70 Tipps, die deine Fotografie für immer verbessern

Du bist auf einer Gruppenreise unterwegs. Natürlich hast du deine Kamera dabei, um ein paar Bilder zu schießen. An einem Aussichtspunkt steigt ihr aus, die Traube bewegt sich zum besten Spot.

Etwas abseits an einem anderen Spot siehst du einen Typen stehen.

Vor ihm stehen eine Kamera auf einem Stativ und eine Thermoskanne. Er sieht so aus, als wäre er schon viele Stunden hier. Hat wahrscheinlich den Sonnenaufgang über dieser Wahnsinns-Szenerie erlebt, während du beim Frühstück warst. Du siehst ihm an, dass er Fotograf ist.

Als ihr wieder im Bus verschwindet, steht der Fotograf noch immer da. Scheint eins zu sein mit der Natur. Du weißt, dass seine Fotos unglaublich werden. Weil er Zeit hat. Erfahrung. Weil er Fotograf ist. 

Du beneidest den Fotografen-Typen schon irgendwie. Das ist seine Arbeit. Hier draußen zu stehen, in der Natur, die Sonne auf seinem Gesicht. Während dein Urlaub nächste Woche zu Ende ist und du wieder um 8 Uhr im Büro bist, wird er einen anderen spektakulären Ort entdecken.

Er weiß, wo es den schönsten Sonnenaufgang des ganzen Landes gibt. Wo er die meisten Tiere sieht. Wann das Licht über diesem Ort am schönsten ist.

Er arbeitet inmitten der Schönheit der Natur und fängt sie ein. Weil genau das sein Job ist.

Landschaftsfoto aus Schottland

Der Beruf des Fotografen landet immer wieder unter den Top 10 der Traumberufe der Deutschen. Laut einer Umfrage von berufsfotografen.de ist Fotograf sogar für 80% der Befragten ein Traumjob.

Warum machen es trotzdem so wenige?

Weil es ein unheimlich harter Job ist. 

Die allermeisten Fotografen arbeiten in Fotostudios in der Stadt. Nur 2% stehen als Landschaftsfotograf in der Wildnis, umgeben von atemberaubender Natur. 

Es gibt aber Menschen, die es trotzdem geschafft haben. 

Wir sind glücklich, dazuzugehören. Und wir haben Tipps für dich. Eine riesige Ladung Tipps für deine Fotografie. Mit jedem Tipp wirst du deinem Traum von atemberaubenden Fotos einen großen Schritt näher kommen.

Und vielleicht ist es nicht dein Ziel, deinen Beruf aufzugeben und Landschaftsfotograf zu werden. Vielleicht ist es dein Ziel, aus dem Bus auszusteigen und ein richtig tolles Foto zu machen, das du dir ins Wohnzimmer hängen kannst, um immer an diese Reise zu denken.

Auch dann sind diese Tipps genau richtig für dich.

Extra-Tipp vorab: Nur Lesen bringt nichts. Du musst umsetzen. Einen Tipp nach dem anderen. Der Profifotograf macht nicht so tolle Fotos, weil er Fotograf ist. Er ist Fotograf, weil er so tolle Fotos macht.

Mach dir einen Tee, nimm dir Zeit und los geht’s.

70 Fototipps direkt aus der Praxis, die deine Fotografie für immer verbessern

1. Fotografiere

Fotografieren lernst du nicht durch Lesen. Youtube. Tests vergleichen. Equipment kaufen. Fotografieren lernst du nur durch Fotografieren. Gehe raus uns mache Fotos. So oft und so viel du kannst. Lass „ich habe keine Zeit“ niemals gelten.

Wir haben viele Tausend Fotos gemacht, bevor ein Umwerfendes dabei war.

Fotografie Tipps
Dieses Foto war mein erstes richtig Gutes und Erfolgreiches (Es wurde z. B. bei Geo veröffentlicht). Als ich es gemacht habe, hatte ich bereits seit 5 Jahren jeden Tag mit dieser Kamera geübt.

2. Fotografiere vor der Haustür

Fotografiere nicht nur auf Reisen. Sei keiner von denen, die sich für eine Reise teures Fotoequipment kaufen, das dann zuhause verstaubt. Warte nicht auf deine nächste Reise. Fotografiere immer. Sei ständig auf der Suche nach Motiven.

3. Fotografiere überall

Gewöhne dir an, die Kamera überall mithinzunehmen. Lass dir keine Gelegenheit entgehen. Fotografiere auch Dinge, die nicht zu deinem Schwerpunkt gehören. Entdecke neue Bereiche. Schau über den Tellerrand.

4. Probiere Neues

Bleib bloß nicht bei dem, was du schon kannst. Probiere neue Techniken. Die Arbeit mit künstlichem Licht. Makrofotografie. Partyfotografie. Probiere auch, was dich nicht reizt. Mache was Gutes draus. Jedes durchdachte Foto bringt dich weiter.

5. Hör auf, die über dein Equipment Gedanken zu machen

Vergiss  ab sofort Gedanken wie „hätte ich nur diese Kamera/Objektiv/Filter…“. Es ist völlig egal, welches Equipment du hast. Du brauchst keinen Lamborghini, um Fahren zu lernen. Fahr einfach!

6. Kümmere dich um deine Fotos

Hör heute auf, für die Festplatte zu fotografieren. Fotografiere für ein Ziel. Häng deine Fotos auf. Verschenke Portraits an geliebte Menschen. Verschick Landschaftsfotos als Postkarten. Fotografiere Tierportraits für das Tierheim. Nutze deine Fotos!

7. Sortiere deine Fotos

Ordne deine Fotos. Lösche die schlechten. Du willst keine 100 Ordner mit miesen Fotos aus deiner Anfangszeit. Behalte die besten 5 oder 10%. Höchstens. Sei konsequent damit. Sortiere nach jeder Fotosession aus.

8. Nimm dich ernst

Verbanne den Gedanken, dass du nicht fotografieren kannst. Erzähle, dass du fotografierst. Sei bekannt als „der Fotograf“ oder „die Fotografin“. Wenn du nicht an dich glaubst, wer soll es sonst tun? Deine Fotos sind mies? Mach weiter bei Tipp 1. 

9. Schau dir andere Fotos an

Das ist einer der wichtigsten Tipps. Schau dir ab sofort andere Fotos bewusst an. Wann immer du eins siehst. Analysiere es. Gefällt es dir? Ist es ein gutes Foto? Warum? Warum nicht? Was hat der Fotograf gut oder schlecht gemacht? Wie geht es besser?

Gewöhne dir an, andere Fotos nicht einfach nur anzuschauen. Analysiere sie. Analysiere Bildaufbau, Farben, Licht, Linien und Stimmung. Warum wirkt das Foto? Warum wirkt das Foto nicht?

10. Habe Idole

Suche dir Lieblingsfotografen. Egal ob in einer Kunstgalerie oder auf Instagram. Schau, welche Fotos dich ansprechen und inspirieren. Kaufe dir Bildbände oder geh in Ausstellungen. Vergiss niemals Tipp 9. Was ist so gut an diesen Fotos?

11. Kopiere

Ja, richtig gelesen. Du musst das Rad nicht neu erfinden. Kopiere tolle Fotos. Stelle großartige Ideen nach. Kupfere ab. Hol dir Tipps und setze sie um. Deinen eigenen Stil wirst du sowieso ganz von alleine entwickeln.

12. Pass auf mit Fotocommunities/Facebookgruppen

Manche Gruppen sind Gift. Pass darauf auf. Die Tipps sind nicht immer sinnhaft. In vielen Facebookgruppen und anderen Communitys herrscht kein gutes Klima für dich, wenn du deine Fotografie ernsthaft voranbringen willst. Meide sie im Zweifelsfall.

13. Lass dich bloß nicht entmutigen

Man wird dir sagen, dass dein Foto scheiße ist. Wunderbar. Finde heraus, warum das so ist und mache ein besseres. Hör nur nicht auf. Reflektiere dich immer, aber zweifle dich nicht kaputt. Nimm Kritik an und mach weiter.

14. Höre auf die anderen

Deine schlechtesten Kritiker sind die Menschen, die dir nahe stehen. Sie werden immer sagen, dass deine Fotos toll sind. Frage andere Menschen. Frage erfolgreiche Fotografen. Aber sei gewappnet: Sie sagen dir schonungslos die Wahrheit. Setze ihre Tipps um.

15. Höre nicht auf die anderen

Beachte Tipp 14. Aber komm dabei nicht ins Rotieren. Gehe nicht davon aus, dass jeder deiner Kritiker ein guter Fotograf oder Lehrer ist. Versuche niemals, es allen Recht zu machen oder für andere zu fotografieren.

Fotografie Tipps
Hätten wir immer darauf gehört, was die anderen sagen, würden wir heute definitiv gar nicht mehr fotografieren

16. Kenne deine Kamera auswendig

Es führt kein Weg daran vorbei, deine Kamera und die Einstellungen zu kennen. Nimm dir Zeit dafür. Lies das Handbuch. Lerne das Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO. Es gibt keine andere Möglichkeit.

17. Investiere nicht in Equipment, sondern in Wissen

Kauf dir nicht mehr Equipment, sondern buche ein Coaching oder einen Workshop, kauf ein Buch oder mach sogar eine Fotoreise. Es wird dir suggeriert, du machst mit mehr Equipment bessere Fotos. Das ist nicht so. Erweitere stattdessen dein Fotowissen.

18. Fotografiere bei Mistwetter erst recht

Hast du schon verinnerlicht, dass du immer fotografierst? Lass dich auch von schlechtem Wetter bloß nicht abhalten. Du kannst hier ganz neue Seiten der Fotografie entdecken. Meistere das Mistwetter!

19. Verwirkliche deine Träume

Mache eine Liste mit Dingen, Orten oder Situationen, die du gerne irgendwann mal fotografieren würdest. Nimm dir kurzfristig eins davon vor und verwirkliche es. Es wird sich unglaublich anfühlen!

20. Beobachte die Welt

Vergiss dein Handy. Wenn du draußen bist, schau dir die Welt an. In jedem Detail um dich herum steckt ein Motiv. Finde es. Lerne, die Schönheit der Welt wie ein Kind ganz neu zu entdecken. Sei neugierig und aufmerksam.

Fotografie Tipps
Beobachte die Welt, um ihre Schönheit neu zu entdecken. Mit jedem Tag wirst du mehr Motive sehen

21. Verliere dich nicht in der Technik

Zum Fotografieren brauchst du eine Kamera. Das war’s. Mehr hatten die alten Meister auch nicht. Verliere dich nicht in Gedanken über Filter, Zubehör und Schnickschnack. Nimm dir deine Kamera, egal wie alt sie ist, und fotografiere.

22. Lerne die Regeln

Lerne die Regeln der Belichtung und der Bildgestaltung. Lerne sie wirklich gut. Lies dir an, wann ein Foto unter- oder überbelichtet ist. Wisse, was Dreiteilung und Goldener Schnitt ist. Kenne die Komplementärfarben.

23. Brich die Regeln

Brich die Regeln. Aber erst, nachdem du sie kennst und angewendet hast! Auf keinen Fall andersherum! Ein Foto mit bewusst gebrochenen Regeln ist spannend. Ein Foto mit ignorierten Regeln wird dich als Anfänger entlarven.

24. Wenn du falsch gestalten willst, gestalte falsch

Belichte hunderte Fotos richtig. Lerne, wie das geht. Und danach belichte, wie es dir gefällt. Du kannst deinen eigenen Stil entwickeln. Ein Haufen unserer Fotos sind falsch belichtet. Absichtlich. Damit sie wirken.

Fotografieren bei schlechtem Wetter
Zu dunkel? Ja. Wirkungsvoll? Ja.

25. Zeige wenige deiner Fotos

Du willst nicht für die Festplatte fotografieren, also fang damit gar nicht erst an. Zeige deine Fotos. Aber immer nur eine kleine Auswahl. Langweile die Leute nicht. Zeige von einer Reise nur die besten 5 Fotos. Das sind deine Top 1%. Zeige wenig, zeige Gutes.

26. Identifiziere deine besten Fotos

Für Tipp 25 musst du das beste 1 % deiner Fotos kennen. Das ist vielleicht das allerschwerste. Identifiziere ganz konsequent nur 1 % deiner Fotos als die „Top 1 %“. Mache deinen extra Ordner dafür. Bearbeite sie und zeige sie stolz. Nur diese.

27. Sei nicht traurig über Mistfotos

75 % aller Fotos, die Jan und ich heute noch machen, sind nichts besonderes. Und nur 5 oder 10 % sind so gut, dass wir sie zeigen. Wenn du 100 Fotos machst und eins oder zwei davon gut sind, sei zufrieden. Das ist eine gute Ausbeute. Denk an Tipp 26. 1 % Gutes reicht.

12 gute Fotos im Jahr sind eine gute Ausbeute

Ansel Adams (Berühmter Landschaftsfotograf, 1902-1984)

28. Analysiere die Mistfotos

Überspringe diesen Schritt niemals. Schau dir deine schlechten Fotos an und finde heraus, warum sie schlecht sind. Die ganz Schlechten. Und die fast-aber-nicht-ganz-Guten. Finde deine Schwächen und arbeite bewusst daran.

29. Nimm dir für jedes Foto Zeit

Der größte Fehler in der Fotografie ist, es im Vorbeigehen zu machen. Nimm dir bewusst Zeit für jedes Foto. Gestalte bewusst und überlegt, wende Gelerntes an, warte. Denke an die Fehler deiner Mistfotos, und daran, sie nicht wieder zu machen.

30. Lass dich nicht hetzen

Besprich mit deinem Partner oder Begleiter offen, dass du in der Fotografie besser werden willst und etwas Zeit dafür brauchst. Nimm dir lieber 1x 10 Minuten Zeit für ein Foto als 10x eine. Wertschätze die Geduld deiner Begleitung. Zeige dich erkenntlich.

Erwarte nicht, dass deine Begleitung von alleine versteht, dass du Zeit für deine Fotografie brauchst. Rede offen darüber. Bedanke dich und sei wertschätzend

31. Such dir einen Fotobuddy

Unsere Fotografie hat erst floriert, nachdem wir zusammen fotografiert haben. Wenn du nicht der Typ „Einsamer Wolf“ bist, suche dir jemanden, mit dem du zusammen fotografierst. Am besten jemanden, der besser fotografiert als du. Inspiriert euch!

32. Fotografiere in den Randstunden des Tages

Wenn es nicht bewölkt ist, fotografiere nur morgens oder abends, wenn die Sonne tief steht. Fotos zu anderen Zeiten haben höchstwahrscheinlich sowieso keine Chance auf deine Top 1 %. Mach dir bewusst, wie sehr sich Abend- und Mittagssonne unterscheiden.

33. Werde ein Meister des Lichts

Licht ist das Kernelement großartiger Fotos und am schwersten zu beherrschen. Lerne das Licht kennen. Egal was du machst, im Büro, draußen oder zu Hause: Achte mehrmals am Tag bewusst auf das Licht: Woher kommt es, ist es warm oder kalt, diffus oder direkt? Welche Stimmung erzeugt es?

Fototipps Licht
Lerne, besondere Lichtstimmungen zu sehen. Tolles Licht macht aus einem einfachen Motiv ein beeindruckendes Bild

34. Erkenne das Licht beim Fotografieren

Verfolge Tipp 33 jeden Tag. Erkenne dann auch das Licht bei jedem Foto, das du machst. Wo steht die Sonne? Sind die Schatten hart? Sorgen Wolken für weiches Licht? Wirkt die tiefstehende Sonne warm? Du musst das Licht zuerst noch nicht meisterhaft nutzen. Lerne aber von Anfang an, es zu sehen.

35. Identifiziere deine Probleme

Gewöhne dir an, die Schwächen deiner Mistfotos konkret zu benennen. „Meine Fotos werden zu dunkel“, ist ganz ok. „Meine Fotos werden zu dunkel, wenn ich gegen das Licht fotografiere“, ist viel besser. Dieses Problem kannst du nachschlagen. Frage nach oder google „Richtige Belichtung bei Gegenlicht“ und merze den Fehler aus.

36. Fotografiere ab heute im RAW-Modus

Egal, ob du schon was damit anfangen kannst: Fotografiere ab heute zumindest zusätzlich im RAW-Modus. Wenn du später ein Meister der Bildbearbeitung bist, wirst du dir danken, deine alten Top 1 %-Fotos im RAW-Modus zu haben. War bei mir mit dem Heißluftballonbild von oben so.

Bildbearbeitung vorher nachher
Die Beherrschung der Bildbearbeitung wird deine Fotografie auf ein völlig ungeahntes Level pushen

37. Lerne die Bildbearbeitung mit System

Drücke dich nicht vor dem riesen Kapitel Bildbearbeitung. Lerne es mit System. Wahrscheinlich wirst du es lieben, wenn du es kannst. Deine Bilder werden sich nochmal um Welten verbessern. Unser System zeigen wir dir super leicht verständlich hier.

38. Vergiss die kostenlosen Bearbeitungstools

Du kannst dir aussuchen, ob du jahrelang mit kostenlosen Bearbeitungsprogrammen herumdoktorst und dann frustriert zu einem kostenpflichtigen Programm wechselst, oder ob du gleich investierst. Wir wünschten, es wäre anders, aber die guten Programme kosten Geld. Wir haben Lightroom. Luminar ist günstiger und auch gut.

39. Beschäftige dich ausdauernd mit der Bildbearbeitung

Deine ersten Ergebnisse werden dich nicht motivieren. Aber bleib unbedingt dran. Die Bildbearbeitung ist ein Marathon, kein Sprint. Wenn du dich ernsthaft und immer wieder damit beschäftigst, wirst du es beherrschen und deine Bilder gigantisch.

40. Lobe dich

Schaue dir ab und zu die Fotos an, die du vor Jahren gemacht hast. Sei stolz auf deine Weiterentwicklung und auf das, was du geschafft hast. Schäme dich nie für deine alten Fotos. Sie haben dich auf den Weg gebracht. Ohne deine Mistfotos wärst du jetzt nicht so weit.

Deine ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten.

Henri Cartier-Bresson, französischer Fotograf, 1908-2004

41. Wenn du veröffentlichen willst, veröffentliche

Willst du deine Top 1 % den Menschen zeigen, tu es. Mache bei Wettbewerben oder kleinen Ausstellungen mit, schicke die Fotos an Lokalzeitungen, reiche sie als Leserfotos bei Magazinen ein. Sei auf dem Laufenden über Aktionen und sei dabei.

Deine Fotos gedruckt in der Lokalzeitung oder einem Magazin zu sehen, ist ein ganz besonderer Push. Fange klein damit an, aber trau dich! (Das Fotos zeigt einen Bericht über uns im Pictures Magazin 11/2019)

42. Fotografiere, was dich berührt

Was bewegt dich im Herzen? Wofür brennst du? Traue dich, dieses Thema zu fotografieren. Such danach. Hör auf, nur Blümchen zu fotografieren und traue dich auch an ernstere Themen.

43. Fotografiere anders

Nimm dir bei einer berühmten Sehenswürdigkeit vor, ein anderes Foto zu machen als alle anderen Menschen hier heute vor dir. Fotografiere kreativ und neu. Gestalte bewusst ungewöhnlich. Sei spannend.

44. Motiviere andere

Sei nicht überheblich mit deinen Fotos, sondern motiviere andere ebenfalls zur Fotografie. Vielleicht findest du so deinen Fotobuddy (Tipp 31). Tausche dich aus, sei ein Quell der Inspiration.

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45. Habe immer genug Akkus und Speicherkarten

Habe immer einen Akku und eine Speicherkarte mehr dabei als du maximal brauchst. Es gibt nichts schlimmeres, als morgens um 4 stundenlang einen Berg hochzurennen und oben zu merken, dass dein Akku wegen der Kälte den Geist aufgegeben hat.

46. Nimm den Horizont aus der Mitte und sorge dafür, dass er gerade ist

Der Horizont der Realität verläuft gerade. Sorge dafür, dass er es auch auf deinen Fotos tut. Fällt er zu einer Seite ab, begradige ihn in der Nachbearbeitung (2 Klicks in Lightroom!). Platziere ihn außerdem nicht in der Bildmitte. Das ist langweilig.

47. Sei nicht langweilig

Überrasche mit deinen Fotos. Wage dich an außergewöhnliche Schnitte. Ein Hochkant-Panorama oder ein Quadrat ist sofort ein Hingucker. Trau dich was. Als Fotograf bist du Künstler. Du darfst abweichen und ausprobieren.

Loch Lomond Schottland
Fixiere dich nicht auf das 2:3 oder 3:4-Format. Probiere verschiedene Schnitte aus, denke kreativ und neu

48. Lerne Kniffe für mehr Tiefe im Fotos

Hüte dich vor flachen Landschaftsfotos ohne Tiefenwirkung. Sie wirken immer gähnend langweilig. Lerne, wie du mit Vordergrund, Linien und Licht Tiefe in deine Fotos bekommst. Wir zeigen es dir hier: Nie wieder langweilige Landschaftsfotos.

49. Schärfe gibt’s beim Inder

Sorge dafür, dass dein Fotos auf den ersten Blick scharf ist und dann kümmere dich um Wichtigeres. Ein Gutes Foto zeichnet sich nicht durch maximale Schärfe aus, sondern dadurch, dass es im Betrachter Emotionen auslöst. Ignoriere Schärfe-Fetischisten. 

50. Lass dein Motiv auf dich wirken

Nimm dir bewusst Zeit dafür, herauszufinden, was dich an deinem Motiv berührt. Was macht es für dich schön, interessant, besonders? Fange diese Aspekte mit deiner Fotografie ein.

Nimm dir Zeit in der Natur. Werde dir bewusst, was dich an der Szenerie reizt, was sie besonders macht. Schaue immer bewusst. Nicht nur durch den Sucher der Kamera, sondern auch mit deinen Augen

51. Reduziere

Fast alle Einsteigerfotos würden besser wirken, wenn weniger drauf wäre. Reduziere deine Fotos. Reduziere sie wenn möglich auf nur ein Element (oder, viel schwerer: auf eine Geschichte). Blende alles andere aus, verstecke es, schneide es ab.

52. Reduziere auch den Hintergrund

Sorge dafür, dass auf deinem Foto nichts – gar nichts! – im Hintergrund stört. Erreiche das durch Perspektive, durch Warten, oder dadurch, dass du den Hintergrund in der Unschärfe verschwinden lässt. Retusche sollte das allerletzte Mittel sein.

53. Lösche erbarmungslos

Wenn du länger als 2 Sekunden überlegst, ob ein Bild gut ist, ist es es wahrscheinlich nicht. Lösche die Fotos, die dich nicht sofort überzeugen. Damit gibst du den Guten mehr Platz und Aufmerksamkeit.

54. Mache mehr Fotos

Fotografiere das gleiche Motiv mehrmals. Hast du ein gutes Motiv gefunden, fotografiere es 20 Mal sehr ähnlich. Ändere Perspektive, Aufbau, Schnitt usw. jedes Mal leicht ab. Welches Foto ist das beste? Warum? Du bekommst so bessere Fotos und lernst dazu.

Behalte von diesen Fotos unbedingt nur eins: Das beste.

Die vielen Vögel auf dem Foto sind kein Zufall. Nachdem Jan die Idee hatte und Bildaufbau und Perspektive geplant waren, machte er viele Fotos. Er behielt nur das mit den meisten Vögeln. Bedenke: Viele Fotos erhöhen deine Chance auf einen top Shot

55. Halte dein Objektiv sauber

Putze ab und zu deine Frontlinse (z. B. mit dem Hama Lens Pen). Gerade beim Fotografieren im Gegenlicht hast du sonst schnell hässliche Effekte oder Schlieren auf deinen Fotos. Pflege auch deine Kamera. Halte sie frei von Staub, Sand und Nässe.

56. Geh näher ran

Dieser Tipp gilt nicht für Landschaften und Raubkatzen. Aber sonst: Experimentiere mit der Perspektive, indem du näher an dein Motiv heran gehst. Fotos von Menschen oder Haustieren wirken so intensiver, Fotos von Gegenständen, Pflanzen oder Gebäuden spannender. 

57. Schleppe weniger mit

Reduziere deine Ausrüstung. Anstatt 7 Objektive und 8 Filter mitzuschleppen, entscheide dich bewusst für eine Linse. Vielleicht sogar für eine Festbrennweite. Verbring weniger Zeit mit dem Wechseln und Optimieren der Technik und mehr mit der Fotografie.

58. Fotografiere auf Augenhöhe

Fotografen liegen immer auf der Erde herum, oder? Du ab jetzt auch. Fotografiere Tiere (auch kleine!), anderen Menschen und auch Kinder auf ihrer Augenhöhe. Diese Fotos wirken intensiv, echt, nah und persönlich. Mach es dir nicht bequem. Mach tolle Fotos.

Roter Pfeilgiftfrosch
Fotografiere immer auf Augenhöhe, auch kleine Tiere. Das Bild wirkt dadurch viel intensiver und näher als beim Fotografieren von oben herab

59. Fotografiere eine Reportage

Fange an, Geschichten zu fotografieren. Fotografiere auf der nächsten Feier eine Reportage des Events. Beachte alle Tipps. Geh nah ran. Sei mitten im Geschehen. Finde Motive und fange Emotionen ein. Knips nicht! Fotografiere spannend. Fotografiere kreativ. Als Nebeneffekt hast du coole Fotos deiner Familie.

60. Meistere das Weitwinkel-Problem

Das Weitwinkel-Problem sorgt dafür, dass grandiose Landschaften auf Fotos langweilig und platt wirken. Kenne die Gründe hierfür und gehe das Problem bewusst an. Der verlinkte Artikel hilft dir.

61. Beschneide deine Fotos

Traue dich, deine Fotos in der Nachbearbeitung zu beschneiden. Ganz viele Fotos wirken um Welten besser, wenn du unten oder oben ein Stück wegschneidest. Das ist ein unheimlich einfacher, aber unheimlich effektiver Trick, den kaum ein Anfänger anwendet.

62. Scoute den perfekten Standort – und wechsle ihn

Nimm dir Zeit, den perfekten Standort für dein Foto zu finden (es ist oft nicht der offensichtlichste!). Verharre hier dann aber nicht bis in alle Ewigkeit, sondern sei beweglich, wechsle den Standort auch mal. Probiere rum. Mach nicht immer das gleiche Foto.

63. Erzähle Geschichten

Richtig gute Fotos erzählen Geschichten. Entdecke deinen inneren Autor und komponiere mit deinen Fotos Geschichten, die den Betrachter berühren. Bei einem Portrait kann dies ein besonderer Gesichtsausdruck sein, bei einem Landschaftsfoto ein Haus an einer Klippe im Nirgendwo. Trau dich aber auch an Reportagen.

Ein Armenviertel in Panama City. Ein Graffiti über die Bombenangriffe der Amerikaner, die dieses Viertel zerstörten. Leere Straßen, aber im Zentrum ein spielendes Kind in bunter Kleidung. Nutze Fotos auch für ernste Bilder und Geschichten. Denk daran, dass ein Foto nie perfekt sein muss. Es muss berühren.

64. Setze stinklangweilige Motive in Szene

Es gibt keine blödere Ausrede als „es gab nichts zu fotografieren“. Ein guter Fotograf macht aus absolut jedem Motiv ein Foto, das den Betrachter umhaut. Trainiere das. Such dir ein stinklangweiliges Motiv (mir fällt hier gerade unser Wasserkocher ins Auge) und fotografiere es spannend. Arbeite mit Perspektive, Ebenen, Licht, Schatten. Mach das Motiv zum King.

65. Bring deine Fotos zu Ende

Sorge dafür, dass aus deinen Lieblingsfotos ein belichtetes Stück Papier wird, das du in der Hand hältst. Nur ein Foto, das es „raus in die Welt“ schafft, also raus aus dem Bildschirm, ist ein fertiges Foto. Lass deine Fotos nicht nur eine digitale Speichereinheit sein, sondern gib ihnen Leben. Dein fertiges Foto in der Hand zu halten, wird in Zeiten der digitalen Massenproduktion ein immer besonderer, seltenerer Moment.

66. Lass deine Fotos in einem vernünftigen Labor belichten

Schlepp deine Fotos nicht zum Sofortdrucker in den Drogeriemarkt, sondern lass sie in einem guten Labor belichten. Das ist nicht teuer. Wir nutzen die Fachabzüge von Saal-Digital. Die Qualität unterscheidet sich um Welten und du bekommst keine pixeligen Drucke, sondern echte Belichtungen auf tolles Fotopapier.

67. Beschäftige dich mit FineArt-Prints

Lass deine Lieblingsfotos zu Kunstwerken werden. Lass einige Fotos auf hochwertiges FineArt-Papier (z. B. von Hahnemühle) drucken. Genieße ihre Wirkung und sei stolz auf das, was du erschaffen hast.

68. Triff Gleichgesinnte

Dein Partner und deine Freunde haben keine Lust auf Fotografie aber du hast es satt, alleine loszuziehen? Suche andere Menschen! Suche nach Fotowalks in deiner Stadt, nach Fotoclubs und –vereinen. Mach einen Kurs oder Workshop. Connecte dich!

Fotoreise nach Panama

69. Töte nie die Kreativität

Erhalte deine Kreativität, sie ist deine wichtigste Ressource. Verliere dich nicht in technischem Gerede oder in Druck. Sei frei, sei inspiriert. Sei lustig. Mache Quatschfotos. Fotografiere absichtlich richtig schlecht. Geh ins Museum. In die Natur. Lies Bücher. Umgib dich mit Kreativität.

70. Hab Freude

Gib im Zweifel einen Dreck darauf, was andere über deine Fotos denken. Überlege dir immer wieder, warum du mit der Fotografie angefangen hast: Weil du Spaß daran hattest. Fotografiere für dich. Lass deine Kamera dein Freund sein. Geh mit ihr durch Abenteuer am Ende der Welt, aber auch durch lustige, anspruchslose Sessions zu Hause. Mach was du willst. Was dir Freude macht. Fotografiere, was dein Herz berührt. Fotografiere, was auch noch in 30 Jahren deine Augen zum Leuchten bringt. Das wird nicht das technisch perfekte, durchgestylte Foto mit den vielen Likes sein. Sondern das Foto, das dein Herz berührt.

Fotografieren Island Regen

Wie geht es weiter?

Gehe raus und fotografiere.

Und wenn du mehr Fototipps brauchst, komm zurück. Klicke oben im Menü auf „Lichter“ und lies dich durch. Langzeitbelichtungen, Fotografieren im RAW-Format, Fotografieren bei Mistwetter… schau, was spannend für dich ist.

Wenn du eine Frage hast, die wir auf unserem Blog nicht beantworten, stell sie uns in den Kommentaren. Wir antworten immer – garantiert!

Unsere Frage an dich: was tust DU um deine Fotografie zu verbessern? Was ist dein ultimativer Tipp? Schreib einen Kommentar und lass uns teilhaben!

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Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

37 Kommentare

  1. Ein toller Artikel, wie immer sehr unterhaltsam und motivierend geschrieben! Vielen Dank das Ihr Euch die Mühle macht derart umfangreich zum Thema Fotografie, kostenlos zu coachen. Die 70 Tipps sind perfekt dafür mit dem Fotografieren zu beginnen aber auch die eigenen Fotos zu verbessern. Die zum Teil auf den ersten Blick banalen Tipps haben auf den Zweiten Blick Tiefe und Berechtigung. Bei genauerem Nachdenken wird klar, wieso manche Bilder gut, andere wieder schlecht sind. Ihr motiviert mich den einen oder Anderen Tipp zu beherzigen und vielleicht zukünftig noch ein paar Fotos weniger zu veröffentlichen (fb und co.). Auch werde ich versuche intensiver nach Wettbewerben Ausschau zu halten und mal ein Foto an Zeitungen/Zeitschriften zu senden. Vielen Dank noch mal, für die Impulse. Grüße Steffen Uhde

    • Sina Antworten

      Hey Steffen,

      vielen Dank f+r die lieben Worte! Es freut uns total, das zu hören! 🤗
      Cool, dass für dich noch was dabei war! Ganz viel Erfolg dir weiterhin beim Fotografieren und auch bei Wettbewerben und Veröffentlichungen – da kannst du mit deinen Bildern sicher was erreichen!

      Liebe Grüße
      Sina

  2. Vielen Dank für diese tollen Tipps, ich werde versuchen einiges davon umzusetzen. Eigentlich wollte ich immer Bilder ohne Bearbeitung, ich dachte dies liegt einfach nur an einem schlechten tag oder einer schlechten Kamera, wenn das bei mir nicht so aussieht. Da werde ich wohl umdenken müssen.
    Den Artikel habe ich mir gleich mal gespeichert, denn dazu benötige ich mehrfaches Nachlesen.

    LG Manja

    • Sina Antworten

      Hey Manja,
      danke für deinen Kommentar!
      Die Bildbearbeitung/Entwicklung ist auf jeden Fall ein viel viel wichtigerer Faktor für gute Fotos als die Kamera. Ich bin mir sicher, dass du damit noch einmal ganz neue Aspekte kennenlernst und die Möglichkeiten deiner Fotos dich erstaunen werden!

      Liebe Grüße
      Sina

  3. Bei mir trifft Punkt 14 gar nicht zu. Mein Freund nörgelt dauernd an meinen Bildern rum (er ist aber auch ein Kunstbanause und findet Fotos generell sinnbefreit). Es fehlt also irgendwie noch der Punkt, dass man niemals aufhören darf, auch wenn aus dem nächsten Umfeld nur Gegenwind kommt. Fotografieren ist fast wie Meditation, man konzentriert sich ganz auf eine Sache und vergisst den Alltagsstress (außer vielleicht, man ist wirklich Berufsfotograf).
    Das mit den Facebookgruppen sehe ich auch immer wieder. Andrerseits werden da Handyfotos hochgeladen, die weder vom Motiv, den Farben oder dem Bildaufbau den Eindruck erwecken, da hat sich jemand Gedanken gemacht. Da wurde schnell ein Bild geknipst und das soll gelobt werden. Verständlich, dass das mit der Zeit bei einigen sauer aufstößt…

    • Sina Antworten

      Hey Tanja,
      wie schade, dass dein Freund mit deiner Fotografie nichts anfangen kann! Aber ist seine Kritik denn wenigstens konstruktiv und nachvollziehbar? Wenn es natürlich eher ein allgemeines Nörgeln ist, hilft dir das ja nicht weiter 🙁
      Danke für den Punkt mit dem Weitermachen bei Gegenwind, das ist ein sehr wichtiger Tipp!

      Das mit den schlechten Handyfotos in den Facebookgruppen sehe ich zwiegespalten.. eigentlich bin ich mir schon recht sicher, dass Menschen dort nur die Bilder hochladen, die sie auch selbst gut finden. Und manche suchen tatsächlich auch nach Verbesserungsvorschlägen, da geht es nicht immer nur um Likes… und fände die bessere Variante immer, gar nichts dazu zu schreiben, wenn man nichts Nettes oder Konstruktives zu sagen hat 🙂

      Liebe Grüße
      Sina

  4. Toller Beitrag! Denn oft vergisst man, wieviel Arbeit in einem guten Bild steckt! Nicht nur das Fotografieren, sondern auch die Arbeit danach. Hat sich mein Fotograf ja vor Kurzem davor gedrückt und nun eher Tadel kassiert! Ich habe meine Fotos nachbearbeitet und nun bin ich zufrieden. Aber am Liebsten mag ich Deinen letzten Punkt: Hab Freude! Denn das sollte man unbedingt am Fotografieren haben. Nicht alles so verbissen sehen. Meine besten Bilder sind oft die, bei denen ich denke, die werden nix!

    Lieben Gruß, Bea

    • Sina Antworten

      Hey Bea,
      vielen Dank 🙂 Oh ja, die Bearbeitung ist ein wichtiger Teil. Früher war die Entwicklung in der Dunkelkammer ja ein notwendiger Prozess, den niemand in Frage gestellt hat, heute überlassen viele alles der Kamera. Es bringt aber so viel, sich damit zu beschäftigen!

      Freude zu haben, ist aber wirklich immer das wichtigste. Denn darum geht es doch – um ein wunderbares Hobby 🙂

      Liebe Grüße
      Sina

  5. Wow, welch tolle Fotos und welch ansprechender Beitrag! Beim Fotografieren ist es wohl ein wenig wie mit dem Texten. Die Leute sehen immer nur das Ergebnis und selten, welch Arbeit dahinter steckt.
    Ich habe leider nicht so das fotografische Auge, werde aber versuchen, wieder vermehrt mit der Kamera zu hantieren. Damit wenigstens meine Fotos für Blog, Insta und Kunden-Events wieder ein wenig besser werden.

    Danke für die wirklich hilfreichen Tipps!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Doris

    • Sina Antworten

      Danke dir, liebe Doris!
      Stimmt, ein gutes Foto wirkt immer so leicht und nach „Glück“ oder „guter Kamera“. Beides trägt aber höchstens dazu bei… wir haben noch nie ein gutes Foto gemacht, weil wir einfach nur Glück oder gutes Equipment hatten 😅 Leider!

      Liebe Grüße
      Sina

  6. Vielen Dank für die ganzen Tipps von euch. Mit dem „Ausmisten“ hab ich noch so meine Probleme. Aber mit dem Tipp 57 will ich jetzt mal wieder anfangen. Und wahrscheinlich nur mit einer 50er Brennweite. Mal sehen, was dabei rauskommt. Kleiner Tipp für Leute, die versuchen zu veröffentlichen: schaut euch mal Calvendo an!
    Grüße Peter

    • Sina Antworten

      Hey Peter,
      danke für das Feedback!
      Ja, das Ausmisten verlangt wirklich viel Konsequenz. Da muss man dranbleiben, das fällt gerade zuerst schwer, wenn man es noch nicht so etabliert hat.

      Mal nur mit 50mm loszuziehen ist eine tolle Idee – man lernt die Welt ganz neu kennen!

  7. Hallo SIna, in diesem Beitrag sind soooooooooo viele weltvolle Tipps aufgelistet, dass ich gar nicht weiß, auf welchen ich zuerst eingehen soll! Auf Augenhöhe gehen, finde ich immer toll, da kommen zum Teil richtig interessante Aufnahmen zustanden! Ich mag ungewöhnliche Perspektiven, ungewöhnliche Motive und versuche auch ständig etwas dazuzulernen! Fotografieren ist so ein schönes Hobby, aber man muss sich wirklich Zeit nehmen, um das Beste herauszuholen!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Sina Antworten

      Danke für die lieben Worte, Jana, das freut uns sehr 🙂
      Eine Menge Zeit braucht man, das stimmt! Aber das ist ja bei jedem Hobby so 🙈

    • Danke für diese wunderbaren Tipps. Ich fotografiere viel in der Natur, vor allem Wildlife, da komme ich einen guten Schritt voran. An den Punkten 25 und 26 hapert es wohl am meisten, ich kann so schlecht eine Auswahl treffen. Als Journalist bin ich immer bemüht, möglichst alle Facetten abzubilden.

      • Hallo, Miriam,
        ich war vor einigen Jahren in Russland.
        Hatte meine ganze Ausrüstung dabei, einen Rucksack voll. An einem Abend war ich an einem See eingeladen. Und da in der Abendsonne ein verträumtes Mädchen. Ich nahm meine Kamera und machte erst ein Bild, dann noch eines. Das zweite war das entscheidende und ich wusste, dass es gut war.
        Ich habe anschließend meine Kamera weggepackt, obwohl ich noch 10 Tage dort zu tun hatte. Und da ich analog fotografiert hatte (Digitalkameras gabs noch nicht) wurde ich nach dem entwickeln nicht enttäuscht. Dieses eine Bild war mein Bild von Russland. Manchmal hilft weniger beim Konzentrieren. Und gute Reportagen haben wenige Bilder.

        • Sina Antworten

          Hallo Kai,
          das ist eine schöne Geschichte.

          „Und gute Reportagen haben wenige Bilder.“
          Das finden wir auch, deswegen plädieren wir auch in der Digitalfotografie so dafür, nur einen kleinen Teil der Fotos zu behalten und einen noch kleineren Teil zu zeigen.
          Wir selbst merken aber beim Fotografieren von Reportagen, dass uns mehr Fotos helfen, eine sehr gute Auswahl zu haben und mehr Fotos „auf den Punkt“. Das heißt natürlich nicht, dass die fertige, abgegebene Reportage mehr Fotos hat. Aber es gibt einfach weniger „aaah, einen mm weiter soundso, dann wäre es perfekt“.

          Liebe Grüße
          Sina

      • Sina Antworten

        Hey Miriam,
        bei der Auswahl braucht man echt eine Menge Konsequenz, das geht uns auch so. Wir haben mehrere Jahre der digitalen Reportagefotografie gebraucht, bis wir jetzt, dieses Jahr erst, finden, dass es einigermaßen klappt. Und noch immer möchten wir uns da weiter reduzieren, da wir merken, dass noch weniger und dafür stärkere Fotos das ganze noch besser machen. Auf 10% weniger in 2020 😅
        Liebe Grüße
        Sina

  8. Den muss ich mir merken… wenn nicht vielleicht sogar ausdrucken und herumtragen! So viel inspirierendes, motivierendes und weiterführende Beiträge… Man muss ja nicht mit allem einverstanden sein, aber es gibt für jeden eine Menge zu finden, was einen voranbringt. Vielen Dank dafür! Miuh

    • Sina Antworten

      Liebe Miuh,
      wie schön, dass so viel für dich dabei war! Und ja, immer mal wieder draufschauen bringt bestimmt was 🤗 Danke für die Rückmeldung!

      Liebe Grüße
      Sina

    • Sina, das war auch mein extremstes Beispiel. Abgesehen davon, dass ich heute keinen Rucksack mehr schleppe, sondern mit 28-50-90 auskomme. Und manche Reise schon mit 50mm allein gemacht habe.
      Ich glaube oder beobachte auch oft, dass die Menschen abdrücken ohne hinzuschauen.
      Abgesehen davon habe ich manches Motiv entdeckt, an dem wir am gleichen Ort waren:-) z.B. Atlantikstraße.
      Übrigens würde ich immer nur gegen die Sonne fotografieren, wenn das Objektiv wirklich gut vergütet ist. Sonst macht das keine Freude.

  9. Moin Sina.
    Kann ich fast so unterschreiben. Fast.
    -Mach viel Fotos: Das sehe ich anders. Ich würde eher sagen: Übe mit einer analogen Kamera und nimm nur einen Film mit. Schaue immer wieder durch den Sucher. Suche andere Perspektiven. Hast Du Dein Motiv gefunden, dann drück ab. Für ein verpasstes Motiv kommen zwei neue. Garantiert.

    – nicht zur Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel fotografieren: Lese ich immer wieder. Halte ich für viel zu pauschal. Ich könnte einige Beispiele zeigen, die unbedingt in der Mittagszeit fotografiert werden mussten. Viel eher würde ich sagen: Achte auf die Schatten. Und auf die Reflektion. Weiße Kieselstrände oder Schnee, helle gebrochene Fassaden oder Tische sind wunderbare Reflektoren.

    Hoffe, nicht genervt zu haben:-)

    Lieber Gruß
    Kai

    • Sina Antworten

      Hey Kai,

      danke für deine Meinung!
      Den Tipp, analog zu fotografieren, um zu üben, habe ich auch schon oft gelesen und finde ihn sehr spannend. Das hilft bestimmt. Ich würde sagen: nur sehr ausgewählt zu fotografieren, kann helfen, das Fotografieren zu üben. Viele Fotos vom gleichen Motiv zu machen, wird das letztliche Bild aber wahrscheinlich besser machen. Im Endeffekt kommt natürlich beides aufs gleiche raus: Man muss lernen, zu sehen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen finde ich sehr interessant!

  10. Liebe Sina,
    das ist so unglaublich, wie viele mega hilfreiche und wertvolle Tipps du hier einfach so raushaust! Vielen lieben Dank dafür! Ich werde mir den Beitrag abspeichern und jeden Tag versuchen, mir ein paar Punkte zu verinnerlichen! Ja, du hast Recht, die Kamera ist egal, theoretisch, aber mich animiert die Kamera dazu mir mehr Gedanken zu machen. Beim Handy knipse ich. Mit der Kamera fotografiere ich.
    Noch einmal vielen lieben Dank und jetzt muss ich auf eurer tollen Seite weiterstöbern!!
    Viele Grüße
    Charnette

    • Sina Antworten

      Liebe Charnette,
      vielen Dank für die unheimlich lieben Worte, darüber freuen wir uns riesig. Abspeichern und Wiederkommen ist bestimmt eine gute Strategie bei der Masse 😅

      Wenn du durch die Kamera motiviert bist, dir mehr zeit zu nehmen und Gedanken zu machen, ist das klasse – denn das ist doch das wichtigste für ein gutes Foto 😊

  11. Hallo Sina,
    ein toller Beitrag, abwechslungsreich geschrieben und so zutreffend. Ich fotografiere immer noch mit meiner alten Einsteiger-SLT und habe irgendwie gar keine Lust, mich an eine andere Kamera zu gewöhnen. Dennoch stelle ich fest, dass die Bilder mit der Zeit besser werden, je mehr ich mich mit der Kamera, den Einstellungen und Photoshop beschäftige. Sicher ist da noch viiieeeel Luft nach oben, aber mir macht es immer noch Spaß. Und wie heißt es doch so schön: die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat. 🙂
    LG Cornelia

    • Sina Antworten

      Hey Cornelia,

      cool, dass du mit der alten Kamera so gut klarkommst und du auch die Erfahrung machst, dass du selbst mit der Zeit besser wirst, nicht dein Equipment 😅 Und deinem letzten Satz ist natürlich nichts hinzuzufügen!

  12. Danke, dass ich in den Genuss eurer wundervollen Arbeit kommen darf. Unaufgeregt, kurz und sehr informativ würde ich es in Kurzform beschreiben. Es beeindruckt mich sehr, was ihr erreicht habt und wie ihr euch präsentiert. Natürlich musste ich euch sofort bei Facebook folgen, damit ich ab jetzt nichts mehr an neuen Inspirationen verpasse. Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen, doch ist es dann wirklich noch ein Hobby? Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich in meinem Jahresbericht auch darüber philosophiert, den Schritt zu wagen oder nicht. Nun, wenn man es aus Zwang machen muss, und das muss man, damit man auch davon leben kann, artet es sehr schnell zum Frust aus denke ich. Hinzu kommt, dass ich es als eine Art Kunst sehe und nicht als reine Auftragsarbeit. ich weiß noch nicht, wohin mich mein Weg führen wird, denn ich habe dieses Hobby erst vor etwas über zwei Jahren für mich entdeckt. Viele tolle Künstler inspirieren mich. Neben der Musik, kann die Fotografie ganz besonders berühren und bewegen, das ist es, was mich antreibt. Vielen Dank jedenfalls für eure tollen Tipps, ich werde euch weiterhin verfolgen. Liebe Grüße!

    • Sina Antworten

      Herzlichen Dank für die lieben Worte!
      Unsere Entscheidung, die Fotografie zum Beruf zu machen, resultierte in dem Unwillen, noch länger 8-12 Stunden am Tag in einer Tätigkeit gefangen zu sein, die uns zwar viel Geld einbrachte, uns aber nicht ausfüllte. Für die Lebensträume von anderen zu arbeiten, war nicht länger das, was wir tun wollten; uns von anderen vorschreiben lassen, wie wir unsere Zeit gestalten sollten (als Beamte war mir ein Nebenerwerb in der Fotografie nicht erlaubt) war nicht mehr das, was wir akzeptieren konnten.
      Die Entscheidung zur Selbstständigkeit und zur Fotografie als das, was wir wirklich tun wollen, war für uns ein logischer, konsequenter Schritt und wohl einer der besten, den wir je gegangen sind. Zwang war die Fotografie für uns bisher nie – wir sind beide hoch qualifiziert in sehr gesuchten, gut bezahlten Jobs, in denen wir direkt wieder anfangen könnten. Das zu wissen, entspannt ungemein und macht wohl auch den Kopf frei für nötige Kreativität und Gelassenheit.
      Dass die Fotografie nun schon länger unser Beruf ist und wir uns viele Stunden am Tag damit beschäftigen, gibt uns die Möglichkeit, in diesem Gebiet unheimlich zu wachsen und uns viel mehr darin zu verstricken – wer weiß, ob wir es als Hobby neben all den anderen Verpflichtungen sonst nicht vielleicht sogar schon längst aufgegeben hätten.
      Es ist hart. Oft viel härter als unsere alten Jobs. Für viel weniger Geld. Aber es erfüllt uns und macht uns unheimlich glücklich. Und stolz, zu sagen „wir sind Fotografen“ – weil es genau das ist, was wir sein wollen.

      Liebe Grüße an dich!

  13. Oh mein Gott ich liebe diesen Beitrag!
    Vielen Dank hierfür.
    Wir haben uns erst vor kurzem eine ordentliche Kamera zugelegt und ich werde direkt den ein oder anderen Tipp zu Herzen nehmen.
    Deine Bilder sind traumhaft schön.
    Ich freu mich auf meine ersten Fotoversuche 🙂
    Danke danke danke

  14. Hallo Sina,
    vielen Dank für die umfangreiche Liste an Tipps & Tricks.
    Bei vielen Punkten musste ich nicken, bei anderen schmunzeln. 🙂 Ich fotografiere eigentlich schon seit Jahren und kann dir daher bei den meisten Tipps nur zustimmen. Dennoch ist bei mir sicherlich noch viiiiiel Luft nach oben, vor allem in Sachen Bildbearbeitung und Verwendung der Bilder. Hier fehlt mir leider wirklich die Zeit, mich damit intensiver zu beschäften – im Moment zumindest. Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann mal mehr Zeit dafür finden werde. Mal sehen. 🙂

    • Sina Antworten

      Hauptsache aber, du hast weiterhin so viel Spaß ❤️ Die Bildverwaltung ödet uns leider auch oft an. Aber wenn man das einmal konsequent einführt, ist es dann sehr einfach und geht fast von alleine 🙂

  15. Wow so viele tolle Tipps! Für einen Anfänger wie mich sind die wirklich Gold wert 🙂 auch wenn vieles eigentlich logisch ist, ist es wichtig es immer wieder zu hören. Das Aussortieren zum Beispiel mache ich viel zu selten, so gehen schöne Fotos leider oft unter.
    Aja und das Bild bei Nummer 50 gefällt mir richtig gut! Alle anderen natürlich auch 😀
    Liebe Grüße

    • Sina Antworten

      Dankeschön!
      Oh ja, manchmal übersieht man tolle Fotos durch den ganzen „Ramsch“ drumherum – wir haben gestern erst wieder ein paar tolle Fotos von vor einem Jahr gefunden, die uns noch nie aufgefallen sind – hier haben wir also auch selbst noch ganz viel Potential!

  16. Vielen Dank für die inspirierenden Tipps! 😀

    Eine Stelle hat mich verwundert, vielleicht könnt ihr es auflösen:
    „Wir wünschten, es wäre anders, aber die guten Programme kosten Geld.“

    Darktable ist OpenSource und kostet absolut kein Geld – und ist vermutlich noch um einiges mächtiger als das kostenpflichtige Lightroom. Ist euer Wunsch damit in Erfüllung gegangen? Oder habt ihr Gründe, Darktable aus diesem Gedanken von euch auszuschließen?

    So, nun aber genug geschrieben. Ich schnappe mir die Kamera und fotografiere – Schließlich bin ich nicht zum Schreiben hier! 😀

    Danke euch!

    • Sina Antworten

      Hey Peter,

      danke für die Empfehlung!
      Für uns persönlich stellt Darktable leider wirklich keine Alternative zu Lightroom dar – wir (!) finden, dass man dem Programm das „OpenSource“ doch zu sehr anmerkt, um damit reibungslos und bequem arbeiten zu können. Es gliedert sich für uns (auf Mac) nicht gut ein, arbeitet zu unzuverlässig und „hakelig“, die Performance ist für unser Empfinden einfach nicht so gut.

      Ja, es gibt mehr Bildbearbeitungsmöglichkeiten als bei Lightroom – wir selbst brauchen diese aber gar nicht (und falls doch mal ausnahmsweise, nutzen wir PS), das Programm wirkt dadurch eher unnötig aufgebläht und unübersichtlich. Insgesamt finden wir, dass es sich mit Darktable nicht wirklich flüssig und angenehm arbeiten lässt, obwohl die technischen Möglichkeiten natürlich da sind! Es mag an uns liegen, am Mac oder dass wir verwöhnt durch Lightroom sind – und wir wollen das Programm auf keinen Fall jemandem madig reden. Unsere Empfehlung ist es aufgrund unserer Erfahrungen damit aber nicht.

      Liebe Grüße
      Sina

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