3 Monate auf Reisen. Warum wollen wir nach Panama?

Stell dir vor, du hättest die Möglichkeit, den Winter in einem anderen Land zu verbringen.  Drei Monate reisen – von November bis Februar.
Wohin würde dein Flug gehen?

Als ich mir diese Frage das erste (und das zweite…) Mal gestellt habe, habe ich die USA erkundet. Beim ersten Mal, 2007, die Ostküste, und beim zweiten Mal, 2013, die Westküste. Auch letztes Jahr waren wir im Winter wieder einen Monat in den USA.
Wunderschön war es! Aber jetzt? Zeit für etwas Anderes!

Wo fliegen wir hin, wenn uns die ganze Welt offensteht? Wo möchten wir drei Monate leben?

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Wir können von überall auf der Welt arbeiten. Grund genug, den Winter in der Ferne zu verbringen!

Unsere Kriterien

Für uns war es klar, dass es eine Fernreise wird. Wir wollen dieses Jahr einmal weg von Dunkelheit und Schneematsch, weg von Winterjacken und Frost. Den November wollen wir in Deutschland noch mitnehmen – um uns einmal schön zu gruseln – und dann ganz weit weg abhauen. Weihnachten unter Palmen, grillen und im Pool liegen? Für viele bestimmt eine komische Vorstellung. Wir haben da mal so richtig Lust darauf!

Die meisten länger-reisenden Reiseblogger verbringen ihre Zeit in Südostasien, sehr oft auf Bali. Für uns kam das aus mehreren Gründen nicht in Frage. Die beiden wichtigsten waren:
1. Was sollen wir – gerade als Reiseblogger! – dort, wo schon alle anderen sind? Wir möchten ein authentisches, nicht touristisches Land erleben, tatsächlich reisen, etwas ganz Neues entdecken – und natürlich frisch und neu darüber berichten.
2. Eben wegen dieses Wunsches nach Authentizität, ist es uns wichtig, die Sprache des Landes zu sprechen, zumindest ein bisschen. Das funktioniert in Südostasien einfach gar nicht. Unser Spanisch ist alles andere als herrlich. Aber gegen unser Indonesisch oder Thai ist es großartig! 😁

Unsere Sprachkenntnisse beschränken sich neben Deutsch und Englisch im Wesentlichen auf Niederländisch und Spanisch. Nun standen also noch Australien und Neuseeland sowie Lateinamerika im Raum. Neuseeland ist ein großer Traum von uns – finanziell für drei Monate aber nicht drin.

Die drei groben Kriterien für unsere Überwinter-Reise:

Kriterium 1: Sommerliches Klima
Kriterium 2: Wenig touristisch
Kriterium 3: Englisch- oder spanischsprachig

Die ganze Welt ruft – wohin reist du?

Also Lateinamerika!

Wir waren noch nie in Mittel- oder Südamerika. Nichtmal in der Karibik. Und dann gleich drei Monate? Oh je.

Lateinamerikanische Reiseziele, die uns als erstes in den Sinn kamen (Costa Rica, karibische Inseln…), strichen wir direkt wieder. Schließlich sollte es ein nicht-touristisches Land sein. Wir suchten ein Land, in dem nicht jeder schon war. Am besten eines, in dem sogar noch gar niemand war, den wir kennen! Wir suchten ein Land, was wir „ganz neu“ bereisen können, ohne „20 Dinge, die du in X gemacht haben musst“ und „15 Dinge, die du in Y essen musst“-Listen. Ein „frisches“ Land, mit Landschaften und Kulturen, die wir selbst entdecken können!

Natürlich gab es einen zweiten Faktor, der diesem entgegenstand: Unsere Reiseland soll sicher sein. Es muss (und soll!) keine europaähnliche Infrastruktur haben, aber trotzdem gut von Ausländern zu bereisen sein. Wir möchten weder auf der Straße um unser Leben fürchten noch nur in unserer Unterkunft sitzen, weil es keine befahrbaren Straßen gibt. Außerdem sind wir keine 18-jährigen Backpacker und brauchen/wollen bei aller Abenteuerlust zwingend gewissen Luxus wie eine akzeptable Krankenversorgung und einigermaßen zuverlässiges Internet.

Die feineren Kriterien für unsere Überwinter-Reise:

Kriterium 4: Sicherheit
Kriterium 5: Medizinische Versorgung
Kriterium 6: Infrastruktur

Hin- und herpendelnd zwischen „möglichst nicht touristisch“ und „ein Stück weit komfortabel“ suchten wir nach Unterkünften in mehreren mittel- und südamerikanischen Ländern. Wir fanden es: Das perfekte Haus.

Sofort konnten wir uns vorstellen, drei Monate genau hier zu verbringen. (Dieses und das nächste Bild wurden uns von unseren Vermietern zur Verfügung gestellt. Du findest ihre Seite unter https://www.paradise-in-panama.com)

Das Häuschen steht an der Pazifikküste, umsäumt von Mangobäumen und Palmen. Es hat nicht nur einen Grill und einen Pool, sondern sogar Highspeed-Internet. Und wir können es uns leisten! Der Ort bietet medizinische Versorgung und Supermärkte und ist etwa 1,5 Stunden von der Hauptstadt entfernt. Und es liegt in einem Land, über das wir absolut nicht wissen, außer dass es einen Kanal hat und Janosch es schön findet:
In Panama.

Obwohl wir eine Unterkunft in einem nicht-touristischen, günstigen Land suchten, wollten wir auf ein bisschen Komfort nicht verzichten. Wir haben sie gefunden!

Was ist denn so los in Panama?

Wir haben keine Ahnung, genau deswegen wollen wir dort hin!

Panama ist für seine Lage ein sicheres und eher reiches Land. Wusstest du, dass Panama City eine pulsierende Metropole ist, mit riesigen, modernen Wolkenkratzern und europäischem Preisniveau? Trotzdem gibt es nur etwa 100km von dieser Metropole entfernt riesige unerschlossene Dschungel, durch die keine einzige Straße führt. Tatsächlich kannst du Panamas Nachbarland Kolumbien nicht über den Landweg erreichen.

Panama hat herrliche karibische Bilderbuchstrände (wenn du das Paradies auf Erden suchst, google mal nach den San Blas Inseln!), tiefe Nebelwälder mit wunderschönen Wasserfällen, koloniale Architektur, indigene Völker, eine artenreiche Tierwelt und wir versprechen uns für uns als Fotografen wirklich eine sehr spannende Zeit.
Zahlungsmittel ist der US-Dollar und Panama wird immer beliebter bei US-amerikanischen Auswanderern, trotzdem ist es als Touristikziel absolut unbekannt. Tiefergehende deutschsprachige Infos über das Land finden wir kaum, selbst Reiseführer gibt es nur zwei! Soweit wir das von hier aus beurteilen können, wirkt Panama wie ein Paradies für Naturliebhaber, Fotografen und Reisende, die etwas Neues entdecken wollen. Wegen der noch eingeschränkten touristischen Infrastruktur, der lateinamerikanischen Kultur und Mentalität und den wenigen Infos werden wir uns aber sicher an vielen Ecken auch „durchkämpfen“ müssen. Reisen eben – nicht urlauben 🙂

Ist Panama als Reiseland „im Kommen“?

Im Moment sicher noch nicht. Trotzdem listen immer mehr große Reiseportale (wie etwa Urlaubsguru) oder Reiseführer (etwa Lonely Planet) Panama unter den top Reisezielen für das nächste oder die nächsten Jahre. Wir können uns vorstellen, dass Panama einen großen touristischen Aufschwung erlebt – wie vor einigen Jahren das Nachbarland Costa Rica, das mittlerweile selbst bei Pauschalreisenden schon sehr beliebt ist. Panama gilt als sicherer als Costa Rica und hat durch den Kanal und die moderne Hauptstadt zusätzliche große Anreize – wir sind sehr gespannt, wie der Tourismus sich in den nächsten Jahren entwickelt.

Empfehlt ihr mir, auch nach Panama zu reisen?

Keine Ahnung! Vielleicht ist das Klima belastend, die Mentalität nervig, die Infrastruktur furchtbar. Vielleicht liegen wir drei Monate am oder im Pool und warten auf unseren Rückflug. Genau das ist das Risiko bei einer so langen Reise in ein Land, über das wir so wenig wissen und auch so wenig von hier aus erfahren können.
Vielleicht haben wir auch die Zeit unseres Lebens, machen großartige Erfahrungen, die besten Fotos überhaupt, lernen neue Menschen und Kulturen kennen und wollen nie wieder zurück.
Und vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Wir werden es dich auf jeden Fall wissen lassen und dich auf Instagram und hier auf dem Blog mitnehmen auf unsere Reise – ganz ehrlich, ganz authentisch.

Was habt ihr in Panama vor?

Reisen. Und erleben! So wie wir es dann vor Ort für richtig halten.
Wie oben schon gesagt haben wir für die gesamte Zeit ein Haus gemietet, wir machen also keine Backpackreise und auch keinen Roadtrip, wie wir das sonst meistens tun. Von unserem Häuschen aus werden wir in Tages- und Mehrtagestouren das ganze Land bereisen. Wir werden geführte und individuelle Touren machen, hoffentlich sehr viel fotografieren und filmen und bloggen und so authentisch wie möglich dort leben. Mit Einkäufen auf dem Markt oder direkt vom Fischerboot, selbst kochen, selbst fahren, selbst verirren und die Welt entdecken. Denn genau das ist es, wofür wir reisen!

Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

4 Kommentare

  1. Ich freue mich so sehr für euch und das klingt so unglaublich spannend dass ich am liebsten gleich mitkommen würde! Falls ihr tolle Tiere findet schaue ich mir die Fotos auch gerne vorweg an 😀
    Ich wünsche euch eine tolle Zeit und freue mich sehr auf eure Eindrücke!

    • Vielen lieben Dank! <3
      Wir planen, die Bilder und Berichte dieses Mal sehr zeitnah zu posten 😀 Hoffentlich sehen wir ein Faultier. (Sina so: Oooooh, Faultiere!!)

    • Sina Antworten

      Hoffentlich wird es so traumhaft, wie wir glauben. Aber eine grandiose Erfahrung wird es allemal 😍

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