Rhythmische Klänge traditioneller Flöten und Trommeln erklingen, als im grünen Dickicht des Dschungels die palmenblattgedeckten Holzhäuser sichtbar werden. Zwanzig Minuten fuhren wir in einer Piroge, dem traditionellen Kanu der Emberá, den Rio Chagres hinunter. Zwanzig Minuten sind es nur, die uns von der Zivilisation – oder zumindest der Straße dahin – trennen. Zwanzig Minuten, die uns in eine andere Welt bringen – eine Welt, die der unseren so maximal fern ist, wie es heute kaum noch irgendwo möglich ist.

Zwanzig Minuten, die uns in eine andere Welt bringen

„¡Bienvenidos, amigos!“, begrüßen uns die Emberá. Die Hälfte der Einwohner des Dorfes – 30 Menschen leben hier insgesamt – ist runter zum Fluss geeilt, um uns willkommen zu heißen. Sie begrüßen uns mit guter Stimmung, mit Musik, in traditioneller Kleidung aus Lendenschurz und bunten Röcken. Ihre bemalten Körper glänzen in der tiefstehenden Sonne des Morgens, die nackten Füße treten sicher auf dem felsigen Untergrund. Jeder unserer Gastgeber stellt sich einzeln vor, drückt seine Freude aus, uns als Gäste zu empfangen. Es ist ein unwirklicher Moment und schwer zu realisieren, dass wir beide wirklich hier stehen, nur wir beide, im tropischen Regenwald Panamas, und von einem traditionell lebenden indigenen Stamm in ihrem Dorf begrüßt werden.

Besuch bei den Embera in Panama
Zwanzig Minuten dauert unsere Fahrt mit der Piroge über den Río Chagres, an dessen Ufern sich der unberührte Regenwald Panamas auftürmt

Die Emberá sind eines von sieben indigenen Völkern Panamas. Bis in die siebziger Jahre lebten sie in der Darién-Region – jener Gegend des Landes, die noch von tiefem Urwald überzogen und für Menschen fast völlig unzugänglich ist. Jener Gegend, vor der in allen Reiseführern gewarnt wird, wegen der Drogenschmugglerrouten aus Kolumbien, der kolumbianischen Rebellenarmee FARC und der weiten Entfernung zu Infrastruktur und medizinischer Hilfe. Manche sagen, es waren die Drogengeschäfte im Darién, andere sprechen von wirtschaftlichen Gründen, wieder andere machen die Rodung und Nutzbarmachung von Land verantwortlich für die Zerstreuung der Emberá und die Flucht einzelner Familien nach Westen – hier her, an das Ufer des Río Chagres, in den Regenwald Zentralpanamas. Acht Dörfer sind es, die sich aktuell am Río Chagres angesiedelt haben. Vier haben beschlossen, sich für Besucher zu öffnen. Wie heute für uns und ausdrücklich auch für unsere Kameras.

Indigene Dörfer in Panama
Versteckt mitten im Regenwald: Das Dorf der Emberá besteht aus palmenblattgedeckten, auf Stelzen gebauten Holzhütten. Am Flussufer liegen die zwei Kanus des Dorfes.

„Es ist uns trotzdem sehr wichtig, unsere Traditionen zu bewahren.“

„Es ist uns trotzdem sehr wichtig, unsere Traditionen zu bewahren“, erklärt uns der 33-jährige Fran, der uns durch das Dorf führt. Er weiß, dass es kaum noch traditionell lebende indigene Völker auf der Welt gibt. „Vielleicht ein paar in Brasilien“ – und betont, dass die Emberá stolz sind, ihre naturnahe Lebensweise zu erhalten und ihre traditionelle, ursprüngliche Lebensweise uns Besuchern zu zeigen.

Herz des Dorfes ist eine Art palmenblattgedecktes Gemeinschaftszentrum mit offenen Wänden. Hier sitzen Frauen und stellen Schmuck und Körbe her. Als wir ankommen, sind viele dabei, sich mit schwarzer Farbe zu bemalen. „Die Farbe wird aus der Jagua-Frucht hergestellt, die hoch in den Bäumen in den Bergen wächst“ – Fran zeigt in Richtung der Berge auf der anderen Seite des Flusses. Sie ist selten und extrem wertvoll für die Emberá. Die Bemalung mit dem Jagua-Saft dient als Schutz vor Insekten und der Sonne – und sie dient dem Ausdruck der Tradition. Einige Kinder sind fast vollständig schwarz bemalt, andere nur mit feinen Linien geschmückt. Einen religiösen Hintergrund haben die Tattoos nicht – auch die Emberá wurden von den Missionaren erreicht und sind evangelisch. In fünf Tagen ist Weihnachten, „dafür schmücken wir uns traditionell“, erklärt Fran mit Blick auf die vielen Frauen, die dabei sind, ihre Körper mit der schwarzen Farbe zu bemalen. Zehn Tage hält die traditionelle Bemalung, dann muss sie erneuert werden.

Fran zeigt uns den Kräutergarten und lässt uns eine Pflanze probieren. Innerhalb weniger Sekunden betäubt sie unsere Zungenspitzen. „Es ist ein Anästhetikum“, erklärt er. „Wir nutzen es für Wunden und schmerzende Muskeln – und für Kopfschmerzen. Es ist sehr gut gegen Kopfschmerzen.“ Fran deutet in die Bäume. „Die Pflanzen sind unsere Apotheke.“ Er zeigt uns Pflanzen gegen Kinderkoliken und Nierenschmerzen, gegen Parasiten – und gegen Magenkrebs. Ob sie auch ein Krankenhaus hier haben, fragen wir. „Natürlich“, sagt Fran und wir fragen uns, wie heilsamen die traditionellen Heilpflanzen der Emberá wirklich sind. Das Betäubungsmittel wirkt jedenfalls noch lange sehr überzeugend.

Embera Panama Heilpflanzen
Fran führt uns durch den Garten des Dorfes. Was für uns nach zufälligem Dschungel aussieht, ist für die Emberá Apotheke und Lebensmittellieferant

„Ihr solltet den Hühnern Kleidung anziehen.“

Direkt neben den Heilkräutern wachsen Bananen und Kochbananen, Ananas, Yucca und Guandú: panamaische Erbsen, die zu Weihnachten gegessen werden. Ob wir auch Yucca anbauen in Deutschland, fragt Fran, und auf unsere Antwort, dass es dazu zu kalt sei, möchte er wissen, wie wir dann Hühner halten. „Hühner können doch nicht leben in der Kälte“, sagt er. Wir erklären, dass wir ihnen Ställe bauen, Hühner-Häuser. Fran findet das absurd. Häuser für Hühner. „Ihr solltet ihnen Kleidung anziehen, wie euch“, sagt er, deutet auf mein T-Shirt und lacht. Wir sind die Exoten hier. Hühner in Häusern und Menschen in Kleidung. Fran schüttelt den Kopf. „Deutschland ist wirklich sehr weit weg.“

Indigene Völker Panamas

Deutschland ist weit weg, das merken wir auch daran, dass die nichtexistenten Uhren hier völlig anders ticken. Ein bisschen fühlen wir uns, als wären wir durch ein Loch im Raumzeitgefüge in eine andere Dimension geschlüpft. Die Emberá haben unheimlich viel Zeit für alles, viele sitzen einfach nur da, reden, lachen und entspannen – über unseren ganzen Besuch hinweg, obwohl es ein ganz normaler Wochentag für sie ist. Die Pflanzen wachsen allein, die Hühner fressen allein und mehr als sie aktuell bauen und anbauen, brauchen sie nicht. Es gibt kein Streben nach mehr, keinen Optimierungswahn. Das Dorf wirkt wie eine Parallelwelt aus einem anderen Universum, in der die Zeit noch weit zurück ist. Ein Entwurf dafür, wie es gesellschaftlich auch sein könnte, wenn es sich eben anders entwickelt hätte. Ein Beweis dafür, dass unsere gewohnte Art zu leben gar nicht die einzig mögliche ist, auch wenn wir sie dafür halten. Eine Parallelwelt mit anderen Ideen, anderen Werten, anderen Ansätzen und anderen Lösungen.

Es gibt sie, die Berührungspunkte

Allerdings gibt es sie, die Berührungspunkte. „Auch uns hat Covid erreicht. Als der große Ausbruch in Panama war, haben wir das Dorf nicht mehr verlassen, und unsere Kinder konnten nicht zur Schule gehen.“ Die Schule der Emberá, sie liegt fünf Minuten mit dem Kanu den Fluss runter. „Was habt ihr dann gemacht?“, fragen wir, „mit der Schule?“ „Wir haben einen Generator gekauft. Jetzt haben wir Elektrizität. Die Kinder haben über das Telefon gelernt.“ Homeschooling über ein Gemeinschaftssmartphone – es ist auch hier angekommen, im Leben der traditionellen Emberá, am Ufer des Río Chagres im panamaischen Regenwald.

Embera Panama
Jahrtausendealte Traditionen und moderne Technik: Jan zeigt den Kindern Fotos auf der Kamera – und lässt sie auch fotografieren

„Die Schule ist wichtig für unsere Kinder“, erklärt Fran. „Wir lernen Spanisch. Es ist hart für uns, weil unsere Sprache so anders ist. Daher sprechen wir nur ein bisschen, aber es ist sehr wichtig.“ Ein deutsches Wort möchte Fran auch lernen, und entscheidet sich für mariposa – Schmetterling. Direkt beim ersten Versuch spricht er es perfekt aus – und wird es den ganzen Tag nicht mehr vergessen, genauso wie unsere für ihn sehr schwierigen deutschen Namen.

Die Stammessprache der Emberá heißt ebenfalls Emberá – sie gehört zur Sprachfamilie der indigenen Chocó-Sprachen. Wir sind froh, dass Spanisch nur Frans Zweitsprache ist – im Gegensatz zu den schnell und undeutlich sprechenden Panameños ist er sehr gut zu verstehen. Die indigenen Völker Panamas brauchen Spanisch nicht nur für die Kommunikation mit Besuchern wie uns, sondern vor allem zur Verständigung mit den panamaischen Behörden. Nach einem langen Kampf konnten die Emberá in den Achtzigerjahren Teilautonomie für ihre Stammesgebiete erstreiten. Ein großer Schritt, der es ihnen in vielen Bereichen erlaubt, nach eigenen Regeln und Ansichten zu leben.

Embera Tattoos Jagua

Der Austausch mit der fremden Welt

Trotz Pflege ihrer Traditionen scheuen die Emberá den Austausch mit der „fremden Welt“ nicht. Einige junge Emberá ziehen zum Studieren in die Stadt, viele kommen anschließend wieder zurück ins Dorf. Auch Hochzeiten mit Latinos, den spanischstämmigen Panameños, sind erlaubt. „Mein Vater sagt allerdings, eine Hochzeit mit einer Latina verwandelt dich in einen Brüllaffen“, sagt Fran und lacht.

Nicht nur mit dem Lernen der Fremdsprache Spanisch oder der Anschaffung eines Generators öffnen sich die Emberá für die zivilisierte Welt um sich herum. „Früher haben unsere Frauen Röcke aus weicher Baumrinde getragen“, erklärt Fran. „Heute tragen sie Wickelröcke aus buntem Stoff – das ist viel bequemer und haltbarer“. Was die Planung ihres Lebens und den Bau ihrer Häuser und Werke betrifft, setzen die Emberá aber weiter auf Ursprünglichkeit. „Wir glauben an die Kraft des Mondes und der Sonne – und bauen Häuser wie dieses nur in bestimmten Mondphasen.“ Fran deutet nach oben auf das palmenblattgedeckte Dach der Hütte. „Sonst werden sie von Termiten zerfressen. Wenn wir uns nach dem Mond richten, halten sie lange!“

Unten am Fluss, dem Zufahrtsweg des Dorfes Puru Biakhiro, arbeitet ein alter Mann am Bau eines neuen Kanus – ebenfalls geplant nach den Mondphasen. Seit fünfzehn Tagen ist er dabei, weitere fünf wird es dauern, bis aus der gelben Kiefer ein Einbaum-Kanu für zehn Personen geworden ist. „Es wird sehr haltbar sein“, erklärt uns der Mann stolz, „viel haltbarer als unser altes Kanu. Noch in 20 Jahren wird es fahren. Es ist sehr gutes Holz und es ist ein sehr gutes Boot!“

Die Emberá sehen sich als Schützer des Waldes. Ihre Verbindung zur Natur ist sehr eng, spürbar. „Der Wald und der Fluss geben uns alles, was wir zum Leben brauchen. Sie nähren uns, sie heilen uns. Über unsere Schamanen, Jaibanás, kommunizieren wir mit den Geistern der Natur.“ Die Emberá leben von der Natur – und nicht trotzdem, sondern deswegen haben sie tiefe Ehrfurcht und Respekt vor ihr und ihren Bewohnern. Dies wird in allem, was sie erzählen, in allem was sie tun, deutlich.

Besteck und Teller gibt es nicht

Wir sind zurück am Gemeinschaftszentrum, es gibt Mittagessen. Gekocht wird es in einer großen Pfanne über offenem Feuer. Fisch und gebratene Kochbananen – patacones. Teller oder Besteck gibt es nicht, genauso wenig wie Plastik oder Papier. Serviert wird das Essen in einem gerollten Bananenblatt, gegessen wird mit den Händen. Fisch, Obst und Gemüse ist das typische Essen der Emberá. Fleisch gibt es sehr wenig, ab und zu mal ein Huhn, nachhaltiger ist es aber, die Hühner für die Eier leben zu lassen. Vor Wochen gab es mal ein Kaninchen, das mit allen geteilt werden musste. Die Dorfbewohner erzählen noch heute davon.

Nach dem Essen widmen sich die Emberá wieder ihren Körperbemalungen. Fran bietet uns an, uns auch zu bemalen, weil wir nun Teil der Familie sind. Wir können diese einzigartige Chance nicht ablehnen und so werden auch wir mit dem wertvollen schwarzen Fruchtsaft der Jagua-Pflanze bemalt. Bei mir entscheidet sich Fran für ein Tattoo aus traditionellen Linien, einer Blume und mariposa: Schmetterling. Etwa eine halbe Stunde dauert es, ab dann werden uns unsere Arme für etwa 10 Tage bei jedem Blick an dieses einzigartige Erlebnis im Regenwald erinnern.

Embera Tourismus

Bevor es Zeit für uns wird, aufzubrechen, haben die Emberá noch ein Highlight für uns vorbereitet: Sie zeigen uns einen traditionellen Stammestanz zu traditioneller Musik. Zum Trommeln, Rasseln und Flöten der Männer tanzen und singen die Frauen und Kinder im Kreis. Wir sind im Paradies. Wir sind viel gereist, haben viel gesehen, viel fotografiert und erlebt. Aber dieser Tag hier bei dem Emberá am Ufer des Rio Chagres ist es, den wir ab jetzt als unser intensivstes Reiseerlebnis bezeichnen werden.

„Kommt irgendwann zurück!”

„Kommt irgendwann zurück“, sagt der alte Mann, der das Kanu baut, als wir in unser Boot klettern. „Kommt zurück und bringt einen Ball mit – unser ist vor vielen Wochen geplatzt und nun haben die Kinder keinen mehr zum Spielen.“ Ein Ball. Es wäre so einfach gewesen, diesen Menschen etwas zurückzugeben. Ein Ball. Wenn wir nur geahnt hätten, wie einfach zu beschaffen für uns das große Glück gewesen wäre.

Zwanzig Minuten dauert die Fahrt über den Río Chagres zurück in die Zivilisation – oder zumindest der Straße dahin. Zwanzig Minuten, die uns zurück in unsere Welt bringen. Eine Welt, die ab heute für uns ein Stückchen größer, weiter sein wird – und ein bisschen weniger die einzig Wahre.

Vielleicht werden wir irgendwann hierher zurückkehren, an das Ufer des Río Chagres, und mit dem neuen Kanu in eine andere Dimension fahren. Wir werden einen Ball dabei haben und gespannt sein, ob Fran sich an unsere Namen und mariposa – Schmetterling – erinnert. Wir werden uns erinnern – denn es sind Begegnungen wie diese an den Enden der Welt, die unser Seelenleben für immer verändern.

Embera Panama
Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

17 Kommentare

  1. Hallo ihr Lieben,
    ich muss zugeben, mein erster Gedanke beim Lesen des Newsletters war Zweifel: Wie könnt ihr solche Reisen heutzutage noch vereinbaren mit Covid und, ja, auch dem Klima? Aber eure Gastgeber sind offenbar zum einen nicht ganz weg vom Schuss und waren auf Covid vorbereitet, ihr seid sicherlich durchgeimpft und wart vorsichtig (oder?) und zum anderen vermute/hoffe ich, dass ihr Eure Reisen bewusst auswählt und auch mal einen Flug zugunsten einer vielleicht längeren, aber interessanteren Bahnreise weglasst. (Oooder?)
    Falls nicht :-), wäre das mein persönlicher Wunsch für Euch für 2022ff: Trotz Fernweh und berufsbedingter Mobilität, lasst nicht aus dem Auge, was so eine Reise jenseits der Euros noch “kostet”.
    Alles Gute und kommt gut an in 2022!

    • Hey Frank,

      sehr schön, dass du diese beiden Punkte so wichtig findest – das tun wir auch 🙂

      Schau dich bei Interesse mal ein bisschen auf dem Blog um: Obwohl wir beruflich darauf angewiesen sind, machen wir durchschnittlich weniger als eine Flugreise im Jahr (2018: ein Rückflug. 2019 und 2020: Keine Flüge. 2021: Nur ein Hinflug…) und wenn wir fliegen, bleiben wir sehr lange (mehrere Monate) im Zielland. Das ist sicher nicht perfekt, aber doch deutlich weniger, als du zunächst wahrscheinlich annimmst. Die letzten zwei Jahre waren wir wegen Covid quasi gar nicht vor der Tür, auch wenn das für uns beruflich eine Katastrophe war. Nun haben wir uns mit Panama ein Reiseland mit sehr niedriger Inzidenz (bei unserer Einreise lag sie bei 14) und hoher Impfquote ausgesucht. Auch hier wohnen wir allein in einem gemieteten Haus und sind extremst vorsichtig. Natürlich auch das nur: Geboostert und getestet.

      Hier und hier findest du von uns ein bisschen was zur Klimathematik. Weitere Artikel sind in Planung.

      Also ja, wir reisen sehr bewusst, angepasst und so, dass es möglichst wenig Einfluss hat.

      Ich hoffe, dass du aus dem Artikel trotz deiner Sorgen auch ein paar schöne Minuten mitnehmen konntest.

      Liebe Grüße
      Sina

      • Hallo Sina,
        das freut mich, es (noch einmal) zu hören, den Kreuzfahrt-Artikel habe ich ja damals ebenfalls gelesen und entsprechend kommentiert.
        Und ja, der Artikel war sehr schön und ich finde es toll, dass ihr eure Erfahrungen teilt – besonders weil es welche sind, die wir vermutlich so schnell nicht machen werden können, dafür sind unsere Kinder im falschen Alter.
        Was mich (positiv) überrascht – und mag sein, dass das auch an meinem Gedächtnis liegt – bei Euch gehört das Reisen quasi zum Beruf, aber ihr schafft es mit einer Flugreise im Jahr. Gefühlt liegt das unter dem Durchschnitt in Deutschland. Reist ihr wirklich so wenig oder finden weitere Reisen dann tatsächlich per Bahn etc. statt?

        Liebe Grüße, und weiter so!

        • Hallo Frank,
          wie schön, dass dir der Artikel trotzdem gefallen hat, auch wenn er – was die Sache bedingt – in so weiter räumlicher Ferne “spielt”.
          Ja, wir machen höchstens eine Fernreise im Jahr, weil wir eben nicht “Länder sammeln”, sondern intensiv und langsam reisen. Da wir in der Regel mehrere Monate am Reiseziel bleiben, wirkt es so, als würden wir deutlich öfter reisen – dabei ist es eben nur eine Reise, die dafür sehr lang ist (aktuell sind wir z. B. 4 Monate in Panama, letztes Mal waren wir 3 hier). Wir bevorzugen diese Art des Reisens, weil sie sehr viel nachhaltiger ist und uns auch viel tiefere Einblicke in das tatsächliche Leben vor Ort gewährt. Denn genau das ist Reisen für uns, das echte Kennenlernen verschiedener Lebenswelten, nicht das Abhaken möglichst vieler Destinationen.

          Zusätzlich zur Fernreise reisen wir oft noch ein bis zwei Mal im Jahr innerhalb des europäischen Festlandes (in den letzten Jahren zB Italien, Frankreich, Schottland, Schweiz), aber das dann nie mit dem Flugzeug. Für uns ist das so ein sehr guter Kompromiss.

          Liebe Grüße und auch dir einen klima- und welt-schonenden Start ins Jahr 2022
          Sina

  2. Ganz toller Reisebericht. War selbst schon sehr viel unterwegs. Bei euch merkt man, ihr seit Profis. Wir wollen im März 22 auch wieder nach Costa Rica. Mal sehen ob Corona das zuläßt. Werde eure Seite im äuge behalten.

    • Hallo Winfried,

      vielen Dank für das Lob. Wir freuen uns, dass unser Bericht dir gefällt! Nach Costa Rica werden wir in den nächsten Monaten wohl auch mal schauen – bis Ende März sind wir hier. Wir drücken euch die Daumen, dass eure Reise sicher möglich ist und ihr die Zeit hier in Mittelamerika genau so genießen könnt wie wir!

      Liebe Grüße
      Sina

  3. Das ist ein wirklich interessanter Artikel! Ich finde es immer sehr spannend zu sehen, wie andere Menschen leben, ganz besonders wenn es sch wie hier um indigene Völker handelt. Leider wird das Thema ja oft vernachlässigt, weil es eben nur schwer mit unserem Leben vereinbar ist. Da bekommen viele wohl ein schlechtes Gewissen, weil wir ja alle mit unserem Lebensstil negativ auf die Urvölker dieser Welt einwirken. Seien es nun Palmölplantagen, Waldrodungen oder Religionen, die das ursprüngliche Leben so negativ beeinflussen.

    • Liebe Tanja,

      vielen Dank für deine liebe Rückmeldung. Ja, es ist unfassbar, was unsere europäische Zivilisation den indigenen Völkern in der Vergangenheit angetan hat und auch heute noch antut. Gerade deswegen finden wir es so wichtig, das Leben dieser Menschen in unser Bewusstsein zu rücken und echte Eindrücke, Geschichten, Gesichter und Namen damit zu verbinden. Denn wir wissen unheimlich viel, aber nur das, was uns emotional wirklich nah liegt, scheinen wir tatsächlich zu schützen.
      Wir wussten zB immer, dass Palmöl ökologisch gesehen schwierig ist. Aber erst nach dem Besuch von Palmölplantagen im gerodeten thailändischen Dschungel, dem persönlichen Sehen und dem Begreifen der damit verbundenen Katastrophen, haben wir tatsächlich unsere Ernährung so umgestellt, dass wir darauf verzichten. Schade, dass das nötig ist.

      Vielleicht bringen uns Reportagen wie diese einen Schritt näher an ein nachhaltigeres, schonenderes oder zumindest bewussteres Leben.

  4. Dieser bildhafte Reisebericht macht demütig vor indigenen Völkern und unberührter Natur. Wo gibt es noch Menschen, die mit minimalem Besitz glücklich sind und offensichtlich ihre Lebensfreude ausdrücken?

    • Liebe Christine,

      vielen Dank. Oh ja, wir haben wirklich so viel verlernt auf unserem Weg in unsere heutige Gesellschaft… Dies einmal so deutlich und dennoch nicht anklagend vor Ort zu begreifen, werden wir nie vergessen.

  5. Der ähnliche Name unserer Webseiten hat mich zu Euch geführt und dann bin ich hängengeblieben und war von Euren Berichten und Bildern sehr angetan. Vor allem das ihr Euch die Zeit nehmt und länger vor Ort weilt, finde ich sehr gut. Ich bin zwar hauptsächlich als Hochzeitsfotograf am Start, aber interessiere mich ebenfalls für das Reisen in ferne Länder. So kann ich vieles aus Euren Reportagen und Fotografien “mitnehmen” und bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht.
    LG Sebastian

    • Hallo Sebastian,

      wie schön, dass du zu uns gefunden hast! Da sind wir ja sogar im doppelten Sinn Kollegen 🙂 Wir wünschen dir weiterhin ganz viel Spaß beim Lesen und Stöbern und schauen direkt mal bei dir vorbei!

      Liebe Grüße
      Sina

      • Hallo Sina,
        lieben Dank für die schnelle Antwort, freue mich über Euren Besuch und bleibe auf jeden Fall neugierig auf Neuigkeiten von Euch.

        Liebe Grüße

        Sebastian

  6. Hallo Sina,
    Hallo Jan,
    was für ein bewegender Artikel. Ich habe mich schon immer gefragt, ob die Menschen, die nicht in unserer Überflussgesellschaft leben, nicht glücklicher sind als wir. Ich denke schon. Wenn man hat, was man braucht, kann man den Rest der Zeit einfach Leben. Auch wenn für uns ein Leben ohne 1000 Dinge nahezu unvorstellbar ist, dürfte man sich ohne diese vielen Luxusartikel endlich an das erinnern, was Leben ausmacht. Natürlich ist mir bewusst, dass auch in einem indigenen Dorf nicht alles Sonnenschein ist. Dennoch …
    Ich beneide euch sehr um diese Erfahrung. Vermutlich wird euch diese Erinnerung noch ewig begleiten. Und vielleicht schafft ihr es tatsächlich, Fran einen Ball zu bringen. Ich drücke die Daumen.
    LG
    Maike

  7. Ein wirklich schöner Bericht, der noch neugieriger auf Panama macht. Klingt nach einem authentischen Erlebnis abseits der Touristenpfade. Leider folgt die Ernüchterung bei anschließend Netz -Recherche. Eben doch mit wenig Aufwand für Toristengruppen buchbar 🙁 .
    Trotzdem Danke für den Einblick und die wirklich tollen Fotos.

    Liebe Grüße
    Julia

  8. Hallo ihr Beiden,

    ich bin gerade in der Recherche für meine Mittelamerika-Reise für die nächsten Monate und komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Eure Tipps für Panama sind einfach gold wert und freue mich, den einen oder anderen Ort in der nächsten Zeit ebenfalls zu entdecken. Die Texte und Bilder sind einfach top!

    Eine Frage hätte ich konkret zu diesen Beitrag:
    Habt ihr diese Erfahrung über einen Anbieter gebucht? Gerne würde ich nicht “blind” buchen – schön wäre es natürlich, wenn das Volk der Emberá ebenfalls davon profitiert. Ich freue mich über einen Tipp! 🙂

    VG Kevin

    • Hey Kevin,
      vielen Dank für das Lob, das freut uns sehr!

      Wir waren privat bei den Emberá. Trotzdem können wir dir für die Buchung von Touren in Panama Naturamerica empfehlen. Das ist die Agentur, mit der wir auch unsere Fotoreisen nach Panama durchführen und wir können sie sehr empfehlen 🙂

      Liebe Grüße und super viel Spaß in Mittelamerika
      Sina

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