einem gewissen Grad immer Rücksicht auf andere nehmen
  • Zeit für dich alleine kann zu kurz kommen. Wenn dies ein wichtiger Faktor für dich ist, kläre vorher ab, ob es problemlos möglich ist, sich mal aus der Gruppe auszuklinken
  • In einer Gruppe bist du immer unflexibler und kannst die Reise nicht einfach nach Wetter oder spontanen Wünschen anpassen
  • So schön der rege Austausch ist, stört er dich vielleicht manchmal und verhindert, dass du dich ideal auf eine Situation einlassen kannst

Bist du sehr eigenbrödlerisch, sehr gerne viel alleine und legst keinen Wert auf Austausch und Miteinander, macht dich eine individuelle Reise wahrscheinlich glücklicher. Unsere Empfehlung: Wenn du aber generell Freude am Austausch über die Fotografie hast und fotografisch dazulernen möchtest, wähle eine Fotoreise mit einer kleinen Gruppe (nicht mehr als 8-10 Teilnehmer) und probiere es einfach mal!

Für wen eignen sich Fotoreisen nicht?

Sind Fotoreisen etwas für jeden? Nein, auf keinen Fall!

Fotoreisen eignen sich eher nicht für Menschen, die…:

  • hauptsächlich Erholung suchen, lange ausschlafen und viel relaxen wollen
  • ein Problem damit haben, wenn nicht festgelegte Zeiten für die Mahlzeiten im Vordergrund stehen, sondern gute Uhrzeiten für tolle Lichtstimmungen ausschlaggebend für den Tagesablauf sind
  • keine Rücksicht auf andere nehmen wollen
  • für die das Fotografieren nur ein nettes kleines Hobby unter vielen ist, das eher nebenbei passiert
  • keinen Wert auf den Austausch mit einer Gruppe Fotoverrückter legen
  • in kurzer Zeit sehr viel sehen und erleben wollen, statt länger an einem Ort zu verharren

Was dich aber NICHT abhalten sollte, eine Fotoreise zu machen ist…:

  • der Gedanke, nicht gut genug zu fotografieren
  • der Gedanke, zu schlechtes Equipment zu haben (Lesetipp: Warum deine Kamera völlig egal ist)
  • die Sorge, zu alt zu sein (viele Teilnehmer unserer eigenen Fotoreisen sind im Rentenalter. Im Zweifel: Frag nach dem Altersdurchschnitt!)
  • überhaupt Zweifel und Sorgen über deine Fähigkeiten oder dich als Person!
Fotoreise Schottland
Ja, wir sind manchmal morgens um 6 Uhr auf dem Berg statt im Bett: Für viele Fotografen schön, wenn sich so eine Szenerie zeigt, aber für viele auch eine Horrorvorstellung.

Die beliebtesten Ziele

Fotoreisen finden auf der ganzen Welt statt und auch innerhalb Deutschlands bzw. DACHs werden diverse angeboten. Die Ziele der Fotoreisen richten sich vor allem nach der Fotogenität, Vielfalt und Möglichkeiten der Regionen und sind stark vom Schwerpunkt der Fotoreise (z. B. Landschaftsfotografie, Street- und Kulturfotografie, Wildlifefotografie…) abhängig.

Sehr beliebte Länder und Regionen für Fotoreisen mit dem Schwerpunkt Landschaftsfotografie:

  • Island
  • Norwegen, insb. Lofoten
  • Lappland
  • Patagonien
  • Madeira
  • Mallorca
  • Toskana
  • Provence
  • Irland
  • Schottland, insb. Isle of Skye

Interessant für Fotoreisen mit dem Schwerpunkt Kultur und Street:

  • Kuba
  • Iran
  • Indien
  • Marokko
  • Venedig

Beliebte Ziele für Fotoreisen mit dem Schwerpunkt Wildlife:

  • Brasilien, insb. Pantanal
  • Südafrika
  • Tansania
  • Kenia
  • Botswana
  • Namibia
  • Alaska

Beliebte Regionen für Fotoreisen und auch Fotoworkshops in Deutschland:

  • Elbsandsteingebirge
  • Lüneburger Heide
  • Ostsee (Darß, Rügen)
  • Alpenraum
  • Bodensee
  • Harz

Bei uns: Wir haben für unsere ersten Fotoreisen das noch sehr unbekannte Land Panama als Ziel ausgewählt, weil wir bewusst abseits der Standard-Pfade unterwegs sein wollen und Panama nach unserer Einschätzung herausragende Möglichkeiten für ganz verschiedene Aspekte der Reisefotografie bietet. Weitere ebenso spannende Ziele sind in Planung und werden bald folgen!

Welche Veranstalter sind gut?

Immer mehr Anbieter und Reiseveranstalter nehmen seit einiger Zeit Fotoreisen in ihr Programm auf. Das ist gut, weil es für eine große, vielfältige Auswahl sorgt, allerdings leidet zum Teil auch die Qualität darunter. Dies geschieht z. B., wenn große Reiseveranstalter auf normale Gruppenreisen das Label „Fotoreise“ packen, ohne das Programm auf Fotografie anzupassen und manchmal gar, ohne die Gruppengröße enorm zu reduzieren. Dass eine normale Busreise mit 30 Teilnehmern und einem höchstens nebenbei hobbyfotografierenden Reiseleiter keine sinnvolle Fotoreise ist, sondern einfach zu Unrecht teuer verkauft werden soll, erschließt sich dir wahrscheinlich bereits, wenn du den Artikel bis hier hin gelesen hast.

Aber auch bei etablierten Fotoreiseanbietern musst du stark darauf achten, welcher Dozent die Reise begleitet. Während gute Fotoreisen von erfahrenen Profifotografen begleitet werden, die nicht nur in der Fotografie selbst, sondern auch in der Vermittlung ihrer Kenntnisse sehr versiert sind, wählen manche Anbieter auch unerfahrene Fotografen als Dozenten aus. Diese – oft sehr jungen – Trainer sind natürlich günstiger, was sich positiv auf den Gewinn des Veranstalters auswirkt. Ob sie gut fotografieren und vor allem ihr Wissen auch gut vermitteln können, ist hier aber wirklich Glückssache.

Bei der Auswahl einer Fotoreise solltest du extrem auf den Anbieter achten. Noch wichtiger ist allerdings, wer die Fotoreise begleitet. Schau dir die Fotos des Dozenten gut an (Achtung: Oft sind die Fotos, mit denen die Reise beworben wird, nicht vom Dozenten gemacht, sondern von einem anderen Fotografen) – im Idealfall findest du auch Fotos, die er selbst am Ort der Fotoreise gemacht hat. Gefallen dir die Fotos? Möchtest du auch solche Fotos machen? Oder fotografiert er gar nicht so gut?
Schau dir auch an, welche Erfahrungen der Dozent in der Lehre hat. Gibt er Workshops oder Coachings? Wie lange arbeitet er schon als Fotograf? Hast du vielleicht sogar die Möglichkeit, vorher Lehrvideos, Lehrtexte, Bücher… von ihm zu rezipieren? Wenn dir die Fotos und die Art der Wissensvermittelung gefallen, ist dies ein gutes Indiz dafür, dass der Dozent gut für dich geeignet ist und du von einer Fotoreise mit ihm sehr profitieren wirst.

Reise nicht mit irgendwem: Schau dir an, ob dir der fotografische Stil des Dozenten gefällt – und möglichst auch, ob er Wissen gut vermitteln kann.

Wichtig ist auch, dass der Dozent die Region der Reise bereits selbst ausgiebig bereist hat und gut kennt. Nur dann kennt er die guten Spots, die Lichtstimmungen, die Herausforderungen und Chancen der Locations. Reise nicht mit, wenn der Dozent vorher selbst noch gar nicht in der Region war.

Achtung: Leider gibt es unter Profifotografen einige Selbstdarsteller, die ihre eigenen Fotos vor die Fotoerfolge der Teilnehmer stellen und die Fotoreise als bezahlte Möglichkeit sehen, selbst tolle Fotos zu machen. Leider hören wir solche Berichte häufiger als man denkt. Achte unbedingt darauf, nicht an so einen Dozenten zu geraten!

Manchmal sind Anbieter und Dozent auch identisch. Dies hat den Vorteil, dass du hier von einer großen Leidenschaft ausgehen kannst und der Dozent/Anbieter voll hinter seiner Reise steht, die er genau so organisiert, wie er es für richtig hält. Ein Nachteil ist, dass dem Fotografen oft bestimmte Fähigkeiten eines Reiseunternehmers fehlen – und zu oft leider auch die rechtlichen Voraussetzungen. Wenn alles gut läuft, merkst du davon wahrscheinlich nichts, aber bei Stornierung, Unfall, Krankheit, Ausbruch einer weltweiten Pandemie 😉 etc. hast du hier nicht die (insbesondere auch rechtliche) Sicherheit eines erfahrenen Reiseunternehmens. Sinnvoll (und in vielen Fällen auch vorgeschrieben) ist es daher, wenn der Fotograf mit einem Reiseveranstalter zusammenarbeitet, die zumindest die offiziellen Parts der Reisebuchung und -abwicklung übernimmt.

Achte vor der Buchung einer Fotoreise also genau darauf, wer hinter der Reise steht, wer die Reise organisiert, wie sie rechtlich abgesichert ist und wer die Reise begleitet.

Bei uns: Wir planen und begleiten unsere Fotoreisen selbst. Beworben werden unsere Fotoreisen ausschließlich mit Fotos, die wir selbst bei einer früheren Reise in das Land/die Region aufgenommen haben. Wir arbeiten seit vielen Jahren als Berufsfotografen und Fotocoaches und vermitteln unser Wissen in Blogartikeln, Büchern und Workshops. Für die Organisation unserer Fotoreisen arbeiten wir mit kleinen, erfahrenen Reiseveranstaltern zusammen, die auf die Region spezialisiert sind. So haben unsere Teilnehmer professionelle Unterstützung in allen Fragen um die Reise (Flugbuchung, Versicherungen, Impfungen, Stornierung etc.) und auch die rechtliche Sicherheit z. B. des Reisepreissicherungsscheins. Dieses Vorgehen ist für uns teurer, als z. B. einen „Praktikanten“ als Dozenten mitzuschicken oder auf die Sicherheit und Professionalität eines etablierten Reiseveranstalters zu verzichten. Allerdings erfüllt nur dies den sehr hohen Anspruch, den wir an unsere Fotoreisen haben.

Worauf musst du bei der Auswahl einer Fotoreise achten?

Manche Fotoreise kannst du dir sparen, eine andere wird für dich eine unvergessliche Erfahrung sein, die nebenbei deine Fotografie um Meilen nach vorne bringt.

Unsere Zusammenfassung: Woran erkennst du eine gute Fotoreise?

  • Ist der Dozent ein guter Fotograf UND ein guter Lehrer?
    Tipp: Schau dir seine Fotos an, aber möglichst auch Texte, Bücher, Videos oder Vorträge von ihm. Wenn du gar nichts oder sehr wenig von ihm findest, buche lieber eine andere Fotoreise.
  • Kennt der Dozent die Gegend gut?
    Tipp: Wenn dies aus der Angebotsbeschreibung nicht hervorgeht, frage nach, wie oft und wie lange der Dozent die Region schon bereist hat. Wenn der Dozent die Region nicht kennt, muss der Preis zwingend deutlich günstiger sein als Vergleichsangebote.
  • Gibt es (echte!) Rezensionen vorheriger Teilnehmer für die Fotoreise bei gleichem Dozenten?
    Tipp: Versuche, ehemalige Teilnehmer ausfindig zu machen und sie privat nach ihrer Meinung zu fragen. Bewertungen auf der Seite des Anbieters selbst können gekauft oder gefaked sein.
  • Entsprechen die Unterkünfte deinem Geschmack?
    Tipp: Bei Reisebuchung sollte ersichtlich sein, in welche Unterkünfte es geht (auch die Angabe vergleichbarer Unterkünfte ist okay). Entsprechen diese deinem Wunsch nach Komfort und Verpflegung, Sauberkeit, Klimatisierung etc.?
    Extra-Tipp: Eine Fotoreise ist kein 5-Sterne-Komfort-Urlaub: Es lohnt sich manchmal, weniger perfekte Unterkünfte in Kauf zu nehmen, wenn die Reise sehr interessant ist.
  • Welche Kosten sind inbegriffen, welche zusätzlichen Kosten kommen auf dich zu?
    Tipp: Informiere dich genau über zusätzliche Kosten. Seriöse Anbieter stellen diese auf ihrer Seite klar dar. Bei Fotoreisen fast nie inbegriffen ist der Flug, auch Vollpension gibt es fast nie.
  • Steht ein renommierter Reiseveranstalter hinter der Reise?
    Tipp: Sehr wichtig ist der Reisepreissicherungsschein, die Stornierungsbedingungen und die Versicherung der Reise. All das muss klar ersichtlich sein. Wenn nicht gelistet, geh davon aus, dass nicht vorhanden.
  • Wie groß ist die Gruppe?
    Tipp: Die Gruppe einer Fotoreise sollte etwa im Bereich von 4-10 Teilnehmern liegen. Buche auf keinen Fall eine „Fotoreise“ mit 15, 20 oder mehr Teilnehmern.
  • Welche Fitness wird vorausgesetzt?
    Tipp: Auf einigen Fotoreisen wird viel oder lange gewandert, manchmal durch schwieriges Gelände. Prüfe vor Buchung, welche körperliche Fitness du mitbringen musst – und sei ehrlich zu dir selbst.
  • Welches fotografische Niveau wird vorausgesetzt?
    Tipp: Du tust dir keinen Gefallen damit, wenn du dich als Anfänger zu einer Fotoreise anmeldest, die auf Profis ausgelegt ist. Lies oder frage nach, welches Wissen und Können du mitbringen musst.
  • Wie ist die Philosophie der Reise?
    Tipp: Viele Fotoreisen setzen auf „Rudelschießen“: Die Gruppe wird zu einer hübschen Location gebracht, baut ihre Stative an einem vorgegebenen Spot nebeneinander auf und schießt dann über Stunden in dieser Position Fotos mit Einstellungen nach Vorgabe des Dozenten, die möglichst bei allen gleich aussehen. Das ergibt sicher nette Schüsse, wenn Fotografie für dich aber ein kreativerer, aktiverer und individuellerer Prozess ist, achte unbedingt darauf, nicht auf einer solchen Fotoreise zu laden.
    Extra-Tipp: Der Fotoerfolg der Teilnehmer sollte bei einer Fotoreise immer wichtiger sein als die Fotos des Dozenten. Ein Dozent, der die Erstellung eigener guter Fotos höher stellt als die Betreuung der Teilnehmer, ist ein schlechter Dozent. Meide solche Fotografen unbedingt!
  • Wie hoch ist der Preis?
    Tipp: Du willst dir die Fotoreise natürlich leisten können. Vergleiche das Angebot jedoch unbedingt mit ähnlichen Fotoreisen. Ist es deutlich günstiger, gibt es mit Sicherheit einen Haken. Ist es deutlich teurer, solltest du schon unbedingt von genau diesem Dozenten lernen wollen, um die Reise zu buchen. Sehr gute Dozenten sind einen höheren Preis aber absolut wert!
    Extra-Tipp: Bedenke das allgemeine Preisniveau des Landes. Reisen nach z. B. Island, Norwegen oder Neuseeland sind immer deutlich teurer als z. B. Reisen nach Osteuropa. Dies liegt nicht an der Gier des Veranstalters, sondern an den Preisen vor Ort.
  • Kannst du dir Ergebnisse der Teilnehmer vorheriger Fotoreisen anschauen?
    Tipp: Manche Anbieter stellen Teilnehmergalerien früherer Fotoreisen zur Verfügung. Sie geben einen guten Anhaltspunkt darüber, welche Ergebnisse du selbst von deiner Reise erwarten kannst. Beurteile die Fotoreise aber nicht nur danach, denn über Rudelschießen, Atmosphäre auf der Reise etc. sagen die Galerien nichts aus.
  • Sind Bildbesprechungen Teil der Fotoreise?
    Tipp: Auf einigen Fotoreisen nimmt die gemeinsame Bildbesprechung am Abend einen wichtigen Part ein, auf einigen wird sie gar nicht gemacht. Prüfe dies im Vorfeld. Persönlich halten wir eine gute Bildbesprechung besonders für Anfänger wichtig, gerne auf einem großen Bildschirm oder Beamer.

Negative Erfahrungen

Öffentlich zugänglich im Internet, aber auch privat von Freunden oder Kollegen finden und hören wir immer wieder von sehr positiven, aber auch von negativen Erfahrungen auf Fotoreisen.

Die negativen Erfahrungen und Berichte kritisieren meist einen dieser Punkte:

  1. Rudelschießen: Es geht nicht um individuelle Entwicklung und kreatives Ausprobieren und Fotografieren, sondern um das in der Reihe stehen mit den Kamera und Fotografieren aus vorgegebener Perspektive mit vorgegebenen Einstellungen

Unsere Bewertung: Das entspricht nicht unserer Fotografie-Philosophie, die Fotografie als einen sehr persönlichen, kreativen Prozess sieht. Fotoreisen sollten keine „Passbild-Fließbandfotografie“ vermitteln, sondern echte eigene Entwicklung. „Rudelschießen“ ist für uns daher ein No-Go. Wir empfehlen dir eine solche Reise ausschließlich dann, wenn es dir wirklich darum geht, bestimmte Fotos, die schon tausend Mal vorhanden sind, einmal selbst zu reproduzieren.

  1. Überforderter Dozent: Der Dozent schafft es nicht, sich auf die Bedingungen vor Ort (z. B. schlechtes Wetter) einzustellen, gibt gar keine Ideen und Anregungen mehr rein, und die Fotoreise besteht aus „macht mal irgendwas“.

Unsere Bewertung: Finden wir katastrophal, denn dann kannst du auch gleich alleine reisen und fotografieren. Es ist wichtig, dass der Dozent ein erfahrener, wirklich guter Fotograf und auch Lehrer ist, der sich flexibel auf verschiedenste Bedingungen und auch Menschen einstellen kann.

  1. Der Dozent stellt seine eigenen Fotos an erste Stelle: Dies hört man leider immer mal wieder von Fotoreisen insbesondere aus dem Bereich der Tierfotografie und auch von sehr bekannten „Star“fotografen. Der Dozent nutzt die idealen Bedingungen auf der Fotoreise, um selbst sehr gute Fotos zu produzieren, die er anschließend vermarktet. Die Teilnehmer fotografieren nur mit. In einigen Fällen dürfen sie sogar ihre Fotos nicht veröffentlichen, um dem Dozenten keine Konkurrenz zu machen.

Unsere Bewertung: Dazu fehlen uns ziemlich die Worte und zuerst konnten wir solchen Berichten auch gar nicht glauben. Leider hören wir sie immer mal wieder. Es ist natürlich ein absolutes No-Go. Die Fotos des Dozenten müssen absolut im Hintergrund der Reise stehen, er sollte eher aus Inspirationszwecken mitfotografieren. Und: Wenn du im Vorfeld erfährst, dass du deine Fotos der Fotoreise nicht veröffentlichen darfst, buche die Reise auf keinen Fall, egal wie toll der Dozent zu sein scheint!

  1. Probleme mit der Gruppe/Rücksichtsnahme: Einige ehemalige Teilnehmer von Fotoreisen klagen über zu große Gruppen, die zu viel Rücksichtsnahme erfordern oder in denen keine gute Gruppendynamik entsteht.

Unsere Bewertung: Wir raten persönlich von den meisten Fotoreisen mit über 10-12 Teilnehmern ab (auch bei zwei Dozenten), da der Faktor Individualität immer mehr leidet. Für ideal halten wir eine Größe von 4-8 Teilnehmern. Wenn du dem Reisen mit anderen Menschen jedoch gar nichts abgewinnen kannst, ist eine Fotoreise nichts für dich.
Die Atmosphäre in der Gruppe ist für uns enorm wichtig (nicht nur beim Fotografieren selbst, sondern auch bezogen auf andere Aktivitäten und den Austausch), jeder Teilnehmer muss sich in der Gruppe wirklich wohlfühlen. Dafür ist insbesondere am Anfang auch Zeit für die Gruppenbildung wichtig, z. B. beim gemeinsamen Abendessen. Dennoch ist das Ziel der Reise natürlich nicht ein gemeinsames Kaffeekränzchen, sondern das gemeinsame Ausleben unseres leidenschaftlichen Hobbys.

Fotoreise Empfehlungen

Unsere eigenen Fotoreisen

Du siehst: Obwohl (oder gerade weil!) wir selbst leidenschaftliche Fotografen und auch Reisende sind, sehen wir Fotoreisen durchaus differenziert und raten wir nicht uneingeschränkt zu jeder Reise. Fotoreisen sind eine fantastische Möglichkeit, aber bergen auch Fallen. Zum Glück kannst du die meisten im Vorfeld erkennen, wenn du dir die angebotene Reise ganz genau anschaust.

Unser eigener Anspruch an unsere Fotoreisen ist extrem hoch: Wir wollen es besser machen.

Unsere Fotoreisen führen nur in Regionen, die wir vorher schon sehr lange und intensiv selbst bereist haben und die wir daher genau kennen. Wir bieten daher nur einzelne, sehr ausgewählte Fotoreisen an. Route und Programm gestalten wir komplett selbst und nehmen wir nur mit auf, wenn es uns selbst absolut überzeugt hat und wir uns sicher sind, dass es für die Teilnehmer eine unheimliche Bereicherung ist. Wir reisen immer nur mit wenigen Teilnehmern, damit wir uns auf jeden individuell einstellen können. Schon im Vorfeld der Fotoreise schicken uns die Teilnehmer ausgefüllte Fragebögen und Fotos von sich, damit wir die Reise feinanpassen und uns auf den Stand sowie die Wünsche und Ziele aller Teilnehmer vorbereiten können. Wie insgesamt bei der Lichter der Welt Community ist unser Kontakt mit den Teilnehmern sehr eng, sodass die Reise eher eine Fotoreise mit Freunden ist als eine anonyme Gruppenreise.

Fotoreise Panama 2022

Fotografie ist für uns das Erzählen von Geschichten und die Darstellung der eigenen Sicht auf die Welt in individueller Kunst (Lesetipp: Was ist ein gutes Foto?). Daher geht es auf unseren eigenen Fotoreisen auf keinen Fall darum, dass alle das möglichst gleiche Fotos vom gleichen Motiv machen, sondern vielmehr um das Finden und Festigen des eigenen Stils und den Mut zu eigenen Geschichten, eigenen Herangehensweisen, eigener Kunst. Dabei stehen wir beide allen Teilnehmern beratend, inspirierend und auch mal mutmachend-motivierend zur Seite.

Da es bei unseren Reisen um die individuelle Entwicklung geht, ist auch das Anfangsniveau egal: An unseren Reisen nehmen sowohl absolute Anfänger als auch sehr weit fortgeschrittene Fotografen teil. Ziel ist nicht, dass am Ende jeder auf dem gleichen Stand ist (das wird nicht passieren), sondern dass jeder von seinem eigenen Standpunkt aus einen gewaltigen Schritt nach vorne geht.

Auch das Zusammensein und der Austausch in der Gruppe sind für uns wesentlich. Fotografie ist sehr individuell, aber sie profitiert enorm von Austausch, Anregungen, Inspirationen und Ideen. Dabei kann es um technische Belange gehen („oh, wofür ist denn der Filter?“, „zeig mal, ist der Look einer Vollformatkamera wirklich so anders?“) oder um künstlerische Inspiration („wow, wie anders deine Fotos wirken, weil du flach auf der Erde liegst“, „oh, ich hätte nie gedacht, dass die Szene länger belichtet so intensiv wirken kann!“, „das ist ja eine tolle Idee, so hätte ich das nie gesehen!!“). Ziel ist nicht, dass jeder nur von uns beiden lernt, sondern jeder von jedem, und so sein eigenes Repertoire, seine Sicht, seine Fähigkeiten und seine Kunst erweitert. Auch wir!

So ist das Ziel unserer Fotoreisen, tolle Fotos an tollen Spots zu machen und unvergessliche Tagen oder Wochen in einer gleichgesinnten, fotobegeisterten Gruppe zu verbringen.
Ziel ist es aber auch, eine neue Welt zu entdecken. Nicht nur die des bereisten Landes, sondern auch die des Potentials, das aktuell noch tief in uns schlummert.

Fotogruppenreise

Konkrete Infos

Aktuell (Mai 2021) bieten wir zwei Fotoreisen in den nächsten 12 Monaten an:

15 Tage Panama Januar 2022 (noch 1 Platz frei)
15 Tage Panama März 2022 (noch 4 Plätze frei)

Alle Infos findest du hier: Lichter der Welt Fotoreisen nach Panama

Mehr Ankündigungen für Fotoreisen von uns folgen in den nächsten Monaten!

Fotoreise Panama 2022

Deine Erfahrungen mit Fotoreisen

Hast du selbst schon mal eine Fotoreise gemacht? Wie war es? Oder hast du Lust eine Fotoreise zu machen? Hinterlass uns doch gerne einen Kommentar, wir sind gespannt. Natürlich antworten wir auch auf alle Fragen rund um das Thema!

Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

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