Soberania Nationalpark: Panamas Dschungel-Paradies

Viele hundert Tierarten. Authentischer Regenwald. Wir waren wirklich verblüfft. Nur wenige Kilometer außerhalb von Panama City beginnt er: Tiefer, echter, beeindruckender und unglaublich lebendiger Dschungel – der Soberania Nationalpark.

Wir hatten nichts erwartet von einem Dschungel, der direkt an eine Millionenmetropole grenzt. Und wir waren absolut überwältigt von dem Naturparadies, das uns erwartete.

Eingang des Plantation Trail im Soberania Nationalpark
Gigantischer Regenwald im Soberania Nationalpark – hier auf dem Plantation Trail

Auf geht’s in Panamas überwältigende Natur

Direkt am Panamakanal, am kleinen Örtchen Gamboa beginnt der Soberania Nationalpark: ein Schutzgebiet, das sich über ein Gebiet von 20.000 Hektar erstreckt.  Hier leben 800 Wirbeltierarten und mehr als 1300 Pflanzenarten: du befindest dich also mitten im tropischen Paradies mit einer überwältigenden Vielfalt an Leben. Ein Tagesausflug von Panama City hierher lohnt sich auf jeden Fall. Nutze die großartige Chance, so einfach und schnell von einer Großstadt in den tropischen Regenwald zu kommen, der dich überwältigen wird mit authentischer Dschungelschönheit und ohne jedes touristische Gehabe.

Auch wenn du geschichtlich interessiert bist, wird dich der Soberania Nationalpark begeistern: Von Ost nach West wird er vom historischen Camino de Cruzes durchquert, der im 16. Jahrhundert Atlantik und Pazifik verband und auf dem die Spanier Gold und andere Waren transportierten. Ruinen und historische Steine entlang des Wegen zeugen noch heute von dieser Geschichte.

Affe im Soberania Nationalpark auf der Pipeline Road
Schon nach wenigen Minuten auf der Pipeline Road begegneten wir einer Gruppe Affen, die kreischend über uns hinwegsprangen und dann in den Bäumen nach Früchten suchten

Soberania Nationalpark (Parque Nacional Soberanía) – Allgemeine Infos (Stand: 2019)

Lage

Der Soberania Nationalpark (Wikipedia) liegt 25km von Panama City entfernt. Vom Stadtzentrum aus fährst du etwa 30 Minuten, bis du den Park erreichst. Für die Anreise verlässt du die Stadt auf der Ruta 4, anschließend biegst du nach rechts auf die 852 in Richtung Gamboa ab. Du fährst am Panamakanal entlang und kommst automatisch in den Soberania Nationalpark, der zum Teil vor (z. B. Plantation Trail) und zum Teil hinter Gamboa (z. B. Pipeline Road) liegt. Wie überall in Panama empfehlen wir dir auch hier die kostenlose Navi-App Waze, die dich zuverlässig zu den einzelnen Wanderwegen führt.

Der Soberania ist eher als ein loser Zusammenhang von großartigen Wanderwegen zu verstehen als als ein „echter Nationalpark“, wie wir Europäer ihn uns vorstellen. Eine nationalpark-typische Infrastruktur suchst du hier vergebens.

Wanderkarte Soberania Nationalpark
Ein Teil der Wegestruktur des Soberania: Plantation Trail und Camino de Cruces. Die Pipeline Road befindet sich noch etwas weiter westlich hinter Gamboa

Anreise ohne eigenes Auto

Es fährt ein Bus von Panama City nach Gamboa, das letzte Stück in den Nationalpark zum Beginn deines Trails musst du allerdings laufen. Fährst du mit dem Taxi nach Gamboa, bietet es sich an, gleich einen Rücktransport auszuhandeln, da du bei der Rückreise sonst eventuell Probleme hast, ein Taxi zu finden.

Natürlich ist es auch möglich, eine geführte Tour zum Soberania zu buchen, die den Transfer von Panama City aus beinhaltet. Hier gibt es verschiedene Angebote verschiedener (auch deutschsprachiger) Anbieter, z. B. Go’n Joy Erlebnisreisen.

 

Eintritt

Der Eintritt in den Nationalpark ist (jedenfalls aktuell) kostenlos. Der Eintrittspreis für einen der Wege, die Pipeline Road, beträgt offiziell 5,00$ pro Person – praktisch haben wir das schon sehr verfallene Eintritts-Häuschen aber nie besetzt gesehen. Wir glauben nicht, dass jemals jemand hier ist – sicherheitshalber solltest du die 5,00$ aber natürlich dabeihaben.

Möchtest du den Ausblick vom 40m hohen Aussichtsturm des Rainforest Discovery Centers genießen, wird hierfür ein Eintritt von 30$ fällig. Mit der Bezahlung darfst du außerdem einen 1,2km langen zusätzlichen Weg entlang gehen, der mit kleinen Aussichtsplattformen und Beschilderungen versehen ist.

Verlassenes Eintrittshäuschen zur Pipeline Road im Soberania Nationalpark
Die Eintrittshäuschen machten auf uns nicht den Eindruck, als würden sie je besetzt sein

Ausstattung

Der Soberania Nationalpark scheint kaum gewartet zu werden. Die Schilder sind begrünt und wachsen zu, es gibt nur sehr wenige Informationen – weder online, noch vor Ort.
Auf der Pipeline Road kommst du nach 2 km an das neue „Rainforest Discovery Center“ – eine kleine Hütte, an der du Kleinigkeiten kaufen und wassergespülte Toiletten benutzen kannst. Mehr „Zivilisation“ gibt es im Park nicht. Im Gegensatz zum ebenfalls sehr empfehlenswerten „Stadt-Dschungel“ Parque Metropolitano bist du im Soberania Nationalpark tatsächlich „allein draußen im Regenwald“.

Verwitterte Wegweiser im Soberania Nationalpark
Die Infrastruktur des Soberania wirkt in großen Teilen als wurde sie irgendwann mal angelegt – und dann einfach vergessen.

Wandern

Verschiedene Wanderwege durchziehen den Soberania Nationalpark – unten in diesem Artikel findest du eine ausführliche Auflistung. Auf allen Wegen hast du große Chancen, Wildtiere zu sehen. Besonders beliebt und empfehlenswert sind die Pipeline Road und der Plantation Trail. Im zweiten Teil dieses Artikels gehen wir ausführlich auf die einzelnen Wanderwege –und was dich dort erwartet! – ein.

Vor jedem Wanderweg findest du ein Schild mit der Bezeichnung des Weges, einer Kilometerangabe und einer Karte. Weitere Infoschilder unterwegs findest du nicht.

Wandern auf der Pipeline Road
Im Soberania Regenwald wandern – für uns immer wieder ein Highlight unserer Panama-Reise. Hier ist der Anfang der Pipeline Road zu sehen, der noch mit einem Geländewagen befahrbar ist

Schwierigkeit

Alle Wanderwege im Soberania Nationalpark außer der Camino de Cruzes (siehe unten) sind flach und in der Regenzeit zwar matschig, aber ansonsten gut zu laufen. Eine körperliche Herausforderung sind die tropische Hitze und Luftfeuchtigkeit. Wir empfehlen dir, früh morgens loszuwandern, da auch die Tiere zu dieser Zeit deutlich aktiver sind. In der Mittagshitze sitzt du im besten Fall dann schon wieder in einem klimatisierten Raum und sichtest deine Fotos!

Die Wanderwege sind keine Rundwege, du musst immer den gleichen Weg zurückgehen. Gehe immer nur so weit, dass du den Rückweg noch problemlos schaffst – bezogen auf Erschöpfung, Wasser und Tageslicht.

Der kürzeste Wanderweg im Soberania Nationalpark. Der Natural Pond Trail.
Der Natural Pond Trail (Sendero El Charco) ist der einzige gepflasterte und mit Abstand der einfachste und kürzeste Wanderweg. Du kannst ihn auch mit körperlichen Einschränkungen gehen – oder mit einem Kinderwagen

Equipment

Nimm auf jeden Fall mehr als ausreichend Wasser mit, außerdem Snacks, Sonnencreme und Moskitospray. Normale feste Schuhe reichen für die Wanderungen durch den Park aus.

Was wir dir zum Fotografieren im Dschungel empfehlen, findest du hier:

So machst du perfekte Fotos im Dschungel

 

Führungen

Es werden verschiedene Führungen durch den Nationalpark angeboten, z. B. vom Gamboa Rainforest Resort. Wir haben den Park ausschließlich auf eigene Faust besucht und fanden das gut machbar, aber mit einem Guide wirst du potentiell mehr Tiere sehen. Generell sind die Wege aber ausreichend gut ausgeschrieben und so einfach zu laufen, dass du keinen Guide brauchst.

Einige Führungen empfinden wir als überteuert: So werden zum Teil Führungen für 150$ oder mehr angeboten, bei denen du einfach nur einem Guide auf der Pipeline-Road hinterherläufst. Dieses Geld solltest du dir unbedingt sparen!

Vorbereitung zur Wanderung in Soberania
Feste Schuhe an und los geht’s: Wir waren im Soberania Nationalpark stets ohne Guide unterwegs und sind gut zurecht gekommen

Unternehmungen

Das am Soberania Nationalpark gelegene Gamboa Rainforest Resort bietet verschiedene Touren und Unternehmungen in und um den Dschungel herum an. Eine Übersicht findest du hier: Touren im Soberania Nationalpark

Beliebt ist die Aerial Tram, eine Seilbahn, in der du durch die Baumwipfel des Regenwaldes fährst. Am Ende der Aerial Tram belangst du zu einem Aussichtsturm mit einem spektakulären Blick über das Soberania-Gebiet. Die Aerial Tram-Tour kostet aktuell 42,80$ pro Person.

Theoretisch kannst du im Soberania Nationalpark auch campen – was vielleicht sinnvoll ist, wenn du den schwierigen Camino de Cruzes bewältigen möchtest, was an einem Tag eine größere Herausforderung ist. Eine Camp-Erlaubnis kostet 5$ und wird von der Parkverwaltung ausgestellt.

Einzigartige Natur im Soberania Nationalpark
Im Soberania Nationalpark kannst du verschiedene Unternehmungen machen. Das schönste für uns ist aber einfach das Wandern, Fotografieren und das Genießen der einzigartigen, wundersamen und wunderschönen Natur

Tiere

Der Soberania Nationalpark ist für seine riesige Artenvielfalt bekannt. Uns hat wirklich beeindruckt, wie viele Tiere wir auch ohne Guide ganz aus der Nähe gesehen haben. Die Pipeline Road, ein Wanderweg des Soberania, auf den wir weiter unten noch eingehen, gilt als eines der besten Vogelbeobachtungsgebiete weltweit.

Insgesamt leben sage und schreibe 525 verschiedene Vogelarten im Soberania Nationalpark. Aber auch 105 Säugetierarten und viele Reptilien und Amphibien sind hier beheimatet.

Im Park kannst du zum Beispiel verschiedene Affenarten, Bärenarten und zwei Faultierarten sehen, Ameisenbären, Tapire und theoretisch auch diverse Wildkatzenarten, wie Jaguare, Ozelots und Jaguarundi. Überall fliegen bunte, wunderschöne Vögel umher, Aguti und andere größere Nagetiere huschen durch das Unterholz. Achtung, Schlangen und Skorpione auch!

Auf den Pflanzen kannst du verschiedene Geckos und ungewöhnliche Insekten entdecken, kleine Frösche hüpfen über den Boden. Auch ein großer Leguan ist uns begegnet. Halte Ausschau und lausche – es gibt unheimlich viel zu entdecken!

Fotograf fotografiert Brüllaffen entlang der Pipeline Road
Die spielenden Brüllaffen in den Bäumen (auf diesem Weitwinkelbild nur als schwarze Punkte zu erkennen) muss man erstmal sehen. Sobald wir sie aber entdeckt haben, könnten wir sie stundenlang beobachten. Noch nirgendwo haben wir so niederschwellig und nah Tiere der Tropen in Freiheit beobachten können (das nächste Foto zeigt das „Outcome“ dieses Making Ofs)

Fotografieren

Wir konnten im Soberania Nationalpark ohne besonderen Aufwand einige gute Wildtier- und Dschungelfotos machen und empfehlen dir den Park unbedingt, wenn du die Natur- und Tierfotografie magst! Alle Fotos in diesem Artikel haben wir im Soberania Nationalpark aufgenommen – dabei waren wir immer auf eigene Faust und früh morgens unterwegs. Wir haben weder besonders gute „Tierspotting-Skills“ noch hatten wir sehr dschungel-geeignetes Fotoequipment wie z. B. ein langes Teleobjektiv dabei. Was wir aber hatten, war Geduld, ein wachsames Auge und ein offenes Herz, um uns auf den Dschungel einzulassen.

Hier findest du unsere Tipps zum Fotografieren im Dschungel und noch mehr Fotos aus den Regenwäldern Panamas: So machst du perfekte Fotos im Dschungel

Brüllaffe im Soberania Nationalpark
Brüllaffen sind laut und bewegen sich viel – mit ein bisschen Geduld hast du auch ohne Guide gute Chancen, sie zu sehen (aufgenommen mit einem 70-200mm Objektiv)

Übernachtungen

Es gibt zwei Möglichkeiten, direkt am bzw. im Soberania Nationalpark zu übernachten. Die erste ist das Gamboa Rainforest Resort, ein schönes Hotel mit allen Annehmlichkeiten, das auch verschiedene Führungen anbietet.

Ein echtes, aber auch teures Erlebnis ist das Übernachten im Canopy Tower, einem alten Radarturm mitten im Soberania Regenwald. Der Tower hat eine herrliche Aussichtsplattform, von der du einen Blick über den Dschungel hast. Einen ähnlich überwältigenden Ausblick bieten auch die Zimmer – ein echtes Erlebnis also.

Eine Übernachtungs-Alternative etwas außerhalb des Soberania ist das Radisson Summit Resort & Golf, das ab 90$ für eine Nacht beginnt. Wenn dir die Unterkünfte direkt am Soberania Nationalpark zu teuer sind, kannst du wegen der kurzen Anfahrt auch völlig problemlos in Panama City übernachten.

Anfahrt zum Soberania Nationalpark
Die Straße durch den Soberania Nationalpark bringt dich in 30 Minuten mitten aus dem Dschungel in das Zentrum Panama Citys – besser geht’s nicht!

 

Wanderwege im Soberania Nationalpark

6 Wanderwege durchziehen den Soberania Nationalpark: vom nur 1km langen Sendero El Charco, der für Familien empfohlen wird, über den historischen Las Cruzes Trail bis zur 17km langen Pipeline Road, die ein Paradies für Vogel- und Wildtierbeobachtungen ist.

Natural Pond Trail (Sendero El Charco)

Der Sendero El Charco ist der kürzeste Trail des Soberania Nationalparks. Nur 844m lang, ist er auch für Familien mit Kindern einfach zu bewältigen – oder von jedem, der nur einmal „kurz in den Dschungel hineinschnuppern“ will. Direkt am Sendero El Charco liegt ein kleiner Wasserfall mit einem natürlichen Pool, in denen du schwimmen kannst, außerdem finden sich hier Picknicktische. Ideal für einen kleinen Familienausflug aus der Stadt – finden am Wochenende auch viele panamaische Familien, weswegen sich für dich vielleicht eher die Wochentage anbieten.

Pipeline Road (Sendero Oleoducto)

Das Gebrüll der Brüllaffen hörten wir schon aus der Ferne. Wow, Gänsehaut! Aber es wurde noch besser: Schon nach 3 Minuten auf der Pipeline Road sahen wir eine große Kapuzineraffen-Familie mit Babys, die direkt über unsere Köpfe hinwegsprangen. Nach weiteren fünf Minuten sahen wir die erste Bande Brüllaffen, während uns ein Agutis von die Füße lief. Kaum zu glauben, dass wir sooo nah an der Stadt waren. Und kaum zu glauben, dass wir erst so wenige Schritte in den Dschungel hineingelaufen waren und schon so ein Glück hatten!

Die Pipeline Road ist der bekannteste Weg durch den Soberania Nationalpark. Wie oben schon erwähnt, gilt sie als eines der weltweit besten Gebiete für Vogelbeobachtungen. Wir kennen uns nicht besonders gut mit Vögeln aus, aber man sagt, dass in Panama jeder zum Vogelbeobachter wird: bei so vielen bunten, tropischen Vögeln, die über dich hinwegflattern, kannst du gar nicht anders!

Zur Pipeline Road gelangst du, wenn du geradeaus durch Gamboa durchfährst und einfach weiter der Straße folgst. Links von dir ist der Kanal, rechts erstreckt sich der Soberania Nationalpark. Die Pipeline Road ist mit einem (nicht besonders gut sichtbaren) Schild markiert und befindet sich fast am Ende der Straße. Hier am Eingang der Pipeline Road kannst du an der Seite parken. Du gehst vorbei an einem alten, wahrscheinlich nicht besetzen Wärterhäuschen und bist da: Auf in den Dschungel!

Die Pipeline Road ist eine alte Straße, die im Zweiten Weltkrieg angelegt wurde. Sie war als Servicestraße gedacht und führt, wie der Name schon sagt, an einer Pipeline entlang, die aber nie in Betrieb genommen wurde.

Nach knapp 2km auf der Pipeline Road kommst du ans Rainforest Discovery Center. Es ist täglich von 6 bis 16 Uhr geöffnet. Hier kannst du Snacks und Getränke kaufen, die Toiletten benutzen und für 30$ Eintritt die linke Wegabzweigung nehmen: Dieser 1,2km lange, besser gepflegte Weg ist mit Hinweisschildern ausgestattet und führt dich nach 200m außerdem zum 40m hohen Aussichtsturm, von dem du eine tolle Sicht über den Soberania Nationalpark hast.

Rainforest Discover Center im Soberania Nationalpark
Das Rainforest Discover Center ist im Wesentlichen eine kleine Hütte aus Containern, in der du Snacks, Getränke und Informationsmaterial kaufen kannst

Alternativ zu der hohen Eintrittsgebühr kannst du kostenlos den rechten Weg weitergehen und auf der Pipeline Road bleiben. Sie führt 17km tief in den Dschungel hinein und über einige Bäche und Flüsse. Die „Brücken“ über die Gewässer sind nicht immer nach europäischem Geschmack und Vorsicht schadet beim Überqueren auf keinen Fall.

Die Pipeline Road ist kein Rundweg, du musst also den gleichen Weg wieder zurückgehen. Wir sind nicht bis zum Ende gegangen, deswegen können wir aus eigener Erfahrung nichts über den hinteren Teil des Weges sagen. Nur so viel: Du kannst zwar, aber musst wirklich keine 34km bei tropischer Hitze durch den Dschungel laufen. Auch auf den ersten Kilometern siehst du schon viele Tiere und erlebst den Dschungel in seiner vollen Schönheit.

Wenn du nur einen Tag im Soberania Nationalpark bist und nur einen Weg gehen kannst oder willst, empfehlen wir dir die Pipeline Road!

 

Plantation Trail (Camino de Plantacion)

Der Plantation Trail ist ein weiterer sehr beliebter Wanderweg im Soberania Nationalpark. Er ist knapp 7km lang (pro Richtung, also 14km insgesamt) und entstand beim Bau des Panamakanals, um die zwei Orte Emperador und Plantación Las Cascadas miteinander zu verbinden. Ehemals befanden sich Bananen- und Kakaoplantagen an diesem Weg und gaben ihm seinen Namen.

Der Plantation Trail führt dich auf einer gut zu laufenden,  fast immer flachen Strecke durch die wunderschöne Natur des Soberania. Wie auch die Pipeline Road führt er über kleine Holzbrücken, die man als EU-Bürger eher sehr skeptisch beäugt, auf weichen Waldwegen vorbei an Lichtungen und den Bewohnern des Dschungels. Am Wegesrand findest du zumindest zuerst einige alte Picknicktischchen. Wieso also nicht ein zweites Frühstück einnehmen – mitten im Regenwald?

Wir empfanden den Plantation Trail als noch „dschungeliger“ als die Pipeline Road, die Wege sind enger und gewundener, die Pflanzenwelt wunderschön. Wir haben auf dem Plantation Trail einige Tiere gesehen, allerdings weniger als auf der Pipeline Road.

Für den ganzen Plantation Trail solltest du pro Richtung etwa 4 Stunden einplanen – und natürlich entsprechend länger, wenn du ausführlich fotografierst oder dir Zeit nimmst, auf Tiere zu warten oder einfach mal „in den Dschungel hineinzufühlen“. Am Ende des Plantation Trails trifft dieser auf den Las Cruzes Trail, du kannst die Trails also verbinden, wenn du Ausdauer, Dschungelerfahrung und genug Zeit hast.

Der Plantation Trail beginnt auf der Straße nach Gamboa, kurz nach der Abzweigung der Madden Road. Hier gelangst du auch zum Hotel Canopy Tower vorbei, wo du mitten im Dschungel übernachten kannst (siehe oben).

Gekko im Soberania Nationalpark
Der Soberania lebt: Auch auf dem Plantation Trail kannst du überall am Wegesrand Tiere sehen

 

Las Cruzes Trail (Camino de Cruzes)

Der Las Cruzes Trail ist der anspruchsvollste Trail im Soberania Nationalpark und der einzige, der nicht an der Straße nach Gamboa beginnt. Nur wenige Touristen laufen diesen ca. 10km langen, historisch spannenden Weg, der in der Ruinenstadt Venta de Cruzes am Rio Chagres endet und sich wie gesagt auch mit dem Plantation Trail verbinden lässt.

Der Las Cruzes Trail ist der schwierigste, aber auch der geschichtsträchtigste Weg des Parks. Er entstand im 16. Jahrhundert und war die erste und einzige Verbindung von der Atlantik- zur Pazifikküste. Die Spanier nutzen den Trail, um Gold und Handelswaren von einer Küste zur anderen zu bringen. Ruinen der Stadt Venta de Cruzes am Weg zeugen noch heute von der alten Zeit und sind interessante Fotomotive. Der erste Teil des Las Cruzes Trails ist mit historischen Steinen markiert, die schon damals den Pfad kennzeichneten.

Wanderkarte Soberania Nationalpark
Der Verlauf des Las Cruzes Trail: Er endet an der Ruinenstadt Venta de Cruces am Rio Chagres, ist wegen der üppigen Vegetation aber schwer zu wandern

Der Las Cruzes Trail beginnt an der Straße zwischen Chilibre und Paraiso, der Carretera Madden. Nach etwa 6km gelangst du zum Anfang des Trails, der mit einem Schild gekennzeichnet ist. Hier findest du auch Parkmöglichkeiten, Picknicktische und einige Informationen.

Leider ist der Las Cruzes Trail ziemlich überwuchert und zugewachsen, wir mussten viel früher umkehren als wir wollten, weil wir ohne Hilfsmittel und Guide nicht mehr weiter kamen. Aktuell empfehlen wir dir daher, diesen Trail eher mit einem Guide zu wandern,

Für den Las Cruzes Trail benötigst du etwa 5 Stunden pro Richtung, du solltest hier also definitiv den ganzen Tag einplanen und früh morgens losgehen, da es um 18 Uhr dunkel ist.

Mehr Infos über den historischen Camino de Cruzes findest du in der spanischsprachigen Wikipedia: Camino de Cruces

Las Cruzes Trail ist nicht mehr begehbar
Der Las Cruzes Trail beginnt einfach, wird dann aber schnell zu einem dichten Geflecht aus Urwald, das du ohne Machete aktuell nicht durchqueren kannst

Forest Spirit Trail (Espiritu del Bosque)

Der Trail mit dem zauberhaften Namen wurde erst im Jahr 2016 eröffnet. Er ist 1,7km lang und einfach zu laufen – plane etwa eine Stunde ein. Entlang des Weges findest du 13 Stationen bzw. Schilder mit Informationen über den Nationalpark und seine Bewohner. Auch auf dem Forest Spirit Trail hast du die Chance, viele Tierarten zu sehen. Er bietet sich für eine kürzere Wanderung an.

Lichtspiele im Soberania Nationalpark
Licht, Schatten und das viele Grün sind fotografisch eine riesige Herausforderung, bieten aber auch interessante Möglichkeiten

Bike Path Trail (Cicloruta Distancia)

Die Cicloruta ist ein 17,5km langer, spezieller Mountainbike-Weg, der durch den Nationalpark Soberania und durch den angrenzen Nationalpark Las Cruzes führt. Mangels Mountainbikes sind wir die Cicloruta Distancia nicht gefahren, sind uns aber sicher, dass es für Mountainbike-Fans und Sportbegeisterte ein ganz besonderes, unvergessliches Erlebnis ist!

Wandern im Dschungel

Hast du noch Fragen zum Soberania Nationalpark? Wir wissen, wie unheimlich schwer es ist, Informationen über das Reisen in Panama online zu finden, deswegen hier unser Angebot: Schreib uns in die Kommentare – wir antworten dir auf jeden Fall! Wenn du schonmal im Soberania warst, interessiert uns natürlich brennend: Wie war es? Welchen Trail bist du gelaufen und wie hat es dir gefallen? Wir freuen uns riesig auf deinen Kommentar!

Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

2 Kommentare

  1. Ohh, ich finde Panama so ein spannendes Land. Ich bekomm direkt arges Fernweh…
    Wenn ich mit meinem Freund dort wäre wären wir sicher so ehrgeizig alle der Trails vollständig gehen zu wollen (Ja, wir sind da ein bisschen verrückt) und würden zwei Wochen nur dort im Soberania Nationalpark verbringen, haha…Aber im Ernst mich ziehts sehr nach Panama. Ich finds so toll dass es noch so wenig touristisch ist (Seid ihr in dem Park überhaupt anderen Leuten begegnet?) Und dass es dort Faultiere gibt! Allerdings kann ich leider überhaupt kein Spanisch…
    Danke jedenfalls für die ausführliche Beschreibung, ist fast so als wäre man selbst dort. Würde mich sehr freuen noch viele weitere Beiträge über Panama zu lesen! Wenn ich schon nicht selbst hin kann freu ich mich zumindest darüber zu lesen und eure tollen Bilder anzuschauen 😉

    • Sina Antworten

      Hey Emily,

      lieben Dank für deinen tollen Kommentar 🙂 Panama ist wirklich ein großartiges Land, auch wirklich einfach deswegen, weil es sich gerade erst „fit macht“ für den Tourismus – in fünf Jahren ist es hier bestimmt völlig anders, aber momentan begegnet man außerhalb Panama Citys und weniger Tpuri-Spots eigentlich gar keinen Touristen.
      Als wir das erste Mal im Soberania Nationalpark waren, war es Anfang Dezember und die Saison fing gerade erst an. An dem Tag sind wir tatsächlich nur einem Forscher begegnet – sonst niemandem! Bei unseren späteren Besuchen im Januar und Februar (da ist hier in Panama Hauptsaison) sind wir einzelnen kleinen Gruppen begegnet, die zB Vögel beobachtet haben, aber es sind hier doch viiiel weniger Menschen als anderswo. Wenn man bedenkt, dass der Soberania sooo nah an einer Millionenstadt liegt, ist es echt krass, wie wenig Leute dort sind. Ich kann mir aber wie gesagt echt gut vorstellen, dass das schon in wenigen Jahren völlig anders ist.

      Faultiere sehen wir hier übrigens tatsächlich ziemlich häufig – wir sind jedes Mal völlig außer uns vor Freude!! 😍😍

      Vielleicht verschlägt es dich ja irgendwann mal her – wir können es auf jeden Fall sooo empfehlen, wenn man ein untouristisches Land sucht! Und Spanisch kann man lernen – ein Grundwortschatz (+ Wörterbuch-App 😅) reicht unserer Erfahrung nach vollkommen, um das ganze Land zu bereisen!

      Wir werden auf jeden Fall noch seeehr viele Panama-Artikel bringen – und wahrscheinlich sogar noch etwas mehr 🙃 Mehr Infos dazu demnächst!
      Ganz liebe Grüße aus den Tropen
      Sina

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