Wie gut ist das Sigma 150-600mm Sports? Eignet es sich für die anspruchsvolle Wildtierfotografie und liefert es trotz den großen Brennweitenbereichs wirklich scharfe Fotos? Wir machen den Test!

Auf der Suche nach einem großartigen Teleobjektiv

Welches Objektiv ist die perfekte Linse für unsere Wildtierfotografie?

Lange haben wir Objektivtests verglichen, Objektive ausprobiert und überlegt. Die gigantische Qualität der Festbrennweiten reizt uns natürlich genauso wie die Flexibilität der Telezooms. Und wie fast alle Fotografen hätten wir gerne ein Objektiv mit möglichst viel Brennweite, das uns aber finanziell nicht völlig ruiniert und vom Gewicht her noch tragbar ist.

Das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports faszinierte uns durch den tollen Brennweitenbereich schon lange. Aber geht das denn – ein Objektiv mit einem so großen Zoomfaktor und trotzdem noch toller Bildqualität? Oder fällt das in die Kategorie Superzoom – mit denen wir echt schlechte Erfahrungen gemacht haben?

Sicherlich sind wir keine schärfebesessenen Pixelpeeper, müssen aber allein aus beruflichen Gründen Wert auf eine wirklich gute Bildqualität legen und sehen Problematiken in Schärfe und Abbildungsleistung auch schnell. Wie gut schlägt sich also das Sigma 150-600mm Sports? Ist es für die anspruchsvolle Fotografie zu gebrauchen? Können wir damit tatsächlich tolle Tierfotos in der Wildnis machen? Und genauso wichtig: Können wir es dir als Leser weiterempfehlen?

Wir haben uns das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports genau angeschaut und es einem ausführlichen Praxis-Test unterzogen! Wie bei allen Objektiven ist es uns nämlich völlig egal, wie die Schärfediegramme aussehen und wie das Objektiv im Labor performt. Uns interessiert die tatsächliche Leistung und Brauchbarkeit in der echten Situation vor Ort. Unser Test fand deswegen ausschließlich unter echten Bedingungen statt. Er ist in 3 Bereiche gegliedert: Verarbeitung und Ausstattung, Bildqualität und Schärfe sowie Autofokus.

Wichtig: Unser Test ist vollkommen unabhängig und steht in keiner Weise in Zusammenhang mit Sigma.

Das Sigma 150-600mm Sports im Praxis-Test: Allgemeine Infos

Warum das Sigma 150-600mm Sports?

Das Sigma150-600mm F5-6.3 DG OS HSM findet seinen typischen Einsatzbereich vor allem in der Sport- und Tier-Fotografie und SIGMA bietet gleich zwei Versionen dieses Objektivs an. Zum einen die „Contemporary“-Variante, eine leichtere und kompakte Version, welche eher für den alltäglichen Einsatz gedacht ist und die von uns getestete „Sports“-Version. Letztere Version weist ein paar wesentliche Unterschiede in der Konstruktion auf und mach sie damit auch für den professionelleren Einsatz interessant.

Das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports ist sowohl für Canon (EF-Mount), Nikon (F-Mount) als auch für den Sigma-eigenen SA-Mount lieferbar. Hier findest du es bei Amazon und hier beim Fotohändler Calumet.

Sigma bewirbt das 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports als „leistungsstarkes High-End-Ultra-Tele-Zoom-Objektiv, das die höchsten Anforderungen der Fotografen erfüllt“. Das ist mal eine Ansage und für uns Grund genug, uns dieses Objektiv näher anzuschauen.

Sigma 150-600mm Sports mit Gegenlichtblende
Verspricht viel – aber was kann es halten?

Tatsächlich hat Sigma der „Sports“-Version des Objektivs einige Features spendiert, die vor allem Profi-Fotografen und engagierte Amateure gleichermaßen freuen dürfte. So ist es vollständig gegen Staub und Spritzwasser geschützt und hat gegenüber der „Contemporary“-Variante leicht modifizierte Konstruktion mit 24 Linsen in 16 Gruppen. Hierdurch soll eine bessere Korrektur von Bildfehlern erreicht werden. Das „Sports“ ist zudem vollständig aus Metall gefertigt und damit entsprechend robust.

Doch noch ehe man das Objektiv jemals selbst in der Hand gehalten hat, fällt auf, dass es in einem Punkt so ganz und gar nicht High-End ist. Der Preis! Qualitativ vernünftige Telebrennweiten im Bereich von 600mm sind in der Regel unbezahlbar. Das – zugegeben – exzellente Canon 600mm f/4 IS III USM kostet sage und schreibe knapp 14.000 Euro. Vierzehntausend! Der aktuelle Preis des Sigma entspricht lediglich etwas mehr als einem Zehntel dessen.

So sehr wir uns also über den vergleichsweise günstigen Preis des Sigmas freuen, so sehr bleibt auch die Skepsis, ob es für den Preis überhaupt möglich ist, ein Teleobjektiv zu bauen, welches auch Profis genügt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, es geht. Aber der Reihe nach.

Sigma Sigma 150-600 Sports Objektiv im Test
Wie gut performt das Objektiv im echten Einsatz?

Spezifikationen des Sigma 150-600 Sports

Der für uns spannendste Part des Sigma 150-600mm Sports ist der extrem flexible Brennweitenbereich. Flexible Teleobjektive in diesem Bereich waren bis vor einigen Jahren überhaupt nicht zu kriegen: Man musste sich entscheiden, ob man 200, 400 oder 600mm wollte und dafür dann viele Tausend Euro auf den Tisch legen. Nun hat sich das geändert und das Sigma 150-600mm bietet einen sehr interessanten Brennweitenbereich an, der sowohl Sport- und Action- als auch Wildtier- und Vogelfotografen begeistert.

Sehr positiv am großen Brennweitenbereich ist in der Praxis nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Möglichkeit, zunächst mit 150mm die Motive zu finden und dann auf eine hohe Brennweite heranzuzoomen.

Mond mit dem Sigma 150-600mm Objektiv fotografiert
Das Sigma 150-600mm Sports bietet mit seinem Brennweitenbereich noch deutlich mehr Möglichkeiten als die Wildtierfotografie

Die Offenblenden von f5.0 bis f6.3 sind gerade in Verbindung mit lichtstärkeren Kameras noch zu gebrauchen. Lichtstärkere Objektive in diesem Brennweitenbereich sind leider nur als extrem teure Festbrennweiten zu bekommen. Die Blende lässt sich bis f22 verstellen.

Das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports verfügt über einen optischen Bildstabilisator (OS) und über einen Autofokus mit Ultraschallmotor (HSM).

Das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports ist im Gegensatz zur Contemporary-Version für den robusteren Outdooreinsatz konzipiert. Es ist komplett aus Metall gefertigt (dadurch auch entsprechend schwerer als die C-Variante) und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Für uns ist dieser Allwetterschutz gerade bei der Tierfotografie sehr wichtig.

Die Naheinstellgrenze des Objektivs liegt bei 2,60 Meter – für nahe Aufnahmen ist es also nicht zu gebrauchen.

Der Preis des Sigma 150-600mm liegt aktuell bei etwa 1530€ und ist damit für ein starkes Telezoom in diesem Brennweitenbereich extrem attraktiv.

Lieferumfang des Sigma 150-600mm Sports

Geliefert wird das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports mit einem Objektivköcher, welcher aufgrund der Größe aber eher eine Tasche ist. In diesem lässt sich das Objektiv nicht nur gut verstauen, wenn es nicht benutzt wird, sondern auch gut und sicher transportieren. 

Ebenfalls im Lieferumgang enthalten ist eine gepolsterte Frontkappe, der Schutzdeckel für die Rücklinse, ein Transport-Gurt und die Gegenlichtblende LH-1164-01. Letztere ist komplett aus Aluminium gefertigt und kann zum Transport in umgekehrter Position am Objektiv fixiert werden.

Sigma 150-600mm Sports Objektiv mit Tasche und Objektivkappe
Das Sigma 150-600mm Sports wird zusammen mit einer Objektivtasche geliefert. Die Frontkappe besteht aus dem gleichen Material.

Das Sigma 150-600mm Sports im Praxis-Test: 
Testbereich 1: Verarbeitung und Ausstattung

Erster Eindruck und Ausstattung des Objektivs

Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Das Sigma überzeugt mit solider Verarbeitung und wirkt auch insgesamt sehr hochwertig. Es verfügt über eine fest angebaute Stativschelle, welche drehbar ist und nach jeweils 90 Grad Drehung einrastet. Auf der Seite befinden sich die Schalter für den Autofokus-Modus, die Begrenzung des Fokus-Bereichs, die Betriebsart des Bildstabilisators und Schalter, auf dem sich benutzerdefinierte Einstellungen (Custom Modes) abspeichern lassen. Hierfür wird allerdings der optionale Sigma USB-Dock benötigt, dessen Anschaffung wir sehr empfehlen.

Der Wahlschalter für den Autofokus-Modus des Sigma 150-600mm Sports weist eine Besonderheit auf: Neben der üblichen AF-/MF-Einstellung verfügt er noch über eine weitere Position mit der Bezeichnung „MO“. Dieser Manual Override (MO) Modus ermöglicht es, durch Drehen am Fokusring sofort in den Manuellen Fokus-Modus zu wechseln, selbst dann, wenn sich die Kamera im AF-Servo-Modus befindet.

Sowohl der Zoom- als auch der Fokussierring des Objektivs lassen sich sauber und präzise drehen und haben kein Spiel. Insbesondere der Fokussierring ist sehr feinfühlig zu bedienen.

Das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports ist mit einem Zoom-Lock-Schalter ausgestattet und ermöglicht ein Feststellen des Zoomrings auf den jeweils markierten Brennweiten. Dies verhindert ein Heraus- oder Hereinfahren des Objektivtubus, wenn es nach unten oder oben gerichtet wird. Das Festellen kann entweder durch den Schalter oder durch Drehen des Zoomrings über den Druckpunkt hinaus wieder aufgehoben werden. 

Lediglich in der Transportstellung (bei 150mm) ist das Aufheben der Sperre nur über den Schalter möglich. 

Sigma 150-600mm F5-6.3 DG HSM Sports
Wie alle hochwertigen Sigma-Objektive macht das 150-600mm Sports einen sehr gut verarbeiteten Eindruck.
(Foto: Sigma Deutschland GmbH/press)

Bildstabilisator

Der Bildstabilisator im Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports leistet bereits in den Werkseinstellungen sehr gute Dienste. Bei unserem Test wurden selbst aus der Hand fotografierte Bilder bei 600mm und 1/250 Sek. an einer Kamera mit Cropfaktor (Canon EOS 7D mit Cropfaktor 1,6) scharf (ein Beispielbild aus der Praxis zeigen wir unten im Fazit). Bei Bedarf kann der Bildstabilisator per SIGMA USB-Dock noch weiter an den jeweiligen Aufgabenbereich angepasst werden. 

Der Bildstabilisator verfügt, wie bei Teleobjektiven üblich, über zwei Betriebsmodi. Im Modus 1 arbeitet er über beide Achsen und eigenet sich damit für die meisten Aufnahmesituationen. Im Modus 2 hingegen werden nur vertikale Verwackler ausgeglichen. Dieser Modus ist speziell für sich schnell bewegende Motive gedacht und ermöglicht Mitzieher (z. B. im Motorsport).

Storch im Feld fotografiert mit dem Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
Der Bildstabilisator sorgt dafür, dass auch Fotos mit etwa längeren Belichtungszeiten aus der Hand noch wirklich scharf werden (hier 1/500 bei 600mm aus der Hand fotografiert, Canon EOS 5D Mark IV)

Gewicht

Sigma gibt das Gewicht des Objektivs mit 2.860g (ohne Gegenlichtblende) an. Die Gegenlichtblende bringt nochmal zusätzliche (gemessene) 297g auf die Waage. Das Sigma 150-600mm Sports ist also mit insgesamt 3157 Gramm nicht gerade leicht, aber für ein Objektiv mit diesen Leistungsdaten durchaus angemessen.

Während die gängige Meinung ist, dass man mit dem Sigma 150-600mm Sports im Gegensatz zur Contemporary-Version des Objektivs nicht aus der Hand fotografieren kann, sind wir in unseren Tests und auch danach oft ohne Stativ unterwegs gewesen. Wir finden, dass das durchaus machbar ist, wenn du relativ gute Lichtverhältnisse hast und nicht viele Stunden unterwegs bist. Der Bildstabilisator leistet wirklich gute Dienste und gleicht Verwacklungen gut aus und auch von der Muskelkraft war das Fotografieren aus der Hand für uns mit dem Objektiv durchaus drin. Für längere Fotosessions ist ein Stativ natürlich angenehmer.

Hase im Gegenlicht. Testfoto mit dem Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, finden wir (also auch Sina als Frau), dass man mit dem 150-600 Sports durchaus auch mal aus der Hand fotografieren kann. Alle Wildlife-Fotos, die wir hier zeigen, sind ohne Stativ entstanden.

Verarbeitungsqualität der Gegenlichtblende

Die Gegenlichtblende an unserem SIGMA 150-600mm Sports hatte bei uns bereits nach einem Tag Nutzung deutliche Spuren in Form von Ablösungen an der Außenseite. Ob die Beschichtung oder Lackierung der Gegenlichtblende besonders empfindlich ist oder bei unserem Modell ein Materialfehler vorlag, können wir nicht sagen. Nach Reklamation bei Sigma wurde die Gegenlichtblende einfach und unkompliziert gegen eine Neue ausgetauscht. Diese ist bisher kratzerfrei!

Verarbeitung und Ausstattung des SIGMA 150-600mm Sports: Fazit (4 von 5 Sternen)

Insgesamt ist die Fertigungsqualität des Sigma 150-600mm Sports sehr gut. Wegen der Gegenlichtblende ziehen wir einen halben Punkt ab. Schade ist auch, dass eine Belegung der Custom-Funktionen nur über den USB-Dock möglich ist, der extra gekauft werden muss. Auch hierfür ziehen wir einen halben Punkt ab.

Das Sigma 150-600mm Sports im Praxis-Test:
Testbereich 2: Bildqualität und Schärfe

In der Einleitung haben wir das Sigma 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM Sports mit dem Canon 600mm f/4 IS III USM verglichen. Zugegeben, ein solcher Vergleich ist ziemlich unfair und wir wollen ihn an dieser Stelle auch nicht weiter fortsetzen. Verstecken muss sich das Sigma dennoch definitiv nicht. Auch nicht hinter deutlich teureren Teleobjektiven!

Wie scharf werden die Fotos mit dem Sigma 150-600mm Sports? Das war vor dem Test unsere größte Sorge.

Gar nicht erst anfangen wollen wir mit der Beurteilung der Bildqualität anhand irgendwelcher Testcharts. Für uns ist wichtig, wie das Objektiv unter echten Bedingungen und im echten Einsatz performt. 

Als Berufsfotografen haben wir hohe Ansprüche an die Bildqualität, an Schärfe und Bildlook. Zugegebenermaßen waren wir im Vorfeld sehr skeptisch, ob das Sigma 150-600mm Sports unsere Ansprüche erfüllen kann und wirklich gestochen scharfe Fotos abliefert.

Testfoto mit dem Sigma 150-600mm Objektiv
Wie scharf werden die Fotos mit dem Sigma 150-600mm Sports in der Praxis tatsächlich? Vor dem Test war dies unsere größte Sorge. Dieses Foto ist mit 600mm, Offenblende, ISO 3200 und einer Belichtungszeit von 1/640 aus der Hand entstanden. Wir bieten es im nächsten Abschnitt in voller Auflösung zum Download an, damit du dir einen guten Eindruck verschaffen kannst.

Wir haben das Objektiv an verschiedenen Kameras (Canon Vollformat: Canon EOS 5D Mark III und EOS 5D Mark IV sowie Canon APS-C: Canon EOS 7D) und sehr kritisch ausschließlich unter echten Bedingungen getestet. Wir waren in verschiedenen Lichtsituationen unterwegs, haben mit und ohne Stativ fotografiert und uns an bewegten und unbewegten Motiven versucht.

Ohne lange Umschweife: Wir hätten nie gedacht, dass das Sigma 150-600mm Sports derart scharfe Fotos abliefert. Auch im höchsten (und für viele Tierfotografen interessantesten) Brennweitenbereich um 600mm, in dem wir ein deutliches Abfallen der Bildqualität erwartet hatten, sind unsere Fotos gestochen scharf. Dies ist übrigens auch ein Unterschied zur Contemporay-Version, der eine schwächere Schärfeleistung im oberen Brennweitenbereich nachgesagt wird.

Leichte Qualitätseinbußen in der Schärfe sehen wir bei unserem Objektiv eher am unteren Rand des Brennweitenbereichs um 150mm. Dies ärgert uns nur minimal, da wir diesen Bereich an diesem Objektiv sowieso kaum nutzen.

Abblenden ist nicht nötig, das Sigma 150-600mm Sports entwickelt seine volle Schärfe und Bildqualität bereits bei Offenblende.

600mm 1/1000 aus der Hand, Offenblende 6,3, ISO 1000 an der Canon EOS 7D

Der Bildlook des Sigma 150-600mm Sports gefällt uns gut. Höherpreisige Objektive zaubern etwas hübschere Bokehs, aber der Unschärfeverlauf des Sigma 150-600mm Sports ist weich und harmonisch und stellt das Hauptmotiv gut frei. Die Farbwiedergabe des Objektivs ist gut, die Bilder sind kontrastreich und klar.

Das Objektiv neigt nicht zu stärkeren Chromatischen Aberrationen und verzeichnet auch in den höchsten Brennweiten nur minimal.

Da Fotos mehr zur Bildqualität und Schärfe des Sigma 150-600mm Sports sagen als 1000 Worte, hier unsere Testfotos mit Exifs:

Testfotos des SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM Sports

Wir zeigen absichtlich nicht nur Fotos unter Idealbedingungen, sondern auch solche mit kritischen Belichtungszeiten, fotografiert an den Brennweitenrändern mit höherem ISO, aus der Hand und bei Offenblende. Außerdem bieten wir dir eine Zip-Datei mit 11 unbearbeiteten Beispielfotos in voller Auflösung zum Download an.

Zum Herunterladen: Zip-Datei mit 11 völlig unbearbeiteten Testfotos (250 MB) in voller Auflösung inkl. Exifs.

Unser Fazit zur Bildqualität und Schärfe (5 von 5 Sternen)

Wir sind von der Schärfe des Sigma 150-600mm Sports absolut begeistert und geben ihm volle 5 von 5 Sterne.
Testfoto-Reihe aufgenommen mit Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
600mm, 1/640 aus der Hand, Offenblende 6.3, ISO 1600 an Canon EOS 5D Mark IV.
Testfoto-Reihe aufgenommen mit Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
460mm, 1/640 aus der Hand, Offenblende 6,3, ISO 4000, an Canon EOS 5D Mark IV und 100% Crop (nicht nachgeschärft)
Testfoto-Reihe aufgenommen mit Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
600mm, 1/800 aus der Hand, Offenblende 6,3, ISO 800, an Canon EOS 7D
Testfoto-Reihe aufgenommen mit Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
Schärfe und Bildqualität des Sigma 150-600mm Sports sind für uns absolut überzeugend (400mm, 1/500 aus der Hand, Blende 7,1, ISO 4000 an Canon EOS 5D Mark IV)

Das Sigma 150-600mm Sports im Praxis-Test:
Testbereich 3: Autofokus

Das Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports ist mit einem schnellen und präzisen Ultraschall-Autofokus (HSM) ausgestattet. Dieser funktioniert gut und leistet sich keine nennenswerten Schwächen. Die Ausbeute an scharfen, richtig fokussierten Bildern war an unserer Canon EOS 5D Mark IV hoch und konnte beim Test an unserer Canon EOS 7D sogar nochmals gesteigert werden. 

Wenn Fokusprobleme wie Front- oder Backfokus auftreten sollten, ließen sich diese einfach mit dem optional erhältlichen USB-Dock beheben. Bei unserem Objektiv treten aber keine Probleme auf.

Autofokust-Test des Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
Auch sehr schnelle Tiere wie Mauersegler erwischt der Autofokus recht zuverlässig. Hier ist eher das Können der Kamera das einschränkende Element (600mm 1/1250 aus der Hand bei Offenblende 6,3, ISO 6400 an Canon EOS 5D Mark IV)

Unser Fazit zum Autofokus (4,5 von 5 Sternen)

Der Autofokus des Objektivs arbeitet sehr leise und schnell und trifft relativ zuverlässig. Einen wesentlichen Unterscheid zu unseren Canon-Objektiven konnten wir hierbei nicht feststellen und werden das Sigma 150-600mm Sports definitiv weiterhin für die Wildtierfotografie verwenden.
Testfoto-Reihe aufgenommen mit Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports
Bei unserem Objektiv sitzt der Fokus exakt dort, wo er soll (175mm, 1/500 aus der Hand, Blende 7,1, ISO 4000 an der Canon EOS 5D Mark IV)

Zubehör

Sinnvolles Zubehör für das Sigma 150-600mm ist der USB-Dock. Nur mit diesem kannst du die beiden Custom-Funktionen des Objektivs nutzen. Außerdem ist es mit der Dockingstation möglich, eine Feinjustierung des Autofokus durchzuführen. Hier kann auch die Fokussiergeschwindkeit und – genauigkeit geändert werden oder die Firmware aktualisiert werden.

Geöffnetes Sigma USB Dock für Canon
Den USB-Dock kannst du auch zur Kalibrierung anderer Sigma-Objektive verwenden

Über den USB-Dock kommst du außerdem an zwei weitere Bildstabilisierungs-Modi heran, die sich wirklich lohnen und Verwacklungen noch besser ausgleichen als die vorbelegten Modi des OS.

Bei uns war eine Justierung des Autofokus nicht nötig, der Autofokus unseres Objektivs trifft perfekt und wir hatten keinerlei Probleme mit Fehlfokussierungen. Den USB-Dock haben wir wegen der Nutzung der Custom-Funktionen trotzdem angeschafft.

Das Sigma 150-600mm Sports im Praxis-Test: Unser Fazit

Sowohl die Fertigungsqualität als auch die Schärfe des Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports sind herausragend. Entgegen unserer Erwartungen hat und die Abbildungsleistung des Objektivs auf ganzer Linie überzeugt.

Das Gewicht des Sigma 150-600mm Sports ist nicht zu verachten. In den meisten Fällen bietet sich ein Stativ sicher an, wir machen kürzere Fotoausflüge damit jedoch auch ohne Stativ.

Wenn wir einen Wunsch freihätten, wäre es mehr Lichtstärke in Form von einer größeren Offenblende. Leider sind hier physikalisch Grenzen gesetzt. Uns gefällt das Objektiv gerade für die Tierfotografie in der Dämmerung daher insbesondere in Kombination mit lichtstärkeren Vollformatkameras gut.

Test unter schwierigen Lichtbedingungen mit dem Sigma 150-600mm Objektiv
Die eingeschränkte Lichtstärke des Objektivs solltest du am besten mit einer lichtstarken Kamera ausgleichen. Uns macht das Sigma 150-600mm Sports an der lichtstärkeren Vollformatkamera deutlich mehr Spaß, auch wenn die APS-C-Kamera den riesigen Vorteil der Brennweitenverlängerung bietet (600mm, 1/250 aus der Hand (!), Offenblende 6,3, ISO 800 an der Canon EOS 7D)

Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports

Verarbeitung und Ausstattung
Bildqualität
Autofokus

Gesamtbewertung

Wenn du ein langes Telezoom mit wirklich toller Abbildungsleistung auch für anspruchsvolle Situationen suchst, wirst du mit dem SIGMA 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Sports sehr glücklich werden. Im Gegensatz zum Contemporary bietet es auch bei 600mm noch eine hervorragende Schärfe. Da es wettergeschützt ist, kannst du es auf alle Action- und Tierreich-Expeditionen mitnehmen und durch den super Brennweitenbereich sehr flexibel einsetzen.

Haptik, Funktionen und insbesondere die Bildqualität und das Preis-Leistungsverhältnis des Sigma 150-600mm Sports haben uns total überzeugt. Geringe Abstriche musst du eventuell bei der Fertigungsqualität der Gegenlichtblende in Kauf nehmen und auch das hohe Gewicht wird auf längeren Touren eher unangenehm sein.

4.5

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Autor

Hi! Ich bin Jan. Fotograf, Reisejunkie und Mitbegründer von Lichter der Welt. Ich liebe ferne Länder genau so wie den Wald vor der Haustür. Jeden Tag neue Dinge zu sehen und zu erleben ist das, was mich am Reisen am meisten reizt. Als Coach und Fototrainer gebe ich regelmäßig mein Wissen an Fotobegeisterte weiter. Auf Lichter der Welt nehme ich dich mit auf unsere Reisen und teile meine Erfahrungen, Tipps und Inspirationen mit dir!

2 Kommentare

  1. Hallo zusammen, vielen Dank für den tollen Beitrag vom Sigma 150-600mm. Habt ihr auch einen Beitrag für die Custom-Funktionen, resp. was man am besten einstellen sollte. Ich würde mir gerne diesen USB-Dock kaufen, habe aber keine Ahnung was sich empfehlen würde zum Einstellen für die Custom-Funktion.
    Vielen Dank für die Rückmeldung verbleibe ich mit lieben Grüssen Caroline

    • Jan Antworten

      Hallo Caroline,

      lieben Dank für das Lob!

      Einen Artikel über das USB-Dock haben wir tatsächlich bereits in Planung und wird dann demnächst erscheinen.

      Liebe Grüße
      Jan

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