Wir wollten nach Kuba.
Ist ja ähnlich.

Heiligabend sahen wir zufällig, dass die isländische Billigfluglinie WOW-Air Flüge nach Reykjavik für 80 € verkauft. Brauchten wir nicht noch ein Geschenk für uns selbst?

In Island haben wir uns kennengelernt.
Hier haben wir zum ersten Mal zusammen geredet, gelacht, gegessen. Hier sind wir zum ersten Mal zusammen gereist, auch wenn wir beide noch nicht ahnten, dass wir uns in Deutschland wiedersehen, geschweige denn nach zwei Wochen zusammenziehen würden.

Wir kommen zurück, sagten wir uns. Bald fahren wir wieder nach Island. Wir müssen wissen, wie es im Winter ist.

Schnee Fotografie Tipps

Aufgeschobene Träume

Du weißt wie das ist mit „bald machen wir das“?

Exakt.
Es kamen endlos viele Sachen dazwischen.
Wir schmissen wenige Monate nach unserem Kennenlernen unsere Jobs und gründeten zusammen eine Firma, um unsere Leidenschaft zu leben. Wir zogen mehrmals um, erlebten viel und reisten viel – niemals nach Island, denn es gab ja zahllose andere Ecken, die wir noch nicht gesehen hatten!

Jetzt zögerten wir keine Sekunde. März sollte es werden, für mehr Tageslicht. Wir buchten einen Jeep über www.billiger-mietwagen.de und über www.booking.com die erste Unterkunft in Reykjavik. Brauchten wir noch was? Thermohosen? Wie kalt wird es eigentlich? Ach, irgendwo haben wir bestimmt noch wasserdichte Schuhe.

Island Nicht von dieser Welt

 

Wo kommen all die Leute her? Reykjavik und die Blaue Lagune.

März kam schneller als gedacht. Wie immer. Und wie immer waren wir kaum vorbereitet.

Reykjavik kannten wir schon, die neue Vollheit dort nicht. 1,5 Millionen Touristen im Jahr und jedes Jahr 20-25% Anstieg?
Wirklich?
In diesem Dorf?

Der Tourismus in Island boomt unglaublich. Gerade bei asiatischen Touristen sind Reykjavik und der Golden Circle, den du von hier aus gut in einem Tag befahren kannst, extrem beliebt. Entsprechend boomen auch die Preise. Unser Hotel von 2013 war mittlerweile tatsächlich 3-mal so teuer. Der Eintritt in die Blaue Lagune kostet um die 60 € und muss vorreserviert werden. Draußen stehst du in langen Schlangen an. Für ein Schwimmbad! Einen Burger bekommst du nirgendwo für unter 20 € und das Abendessen…
Moment.
Fangen wir positiv an. Insgesamt war es nur geil!

Reykjavik im Winter

Die nördlichste Hauptstadt der Welt

Reykjavik ist jung, bunt, süß und modern. Die kleinen bunten Häuschen laden zum Bummeln durch die Gassen ein. Einkaufen kannst du hier alles, was du brauchst und leckeres Essen gibt es an jeder Ecke. In den ersten Tagen der Reise erträgst du die Vollheit hier noch gut, weil du sie aus den deutschen Städten gewohnt bist. Plane deswegen am besten deinen ersten Tag für die Hauptstadt ein.
Wenn du Party magst, ist das Nachtleben empfehlenswert, ansonsten ist auch einfach ein Spaziergang durch die Stadt wunderbar. Da Reykjavík eher ein Dorf ist, kommst du auch ohne Ahnung an allen wichtigen Punkten vorbei. Beeindruckende Gebäude sind die Hallgrimskirkja, die größte Kirche des Landes, und das moderne gläserne Konzerthaus Harpa am Hafen. Wenn du etwas Zeit in das Schlangestehen investierst, kannst du mit einem Lift auf den Turm der Kirche fahren und hast einen schönen Ausblick über die Stadt. Sollte es regnen und du trotzdem kreativ fotografieren wollen, schaue in das Konzerthaus hinein – die Architektur ist inspirierend und bietet tolle Perspektiven.

Reykjavik im Winter

Die Blaue Lagune

Ob du einen Tag für Islands wohl bekannteste Sehenswürdigkeit, die Blaue Lagune, investieren möchtest, solltest du dir am besten schon vor deiner Reise überlegen. Gerade in der Saison ist das Bad oft tage- oder gar wochenlang vorher ausgebucht. Wir hätten noch buchen können – haben uns aber dagegen entschieden, für 140 € (wir hätten noch Handtücher gebraucht) wie Ölsardinen gequetscht in dem wirklich schönen Wasser zu stehen.
Die Lagune kennen wir von unserer letzten Reise. Für viele ist sie DAS Island-Ding und tatsächlich ist sie mit ihrem türkis-milchigen heilenden Wasser ein einmaliges Erlebnis. Das Wasser kannst du übrigens auch in den öffentlich zugänglichen Bereichen um das Bad herum sehen und fotografieren – hier ist es allerdings kalt.
Entscheidest du dich für einen Besuch der Blauen Lagune, erwartet dich Entspannung in körperwarmen Wasser, was in der Kälte wunderschön dampft. Masken aus Mineralien kannst du dir kostenlos auftragen (und später im modernen Shop teuer kaufen). Im Wasserbereich findet sich eine Bar, an der du Getränke kaufen kannst, während du im Wasser plantschst. Das Bad ist auch im Winter bis 22 Uhr geöffnet und ein besonders unvergessliches Erlebnis ist das Beobachten von Nordlichtern aus dem heißen Wasser heraus.

Reykjavik Stoppover Blaue Lagune

Der Start in Islands atemberaubende Natur

Wir haben für unseren zweiten Tag ein Shooting mit einem Paar aus Reykjavik geplant, was weiter nördlich an der Westküste stattfindet und kommen schon jetzt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Das Wetter! Die Farben! Die Landschaft! Warum hat es so lange gedauert, bis wir jetzt endlich wieder an diesem Ort sind?

 

Island an einem Tag. Der Golden Circle.

Der Golden Circle ist Islands bekannteste Rundreisestrecke. Sie beginnt wenige Kilometer hinter Reykjavik und gilt als eine der beeindruckendsten Touren Europas. In nur 300 Kilometern kannst du hier an einem Tag das uralte – und wunderschöne – Kulturgut Þingvellir, beeindruckende Geysire, Vulkankrater und den riesigen Wasserfall Gullfoss besuchen. Der Golden Circle bietet Island auf kleinsten Raum und wenn du auf deiner Reise in die USA nur einen Zwischenstopp in Reykjavik hast, eignet er sich als interessante – wenn auch im Sommer langsam tatsächlich überlaufene – Tagestour.

Jeder Reisende und jeder Reiseveranstalter befährt den Golden Circle, weswegen du in der Saison schnell in einer Reisebuskolonne fährst. Als alternatives „Island auf kleinem Raum“ bei einem Kurztrip empfehlen wir dir die Halbinsel Snaefellsnes, mehr dazu weiter unten.

Þingvellir

Die Beliebtheit des Golden Circle mag den Individualreisenden stören, aber sie hat ihren Grund.
Im Tal Þingvellir (sprich „Thingvellir“ mit englischem th) hielten die Wikinger schon im Jahr 930 Versammlungen ab, es gilt als eines der ältesten Parlamente der Welt. Þingvellir liegt in der Bruchzone der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten. Nirgendwo sonst auf der Welt wird die Plattentektonik optisch durch riesige Felsspalten und Risse so deutlich wie hier und du kannst buchstäblich zwischen zwei Kontinenten umherwandern – und im kristallklaren Wasser der Silfra-Spalte übrigens auch tauchen. Ein sehenswerter Wasserfall bei Þingvellir ist der Öxarárfoss, der die Almannagjá-Schlucht herunterdonnert.
Ebenfalls im Þingvellir-Nationalpark liegt umgeben von vier aktiven Vulkanen der Þingvallavatn, der – vielleicht – größte See Islands.

Die Geysire Islands

Die nächste Station des Golden Circle ist ein weitere absolutes Highlight Islands: Du kommst im Geothermalgebiet Haukadalur zu den Geysiren Großer Geysir (der allen anderen ihren Namen gab) und Strokkur. Der Große Geysir schießt nur noch selten Fontänen in den Himmel, der kleinere Strokkur aber bricht zuverlässig alle ca. 10 Minuten aus und befördert sein Wasser 25-35 Meter in die Höhe. Um diese beiden interessantesten Geysire herum finden sich weitere kleinere Geysire und viele Heißwasserquellen, die in herrlichen Farben leuchten. Wie alle Naturspektakel in Island ist auch dieses Gebiet kostenlos zugänglich. Durch die touristische Beliebtheit finden sich hier mittlerweile große Parkplätze, Souvenirshops und Restaurants.

Reykjavik Stoppover GeysireWir kennen die Geysire schon und haben – wie schon beim letzten Mal – wieder wirklich schlechtes Wetter. Trotzdem können wir sie uns nicht entgehen lassen und sind bei jedem Ausbruch wieder aufs Neue begeistert von der unbändigen Kraft der Erde. Verborgen und unvorstellbar stark liegt sie direkt unter unseren Füßen. An keinem Ort der Erde wird die Energie der Erde an jeder Ecke so deutlich und zuverlässig sichtbar wird wie in Island.

Island Nicht von dieser Welt

Der Gulfoss

Nur 10 Kilometer nach den Geysiren kommen wir zu Islands meistbesuchtesten Wasserfall: Dem Gullfoss (Goldener Wasserfall), der der ganzen Route ihren Namen gab. Über zwei insgesamt 32 Meter hohe Kaskaden donnert am Gullfoss das Wasser in einen tiefen, schwarzen Canyon. Der Wasserfall ist auch im Winter atemberaubend. Du solltest dich (und am besten auch deine Kamera) wasserdicht einpacken, da der Gullfoss je nach Wind eine enorme Gischt aufwirbelt.
Bei unserem Besuch ist der Gullfoss teilweise verreist und die Ränder schneebedeckt – ein wunderschöner Anblick, auch wenn der obligatorische Regenbogen, der sich bei Sonne über dem Fall bildet, fehlt.

Kerið

Eine letzte sehr lohnenswerte Station des Golden Circle ist der Vulkankrater-See Kerið. Vom leicht besteigbaren Kraterrand aus hast du einen herrlichen Ausblick über das leuchtende Wasser des Sees und die rotbraun schimmernde umliegende Landschaft.

Reykjavik Stoppover Golden Circle

 

Beliebt. Der Süden.

Wir verlassen den Golden Circle und befinden uns wieder auf der Ringstraße – der 1. Mittlerweile ist sie fast auf der ganzen Strecke geteert und wird gut geräumt.

Island Roadtrip Winter

Für eine Übernachtung in der Region am Golden Circle bietet sich das Städtchen Selfoss an (wenn du jetzt bei dem Ausdruck „Städtchen“ für die Aneinanderreihung von ein paar Häusern und einem Supermarkt noch lachst, warte mal ab, was sie im Norden als Stadt bezeichnen!). Im Gegensatz zu seiner Umgebung hat Selfoss selbst wenig zu bieten und so entscheiden wir uns für die Miete eines kleinen Bungalows mit Hot Pot. Das Baden in heißen Quellen hat in Island lange Tradition und wegen der Nutzung der Geothermalwärme brauchst du hier auch im Winter kein schlechtes Gewissen wegen Energieverschwendung zu haben. Im heißen und dampfenden Wasser unter dem Sternenhimmel in der rauen Natur zu sitzen, ist ein Erlebnis, das zum Islandurlaub absolut dazu gehört. Vergiss deine Badesachen nicht!

Hinter Selfoss geht es für uns durch den beliebten und reizvollen Süden Islands in Richtung Vík. Das zuerst sehr schwierig erscheinende isländische Vokabular zur Benennung der Orte ist übrigens recht einfach und besteht nur aus Aneinanderreihungen von kurzen Wörtern: Vík beispielsweise bedeutet Bucht und wird für die meisten Küstenstädte verwendet. Reykjavík ist die Rauchbucht, Keflavík mit dem Flughafen ist die Treibholzbucht und Vík… na ja, ist wohl einfach eine Bucht!

Einige Kilometer hinter Selfoss gehen die Straßen 32 und 62 ab, die weiter ins Landesinnere führen. Im Winter sind sie nicht geräumt und teils schwierig zu befahren, im Sommer bietet sich mit einem Geländewagen aber ein Abstecher nach Landmannalaugar absolut an! Auf dem Weg dahin kommst du an der Hekla vorbei, ein großer und sehr aktiver Vulkan, der zuletzt 1991 und 2000 ausgebrochen ist und wieder fällig wäre.
Wenn du einen Geländewagen gemietet hast oder gerne wanderst, empfehlen wir dir außerdem eine Tour zum Háifoss, einem phänomenal schönen Wasserfall.

Entscheidest du dich für den komfortablen Weg und fährst weiter auf der Ringstraße Richtung Vík ganz im Süden, kommst du an den beiden bekannten Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss vorbei (der aufmerksame Leser hat sich längst selbst beigebracht, dass Foss einen Wasserfall bezeichnet!).

Reykjavik Stoppover Seljalandsfoss

Seljalandsfoss und Skógafoss

Der Seljalandsfoss ist in den Abendstunden am spektakulärsten, weil er hier intensiv leuchtet. Na ja. Nur, wenn die Sonne scheint. Bei uns nicht!
Das außergewöhnlichste an diesem Wasserfall ist, dass du dahinter gehen kannst und durch das fallende Wasser auf die Landschaft Islands blicken kannst – zusammen mit einem ganzen Haufen anderer Touristen mittlerweile.

Wunderschön, vielleicht, weil du direkt davor gehen kannst, ist der 25 Meter breite und 60 Meter hohe Skógafoss, der sich nur wenige Kilometer weiter Richtung Osten befindet. Die Legende besagt, dass sich hinter diesem ein Schatz befindet und der bei gutem Wetter zu sehende Regenbogen den Weg zu diesem weist. Rechts am Skógafoss gelangst du über eine Treppe zu einer imposanten Aussicht über die Küste. Es lohnt sich, den ausgeschriebenen Wanderwegen zumindest für ein paar Minuten zu folgen, du gelangst zu vielen kleineren Wasserfällen und tiefen Schluchten.

Das Flugzeugwrack

Wenn du auf deinem Weg auf der 1 rechts einen großen Parkplatz siehst, von dem ein ewig langer Weg ins Nirgendwo führt, bist du beim Flugzeugwrack angekommen. Dieses liegt an der Küste auf einem Privatgrundstück und ist nirgendwo ausgeschildert. Der Weg zum Wrack ist markiert und dauert etwa 40 Minuten. Jeden Tag müssen Touristen aus dieser Wüste aus schwarzem Sand gerettet werden, weil sie ihre Fähigkeit zur Orientierung über- oder plötzliche Wetterumschwünge unterschätzt haben. Bleibe also auf dem Weg und rechne immer, insbesondere im Winter, mit plötzlich auftretenden starken Stürmen, dichtem Nebel oder erbarmungslosen Niederschlag.
Wenn wenige Touristen dort sind, ist das Flugzeugwrack im düsteren Nirgendwo ein phänomenales und mystisches Fotomotiv.

Island Nicht von dieser Welt

Das Kap Dyrhólaey

Die Stadt Vík selbst ist bis auf ihren schwarzen Lavastrand eher unspektakulär. Kurz davor geht aber ein Weg zum Kap Dyrhólaey ab. Vom Kap aus hast du einen spektakulären Weitblick über die Küste und die schwarzen Strände und einen Haufen an einmaligen Fotomotiven. Im meist tosenden Meer siehst du neben dem Felsentor die drei schwarzen Felsnadeln Reynisdrangar. Die Legende besagt, dass diese – wie fast alle Felsformationen auf Island – drei versteinerte Trolle sind.
Im Sommer hast du am Kap Dyrhólaey die Chance, neben vielen anderen hier nistenden Seevögeln auch die berühmten Papageientaucher zu sehen. Insgesamt ist das Kap einen Abstecher absolut wert – auch ohne Kamera, und mit erst recht!

 

Eis und Schnee. Der Osten.

Generell solltest du außerhalb von Reykjavik immer tanken, sobald du eine Tankstelle siehst – in Vík besonders, denn der nächste Ort ist das auch bei guten Straßenverhältnissen mehrere Stunden entfernte Höfn. Die Tankstellen sind außerdem der Lebensmittelpunkt vieler kleiner Orte. Hier findest du fast immer ein kleines Bistro und einen Supermarkt für das Nötigste. Wenn du dich finanziell schon kurz vor dem Ruin befindest, sind die Hot Dogs empfehlenswert, die du hier überall kaufen kannst, das Softeis übrigens auch!

Hinter Vík beginnt eine landschaftlich erst etwas eintönigere Fahrt – wenn man bei Island von so etwas sprechen kann. Nach einiger Zeit türmen sich dann links und rechts der Straße beeindruckende und mystische Lavaformationen auf, sanft überwuchert von weichem Moos. Wo auf der Welt sollten Elfen leben, wenn nicht hier?
Die Strecke durchs Elfenland führt zu einem unserer Lieblingsorte auf Island – oder sogar der ganzen Welt.

Gletscherlagune Island Winter

Jökulsárlón

Die Gletscherlagune Jökulsárlón ist sowohl bei Nebel als auch bei klarer Sicht atemberaubend. In absoluter Stille treiben hier weiße, blaue und schwarze Eisberge vom Gletscher Vatnajökull hinaus auf dem Ozean. In der Stille kannst du das Kalben des riesigen Gletschers hören, ein wahrer Gänsehautmoment.
Gerade wenn du fotografierst, solltest du ausreichend Zeit einplanen, am Gletschersee entlang zu laufen und die schimmernden Farben der Eisberge auf dich wirken zu lassen, die du so auf der ganzen Welt nirgendwo sonst siehst. Mit jedem Meter entdeckst du neue Eisformationen.

Schnee Fotografie Tipps

Auf der anderen Seite der Brücke findest du an der Küste den Diamond Beach. Am schwarzen Sandstrand werden hier viele der ins Meer getriebenen Eisberge wieder angespült und schmelzen langsam vor sich hin. Ein wahrhaftig einmaliger Anblick!

Zum Übernachten und auch zum Essen bieten sich bei der Gletscherlagune die Hotels Halí Country Hotel und Gerði Guesthouse an.
„Habt ihr noch all eure Autoscheiben?“, ist die erste, keinesfalls ironische Frage der Rezeptionistin an uns.
Bei unserer Ankunft in Halí tobt ein derartiger Sturm, wie wir ihn in Deutschland noch nie erlebt hatten. Es ist super anstrengend, die Autotüren zu öffnen und mit aller Kraft festzuhalten, damit sie nicht abreißen. Tatsächlich können wir uns auf einer kurzen Wanderung an einem Punkt nicht mehr auf den Beinen halten und sind sehr froh, als wir es heil zum Auto geschafft haben. Die Parkplätze sind übersäht von Glassplittern herausgedrückter Scheiben und wir sehen noch tagelang Wagen, deren Seitenfenster die Besitzer notdürftig mit Pappen repariert hatten. Das Wetter in Island verdient das Wort unberechenbar und du solltest dich darauf unbedingt vorbereiten. Hier haben wir dir die wichtigsten Tipps für deine Islandreise im Winter zusammengefasst.

Zum Glück begrüßt uns am nächsten Morgen die strahlende Sonne, die uns bis zum Ende unserer Reise nicht mehr verlässt.

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Eishöhlentour

Von Jökulsárlón aus starten ganzjährig viele Gletschertouren zum Vatnajökull.
Wir haben uns für eine Eishöhlentour entschieden, weil diese nur im Winter möglich sind.
Die Eishöhlen befinden sich unter dem Gletscher und sind Gebilde wie aus einem Traum. Bizarr, kristallin und wunderschön.
Leider ist unsere Eishöhle überlaufen mit diversen Führungen, was für das Erlebnis wirklich schade ist. Wir schaffen es trotzdem, ein paar coole Fotos zu machen und wünschen uns, nochmal zurückzukehren, wenn es ruhiger ist, und uns fotografisch richtig auszutoben. Ob das in Island in den nächsten Jahren möglich sein wird?

Islands Einsamkeit

Östlich von Jökulsárlón ist es endlich soweit: Wir sehen niemanden mehr.
Die Ostfjorde liefern uns gewaltige und bei dem herrlichen Wetter wunderschöne Landschaften.
Unser Abstecher zum Küstenort Neskaupstaður führt uns durch eine phänomenale Winterlandschaft. Immer wieder fahren wir an spektakulären Fjorden entlang und schauen auf bunte arktische Dörfchen. Hier gibt es nicht „den und den Punkt, den du unbedingt gesehen haben musst“. Gerade das ist es, was wir an Island lieben. Es ist kein „Abarbeiten“ von Punkten mehr, kein Anstehen an Naturspektakeln. Es scheint nur noch uns zu geben und die endlose Schönheit und Weite der isländischen Natur.

Island Reise im Winter

Das Seeungeheuer

Als Ort für unsere Übernachtung wählen wir Egilsstaðir, der größte Ort im Osten, der an dem See Lagerfljót liegt.
Sagen und Legenden gehören zu Island wie das Feuer und das Eis, und auch in Egilsstaðir gibt es eine. Ausnahmsweise geht es hierbei nicht um Trolle, Feen und Elfen, sondern um ein Monster.
Ähnlich der Legende um Loch Ness in Schottland soll es auch bei Egilsstaðir ein Seeungeheuer geben, den Lagarfljótwurm. Die isländische Kommission stufte ein 2012 aufgenommenes Video als „authentisch“ ein und prämierte es mit mehreren Tausend Euro für den Filmer.
Das Monster sehen wir leider nicht, dafür beeindruckende Wasserfälle um den See herum uuund, Trommelwirbel, Wälder! Die gibt es in Island so gut wie gar nicht mehr, nachdem die ersten Siedler alles abholzten und die Wachstumsperioden auf der Insel so kurz sind, dass kaum etwas nachwächst.

Island Reise im Winter

 

Wunderschöne Welt! Myvatn und der Norden.

Nach unserer nicht geglückten Monstersichtung fahren wir durch einsames Gebirge in die Myvatn-Region. Auf dem Weg kommen wir am Dettifoss vorbei, dem volumenstärksten Wasserfall Europas. Mittlerweile führt eine neue Asphaltstraße zu einem Parkplatz, von wo aus du den Dettifoss und andere Wasserfälle des Flusses nach einem kurzen Spaziergang erreichst.

Island Reise im Winter

Dettifoss und Selfoss

Die Wassermassen des Dettifoss stürzen über 100 Meter Breite tosend in die Tiefe. Der Boden bebt und es scheint eine ungeheure Energie von diesem Naturspektakel auszugehen, die gleichzeitig anziehend und beängstigend ist.
Unweit neben dem Dettifoss befindet sich der Selfoss. Er wirkt ruhiger und zahmer, ist aber mindestens genauso beeindruckend. Wir genießen unser Dasein in der winterlichen Stille und wandern auf den meterhoch verschneiten Wegen durch Lavagestein am Canyon umher. Oh, du schöne Welt!

Vulkane und Krater

Die Region um Myvatn ist eine der bekanntesten in Island. In der Umgebung finden sich zahllose Naturwunder vulkanischen Ursprungs, überall zischt, brodelt und kocht die Erde.
Hier findest du den perfekt geformten Vulkankrater Hverfjall, den du besteigen kannst. Am südwestlichen Ende des Myvatn haben sich viele Pseudokrater gebildet, die es nur auf Island gibt – und auf dem Mars. Die Pseudokrater liegen direkt an der Ringstraße und laden zu einer kurzen Wanderung durch die Schönheit der Natur am Seeufer ein.

Island Reise im Winter
Als Alternative zur Blauen Lagune bietet die Region das Myvatn Nature Bath. Dieses ist etwas günstiger und weniger überfüllt als das bekannte Original bei Reykjavik.

Wenn du wissen willst, wie es in einer Hexenküche vor sich geht, ist die Region Hverarönd perfekt für dich.

Island Reise im Winter

Feuer und Eis

Von Egilsstaðir aus vor dem Myvatn-Gebiet liegt ein beeindruckendes Soltarenfeld aus dem riesige Rauchsäulen aufsteigen. In rötlich-gelber Landschaft brodeln hier Schlammtümpel vor sich hin, andere dampfen, zischen, gurgeln und spritzen ihre Brühe in die Luft. Über allem hängt der Geruch von Schwefel. Nur wenige Meter weiter am aktiven Vulkan Krafla nutzt ein Kraftwerk die scheinbar endlose Energie, die hier aus der Erde dringt.

Wie auch Þingvellir liegt die Myvatn-Region auf der Bruchstelle der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatten. Die Landschaft wird hier von zahlreichen Spalten durchzogen, die sich jedes Jahr um 2 Zentimeter vergrößern. An einigen Stellen sind die Spalten mit warmen oder heißen Wasser gefüllt, in dem du teilweise baden kannst. Eine bekannte und wunderschöne Stelle ist die Höhle der Grjótagjá.

Island Reise im Winter

Goðafoss, die perfekte Unterkunft und Nordlichter

Etwas westlich von Myvatn und direkt an der 1 liegt der Goðafoss – einer der schönsten Wasserfälle Islands.
In Laugar zwischen Myvatn und Goðafoss finden wir mit der kleinen Farm Öndólfsstaðir unsere perfekte Unterkunft in Island. Die Gastgeber und das Frühstück verdienen 12 von 10 Punkten und könnten großartiger nicht sein.
In der Einsamkeit der Farm beginnt dann auch unser großes Glück: Nach einer Woche sehen wir zum ersten Mal Nordlichter. In einer klaren Nacht liegt die Chance auf das Lichterspektakel in Island bei über 90 % (eine klare Nacht zu haben ist das viel größere Problem) und heute Nacht ist das Erlebnis besonders beeindruckend. Über uns explodieren grüne, gelbe, rote und violette Farbbomben. Wie Elfen tanzen die Formationen geschwind über den Himmel, andere breiten sich minutenlang aus und verharren ewig.
Bei minus 6°C stehen wir stundenlang auf dem Feld und sind mit jeder Faser unseres Körpers beeindruckt. Ein unfassbar schönes Phänomen, das auf jede Bucket-List gehört.

Akureyri

Ganz im Norden wartet Akureyri, Island zweitgrößte Stadt, auf uns. Diese Bezeichnung klingt hochtrabender als es ist, Akureyri ist eher ein niedliches Dorf, in dem du gemütlich etwas flanieren kannst. Ein liebes Detail sind hier die roten Herzen, die statt den normalen Kreisen die roten Ampeln anzeigen. In der Finanzkrise hat Island die Ampeln so umgestaltet, um die Menschen daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist. Generell vermittelt Island den Eindruck, das Leben sei hier vielmehr ein Miteinander, Menschen kümmern sich umeinander, es scheint weniger Neid und Missgunst zu geben. Vielleicht liegt es an der rauen Natur, die die Menschen hier seit jeher bedroht, aber wir sind begeistert von der Herzenswärme und des Wir-Gefühls auf der Insel.

Island Reise im Winter

Der Norden ist landwirtschaftlich geprägt und weniger spektakulär als der Rest des Landes. Wir verbringen eine Nacht in der nicht besonders hübschen Stadt Sauðárkrókur. Nachts werden wir für unsere Unterkunft entschädigt und sehen noch einmal atemberaubende Nordlichter. Dieses Mal fahren wir etwa 20 Minuten aus dem Ort heraus an einen Fjord, den wir uns vorher ausgeguckt haben und werden mit einer spektakulären Sicht belohnt.

Island Reise im Winter

 

Absolute Einsamkeit. Westfjorde

Nach der unvergesslichen Nacht an der Nordküste fahren wir in die wahrhaftige Einsamkeit Islands, wie sie sonst nirgendwo in Europa zu finden ist: Wir fahren in den Westfjorde.
Weil Winter ist und die Straßenverhältnisse nicht vorhersagbar, trauen wir uns nicht, eine Unterkunft an diesem unbeschreiblich schönen Ende der Welt zu buchen. Hier passiert es oft, dass Orte über Nacht einschneien und die Straßen am nächsten Tag nicht mehr passierbar sind. Wir fahren daher nur so weit auf die Halbinsel, wie es in einer Tagestour problemlos möglich ist und versprechen uns, im Sommer wiederzukommen.

Island Reise im WinterDas Wetter Islands

Trotz guter Vorhersagen werden wir auf einer Passstraße von dickem Nebel überrascht, der uns kaum einen Meter weit gucken lässt. Alles um uns herum ist weiß. Wir tasten uns vorsichtig die Straße entlang und sind froh, gerade nicht an einem Abgrund entlang zu fahren. Wenige Kilometer weiter öffnet sich der Nebel wieder komplett und gibt uns einen herrlichen Blick über das Tal frei. Diese Gegensätze und Unvorhersagbarkeiten sind das, was wir an Island lieben. Dieses erfordert aber auch mehr Vorsicht und zurückhaltendere Planung, als du in wetterstabilen Momenten denkst. Gerade im Winter ist die Natur hier unberechenbar.

Island Reise im Winter

Zeit

Wenn du auf den Westfjorden bist, nimm dir einfach mal Zeit. Steig aus deinem Auto aus und halte inne. Dich umgibt hier absolute Stille, wie du sie kaum noch erlebst. Hier bist du allein mit dir und der Natur. Du wirst hier viele Gänge runterschalten und zu dir selbst finden. Schau dir die Welt an! Selten ist sie so vollkommen und einsam wie hier. Ohne daran zu denken, was in der „normalen Welt“ gerade abgeht oder dich in deinem Job erwartet, erlaubt dir dieser Ort etwas Puristisches: Einfach nur zu sein.

Island Reise im Winter

 

Iceland in a nutshell. Snaefellsnes.

Wenn wir dir empfehlen sollen, was du auf einem Kurztrip in Island sehen solltest, ist es nicht der Golden Circle. Es ist die etwa 3 Stunden von Reykjavik entfernte Halbinsel Snaefellsnes – die Schneefelseninsel, die alles zu bieten hat, was Island ausmacht.

Auf kleiner Fläche erlebst du auf Snaefellsnes Island pur. Hierfür solltest du unbedingt zwei Tage, also mindestens eine Übernachtung, auf der Halbinsel einplanen, um die Natur genießen zu können.

Island Reise im Winter

Wir waren auf unserer Reise zwei Mal auf Snaefellsnes: Einmal zuerst in einer Tagestour von Reykjavik aus für das Shooting, dann nochmal zwei Tage gegen Ende. Wir sind total froh darüber, uns diese Zeit am Ende nochmal genommen zu haben und gedacht zu haben „kennen wir ja jetzt schon – weiter“. Generell verabschieden wir uns immer mehr von diesem hastigen Reisen, weil du die Landschaft so durchaus siehst – aber nicht wirklich spüren und erleben kannst. Für eine Rundreise um Island empfehlen wir dir daher mindestens zwei Wochen – oder mehr, gerade wenn du die Westfjorde mitnehmen oder viel fotografieren willst.

Island Reise im Winter

Die Natur in Snaefellsnes ändert sich alle paar Minuten und ist beeindruckend schön. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und der blaue Himmel bescherte uns einen fantastischen Ausblick auf den Snaefellsjökull – den namensgebenden schneebedeckten Vulkan am Ende der Insel. Hier beginnt Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde – ein wahrhaft magischer und sagenumwobener Ort, dessen Gletscherkappe an klaren Tagen bis nach Reykjavik sichtbar ist.

Island Reise im Winter

Im Süden bietet Snaefellsnes mit dem Bjarnarfoss einen spektakulären, kaum beachteten Wasserfall, der seinen berühmten Kollegen in nichts nachsteht. Hier finden sich schöne Plätzchen für ein Picknick.

Im Städtchen Anarstapi hast du einen spektakulären Blick über die Steilküste. Es bietet sich an, die etwa 45 Minuten von hier aus in das Nachbardorf Hellnar zu wandern. Der Wanderweg ist ein Erlebnis der Extraklasse und du wirst aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen!

Island Roadtrip Winter

Bizarre Felsen an der schwarzen Küste

Ein paar Kilometer weiter westlich gelangst du zu den Felsnadeln von Londrangar, die Teile eines Vulkankraters waren, die das Meer im Lauf der Zeit abtrug. An den Felsen brüten viele Seevögelarten, darunter auch Papageientaucher. Glaubst du den Isländern, verwenden die Elfen die beiden Felsnadeln als Kirchen. Wie oft an den märchenhaften Orten Islands, wenn das weiche Licht sanft auf die grotesken Steine fällt, wundern wir uns über den Glauben an diese Überlieferungen nicht mehr.

Nicht wirklich ausgeschildert aber absolut sehenswert ist der schwarze Strand von Dritvík und Djúpalónssandur, ebenfalls an der Südküste. Selbst für Island sind die Lavaformationen hier bizarr und skurril. Ein hübscher Weg führt durch die mit Flechten überwachsenen Lavafelsen zum Strand. 1948 zerbarst hier ein englisches Schiff, die Trümmer liegen noch heute am Strand herum. Auch hier lohnt sich ein Spaziergang über die Wanderwege durch die wundervolle Natur der Insel.

Island Reise im Winter

Einen tollen Ausblick über die Landschaft und den sagenumwobenen Snaefellsjökull hast du vom Rand des Vulkankraters Saxholl aus. Dieser liegt direkt an der Straße 574, du kannst ihn nicht übersehen.

Als Orte für eine Übernachtung bieten sich auf Snaefellsnes Olafsvík und Stykkishólmur an. Beide arktische Städtchen liegen im Norden der Halbinsel. Letztere lohnt sich auch so für einen Besuch: Für eine Stadt auf Island wirkt Stykkishólmur fast hübsch und beeindruckt mit seiner modernen Kirche. Am Hafen kannst du auf dem kleinen dahinterliegenden Berg steigen, von wo aus du einen schönen Blick über den Ort und das Meer hast.
Auf dem Weg nach Stykkishólmur kommst du außerdem am Helgafell vorbei – bei dessen Besteigung du beim ersten Mal drei Wünsche frei hast, die sich nur erfüllen, wenn sie gut sind.

Island Reise im Winter

Kirkjufell

Zwischen Olafsvík und Stykkishólmur befindet sich der beeindruckende Kirkjufell – ein allseits beliebtes Fotomotiv. Die Besteigung soll schwierig sein, aber auch von unten bietet sich ein spektakulärer Anblick, gerade von dem nahegelegenen kleinen Wasserfall aus.

Unsere Tage auf Snaefellsnes sind geprägt von grandiosem Wetter. Nachts haben wir nochmal Glück mit atemberaubenden Nordlichtern über den Bergen und dem Kirkjufell – Momente, die wir nie vergessen werden.

Island Nicht von dieser Welt

 

Zurück nach Reykjavik. Der südliche Westen.

Wir nehmen uns einen Tag Zeit für den Weg zurück nach Reykjavik. Im Städtchen Borganes frühstücken wir in dem süßen Café Geirabakarí – das letzte Mal Croissants für 10 €! Über die Straße 50 fahren wir anschließend zum geothermalen Gebiet von Deildartunguhver. Hier befinden sich die wasserreichsten heißen Quellen Islands – oder wie wir sie liebevoll nennen „Stinkequellen“. Pro Sekunde werden hier 180 Liter kochendes Wasser ausgestoßen. Die unschätzbare Energie der Erde wird hier nochmal hautnah spürbar.

Island Reise im Winter

Akranes

Unsere letzte Begegnung mit der isländischen Sonne verbringen wir bei den beiden Leuchttürmen in Akranes und erleben magische Momente voller Stille und Schönheit.
Von Akranes aus führt ein gebührenpflichtiger Tunnel zurück nach Reykjavik. Wenn du jedoch Zeit hast, solltest du dich für die längere Strecke um den Fjord Hvalfjörður herum entscheiden, sie ist landschaftlich wunderschön. Von hier aus führt auch eine Straße zum – bis vor kurzem Islands höchsten – Wasserfall Glymur, der sich eindrucksvoll in eine Schlucht hineinstürzt. Die Wanderung zum Wasserfall dauert etwa 2 Stunden. Ganz Mutige können den Fall oben auf der Kante zu Fuß auf glitschigen Steinen überqueren und an der anderen Seite wieder hinunterwandern.

Reykjavik Thingvellir

Regen und Glückseligkeit

An unseren letzten beiden Tagen regnet es, aber das ist egal. Wir hatten unerwartet grandioses Wetter, an 11 unserer 14 Tage gab es nicht einen Tropfen Regen oder Schnee. Im isländischen Winter ist das eine unfassbar gute Quote.
Wir träumen davon, nach Grönland weiterzufliegen statt nach Hause, oder den April abgeschieden auf den Westfjorden zu verbringen. Beim nächsten Mal.

Wir beenden unsere Reise mit einer Umrundung der Halbinsel Reykjanes. Auch sie wird öfter als „Kleines Island“ bezeichnet, fällt gegen Snaefellsnes aber deutlich ab.
Wir werden einen Bericht über Snaefellsnes schreiben, beschließen wir. Und einen über die Fotografie der Nordlichter, damit es dir nicht so geht wie dem armen Mann neben uns am Kirkjufell, der stundenlang verzweifelt an seinen Kameraeinstellungen umherdrehte und die Schönheit des Spektakels völlig verpasste.

Island Reise im Winter

Als unser Flugzeug morgens um 6 Island verlässt, werden wir zwischen zwei Wolkenschichten mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang entschädigt. Und zu Hause mit der Erkenntnis, dass hier mittlerweile Frühling ist. Plötzlich isst man Eis. Man trägt T-Shirts. Die Welt um uns herum grünt und blüht.

Wir fühlen uns, als wären wir in den Süden geflogen.
Sind wir ja auch. Nach Hause in den Süden.
Irgendwie ist das im Winter ein ganz besonders schöner Reiseabschluss.

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Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

10 Kommentare

  1. Wow, was für ein toller Beitrag! Wir möchten eines Tages auch unbedingt noch nach Island – alleine für meinen Fotografen-Freund eben der absolute Traum! ♥

    • Sina Antworten

      Vielen Dank, liebe Daniela 🙂
      Island ist wirklich fantastisch und gar nicht zu vergleichen mit allem, was wir sonst je gesehen und erlebt haben. Und zum Fotografierne ist es natürlich der absolute TRAUM! Dein Freund wäre dort im Paradies.
      Wir drücken euch die Daumen, dass es bald für euch klappt mit der Reise!
      Alles Liebe!

  2. WOW, ich bin beeindruckt von diesem Bericht, den Impressionen und Bildern! In Island war ich leider noch nie, aber ich glaube die Landschaft lässt einen so schnell nicht mehr los. Jedenfalls sehen all die Wasserfälle und Gletscher unheimlich faszinierend aus.

    • Sina Antworten

      Liebe Carolin,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Die Landschaft Islands ist wirklich unglaublich schön und sooo anders als hier! Die Wasserfälle und insb. die Eisberge haben es uns wirklich angetan! Großartig, dass wir diese Faszination vermitteln konnten!
      Ganz liebe Grüße
      Sina

  3. Hallo Ihr Zwei,

    ein wirklich schöner Bericht und tolle Fotos! Island steht relativ weit oben auf unserer Bucket-List 🙂

    Nach eurem Bericht würde ich die Winterzeit für uns tatsächlich nicht mehr ausschließen.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Sina Antworten

      Liebe Sandra,
      vielen Dank für dein liebes Lob!
      Island ist wirklich zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, insbesondere wenn man Zeit mitbringt und sich darauf einstellt, ggf. langsam zu reisen.
      Ich muss zugeben, dass mir vorher nicht bewusst war, dass es schon im März länger hell ist als in Deutschland und sehr kalt wird es auch nicht. Der riesen Pluspunkt im Winter sind natürlich die Nordlichter – so, so, so toll!
      Letztes Mal waren wir im Oktober da – herbstlicher und wärmer, wunderschöne rot-braune Farben, auch wirklich fantastisch!

      Ganz liebe Grüße
      Sina

  4. Habe eure Seite grade entdeckt.

    Ich war selbst 3 Wochen in Island unterwegs und habe fast die gleichen Motive fotografiert wie ihr . Nur das eure 1000 Mal besser sind 😀

    Sehr schöne Bilder und ein super Beitrag 🙂

    Werde euch auf jeden Fall weiter verfolgen 🙂

    • Sina Antworten

      Liebe Dunja,

      vielen Dank für deinen Kommentar und für das liebe Lob an unseren Bildern 🙂

      Das sit ja super cool, wann warst du in Island? Hast du auch das Hochland mitgenommen? Im Winter ging das leider nicht, deswegen freuen wir uns schon total auf unseren nächsten Trip dorthin 😉

      Kann man deine Bilder irgendwo anschauen?

      Liebe Grüße
      Sina

  5. Liebe Sina, wunderschöne Bilder von Island sind das! Gestern habe ich auf einem anderen Blog eher Sommerliche Fotos gesehen und kann mich jetzt gar nicht entscheiden, welche Jahreszeit mir besser gefallen würde… Auch hier bin ich wieder froh über den ehrlichen Bericht, denn mir war wirklich nicht bewusst, wie viele Menschen unterdessen in Island reisen und unterwegs sind. Irgendwann einmal möchte ich das Land unbedingt auch sehen – und ich fürchte jetzt schon, dass ich extrem viele Bilder machen werde.
    Eigentlich habe ich Dich aber über blackdotswhitespots.com gefunden und dort gesehen, dass Du im Winter in den Oman reisen möchtest. Ich war im März da (und gehe in wenigen Tagen nochmals kurz 🙂 ) und habe in 2.5 Wochen grosse Teile des Landes bereist: Muscat, dann über die Berge in Richtung Nizwa, durch die Wüste (mit Zwischenhalt in Haima) bis Salalah und via Duqm und Masirah Island der Küste entlang und durch die Berge wieder zurück in Richtung Muscat. Reiseart: 4×4 Mietauto / Hotels. Auf meinem Blog gibt es leider erst einenn einzigen, kleinen Überblick, zu mehr bin ich noch nicht gekommen (da stecke ich noch in Australien fest) aber wenn Du Fragen zum Oman hast, melde Dich gerne.
    Liebe Grüsse, Miuh

    • Hallo Miuh,

      ja Island ist toll! Und wie wir finden, zu wirklich jeder Jahreszeit! 🙂

      Die Oman-Reise haben wir zur Zeit in der Planung und freuen uns schon riesig darauf. Wir werden auf jeden Fall auch eine Tour durchs Landesinnere machen. Über Tipps freuen wir uns natürlich sehr und kommen dann gerne nochmal auf dein Angebot zurück, wenn wir dann konkrete Fragen haben. 🙂

      Und schreib uns auf jeden Fall nochmal einen Kommentar, wenn deine Oman-Reise dann auf dem Blog ist! Da sind wir ganz gespannt drauf!

      Liebe Grüße
      Jan

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