Welche Kamera ist die richtige für mich?

Weißt du, welches die häufige Frage in Foto-Foren ist? Genau. Diese.

Welche Kamera soll ich kaufen?

Die Antwort ist einfach und immer die gleiche: Kommt darauf an.

Natürlich hilft das nicht weiter. Es hilft auch nicht weiter, wenn jeder sein Kameramodell auflistet und erzählt, wie zufrieden er ist.

Kamera Kaufberatung
Spiegelreflex? Lohnt sich das Schleppen wirklich?

Der Kamera-Markt ist voll. Es gibt hunderte Kameras, die sich alle mehr oder weniger für Einsteiger eignen. Sie alle sind mit wirren Zahlen-Buchstabenkombinationen benannt, mit denen ein Einsteiger absolut nichts anfangen kann. Wie wichtig sind Megapixel? Muss ich auf den ISO achten? Auf was noch? Brauche ich ein Schwenk-Klapp-Dreh-Display? WLAN? Was bedeutet APS-C? Muss die Kamera wirklich fünf Kilo wiegen? Und dann noch die Objektive…

Stopp! Atme tief durch. Alles nicht so schlimm – und nicht halb so kompliziert, wie die ganzen Zahlen und Abkürzungen dich glauben lassen. Mit absolut jeder Kamera kann man gute Fotos machen. Und schlechte.

iPhone Fotografie
Dieses Bild habe ich mit dem iPhone 6s aufgenommen. Es ist nicht nur cool – sondern auch unheimlich scharf.

Über die Objektive reden wir hier.  Und hier geben wir dir unsere ultimative Objektiv-Empfehlung für Reisen. Bleiben wir jetzt bei den Kameras. Los geht’s!

 

Welche Kamera soll ich kaufen?

Auch wir kriegen diese Frage oft gestellt. Weil wir nicht mehr sagen wollen „kommt darauf an…“, haben wir diesen Blogartikel geschrieben. Er zeigt dir, welche Arten von Kameras es gibt und welche die richtige für dich ist. Fangen wir an, etwas Licht ins Dunkel zu bringen!

Arten von Kameras

Es gibt dutzende Arten von Kameras. Wir gehen davon aus, dass du gerade mit der ernsthafteren Fotografie beginnst, ein dreistelliges Budget hast und dass du eine aktuelle digitale Kamera suchst.

Kompaktkameras und Smartphones

Kompaktkameras sind klein und leicht. Sie passen in jede Tasche, haben in der Regel einen kleinen Zoombereich und hilfreiche Automatik-Modi. Sie sind perfekt für das schnelle Bild zwischendurch, weil du sie immer dabei haben kannst. Wenn du Erinnerungsfotos machen willst, ohne dir um die Technik Gedanken zu machen, ist eine Kompaktkamera wahrscheinlich ideal für dich. Auf Grund der begrenzten Einstellmöglichkeiten und kleinen Sensoren eignen sie sich weniger gut für ambitioniertere Fotografie, aber auch mit Kompaktkameras kannst du unter den richtigen Voraussetzungen beeindruckende Bilder machen.

Kompaktkameras werden immer mehr von Handykameras abgelöst, die die Vorteile der digitalen Vernetzung bieten. Auch wir nutzen Smartphones für schnelle Bilder unterwegs – sei es zum Sofort-Zeigen oder weil wir lediglich etwas kurz festhalten wollen, ohne Kunst daraus zu machen.

Kamera Kaufberatung
Wichtiger als die Kamera sind Perspektive, Aufbau und vieles mehr. Auch wir fotografieren oft mit dem Smartphone und zeigen die Bilder hier auf dem Blog zwischen denen unserer Profi-Kameras!

Vorteile: Klein, leicht, handlich, immer dabei. Aufnahmemodi für verschiedene Situationen, keine technischen Kenntnisse erforderlich

Nachteile: Kleiner Sensor ermöglicht wenig Lichtstärke, weniger Bildqualität und wenig kreativen Gestaltungsspielraum. Künstlerische Ambitionen wie Hintergrundunschärfe und Langzeitbelichtungen sind nur sehr eingeschränkt oder gar nicht umsetzbar

Ideal für dich, wenn: Du unterwegs Erinnerungen festhalten möchtest, ohne technisch ambitioniert zu fotografieren

 

Unsere Empfehlung für eine Kompaktkamera

Canon PowerShot G7XDie Canon PowerShot G7 X ist eine super Wahl, wenn du dich für eine kleine, leichte Kompaktkamera entscheidest. Sie hat einen für Kompaktkameras ungewöhnlich großen 1-Zoll-Sensor und die Bildqualität hebt sich dadurch von den Konkurrenten deutlich ab. Der Autofokus ist schnell und gut, auch die Serienaufnahmen laufen in guter Geschwindigkeit. Sportaufnahmen sind somit kein Problem. Die Kamera hat ein klappbares, großes Display und erlaubt das Fotografieren im RAW-Format, was ein riesiger Vorteil ist. Die Kamera kostet 500 €, was für eine Kompaktkamera recht viel ist, diese Investition lohnt sich aber absolut. Unsere Meinung? Wenn eine Kompaktkamera, dann diese!

 

Unsere Empfehlung für eine Smartphone-Kamera

Google Pixel 2Das Google Pixel 2 hat aktuell vielleicht die beste Smartphone-Kamera auf dem Markt. Die große Blendenöffnung von f/1,8 erlaubt eine große Lichtstärke. Der elektronische Bildstabilisator verhindert verwackelte Bilder und der Autofokus ist extrem treffsicher. Das wichtigste ist natürlich die Bildqualität: Hier lässt das Google Pixel 2 wirklich keine Wünsche offen. Die Bilder sind scharf, die Farben brillant. Eine kleine Sensation auf dem Markt der ohnehin mittlerweile sehr guten Smartphone-Kameras! Das Smartphone kostet 775 €. Wenn du sowieso auf der Suche nach einem neuen bist – schau es dir an, es wird dich überzeugen!

 

Bridge-Kameras

Bridge-Kameras sind eine Zwischenlösung zwischen Kompaktkameras und den großen Systemkameras. Sie erlauben vielfältige Einstellungen, haben aber ein fest verbautes Objektiv mit einem sehr starken Zoom. Sie eignen sich, wenn du eine kleine, handliche Kameras suchst, aber trotzdem manuelle Einstellungen an deinem Bild vornehmen willst. Bridge-Kameras verlieren mittlerweile durch das Aufkommen der spiegellosen Systemkameras (mehr dazu unten) etwas an Bedeutung.

Vorteile: Kleiner, leichter und handlicher als eine Systemkamera, sehr großer Zoombereich, manuelle Einstellmöglichkeiten erlauben künstlerische Bildgestaltung

Nachteile: Keine Wechselobjektive, in der Regel weniger Bildqualität als Systemkameras, weniger Lichtstärke

Ideal für dich, wenn: Du manuelle Einstellungen vornehmen willst, einen großen Zoombereich möchtest und eine möglichst kleine, leichte Kamera suchst

 

Unsere Empfehlung für eine Bridge-Kamera

Panasonic LUMIX DMC-FZ1000EGDie Panasonic Lumix DMC-FZ1000EG + sticht auf dem Markt der Bridge-Kameras heraus. Sie verfügt über einen 1-Zoll-Sensor mit 20 Megapixeln, was eine erstklassige Bildqualität ermöglicht. Der Autofokus ist schnell und präzise und die Serienaufnahme-Funktion ermöglicht das Schießen von 9,5 Bildern in der Sekunde – unschlagbar! Die Kamera ermöglicht außerdem Aufnahmen im RAW-Format und 4k-Videos. Der Zoombereich ist sehr groß – umgerechnet auf Kleinbildformat erstreckt er sich von 25-400mm! Mit einem Preis von etwa 550 € liegt die Panasonic Lumix im höheren Preissegment der Bridge-Kameras, sticht aber nicht so stark nach oben heraus wie einige Konkurrenten.

 

Systemkameras

Systemkameras bestehen aus Kameragehäuse und wechselbaren Objektiven. Man kann sie heute in zwei Gruppen unterteilen: Die klassische Spiegelreflexkamera (DSLR) und die spiegellose Systemkamera (DSLM).

Spiegelreflexkameras

Spiegelreflexkameras sind die typischen „professionellen Kameras“, haben sich mittlerweile aber auf dem Massenmarkt etabliert. Durch einen größeren Sensor erlauben sie individuellere Bildgestaltung und eine höhere Bildqualität. Durch die Wechselobjektive sind sie sehr flexibel und vielfältig einsetzbar in allen Bereichen der Fotografie. Spiegelreflexkameras haben im Gegensatz zu spiegellosen Kameras einen optischen Sucher, der dir den exakten Bildausschnitt anzeigt. Der Autofokus einer DSLR ist in der Regel sehr gut und übertrifft – im dreistelligen Preissegment – den von spiegellosen Kameras.

Spiegelreflexkameras sind schwerer und größer als Kompakt- und Bridgekameras. Machst du dir die Mühe und schleppst eine Systemkamera mit dir herum, solltest du dir das Wissen aneignen, die großen Vorteile, die sie bietet, auch zu nutzen. Es lohnt sich!

Kaufberatung Kamera
Schleppe die schwere, unhandliche DSLR nur dann mit, wenn du das Wechselspiel der Einstellungen beherrschst.

Vorteile: Manuelle Einstellmöglichkeiten, hohe Bildqualität, sehr flexibel durch Wechselobjektive, optischer Sucher, längere Akkulaufzeit, guter Autofokus

Nachteile: Größer und schwerer, macht „bessere Bilder“ nicht von alleine, sondern benötigt Wissen

Ideal für dich, wenn: du dich mit den Einstellungen zur Belichtung und Schärfe auseinandersetzen möchtest, wenn du anspruchsvoller oder auch mit künstlerischen Effekten fotografieren möchtest und größtmögliche Flexibilität suchst

Besser für dich als eine spiegellose Systemkamera, wenn: du eine lange Akkulaufzeit brauchst, der elektronische Sucher unangenehm für dich ist und wenn du einen guten/schnellen Autofokus brauchst, weil du oft bewegte Motive fotografierst

 

Unsere Empfehlung für eine Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Nikon D5500Die Nikon D5500 besticht mit ihrer sehr guten Bildqualität und der großartigen Schärfe. Auch das Rauschverhalten ist besser als bei anderen DSLRs in diesem Preissegment. Die D5500 hat einen APS-C-Sensor, ein Schwenk-Drehdisplay mit Touchscreen, ein WLAN-Modul und Full-HD-Videofunktion. Ihr Gehäuse ist kompakt und ergonomisch. Unserer Meinung nach ist diese Kamera das perfekte Einsteiger-Modell in die ambitionierte Fotografie. Zusammen mit dem 18-55mm-Kitobjektiv kostet sie knapp 600 € – absolut im Rahmen! Mit dieser Kamera machst du definitiv nichts falsch!

Alternative von Canon: Suchst du nach einer Canon-Kamera, ist die Canon 750D die beste Wahl für dich als Einsteiger!

 

Unsere Empfehlung für eine Spiegelreflexkamera für Fortgeschrittene

Canon EOS 80DDie Canon 80D ist für uns die beste DSLR für Fortgeschrittene. Ihr APC-C-Sensor mit 24 Megapixeln erlaubt eine sehr gute Bildqualität, Farbbrillanz und Schärfe. Der Autofokus mit mit 45 Fokusmessfeldern, davon alle Kreuzsensoren, arbeitet extrem schnell und präzise – auch im Live-View-Modus. Die Serienbildfunktion erlaubt bis zu 7 Bilder in der Sekunde. Die Kamera hat eine sehr gute Akkulaufzeit von bis zu 960 Bilder pro Akkuladung. Das Gehäuse ist spritzwassergeschützt – was mehr als hilfreich sein kann. Mit 1300 € ist die Kamera mehr als doppelt so teuer wie die DSLRs aus dem Einsteigersegment. Wir empfehlen sie dir daher, wenn du schon länger fotografierst, weißt, dass dieses Hobby dich begeistert und du noch mehr aus deinen Bildern rausholen willst.

Alternative von Nikon: Fotografierst du bisher mit Nikon und willst dabei bleiben, empfehlen wir dir als Fortgeschrittenen die Nikon D7200.

 

Spiegellose Systemkameras

Früher war der Spiegel der Systemkameras unabdingbar. Man brauchte ihn, um ein Vorschaubild in den Sucher zu projizieren und den Autofokus der Kamera nutzen zu können. Die digitale Technik erlaubt es heutzutage jedoch, das Sucherbild elektronisch darzustellen. Auch der Autofokus kann heute über die digitalen Bildsensoren gesteuert werden. Einige Kameramodelle machen sich diese Neuerungen zu Nutze und verzichten auf den Spiegel. Sie sind dadurch deutlich leichter und handlicher als Spiegelreflexkameras.

Spiegellose Kameras verfügen über einen elektronischen Sucher, du siehst das Bild also nicht durch Linsen, sondern auf einem Bildschirm. Dieses kann für die Augen ermüdend oder unangenehm sein und erhöht den Akkuverbrauch stark. Der elektronische Sucher hat allerdings den großen Vorteil, dass er dir das Bild genau so anzeigt, wie es am Ende aussehen wird. Du siehst also direkt im Display noch vor der Aufnahme, ob das Bild richtig belichtet ist, ob es stark rauscht, wie der Schärfeverlauf ist etc.

Klein, handlich – und super Qualität! Spiegellose Systemkameras werden immer beliebter. Kein Wunder!

Vorteile: Manuelle Einstellmöglichkeiten, hohe Bildqualität, sehr flexibel durch Wechselobjektive, leichter und kleiner als DSLRs, elektronischer Sucher zeigt „fertiges Bild“

Nachteile: höherer Akkuverbrauch, elektronischer Sucher ggf. unangenehm für die Augen, in der Regel schlechterer Autofokus. Auch die spiegellose Systemkamera macht „bessere Bilder“ nicht von alleine, sondern benötigt Wissen

Ideal für dich, wenn: du dich mit den Einstellungen zur Belichtung und Schärfe auseinandersetzen möchtest, wenn du anspruchsvoller oder auch mit künstlerischen Effekten fotografieren möchtest und größtmögliche Flexibilität suchst.

Besser für dich als eine Spiegelreflexkamera, wenn: du eine leichtere und kleinere Kamera suchst, wenn du keine lange Akkulaufzeit brauchst oder bereit bist, Akkus öfter zu wechseln, wenn du meist unbewegte Objekte fotografierst, wenn für dich die Vorteile des elektronischen Suchers (Bild wird fertig angezeigt) überwiegen

 

Unsere Empfehlung für eine spiegellose Systemkamera für Einsteiger

Sony Alpha 6300Die unserer Meinung nach beste spiegellose Kamera für Einsteiger ist die Sony Alpha 6300. Sie hat einen
24 Megapixel APS-C Sensor. Bildqualität und Rauschverhalten sind extrem gut, Autofokus und Serienaufnahmen schnell. Das Gehäuse hat eine Magnesiumlegierung ist ist staub- und spritzwassergeschützt. Der 4k-Videomodus erlaubt brillante Filmaufnahmen. Mit 900 € ist die Kamera noch im dreistelligen Bereich – und du wirst keinen Euro bereuen. Unser Favorit!

 

Unsere Empfehlung für eine spiegellose Systemkamera für Fortgeschrittene

Sony Alpha 7 IIKommen wir zur einzigen Vollformat-Kamera dieser Liste: Der grandiosen Sony Alpha 7 II! Mit 1500 € sprengt sie unseren Rahmen – trotzdem finden wir, dass sie nicht unerwähnt bleiben darf. Wenn du auf der Suche nach einer möglichst kleinen, leichten Kamera bist und dir gigantische Bildqualität, einen super Autofokus und viele beeindruckende Features wünschst, ist die Alpha 7 II deine Kamera!

 

Welche Marke soll ich kaufen?

Du hast jetzt eine Idee, welche Kamera-Art am besten zu deinen Ansprüchen passt? Hervorragend, der größte Schritt ist getan!

Die Frage nach der besten Kamera-Marke ist nicht zu beantworten. Grundsätzlich kannst du aber nichts falsch machen: „Schlechte“ Kameramarken gibt es nicht.

Die alten Platzhirsche auf dem Kameramarkt sind Canon und Nikon. Für diese beiden Marken gibt es daher das größte Angebot an Zubehör und Objektiven, was tatsächlich ein großer Vorteil ist. Im Bereich der spiegellosen Systemkameras haben diese beiden Hersteller allerdings deutlich weniger Auswahl.

Schon seit einigen Jahren mischt Sony den Kamera-Markt stark auf. Sony-Kameras sind noch etwas unbekannter als die von Canon oder Nikon, aber von sehr hoher Qualität. Sony baut sehr gute Sensoren, die Kameras haben ein gutes Rauschverhalten, ein gutes Handling etc. Auch unter Profi-Fotografen verbreiten sie sich immer mehr.

Für Marken wie Olympus, Ricoh und Pentax gibt es weniger Zubehör, aber auch diese Hersteller solltest du nicht grundsätzlich aus deiner Recherche ausschließen.

Für welche Marke du dich am Ende entscheidest, ist einfach Geschmackssache. Die Menüführung ist immer etwas anders und jedes Kameramodell hat individuelle Stärken und Schwächen. Grundsätzlich wird deine erste Kamera wahrscheinlich wegweisend sein: Die meisten fangen zuerst mit irgendeiner Marke an und bleiben dann recht treu bei dieser – weil sie sich an die Menüs gewöhnt haben und das passende Zubehör weiterverwenden können.

Hab keine Angst, im Hinblick auf die Marke die „falsche Entscheidung“ zu treffen – das wird dir nicht gelingen 🙂

Kaufberatung Kamera
Canon, Nikon, Sony… oder ganz etwas anderes. Am Ende ist das nur eine Geschmacksfrage.

 

Worauf muss ich sonst achten?

Megapixel, ISO, Sensor, Autofokus… Wenn du nach einer neuen Kamera suchst, raucht schnell der Kopf. Auch hier, wir können es nicht oft genug sagen: Mach dir keine Sorgen, so gut wie alle heute verfügbaren Einsteiger-Kameras erfüllen alle Kriterien, die du als Einsteiger brauchst.

Bei der folgenden Zusammenfassung gehen wir davon aus, dass du dich für eine Systemkamera – egal ob Spiegelreflex oder spiegellos – entscheidest. Bei Kompaktkameras und auch Bridge-Kameras sind diese Kriterien zu vernachlässigen, da du hier deinen Schwerpunkt auf geringe Größe und Gewicht der Kamera legst.

Wichtige Kriterien beim Kamera-Kauf:

Kamera KaufberatungSensorgröße: Verbreitete Sensorgrößen im Einsteigerbereich sind MFT (Micro Four-Thirds) und das etwas größere APS-C. Grundsätzlich und vereinfacht gesagt sorgt ein größerer Bildsensor für bessere Bildqualität. Willst du anspruchsvoll fotografieren, empfehlen wir dir daher mindestens einen MFT-Sensor.

RAW-fähig: Deine Kamera sollte RAW-Aufnahmen ermöglichen. Hier erfährst du, was genau das ist und was dieses Format dir ermöglicht. Auch wenn du als Einsteiger wahrscheinlich erstmal im JPG-Format fotografieren wirst, hältst du dir mit einer RAW-fähigen Kamera alle Möglichkeiten offen.

ISO und Rauschverhalten: Deine Kamera sollte grundsätzlich einen möglichst hohen ISO-Wert erlauben und hier noch akzeptable Bilder machen, die nicht zu stark rauschen. Ideal ist es, wenn du dir High-ISO-Bilder deiner Kamera vorher anschaust und für dich entscheidest, ob das Rauschen noch vertretbar ist.

Ein höherer ISO sorgt für mehr Lichtstärke deiner Kamera, du kannst also auch bei schlechtem Wetter und drinnen fotografieren. Noch wichtiger ist für die Lichtstärke allerdings das Objektiv.

Kamera KaufberatungZubehör und Informationen: Wir haben es oben bei den Marken schon angesprochen: Es ist auf Dauer sehr vorteilhaft, wenn du viel gutes Zubehör (Objektive, Blitze etc.) für deine Kamera bekommst. Canon und Nikon bieten hier die größte Fülle. Dritthersteller wie Sigma, Tamron und viele weitere bieten zusätzliches Zubehör für die großen Marken an. Auch für den Austausch unter Gleichgesinnten ist es von Vorteil, ein verbreitetes Modell zu kaufen: Du kannst so viele Fragen und Probleme ganz einfach klären.

Handling: Die Handhabung der Kamera wird oft unterschätzt, ist aber ein sehr wichtiger Punkt. Wenn du beispielsweise besonders kleine oder große Hände hast, wirst du mit manchen Modellen glücklicher und mit anderen unglücklicher sein. Hier bietet es sich auf jeden Fall an, in einem Geschäft mal verschiedene Kameras „probezuhalten“ und auch die Bedienung der Knöpfe durchzugehen. Beim Online-Kauf finden sich oft in den Bewertungen hilfreiche Hinweise.

Akkulaufzeit: Auch dieser Punkt ist wichtig, denn es wird dich auf Fototouren und gerade auf Reisen sehr nerven, wenn dauernd der Akku leer ist. Informiere dich hier entsprechend und wenn du dich für eine „Akku-Fresser“-Kamera entscheidest, investiere am besten direkt in einem Zweit- oder gar Drittakku.

Kaufberatung KameraAutofokus: Hier kommt es stark darauf an, was du fotografieren möchtest. Liegt deine Vorliebe bei unbewegten Motiven wie Landschaften oder Portraits, bist du bzgl. des Autofokus mit allen aktuellen Kameras gut beraten. Möchtest du aber oft Sport fotografieren, musst du besonderen Wert auf den Autofokus legen. Eine Kamera mit einem extrem guten und schnellen Autofokus ist die Canon EOS 7DII. Sie kostet 1500€, aber wenn dein Herz an der Sportfotografie hängt, ist sie jeden Cent wert.

Megapixel: … sind im Wesentlichen ein Marketing-Gag. Findige Elektronikmärkte versuchen hier, die Komplexität des Kamerakaufs auf ein einziges Merkmal zu reduzieren. Lass dich nicht darauf ein: Mehr Megapixel sind nicht unbedingt besser und alle aktuellen Einsteigerkameras haben mehr als ausreichend Megapixel, um die Bilder großformatig an die Wand zu hängen.

Klappdisplay, Drehdisplay, Schwenkdisplay: Wir geben es zu: Wir nutzen das nicht. Fotografierst du viel mit Stativ oder möchtest viele Makroaufnahmen machen, ist das aber sehr vorteilhaft. Gerade für ungewöhnliche Perspektiven nah am Boden oder mit hochgehaltener Kamera sind Klappdisplays ideal.

 

Soll ich das Objektiv gleich zur Kamera dazu kaufen?

Kameras werden oft in einem sogenannten Kit mit einem passenden Objektiv zusammen verkauft. Hierbei handelt es sich meist um recht einfache, einigermaßen flexible Objektive für Standardsituationen. Viele Einsteiger achten nicht auf das Objektiv – sie sind froh, dass sie eine Kamera gefunden haben und nehmen halt das Objektiv, das dabei ist. Auch wir haben das bei unserer ersten Kamera so gemacht. Grundsätzlich ist das Objektiv für die Bildqualität aber noch wichtiger als die Kamera. Es ist also die Zeit wert, zumindest einen Blick darauf zu werfen. Auch bei deiner Budgetplanung solltest du bedenken, dass ein gutes Objektiv teuer ist – das Geld aber absolut wert. Im Zweifelsfall bietet es sich sogar an, eher Abstriche bei der Kamera zu machen als beim Objektiv.

Hier gelangst du zu unserer Objektivempfehlung und hier zeigen wir dir, wie du rausfindest, welches Objektiv das richtige für dich ist.

Kaufberatung Kamera
Die meisten Einsteigerkameras werden mit einem 18-55mm-Objektiv zusammen verkauft.

Ich weiß immer noch nicht, welche Kamera ich mir kaufen soll. Könnt ihr mir nicht die Entscheidung abnehmen?

Klar! Nimm diese. Nichts ist daran falsch. Dazu nimm dieses Objektiv.

Du willst nicht schwer schleppen? Dann nimm diese.

Mit beiden Kameras wirst du glücklich werden. Und, das versprechen wir dir: Du hast die Möglichkeit, damit sehr, sehr gute Bilder zu machen.

Am Ende ist es ziemlich egal, mit welcher Kamera du fotografierst. Wichtig ist, dass – und wie! – du es tust!

Bist du gerade auf der Suche nach einer neuen Kamera? Haben unsere Tipps dir geholfen? Erzähl uns, für welche du dich entschieden hast – und vor allem, warum! Auch für Fragen zu den Empfehlungen stehen wir dir in den Kommentaren natürlich wie immer zur Verfügung!

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Autor

Hi! Ich bin Jan. Fotograf, Reisejunkie und Mitbegründer von Lichter der Welt. Ich liebe ferne Länder genau so wie den Wald vor der Haustür. Jeden Tag neue Dinge zu sehen und zu erleben ist das, was mich am Reisen am meisten reizt. Als Coach und Fototrainer gebe ich regelmäßig mein Wissen an Fotobegeisterte weiter. Auf Lichter der Welt nehme ich dich mit auf unsere Reisen und teile meine Erfahrungen, Tipps und Inspirationen mit dir!

7 Kommentare

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel, er hat mir sehr bei der Entscheidungsfindung geholfen!
    Liebe Grüsse
    Anja

    • Liebe Anja,

      vielen Dank für dein Lob! Wir freuen uns, dass wir dir helfen konnten! Weißt du schon, welche Kamera es werden soll? 🙂

      Liebe Grüße
      Sina

      • Liebe Sina,
        Ich habe mich für die Canon EOS 77D entschieden mit dem Sigma 17-70mm, was ihr empfehlt. 🙂
        Liebe Grüsse
        Anja

  2. Wow, vielen Dank für diesen interessantem und ausführlichen Beitrag.
    Wie Ihr schon geschrieben habt ist die Frage nach der richtigen Kamera nicht in einem Satz zu beantworten. Über diesen Beitrag sollte aber jeder die passende Kamera für sich auswählen können – Super 🙂
    Gruß
    Flo

  3. Hallo Jan,

    ein ganz toller Beitrag! Ich beschäftige mich selber schon länger mit der Frage: welche soll meine nächste Kamera werden?! Und ich bin regelmäßig total überfordert und weiß gar nicht so recht, worauf ich achten muss. Danke für deinen informativen und hilfreichen Beitrag!

    Gruß, Jana

    • Jan Antworten

      Hallo Jana,

      danke für dein Lob. Es freut uns, wenn dir unser Beitrag gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Jan

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