Den Artikel über den ersten Teil unserer Reise durch den wilden Westen findest du hier:
Wilde Mustangs und schroffe Küsten: Roadtrip durch den wilden Westen

Die Reise geht weiter

Es war die rote Welt Utahs, die uns in den letzten Wochen in ihren Bann gezogen hatte. Eine Welt aus steinigen Wüsten, skurrilen Felsformationen, eine Welt voller Sonne, endloser Weite, eine Welt der Mustangs und Indianer.

Nun beginnt der Boden fruchtbarer zu werden. Äcker mit riesigen Beregnungsanlagen spannen sich bis zum Horizont über die leicht hüglige Landschaft. Dazwischen: Alte Scheunen und verlassene Höfe. Kühe grasen auf den Weiden. Ein einzelner Truck steht vor einer verfallenden Tankstelle. Unser Weg führt uns durch das typische landwirtschaftliche Amerika in Idaho. Durch die Regionen, die in der Regel keine Touristen anziehen.

Roadtrip Idaho

Landwirtschaft und Waffen im Holster: Das „andere Amerika“

Auch wir wären nicht wegen Idaho in die USA geflogen. Aber es fasziniert uns, durch die Region zu reisen. Auch das ist Amerika. Fernab der schillernden Metropolen und der berühmten Nationalparks, fernab von den Träumen in Hollywood und den Banken in New York. Fernab von allem Trubel und dem, was uns als Touristen normalerweise auf diesen Kontinent zieht. Zwischen alten Farmern essen wir unheimlich gutes Steak in einem Diner, das seine besten Tage längst hinter sich hat. Jeder hier fährt einen Pick-Up-Truck, trägt Cowboyhut und eine Waffe im Holster. Das „andere“ Amerika scheint unendlich weit weg zu sein. Es ist ein Land der Gegensätze. Hier wird uns das so bewusst wie selten zuvor.

Es regnet, als wir nach Oregon fahren und die tiefen Wälder scheinen unendlich zu sein. In Utah hatten wir Flip-Flops getragen, jetzt liegt Schnee an den Straßenrändern. Regen passt zu der Landschaft aus blauen Seen und grünem Wald. Wir begegnen einem riesigen, wunderschönen Wolf, sehen atemberaubende Sonnenuntergänge und fahren durch kleine, abgelegene Dörfer, die es schaffen, sich etwas sehr Ursprüngliches zu erhalten. Hier in Oregon scheint die Welt sich etwas langsamer zu drehen. Mit der klaren, sauberen Waldluft atmen wir eine tiefe Entspannung und Ruhe ein.

Roadtrip Idaho

 

Gigantische Mammutbäume und Salz in der Luft: Unser Weg nach San Francisco

Es sind fast 1400km, die wir von Salt Lake City zurückgelegt haben, als wir spät an diesem Abend zum ersten Mal den Pazifik sehen. Aufgebracht und grau peitschen die Wellen an die Küste Oregons. Das unbeschwerte, sonnige California-Feeling weiter südlich lässt sich hier noch nicht erahnen. Der Pazifik wirkt ungezähmt, rau; die Menschen tragen Regenjacken und bereiten sich auf den Winter vor.

Es ist kalt, windig; wunderschön für Fotos und unbequem fürs Dasein. Aber der Blick zum Horizont verspricht Hoffnung: Die Wolkendecke wird dünner, einzelne Sonnenstrahlen brechen hindurch.
Direkt entlang der Küste fahren wir nach Süden. Unser Ziel sind die riesigen Urwald-Giganten: Die Mammutbäume des Redwood Nationalparks zwischen Oregon und Kalifornien.

Küste Oregon

Die Vergänglichkeit unseres Lebens erfahren: Die Redwoods

Man sagt, dass man die Mammutbäume selbst sehen muss. Dass Fotos ihre Größe nicht ansatzweise darstellen können. Dass man es erlebt haben muss, spazieren gehen muss zwischen den größten Bäumen der Welt, um einen Eindruck zu kriegen von der Majestät dieser Natur.

Obwohl wir schon vor einigen Jahren in dieser Gegend waren, haben wir die Redwoods nie besucht. Den Grund dafür kennen wir selbst nicht. Aber jetzt sind wir froh darüber. Froh, jetzt etwas ganz Neues entdecken zu können! Wir freuen uns riesig und können uns keine Vorstellung von dem machen, was uns erwartet.

Wir konnten uns wirklich keine Vorstellung machen.

Redwoods Kalifornien

Die Bäume der Redwoods gehören zu dem beeindruckendsten, was wir in unserem Leben gesehen haben. Weder Fotos noch Worte können die Schönheit, die Anmut und das Gefühl ausdrücken, das von den jahrhunderte- und jahrtausendealten Bäumen ausgeht. Jahrtausende! Wir sehen Bäume, die hier bereits vor 2000 Jahren standen! Bäume, die älter sind als unsere Zeitrechnung. Lebewesen, die allem getrotzt haben, den Naturgewalten, dem Wetter und dem Menschen. Hoffentlich noch lange dem Menschen.

Stundenlang gehen wir zwischen den Riesen des Urwalds spazieren. Über hundert Meter hoch sind sie, die Stämme über sieben Meter dick. Die Vergänglichkeit und Kürze unseres eigenen Lebens, unsere eigene Winzigkeit und Unwichtigkeit ist uns selten so bewusst gewesen.

Auch unsere Bilder können die Wirkung der Urwaldgiganten nicht einfangen. Wir verzichten deswegen nach kurzer Zeit auf das Fotografieren und genießen einfach nur, hier zu sein. Hier, wo die Welt so ursprünglich ist und man mit jedem Schritt Körper und Geist neu aufzuladen scheint. Wie glücklich sind wir, dass wir so viel von der Welt sehen dürfen.

Redwoods Kalifornien

Unser Weg nach Süden

Entlang der Küste fahren wir nach Süden. Immer wieder halten wir am Fahrbahnrand und schauen über das endlose Blau des Ozeans in die Ferne.
Ein salziger Geschmack liegt in der Luft, die Sonne auf unserer Haut wird wärmer. Wir sind in Kalifornien.

San Francisco ist noch etwa eine Stunde entfernt, aber wir spüren es schon jetzt, dieses ganz besondere California-Feeling, dieses Flair zwischen Hippies und Surfern, zwischen pulsierenden Großstädten und Lagerfeuer am Strand, zwischen Hollywoodstars und amerikanischen Träumen, das Gefühl des nie endenden Sommers.

Westküste

Wir fahren über die Golden Gate Bridge, schauen über die wunderschöne Bucht auf diese besondere Stadt, in der man sich sofort wohlfühlt, egal wie ausgelaugt oder gestresst man eben noch war, in der man sofort entspannt ist, in der alle Sorgen plötzlich klein wirken.

Ewiger Sommer, ewiger Urlaub: Kalifornien

Es ist noch früh morgens, wir kaufen Muffins und wunderbaren Latte Macchiato, sitzen am Ufer und schauen auf die Bucht. Möwen springen um die Fischer herum, die immer wieder ihre Angelruten auswerfen, braungebrannte Männer joggen oberkörperfrei an uns vorbei. Es ist November und hier im Norden Kaliforniens nicht besonders warm, aber es scheint niemand zu bemerken. Hier ist immer Sommer. Und wenn die Temperaturen nicht mitspielen, ignoriert man sie.

Vielleicht liegt es am Grasgeruch in der Luft, vielleicht nur an Palmen, Sonne und Seehundgeräuschen: San Francisco beruhigt. Es beruhigt auf eine fast unheimliche Art. Stundenlang könnten wir hier am Ufer sitzen und einfach nichts tun – und ja, das, obwohl es nicht warm ist. Wir kaufen uns noch zwei Kaffee und trödeln in den Tag hinein. Wir wissen nicht, wo wir heute übernachten – das wissen wir nie vorher, aber in San Francisco kosten die Zimmer heute mindestens 400€, deswegen wird es hier nicht sein. Es stört uns nicht. Uns stört überhaupt nichts. Es gibt Momente, da schaut man einfach nur vor sich hin, schaut die Möwen an, die Angler, die Jogger, und nichts ist irgendwie von Bedeutung oder gar beunruhigend. In San Francisco ist jeder Moment ein solcher.

San Francisco

 Die schönste Straße der USA: Highway 1

Der bekannte Highway 1 führt von San Francisco nach Los Angeles und ist für uns die schönste Strecke der USA und eines unserer absoluten Highlights. Er führt durch fantastische Natur, entlang einsamer Sandbuchten, steiler Klippen, durch herrliche Orte und ist einfach atemberaubend. Wenn du in Kalifornien bist, fahre auf keinen Fall die schnellere 101 oder gar die Interstate 5 zwischen San Francisco und Los Angeles, sondern nimm diesen Highway durch das Paradies unbedingt mit!

Big Sur

Direkt am Highway 1 liegt eine kleine Stadt namens Santa Cruz.
Es gibt ein Motel in Santa Cruz, da hat sie angefangen, unsere Beziehung. Da haben wir uns zum ersten Mal geküsst. Wir wissen nicht, wie es heißt oder wo es liegt, aber wir werden es wiederfinden. Reisen bedeutet ja nicht nur, Erinnerungen zu erschaffen, sondern auch, in solchen zu schwelgen. Hinterher, manchmal ein Leben lang. Diese Erinnerung ist für uns eine der schönsten.

Wir finden das Motel, buchen ein Zimmer und essen fades Motel-Frühstück auf der Dachterrasse, wie wir es damals getan haben. Es sieht nun anders aus, die Gebäude gegenüber sind weg, aber doch ist es gleich, das gleiche Gefühl, so als wären wir Jahre zurückgereist. Reisen heißt auch Zeitreisen.

Santa Cruz Kalifornien
Es ist leer in Santa Cruz, es ist ja November, und wir genießen es. Am Strand sind wir trotz warmer Temperaturen alleine, essen Eis, schlendern durch die Straßen. Wir wissen, dass es voller, lebendiger werden wird, je weiter wir nach Süden fahren. Die Sonnenhungrigen halten sich in Südkalifornien auf, wo auch jetzt noch fast 30 °C sind. Wir genießen die Ruhe, die wunderschönen Ausblicke über das Meer. Es ist fantastisch, hier zu sein, es ist besonders fantastisch bei -1 °C und Schneematsch in Deutschland.

Der Highway 1 zieht uns in seinen Bann. Wir kommen durch all die wunderbaren California-Städtchen wie Monterey, Santa Maria, Santa Barbara und Malibu. Wir bleiben ein oder zwei Nächte dort, wo es schön ist, und lassen uns treiben. Morgens starten wir mit Spaziergängen und ausgedehntem Frühstück, abends genießen wir den Sonnenuntergang am Strand oder an den Klippen. Wir erleben keine großen Reisemomente, über die man Geschichten schreibt. Aber wir erleben genau das, weswegen wir hier sind: Die wohl schönste Zeit unseres Jahres.

Santa Cruz

Verrückte Metropole: Los Angeles

Los Angeles war die Stadt, die uns auf unseren letzten Reisen in die USA am meisten enttäuscht hat. Die Stadt, die wir am hässlichsten fanden, am vollsten, kaputtesten und nervigsten. Total überschätzt.
Da wir die Touristen-Must-Sees der Stadt schon kennen, planen wir nicht, lange hierzubleiben, aber durchfahren müssen wir auf unserem Weg nach San Diego zur mexikanischen Grenze, es gibt keine andere Route.

Es ist später Nachmittag, und es ist voll, wie immer. Wer über den Stau in Deutschland jammert, sollte ein paar Wochen in Los Angeles sein, und er ist geheilt. Wir brauchen mehrere Stunden für wenige Kilometer und entschließen uns daher, einen Zwischenstopp einzulegen, bis in der frühen Nacht die Rush Hour vorbei ist und wir weiterfahren können.

Los Angeles

Wir parken am berühmten Venice Beach, essen Hotdogs und schlendern herum. Wie immer ist es abgedreht und voll, aber es ist besser als Stau. Viel besser. Plötzlich kommt es uns gar nicht mehr so schlecht vor. Was ist los mit uns? Wir erzählen doch immer jedem, er solle LA fernbleiben!

Vielleicht ist das Problem mit Los Angeles die Erwartungen. Wenn wir aus Europa nach LA kommen, erwarten wir Hollywood-Glamour. Wir erwarten eine spannende Stadt mit interessanten Sehenswürdigkeiten, wir erwarten Schönheit und Glanz. Was uns empfängt, ist eine recht heruntergekommene Stadt, auf dem ersten Blick voller Armut, Stau und Freaks. Natürlich sind wir enttäuscht. Wie könnte man nicht enttäuscht sein?

Als wir nun nach vier Jahren wieder in die Stadt kommen, erwarten wir jedoch nichts. Und vielleicht können wir uns daher zum ersten Mal öffnen für das, das Los Angeles wirklich ist. Es ist keine Glamour-Metropole voller Stars. Aber auf dem zweiten Blick findet man doch sowas wie Charme. Flair. Wir genießen die Abendstunden, laufen viel herum. Vielleicht liegt es an unserer unaufgeregten Einstellung nach den unbeschwerten Tagen in Kalifornien; aber wenn man alles nicht so ernst nimmt, den Stau nicht, die Menschen nicht, die Probleme nicht, ist Los Angeles plötzlich sogar ganz nett. Wir sind froh, nicht lange hier zu sein. Aber wir sind auch froh über die Stunden, die wir heute hier verbracht haben. Und darüber, wie auch eine festgefahrene Sichtweise sich fast von alleine wieder ändern kann.

Los Angeles

Unterbewertet: San Diego

Ich erinnere mich an unbeschreibliche Sonnenuntergänge, fantastisches Essen, Sitzen auf der Veranda und Spazieren am Strand. In San Diego habe ich 2013 einige der vielleicht besten Tage meines Lebens verbracht – und das, ohne wirklich was erlebt zu haben.

Nun sind wir wieder hier, in dieser Stadt, die so oft ausgelassen wird, so oft vergessen neben San Francisco und Los Angeles, die keine großen Sehenswürdigkeiten hat, aber einen doch so glücklich macht, einfach dadurch, dass man hier ist.
„Was gibt es denn in San Diego?“, werden wir oft gefragt, und was können wir antworten? Strände? Meer? Das gibt es hier doch überall. Es gibt nichts in San Diego, wenn man nach Dingen sucht, die man auflisten oder abhaken kann. Und doch gibt es hier alles.

San Diego Strand

San Diego ist eine Stadt, in der ich sofort wohnen würde, obwohl ich Städte nicht mag, und Mega-Metropolen erst recht nicht. Es ist umgeben von Stränden, einer schöner als der andere und egal wo man hinhört, das Hauptthema ist Surfen. Hier geht man in kurzer Hose zur Arbeit und anschließend zum Strand.

Hier relaxt man unter Palmen und verbringt die Abende bei unendlich leckerem Essen im Liberty Public Market (2820 Historic Decatur Rd, schau unbedingt vorbei!!) oder genießt den Sonnenuntergang über dem Meer. Nirgendwo geht dies übrigens besser als auf den Sunset Cliffs, die ihren Namen absolut zu Recht haben. Die Sonnenuntergänge hier sind magisch, die Farben fast schon übertrieben surreal. Ein Eldorado für Romantiker und Fotografen.

Sunset Cliffs San Diego

Wir sind mehrere Tage in San Diego, bräunen uns am Strand, shoppen in den herrlichen offenen Malls, deren Palmen weihnachtlich geschmückt sind. Am liebsten würden wir ewig bleiben. Wir sind fast traurig, dass unsere Planung uns wieder weg von der Küste ins Landesinnere zieht.

 

Leben und Tod: Zurück in die Wüste

So lebendig und quirlig es an der Küste war, so viel ruhiger, einsamer und ursprünglicher wird es wieder, als wir ins Landesinnere fahren. Wir wollen zum Joshua Tree Nationalpark, einem wundervollen Fleckchen Erde voll wundersamer Bäume, bevor es für uns weiter Richtung Death Valley geht.

Joshua Tree Nationalpark

Joshua Tree Nationalpark

Die karge Weite der Wüste, durchzogen von schroffen Felsen und bizarr geformten Bäumchen, ist unser nächstes Ziel. Es ist das absolute Kontrast-Programm zum Stadtleben der letzten Tage und wir sind einmal mehr überwältigt davon, wie viel Abwechslung uns Kalifornien innerhalb so weniger Kilometer bietet.

Wir kommen am Abend im Joshua Tree Park an. Stachelige Bäume winden sich gen Himmel, die Abendsonne taucht die Szenerie in fantastisches Licht. Es ist ein herrlicher Ort, herrlich zum Fotografieren und herrlich zum Sein. Die Stille ist überwältigend. Nachts, wenn sich die Milchstraße über die einsame Gegend spannt, wirken die ungewohnten Formen der Bäume besonders skurril, bizarr, und liefern sicher Stoff sowohl für Romantik- als auch für Horrorgeschichten.

Joshua Tree nachts

Wir bleiben eine Nacht und freuen uns, dass wir am nächsten Morgen früh im Park sein können. Wieder dieses Licht. Wieder diese Einsamkeit. Die Magie der Nationalparks entdeckt man am besten in den Randstunden des Tages.

Die Zeit ab Mittag, als sich der Park mit Touristen und Bussen füllt, nutzen wir für unsere Fahrt zum Death Valley. Hier waren wir noch nie und sind gespannt auf die Vielfalt der Wüste, die uns hier warten wird – am Tag, und insbesondere auch in der Nacht.

Joshua Tree Nationalpark

Death Valley

Das Tal des Todes empfängt uns mit angenehmen 28 °C und wundervollen Weitblicken. Wir fahren die asphaltierte Straße entlang und können uns nicht vorstellen, wie die Menschen damals mit ihren Ochsenkarren über dieses Geröll gereist sind – bei mindestens 10 °C mehr, ohne Orientierung und ohne Schatten in Sicht.

Das Death Valley florierte im Goldrausch, und wir finden verlassene Minen und verschüttete Schächte. Wie war es wohl, hier zu arbeiten? Hier, fernab von allem, in der unbarmherzigen Wüste, an einem der heißesten Orte der Welt – wenn doch das „andere“ Kalifornien so greifbar nah ist?

Wir treffen einen alten Mann, der mit einem verblichenen Foto in der Hosentasche durchs ganze Land gereist ist. „Das ist mein Vater“, sagt er und zeigt uns den stolzen Mann mit dem Auto auf dem alten Foto. „Er ist hierher gekommen, um zu arbeiten. Und ich bin hergekommen, um zu fühlen, wie es hier für ihn war.“ Er starrt in die Ferne. „Es muss wirklich anders gewesen sein.“

Death Valley

Die Sonne steht tief am Himmel, aber wir haben heute noch einen Punkt auf unserer Liste: Wir wollen ins Badwater Basin laufen, einen ausgetrockneten Salzsee mitten im Death Valley, und hier den Sonnenuntergang erleben.

Es ist atemberaubend, als es dunkler wird, und wir die Einzigen hier sind. Der weiße Boden leuchtet lila, der Himmel fast bedrohlich orange. Haben wir jemals einen so intensiven Sonnenuntergang erlebt? Es ist die Magie des Ortes und die absolute Einsamkeit und Stille, die ihren Teil dazu beiträgt.

Badwater Basin

Die Nacht ist dunkel im Death Valley, so dunkel, wie wir es in Deutschland nirgendwo mehr erleben können. Die Milchstraße leuchtet am Himmel und wir fühlen uns wie auf einem anderen Planeten. Plötzlich gibt es nichts, was so ist, wie zu Hause. Es ist kein Geräusch zu hören, keine Tiere, kein Wind, keine Straßen weit weg. Das fehlende Licht, die fehlenden anderen Menschen sind fast unheimlich. Alle Hotels und Lodges im Tal sind über den Winter geschlossen, alle Touristen weitergereist. Wir sind buchstäblich alleine. Die Magie der einsamen Nacht ist unbeschreiblich.

Den nächsten Tag nutzen wir, um noch einmal zu wandern. Das Death Valley hat viele interessante Punkte, die wir nicht alle abfahren können und wir entscheiden uns für einen Spot, den man erleben muss, um es zu glauben: Artist’s Palette. Es reicht uns nicht, dieses einmalige Spektakel aus der Ferne zu sehen: Hier müssen wir durchlaufen!

Artist’s Palette ist genau das, was der Name suggeriert: Gesteinsgipfel, die aussehen, wie die Farbpalette eines Malers. Durch die verschiedenen Metalle in der Erde färbt sich der Boden hier türkis, grün und rosa. Ein unglaubliches Farbenspiel der Natur, das uns beim Durchwandern wirklich glauben lässt, auf einem anderen Planeten zu sein.

Las Vegas und das Ende unserer Reise

Wir verlassen Death Valley überwältigt. Es ist Wahnsinn, wie ein einziger Ort so viel Magie, so viel beeindruckende und unwirkliche Spots vereinen kann. Garantiert war dies nicht unser letzter Besuch hier.

Unsere Reise endet dort, wo sie angefangen hat: In Las Vegas. Dieses Mal haben wir Glück und haben einen Tag unter der Woche erwischt: Die Hotels sind lächerlich billig, ein großes Luxuszimmer im gigantischen Luxor kostet uns nichtmal halb so viel wie das schäbige Motel unserer ersten Nacht. Aus unserem Zimmer haben wir einen gigantischen Ausblick über die Stadt, vom Flur einen schwindelerregenden Ausblick in das Innere der Pyramide. Wir wussten nicht, dass die Luxuszimmer so weit oben liegen.

Las Vegas Luxor

Während uns Las Vegas bei unserer Einreise gestresst hat, genießen wir es nun. Wir sind frisch und erholt und haben Lust auf die Stadt und ihre Schrullen. Wir verbringen unsere letzten zwei Tage im Luxor, erkunden das Casino-Leben uns haben den ganzen Abend Spaß von einem investiertem Dollar.

Unsere Reise war grandios. Wir können nicht sagen, was das Highlight war, haben so viel erlebt und gesehen im letzten Monat wie manchmal in einem ganzen Jahr nicht. Auf unserem Rückflug träumen wir. Von Mustangs in Utah und endlosen Canyons. Von riesigen Bäumen in Oregon, der kalifornischen Sonne und innerer Glückseligkeit. Und davon, weiterzufliegen statt nach Hause, weiter in die Welt und die überwältigende Schönheit, die sie uns bietet.

California Sunset

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Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

1 Kommentar

  1. Ich lese und schwelge – bin ja wirklich gerade erst aus den USA wiedergekommen und hab das Gefuehl, sofort wieder zurueck zu koennen. Wir waren zwar in San Diego, allerdings nur im Zoo – meine Eltern schwaermen aber auch sehr fuer die Stadt.
    Im Death Valley (und auch generell bei der Fahrt durch die weite Leere) haben wir uns auch gefragt, wie es wohl im Planwagen gewesen sein muss. Faszinierend, dass der Westen trotzdem so besiedelt wurde.
    Das Luxor ist uebrigens einer meiner Lieblinge, wobei wir im Rio waren und das auch sehr nett war. Unter der Woche bekommt man in Las Vegas wirklich gute Angebote.
    Danke fuer deinen Beitrag, ich lese hier immer sehr gerne 🙂

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