Zuhause fotografieren in Zeiten von Corona – 45 großartige Ideen unserer Community

Oh ja, wir schreiben über das Fotografieren zuhause… Noch vor wenigen Wochen hätte sich wohl keiner vorstellen können, welches Leben wir heute führen würden. Dass wir zuhause bleiben müssen, drinnen in unseren Wohnungen und Häusern, obwohl draußen gerade die Welt erwacht. Dass wir Leben retten können, wenn wir nicht auf die Straße gehen. Dass selbst wir auf einem Reiseblog dazu aufrufen würden, zuhause zu bleiben.

Wir finden Zusammenhalt in dieser Krise so wichtig wie selten zuvor. Wir alle haben gerade mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Sorgen zu kämpfen, nicht wenige davon sind riesig. Aber wir werden die Krise auch zusammen überstehen. Wir werden wieder rausgehen und lachen und uns umarmen und irgendwann wird die Zeit mit Corona eine Zeit sein, die verblasst und von der wir uns Geschichten erzählen. „Weißt du noch, damals“, werden wir sagen. „In der Zeit des Virus, als wir nicht rausgehen durften…“

Was aber machen wir zuhause, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt? Lasst uns nicht einfach nur fernsehen und warten. Lasst uns unser Hobby, die Fotografie, wieder und neu entdecken. Lasst sie uns helfen, diese Zeit zu überstehen. Aktiv, kreativ und inspiriert!

In unserer E-Mail-Community (hier wirst du Teil davon), auf Instagram und Facebook haben wir euch zum Projekt „Ideen für das Fotografieren zuhause“ aufgerufen.  Wir haben nach euren Fotoideen gefragt, die jeder umsetzen kann, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen.

Als Gemeinschaftsprojekt unserer Community ist dieser Artikel entstanden: Eine große Sammlung voll spannender, kreativer und inspirierender Ideen für das Fotografieren zuhause. Danke! Danke für eure großartigen Ideen, eure Anleitungen und eure Fotos, die wir hier heute mit allen teilen.

Die Fotografie kann uns zusammenschweißen in dieser Zeit. Und vielleicht sorgen eure und unsere Fotoideen für zuhause dafür, das Leben und diese Zeit für jeden von uns ein bisschen besser zu machen.

Stayhome Corona Fotografie
Dieses Foto ist von unserer Leserin Anke Pohlmann

45 coole Ideen zum Fotografieren zuhause

Die meisten dieser Ideen und Fotos stammen von unseren Lesern, die sie uns und euch für dieses Gemeinschaftsprojekt zur Verfügung gestellt haben. Wir sagen ganz groß Danke dafür! Es ist großartig, so eine starke Community zu haben!

Vorweg: Was brauchst du zum Fotografieren zuhause?

Du brauchst eine Kamera (egal welche!) – das war’s. Für die allermeisten dieser Ideen brauchst du kein spezielles Equipment, musst nicht den Baumarkt plündern und brauchst auch sonst keine Vorbereitung. Wichtig ist lediglich deine Kreativität – und die Bereitschaft, deine Welt zuhause einmal völlig neu zu entdecken.

Ein Versprechen vorab: Diese Ideen werden dir nicht nur helfen, die Zeit zu vertreiben, sondern dich auch fotografisch weiterbringen. Sie werden dazu führen, dass du die Welt nochmal durch ganz andere Augen siehst… wie ein Kind, das sie gerade erst entdeckt.

Fotoideen für drinnen

Egal ob Ausgangssperre durch Corona oder einfach nur schlechtes Wetter:  Ihr habt so viele spannende Fotoideen für drinnen zusammengetragen, dass man das hervorragend ertragen kann und sowieso fast gar nicht mehr rausgehen will.

In diesem ersten Abschnitt zeigen wir dir die Ideen unserer Community für das Fotografieren im Haus, für das du tatsächlich gar nichts brauchst: Keine Menschen, kein Haustier, keinen Balkon oder Garten – nicht einmal Pflanzen. Wir sind absolut geflasht von eurer Kreativität. Los geht’s: Die ersten 20 Fotoideen für drinnen im Haus!

1. Schwarz&Weiß-Details im Haus

Schärfe deinen fotografischen Blick, mach’s mal anders und entdecke deine Welt neu! 

Widme dich dem kleinsten Raum deiner Wohnung oder deines Hauses – vielleicht dem Bad oder sogar der Abstellkammer. Setze dich hin, nimm dir Zeit und lass den Blick schweifen. Finde kleine Details. Welche Strukturen findest du? Wo sind Muster? Welcher ganz banale Gegenstand könnte auf einem künstlerischen Foto völlig neu zur Geltung kommen? Fotografiere nur Schwarz/Weiß. Wenn du die ersten beiden Motive gefunden hast, siehst du auf einmal unzählige weitere. Wenn du möchtest, mach es schwerer und interessanter. Fotografiere nur mit Festbrennweite oder erzeuge mit einer Taschenlampe harte Schatten. Fotografiere vielleicht sogar nur die Schatten und mach ein Ratespiel daraus. Welcher Gegenstand ist das?

Fotografieren Zuhause in der Wohnung

Diese Fotoidee, die Anleitung und die Collage mit Details aus ihrem Badezimmer stammen von unserer Leserin Helga Fricke-Potthoff. Die Idee ist orientiert an einem Projekt von IG-Fotografie.

2. Farbe als Thema/Alltagsgegenstände interessant fotografieren

Auch diese Fotoidee trainiert deinen fotografischen Blick extrem!

Das Schwierige am Fotografieren zuhause ist die Motivsuche. Alles hast du schon tausend Mal gesehen, du erkennst kaum die Schönheit der Alltagsgegenstände. Nutze diese Schwierigkeit offensiv und inszeniere so scheinbar belanglose Gegenstände wie deinen Wasserkocher oder eine Teekanne. 

Ein Tipp für die ansprechende Fotografie von Alltagsgegenständen ist es, zunächst nach einer Hauptfarbe zu suchen, die Thema und Mittelpunkt des Fotos wird. Hast du eine auffällige Farbe gefunden, fotografiere den Gegenstand mithilfe von Ausschnitt, Perspektive und Bildgestaltung möglichst interessant und ansprechend. Gelingen dir tolle Fotos von banalen Alltagsgegenständen, wird deine Fotografie unheimlich profitieren und du wirst auch an die Fotografie draußen mit einem ganz anderen Blick herangehen.

Fotoidee für zuhause Alltagsgegenstände

Diese Fotoidee, die Anleitung und das Foto ihrer Teekanne mit dem Farbthema Rot stammen von unserer Leserin Brinja Schmidt.

3. Projektfotografie, z. B. Thema Trinken, Thema Zeit

Welches Thema ist dir gerade besonders wichtig, was hat eine große Bedeutung für dich? Was ist vielleicht deine größte Herausforderung oder dein größter Halt? Nimm dir Zeit für dieses Thema und inszeniere es fotografisch.

Gleich zwei unserer Leserinnen stellten für diesen Artikel ein Themen-Fotoprojekt vor: Anke Pohlmann widmete sich dem Thema Trinken, Tonia Arndt beschäftigte sich mit der fotografischen Inszenierung von Zeit. Inspiriert wurden beide durch die aktuelle Lage der Coronakrise, durch das Motto #stayhome und die Besinnung auf das, was für sie und auch für uns alle gerade wichtig ist.

„Ich habe darüber nachgedacht, was wir denn wirklich alle zuhause haben und/oder machen – und dabei ist mir das Grundbedürfnis Trinken eingefallen. Denn zu unser aller Leben gehört es – egal ob es der Kaffee oder Tee zum Frühstück ist, der frisch gepresste Saft, der Smoothie, das Wasser, die Milch, Wein, Bier oder was es auch immer sein mag. Ausnahmslos jeder trinkt – aus Tassen, Bechern, Gläsern – aus Flaschen oder aus der Hand. Und das sogar weltweit!

Ich stellte mir für dieses Fotoprojekt die Frage: Was macht Trinken mit mir, was ist Trinken für mich?

Es ist nicht nur lebenserhaltend, es macht mich auch glücklich. Ganz besonders glücklich macht es mich und meinen Mann, wenn wir auch in dieser Zeit unser Ritual beibehalten, aus dem wir viel Kraft schöpfen. Und das ist für uns der heiße Kaffee aus unseren Lieblingsbechern, der uns auch in dieser außergewöhnlichen Zeit Sicherheit gibt! Wir nehmen uns wirklich an jedem Tag – ob mit oder ohne Krise – bei einem gemeinsamen Kaffee die Zeit, um über unsere Erlebnisse, Ideen und Reiseplanungen aber auch über Momente mit unseren Liebsten im Familien- und Freundeskreis oder unser Engagement in Vereinen zu sprechen. Es ist auch gerade jetzt das Kaffeetrinken und die guten Gespräche mit der Familie, mit Freunden oder mit der besten Freundin, auf das wir verzichten.

Und an all diese Menschen denken wir in dieser Zeit, wenn wir den Kaffee jetzt einfach zuhause trinken. Für das Foto habe ich unsere Lieblingsbecher vor einer Kreidetafel platziert, auf der wir uns oftmals kleine Botschaften hinterlassen. Nun noch das Motto #stayhome dazu – und schon war das, was ich anfangs für schwierig hielt, auf einmal doch ganz einfach.“

Stayhome Corona Fotografie

Diese Fotoidee, der Text und das Foto ihrer Kaffeebecher vor der Kreidetafel stammen von Anke Pohlmann. Ihre Website findest du unterwww.ladysonnenschein.de, ihr Instagramaccount ist https://www.instagram.com/pohlmannanke/?hl=de.

Unsere Leserin Tonia Arndt entschied sich für ihr Corona-Fotoprojekt zuhause für das Thema Zeit.

„Meine Inspiration war tatsächlich eine ganz normale Sanduhr. Ich denke das Thema Zeit hat derzeit eine ganz besondere Bedeutung für uns alle. Viele Menschen würden die Zeit gerne nach vorne drehen oder rückgängig machen. Leider ist beides nicht möglich. Daher brauchen wir viel Geduld und Zeit, damit hoffentlich bald wieder Normalität eintritt. Die Zeit ist nicht änderbar. Für jeden ist es allerdings aktuell sicherlich eine besondere Zeit. Ich wünsche allen Menschen, dass sie versuchen, die neue Zeit so positiv wie möglich zu verbringen. 

Die Sanduhr habe ich (aufgrund eures Tipps 😉 ) mit einer Festbrennweite fotografiert. Die Herausforderung war vor allem, zu vermeiden, dass ich mich im Glas spiegele. Auch der Hintergrund, die Belichtung und die Schärfe der Sandkügelchen musste ich beachten.“

Fotografieren zuhause Thema Zeit

Diese Fotoidee, der Text und das Foto ihrer Sanduhr stammen von Tonia Arndt.

4. Ein Objekt – hundert Perspektiven

Wie wirken banale Alltagsgegenstände aus anderen Perspektiven? Was kannst du entdecken, wenn du sie einmal ganz anders anschaust als du es jeden Tag tust?

Ein Korb, ein Stuhl oder ein anderer Gegenstand sieht aus allen Perspektiven anders aus. Also leg dich hin, schau ihn mal von unten an und danach klettere auf die Leiter und schau direkt von oben. Fotografiere mit Weitwinkel- und Teleobjektiv, mache Fotos von fern und nah. Suche auch nach Farben, nach Schatten, nach Geometrie und Struktur. Nimm dir Zeit für möglichst unterschiedliche Fotos von ein und demselben Objekt. Werde kreativ und zeig deinen Gegenstand aus möglichst vielen Perspektiven und in verschiedenen Ausschnitten.

Fotografieren Zuhause Ideen

Diese Fotoidee, die Anleitung und die Collage „Perspektiven eines Terrassenstuhls“ stammen von unserer Leserin Helga Fricke-Potthoff, die 30 Fotos des Stuhls auf ihrer Terrasse gemacht hat. Die Idee ist orientiert an einem Projekt von IG-Fotografie.

5.  Spiele mit Licht & Schatten

Nutze eine starke Lichtquelle und inszeniere spannende Szenen, bei denen die Schatten eine Hauptrolle spielen. Ob Taschenlampe, Stirnlampe oder Schreibtischlampe – ganz egal! Arbeite mit Licht von der Seite oder im Gegenlicht, werde kreativ und lass deiner Fantasie freien Lauf. Durch das Experimentieren mit Licht und Schatten ergeben sich ganz unterschiedliche Motive und nebenbei schulst du noch deinen Blick für Lichteinfall, was dir für alle Bereiche der Fotografie sehr hilft! Diese Fotoidee lässt sich übrigens auch großartig mit der vorherigen: „Ein Objekt – hundert Perspektiven“ verbinden. Tob dich aus!

Diese Fotoidee und die beiden Fotos wurden uns von unseren Kollegen Karin und Markus Haffert von Fotonomaden zur Verfügung gestellt. In ihrem Artikel „Fotoideen für zuhause“ findest du noch 9 weitere Ideen! 

6.  Übe Makroaufnahmen und Stacking 

Hast du Lust, die Zeit zuhause zu nutzen, um eine neue Methode der Fotografie kennenzulernen?

Unsere Leserin Angelika Lang schreibt: „Ich nutze die Zeit im Haus, um Makros zu machen und vor allem, um das Stacking bei Makros zu üben. Das ist gar nicht so einfach. Aber Übung macht die Meisterin.“

„Stacking“ ist eine Methode der Makrofotografie, bei der du ein Foto aus mehreren einzelnen Fotos zusammensetzt. Ziel hierbei ist es, eine möglichst große Schärfeebene zu erhalten, was sonst bei Makrofotos aufgrund der geringen Nähe zum Motiv nicht möglich ist.

Angelika beschreibt es super: „Als Beispiel kannst du dir eine Fliege vorstellen, auf deren Facettenaugen du fokussierst. Die Augen sind auf dem Foto dann scharf, der Hinterleib verschwindet in Unschärfe. Auf dem zweiten Foto fokussierst du auf den Hinterleib und machst ebenfalls ein Foto. Nun sind die Augen unscharf, der Hinterleib jedoch scharf. Diese zwei Fotos werden nun zu einem Bild zusammengerechnet, auf dem Augen und Hinterleib scharf sind! – Fertig! 

Ich gehe beim Stacking so vor:  Ich stelle manuell vorn in einer Ecke des Motivs scharf. Im Menü der Kamera wähle ich unter „Belichtungsreihen“ das „Fokus-Bracketing“. Dort wähle die Anzahl der Bilder – viele Aufnahmen führen zu einem besseren Ergebnis. Manche Kameras haben auch schon die Funktion „Focusstacking“. Da werden dann gleich alle Aufnahmen zu einer verarbeitet. Anschließend lade ich alle Aufnahmen auf meinen Rechner und starte die Software „Affinity Photo“. Mit Photoshop geht das auch, aber nicht so gut. Ich wähle „Neue Focuskombination“ und klicke dann alle betreffenden Fotos an. Das Programm rechnet diese nun zusammen. Zum Schluss habe ich dann, wenn alles gut ging, eine durchgehend scharfe Aufnahme. Wichtig ist, dass man mit Stativ und Fernauslöser arbeitet, damit kein Foto verwackelt.“

Das Foto der Blüte habe ich aus 60 Einzelaufnahmen gemacht habe. Ich glaube, es ist gar nicht so schlecht!“

Fotografieren Zuhause Makrofotografie

Diese Fotoidee, die Anleitung und das Foto sind von Angelika Lang.

7.  Fotografiere dein Hobby als Thema – z. B. Lesen und Bücher

Hast du ein Hobby, das du zuhause machst? Liest oder malst du gerne, schreinerst du oder hast eine Modelleisenbahn? Betrachte dieses Thema mal von einer anderen Perspektive und inszeniere es fotografisch!

Unsere Leserin Hana Bergh schlägt das Thema Bücher vor: Fotografiere alles um dich herum, was mit dem Thema Lesen und Bücher zu tun hat. Fotografiere Bücherregale und Buchseiten, Buchtitel und Zitate, Buchstaben, vielleicht sogar eine Schreibmaschine, Stifte, Tinte… erstelle eine Collage aus diesen Fotos zu deinem Hobby.

Fotoideen Thema Lesen und Bücher

Diese Idee zum Fotografieren Zuhause und das Foto ihres Buchcovers mit dem tollen Zitat sind von Hana Bergh.

8. Splash-Fotos – Dinge in Wasser fallen lassen

Wenn du gerne etwas technischer fotografierst und das Experimentieren magst, probiere dich an sogenannten Splash-Fotos. Hierbei lässt du einen kleinen Gegenstand in ein Gefäß mit Wasser fallen und fotografierst den Moment des Eintauchens und/oder das Spritzen („splash“) des Wassers.

Unser Leser Harald Haselsteiner erklärt das Vorgehen so:

Du benötigst eine Kamera auf einem Stativ, einen Fernauslöser, einen Blitz, einen zusätzlichen Scheinwerfer und ein durchsichtiges Gefäß mit Wasser, am besten ein Aquarium. Als „Fall-Gegenstand“ eignet sich z. B. kleines Obst und Gemüse, aber auch Außergewöhnlicheres, wie etwa eine Schrauben-Mutter. Tipp: Obst und Gemüse kannst du vorher einfrieren, dann halten sie die Prozedur länger unbeschadet aus.

Das Gefäß beleuchtest du mit dem Scheinwerfer möglichst gut, der Hintergrund sollte einfarbig weiß oder schwarz sein. Mit der einen Hand lässt du den Gegenstand ins Wasser fallen (oder ein Helfer übernimmt das), mit der anderen Hand löst du den Fernauslöser aus. Hab Geduld und geh davon aus, dass du für ein tolles Foto über 100 Aufnahmen benötigen wirst.

In der anschließenden Bildbearbeitung kannst du Schwebeteilchen im Wasser wegstempeln und den Hintergrund noch etwas aufhellen (weiß) oder abdunklen (schwarz).

Fotoideen Splash Fotos zuhause
Harald verwendete eine Nikon D5300 mit Tamron 90mm Macro und Blitz. 1/200 Sek., f2.8, ISO 400. Nach über 200 Versuchen war er mit einigen Fotos zufrieden.

Das zweite Foto ist von Izzy Gerosa von Unsplash. Es zeigt einen ähnlichen Aufbau mit Hauptaugenmerk auf dem „Splash“, dem Spritzen des Wassers. Das anschließende Putzen der Wohnung ist dann ein weiterer Zeitvertreib… 😉 

Splash Fotografie Tipps

Die Idee, die Anleitung und das erste Foto sind von Harald Haselsteiner. Auch unser Leser Dave Great hat diese Idee vorgeschlagen. Auf seiner Seite findest du weitere Splash-Fotos.

9. Mache Retro-Fotos mit alten Utensilien/Erinnerungen

Nutze die Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. Krame alte Fotos raus. Alte Bücher. Geschichten. Mache diese Erinnerungen zu einem kleinen Fotoprojekt, bei dem du alte Utensilien arrangierst und ein Stillleben fotografierst. Diese Fotos eignen sich auch besonders zum Ausprobieren des Retro-Bildlooks, der hier einfach perfekt passt.

Unser Leser Christian Mühringer schreibt:

„Von meiner Oma und Opa hatte ich ein paar alte Kameras geerbt und auch eine Kiste mit alten Briefen und Postkarten. Die habe ich auf dem Couchtisch arrangiert und mit meinem Makro fotografiert. Um ein hartes klares und helles Licht zu erreichen, eignet sich entweder direkte Sonne im Gegenlicht, aber ich habe hier auf meine beiden alten Diaprojektoren zurückgegriffen. Die machen ein knackiges und warmes Licht. Licht von der Seite ist hier wichtig, nicht von oben!

Entwickelt habe ich die Bilder in Lightroom in Richtung Sepia, um einen authentischen Retro-Look zu erzielen. Dafür habe ich die Dynamik und Sättigung deutlich reduziert und die Tonung in Richtung gelb und Magenta verschoben (siehe Screenshot). Weitere Einstellungen, die man im Screenshot nicht sieht: Leicht geschärft, Chromatische Abberationen entfernt und eine deutliche Vignette hinzugefügt. Hat Spaß gemacht!

Vielleicht habt ihr ja auch ein paar alte Sachen von euren Eltern oder Großeltern aufgehoben, die sich für ein Retro-Design eignen!“

Die Idee, die Anleitung, die Fotos und der Screenshot mit den Entwicklungseinstellungen aus Adobe Lightroom sind von Christian Mühringer.

10. Fotografiere Objekte auf einer selbstgebastelten Hohlkehle

Gehörst du auch zu denen, die die Zeit zuhause gerade dafür nutzen, endlich mal so richtig Wohnung, Keller und Garage zu entrümpeln? Wenn du nicht alles wegwerfen, sondern einige Dinge verkaufen willst, ist diese sehr praktische Idee unseres Lesers Dave Great perfekt für dich. Aber auch wenn du dich gerne einfach nur so mal in der Produktfotografie ausprobieren möchtest, findest du hierin eine sehr gute Anleitung.

„Für den Verkauf von Dingen auf Ebay und Co. brauchst du gute Bilder. Gute Produktbilder bringen schnell zweistellige Umsatzzuwächse. Hierfür brauchst du weder eine teure Ausrüstung noch ein aufwendiges Setting. Um Produktfotos auf einer selbstgebastelten Hohlkehle zu machen, brauchst du lediglich eine Kamera (ein Smartphone geht auch) und ein Stativ. Für die Hohlkehle benötigst du weißes oder buntes Papier, etwas Klebeband und einen Aufheller. 

Produktfotografie zuhause Tipps

Die Sachen, von denen du schöne Produktbilder machen willst, solltest duvor der Fotosession gründlich reinigen: Sofern möglich mit Wasser und milder Seife, trockenen Tüchern, Staubtüchern und/oder Feuchttüchern. Für empfindliche Objekte empfiehlt sich noch ein feiner Pinsel, um Staub zu entfernen. 

Die nachfolgende Erläuterung zur Hohlkehle kannst du auf Wikipedia finden: „In der Fotografie wird eine Hohlkehle verwendet, um Freisteller-Aufnahmen anzufertigen. Der Hintergrund wird dabei wie eine Hohlkehle geformt, wodurch ein nahtloser Übergang von Wand zum Boden möglich ist und störende Raumlinien vermieden werden.“

Ich befestige das Papier mit Klebeband an der Wand bzw. in meinem Fall an meinem Bildschirm, sodass eine Hohlkehle entsteht. Das weiße Papier eignet sich optimal als Untergrund bzw. Hintergrund, um die Objekte danach freizustellen. Das farbige Papier eignet sich gut, um die Objekte unterschiedlich zu präsentieren. Freigestellte Bilder lassen sich ideal auf Webseiten darstellen bzw. mit den unterschiedlichsten Hintergründen kombinieren. 

Mein Setup: Auf der linken Seite befindet sich mein Küchenfenster, sodass von links Licht hereinkommt. Damit aber auch auf die rechte Seite genügend Licht fällt, habe ich eine große weiße Pappe platziert, welche als kostenloser Aufheller dient. An meinem Objektiv habe ich den Bildstabilisator deaktiviert – dies ist notwendig, wenn du mit Stativ fotografierst. Ich fotografiere mit Live-View im AV-Modus, den ISO habe ich auf 200 eingestellt, die Blende auf 12, die Belichtungszeit ermittelt die Kamera automatisch. 

So sahen die Bilder dann aus, als sie aus der Kamera kamen: 

Die Bilder habe ich in Affinity Foto bearbeitet und freigestellt. Je nachdem, ob du Bilder mit weißen Hintergrund oder freigestellte Bilder auf Ebay und Co. einsetzen willst, speichere sie als png- oder jpg-Dateien. Das sind die Ergebnisse der freigestellten Bilder: 

Die Idee, zuhause selbst eine Hohlkehle zu basteln, die Anleitung und die Fotos sind von Dave Great (www.dave-great.com).

11. Traue dich an die Foodfotografie

Kochst du gerne?

Isst du gerne?

Wenn du im Moment jeden Tag zuhause kochst und viel Zeit hast, eignet sich wohl kein Zeitpunkt besser, um mal die Foodfotografie auszuprobieren. Die Fotografie des Essens – egal ob roh, gekocht, fertig zubereitet auf dem Teller oder während der Vorbereitung – ist ein super vielfältiges Feld, an dem du dich richtig austoben kannst. 

Arrangiere dein Essen so, dass jedem Betrachter das Wasser im Mund zusammenläuft. Accessoires wie schönes Geschirr oder Besteck – auf Hochglanz poliert – geben deinen Food-Fotos das gewisse Extra. Achte auch auf einen passenden Hintergrund und nutze natürliches Fensterlicht von der Seite.

Tolle Tipps zur Food-Fotografie findest du auf dem Blog von Foto Walser und bei Stina Spiegelberg.

Die Idee und das mittlere Fotos sind von unserem Leser René Lee. Das linke Foto ist von Hessam Hojati und das rechte Foto von Brooke Lark, beide von Unsplash.

12. Baue Miniaturwelten und übe dich in der Makrofotografie 

Egal ob Lego, Playmobil, andere kleine Figuren oder kleine Welten aus Alltagsgegenständen – baue eine kleine Welt zuhause auf, dein eigenes Miniatur-Wunderland. Dieses zu fotografieren kommt einem Eintauchen in eine andere Welt erstaunlich nahe, ist vielleicht ein „Reisen im Kleinen“, regt die Kreativität an und macht großen Spaß. Du benötigst hierfür ein Objektiv mit Makrofunktion.

Die Fotografie kleiner Welten übt dich in der Makrofotografie, aber auch in der Bildgestaltung und im Bildaufbau. Nutze den riesigen Vorteil, die Welt so stellen und verändern zu können, wie du sie für dein Foto benötigst und wende hier einmal alle Gestaltungsregeln der Fotografie an, die du kennst. Arbeite mit Linien, mit Farben, mit Bildschnitt und Perspektive – und staune, wie schön deine Fotos dieser anderen Welt werden!

Die Idee, kleine Welten zuhause aufzubauen und zu fotografieren, ist von unserer Leserin Vicky. Das erste Foto ist von Stijn Swinnen von Unsplash, das zweite von S. Hermann von Pixabay, das dritte von Daniel Cheung von Unsplash.

13. Inszeniere deine Reisesouvenirs 

Reisen kann und darf gerade niemand von uns. Dass ich diesen Satz mal schreiben würde – das hätte ich nicht für möglich gehalten. Träumen ist aber möglich – das Erinnern vergangener Reisen und das Freuen auf neue. Auf neue Ziele, die uns auf einmal wieder so sehr weit weg erscheinen. Gestern noch so nah, und heute doch unerreichbar. 

Unsere Leserin Sonja Kuhl musste früher von ihrer Weltumrundung nach Hause kommen. Eigentlich wollte sie gerade in Nepal sein. Stattdessen holt sie sich ihre Reise jetzt ins Wohnzimmer. Glitzernde Souvenirs aus Indien inszeniert sie auf stimmungsvollen Fotos.

„Corona hat uns allen einen dicken Strich durch die Reiserechnung gemacht. Fernweh ist ein Luxusproblem; dass wir um die Welt reisen und ganz besondere Momente und Eindrücke fotografisch festhalten können, ist ein Privileg. Aber dennoch ist klar: Wer mit dem Travel-Bug infiziert ist, dem tut die aktuelle Situation weh. Insbesondere dann, wenn bereits geplante Reisen nicht mehr möglich sind.

Ich habe die Dämmerung abgewartet, ein Teelicht angezündet, mit offener Blende und langer Belichtung gearbeitet, um die Stickereien auf einem Kissen zu fotografieren. Das Teelicht sorgt für schön warmes Licht und einen besonderen Schein – auch auf den Glöckchen am Fuß-Schellenkranz.

Damit die Wand in meiner Übergangsbleibe nicht so weiß ist, habe ich leichte Schals aufgehängt. Mit einem Licht angeleuchtet und von unten fotografiert ergibt sich eine schöne, weiche Struktur, wie ich finde.

Zuhause kann man prima üben, die Lieblingsobjekte in Szene zu setzen – ob sie nun von Reisen stammen, aus dem Lieblingsgeschäft zwei Straßen weiter oder ob sie selbst gemacht sind. Hier kann man mit natürlichem Licht, Kerzen oder kleinen Lampen arbeiten, wenn man – wie ich – kein professionelles Lichtequipment hat.“

Die Idee, Reisesouvenirs zuhause fotografisch zu inszenieren und die drei Fotos sind von unserer Leserin Sonja Kuhl. Ihren Blog findest du unter Wortsamkeit.de.

14. Fotografiere mit Luftpolsterfolie

Wahrscheinlich hast du relativ coole Fotorequisiten zuhause als vermeintlichen „Müll“ rumliegen – z. B. Luftpolsterfolie. Hiermit kannst du ziemlich kreativ werden und coole Effekte erzielen. Fotografiere z. B. ein Motiv durch eine Luftblase der Folie hindurch wie auf dem mittleren Bild und erhalte einen besonderen Unschärfe-Rahmen-Effekt. Oder fotografiere kreative und mal völlig andere Portraits. Zu guter Letzt eignet sich das Verpackungsmaterial selbst auch als interessantes Motiv, das du mit Licht und Schatten, mit Strukturen und geometrischen Formen toll fotografieren kannst. Auch im Dunklen mit Taschenlampe sind hier spannende Motive möglich. Sei kreativ!

Diese Idee und das mittlere Fotos hat unsere Leserin Verena Nagel  mit uns geteilt. Das linke Foto ist von Sharon McCutcheon von Unsplash, das rechte von Rupert Kittinger-Sereinig von Pixabay. 

15.  Bringe die unbeachteten Orte deines Alltags zur Geltung 

Welcher Raum in deinem Zuhause ist derjenige, den du am wenigsten beachtest? Durch welchen läufst du einfach immer nur durch, welcher ist einfach nur da und funktional und wird komplett ignoriert? Der Vorratsraum? Der Waschraum? Der Flur? Die Garage?

Widme dich diesem Raum und schenke ihm Beachtung, indem du ihn zum Star eines Fotos machst.  Schau dich in dem Raum um. Was bietet er? Wie fällt das Licht? Welche Muster siehst du? Welche Details gibt es, welche Besonderheiten, die du immer übersiehst?

Unser Leser Andy Amlinger, eigentlich Autofotograf, setzt seine Garage in Szene. Er schreibt:

„Meine Fotoidee ist es, Orte, die man sonst nicht so betrachtet, mehr Geltung zu schenken. Da ich leidenschaftlich Autos fotografiere, habe ich dies natürlich verbunden und einen Wagen in meiner Garage platziert, um diesen Ort mehr Aufmerksamkeit zu schenken.“

Schnapp dir deine Kamera und inszeniere deinen langweiligsten Raum in einem tollen Foto. Wetten, dass du ihn von nun an mit völlig anderen Augen siehst?

Fotografieren zuhause Garage Auto

Diese Idee, die Anleitung und das Foto des Autos in seiner Garage sind von Andy Amlinger

16. Lerne die Funktionen deiner Kamera kennen (z. B. Blende, Unschärfefunktion…)

Du wolltest dich schon immer mal mehr mit dem Können deiner Kamera auseinandersetzen? Deine Zeit ist gekommen! Wenn nicht jetzt, wann dann? Lerne alles über Belichtungszeit, Blende, ISO, um danach mit all dem Wissen die Fotografie draußen richtig rocken zu können. Falls du theoretischen Input brauchst, hilft dir unser E-Book „Weg vom Automatikmodus“. Hier beschreiben wir alles, was du wissen musst Schritt für Schritt – übrigens mit sehr vielen praktischen Übungen für zuhause!

Du brauchst aber nichtmal eine „gute Kamera“ – auch an deinem Smartphone gibt es viele Fotofunktionen und auch Fotoapps zu entdecken, an denen du bestimmt eine Menge Freude hast!

Fotografieren zuhause Smartphone

Die Idee und das Foto (aufgenommen mit dem Smartphone) sind von unserem Leser Hans Dieter Oehlke.

17. Entdecke deine Wohnung aus einer neuen Perspektive

Wann hast du deine Wohnung das letzte Mal vom Boden aus betrachtet? Noch nie? Vor 20 Jahren? Oder jeden Tag, weil du gerade kleine Kinder hast?

Fotografen liegen ständig auf dem Boden rum. Egal ob bei der Landschaftsfotografie oder bei Portraits: Auch wir fotografieren sehr oft aus der Froschperspektive – die Welt wirkt dann völlig anders, manche banale Szenerien  sind auf einmal beeindruckend und und aufregend.

Unsere Leserin Stephanie Koch hat die Idee, auch die eigene Wohnung mal aus dieser ganz anderen Perspektive zu fotografieren. Wetten, dass du ganz viel entdeckst, was du vorher noch nie wahrgenommen hast?

„Mit meinem Kind spielt sich der Alltag meist auf dem Boden ab und man bekommt eine sehr interessante Perspektive auf seine Wohnung. Man sieht manche Sachen, die man im Alltag gar nicht wahrnimmt. Auch die Vogelperspektive von einem Stuhl/Hocker oder Leiter aus(aber bitte nur alles gesichert!) zeigt einem die Wohnung mal ganz anders.“

Auch bei Autoren ist dieser Perspektivenwechsel – etwa das Legen unter den Schreibtisch – eine bekannte Möglichkeit zum Lösen von Schreibblockaden und zum Schöpfen neuer Kreativität und Ideen. Wenn wir die Welt anders betrachten, denken wir plötzlich auch in neuen Bahnen und kommen aus festgefahrenen Mustern heraus. Probiere es mal und entdecke eine völlig neue Welt mitten in deiner eigenen!

Fotografieren Froschperspektive Wohnung

Die Idee, die Anleitung und das Foto sind von Stephanie Koch.

18. Setze kleine Gegenstände in Szene 

Die Zeit zuhause kannst du auch nutzen, um an kleinen Gegenständen deines Alltags deine fotografischen Fähigkeiten zu trainieren. Versuche, alltägliche Dinge möglichst schön, möglichst spannend oder möglichst ungewöhnlich zu fotografieren. Hierbei ist nicht dein Ziel, dass diese Fotos später an deiner Wand landen, vielmehr geht es um das Training deines fotografischen Blicks und deines Umgangs mit deiner Kamera.

Für die Umsetzung suche z. B. nach Spiegelungen oder nach interessanten Perspektiven. Unser Leser Ulrich Wolfertz experimentiert zuhause z. B. mit Langzeitbelichtungen und fotografiert Gegenstände, die er während der Belichtung mehrmals von unterschiedlichen Seiten mit einer Taschenlampe anleuchtet. So entstehen interessante Schatteneffekte (Bilder 1 und 3) und coole Fotos – die Übung dient aber auch für größere Projekte später draußen oder auf Reisen.

Die Idee stammt von Roman Putzer und Ulrich Wolfertz. Das mittlere Fotos ist von Roman Putzer, das 1. und 3. Von Ulrich Wolfertz.

19. Mitzieher oder Zoomeffekt am Modellauto 

Lust auf Geschwindigkeit? Auch Sportfotos kannst du zuhause üben und sogar ein paar „gefakte“ einfangen. Hierfür benötigst du eine Kamera mit Zoomobjektiv und manuell einstellbarer Belichtungszeit.

An einem ferngesteuerten Auto kannst du prima „Mitzieher“ üben, wenn du einen Assistenten hast, der das Auto steuert. Aber auch alleine und mit einem stehenden Modellauto kannst du den Bewegungseffekt simulieren.

Stelle hierzu das Modellauto auf einen Tisch. Willst du richtig schummeln, baust du noch eine kleine Straße oder Landschaft nach. Ulrich Wolfertz, von dem die Idee und das Foto ist, hat für seinen Hintergrund einfach ein Kalenderblatt einer schönen Landschaft verwendet. Stell deine Kamera am besten auf ein Stativ, fokussiere das Auto und wähle eine lange Belichtungszeit zwischen 1/10 Sek. und 1 Sek. Während der Aufnahme zoomst du dann schnell heraus oder hinein. Du erhältst so den verwischten Unschärfe- bzw. „Geschwindigkeitseffekt“. Natürlich lässt sich diese Technik auch bei echten Autos anwenden!

Die Idee, die Anleitung und das Foto sind von unserem Leser Ulrich Wolfertz.

20. Lerne die High Key Technik 

Warum nutzt du die Coronakrise nicht, um zu Hause neue Foto-Techniken zu lernen? Das Stacking (Idee 6) ist eine solche Möglichkeit. Aber auch bzgl. deines Bildstils kannst du in dieser Zeit perfekt neue Methoden ausprobieren.

„Einen besonderen Hingucker erhältst du, wenn du vom klassischen ausgewogenen Foto abweichst und andere Bildstile anwendest. Ob High Key, Low Key, Schwarz/Weiß oder HDR, für all diese Techniken gibt es in den eigenen vier Wänden zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.

Als Beispiel habe ich zwei Blüten mal als High Key und mal als Low Key Bild (siehe Tipp 21) interpretiert. Als Motiv diente dabei ein bereits welkender Blumenstrauß. Die Umsetzung erfolgte im lichtdurchfluteten Wohnzimmer. Mir gefallen meine Bilder schon ganz gut, ich bin mir aber sicher, dass ihr das noch besser hinbekommt 😉

So gestaltest du ein High Key Foto:

  • Das High Key Bild enthält großteils helle Farben und neigt zur leichten Überbelichtung. Für diese Technik eignen sich daher eher helle Blüten.
  • Als Objektiv würde ich eine mittlere Tele- oder Makrobrennweite empfehlen (100-300 mm).
  • Platziere die Pflanze in 2-3 Metern Abstand vor einem hellen Hintergrund (z.B. weiße Wand) – dadurch verschwimmen mögliche Strukturen im Hintergrund in einem homogenen Bokeh. In meinem Fall wurde die Wand durch die Sonne direkt beleuchtet und erstrahlte in hellem Weiß. Die Pflanze selbst habe ich im Halbschatten positioniert.
  • Verwende nach Möglichkeit ein Stativ. Je nach Tageszeit oder Witterung ist unter Umständen eine Verschlusszeit notwendig, die freihand nicht mehr verwacklungsfrei umgesetzt werden kann.
  • Arbeite eim Fokussieren entweder mit einem einzelnen Spot oder setze den Fokus manuell im Live-View.
  • Aufgrund der überwiegend hellen Bildanteile wird die Belichtungsautomatik der Kamera das Bild sehr wahrscheinlich unterbelichten. Dem kannst du mit einer Belichtungskorrektur um 1,5-2 Blendenstufen ins Positive entgegenwirken. Achte aber immer darauf, dass du keine ausgefressenen Bereiche im Bild hast (Achte auf die Überbelichtungswarnung der Kamera).
  • Um eine ausgewogene Belichtung der Blüte zu erhalten, solltest du hartes Licht vermeiden. Bei direkter Sonneneinstrahlung kannst du das Motiv auch mit der Hand oder einem Buch abschatten. Wer einen Diffusor besitzt, kann auch diesen verwenden.“
High Key lernen Tipps

Die Idee, die Anleitung und das Foto sind von unserem Leser Gerald Minasch

21. Lerne die Low Key Technik 

Analog zur High Key-Technik erklärt Gerald Minasch auch die Low Key-Fotografie, bei der du mit viel schwarz arbeitest:

  • „Im Gegensatz zum High Key lebt das Low Key Bild von dunklen Farbanteilen. Das Motiv sollte sich daher vor dunklen Hintergrund abheben.
  • Als Objektiv dient wieder eine mittlere Tele- oder Makrobrennweite.
  • Der Hintergrund sollte möglichst dunkel sein (in meinem Fall war es ein dunkler Sessel).
  • Aufgrund der dunklen Bildanteile wird die Kamera das Bild überbelichten. Korrigiere die Belichtung daher mit 2-3 Blendenstufen ins Negative.
  • Besonders schöne Effekte ergeben sich, wenn das Motiv von der Rückseite angeleuchtet wird (kann auch mit der Taschenlampe oder Handykamera sein).“
Low Key lernen Tipps

Die Idee, die Anleitung und das Foto sind von unserem Leser Gerald Minasch.

Fotografie aus dem Fenster

Die Fenster deiner Wohnung oder deines Hauses sind das Tor zur Welt da draußen – das gilt jetzt wohl mehr als zu zuvor. Was würden wir nur tun ohne Fenster – wie wäre es wohl, den ganzen Tag zuhause zu sitzen, ohne einen Blick nach draußen werfen zu können? Nutzen wir den Blick aus unseren Fenstern auch beim Fotografieren zuhause! Alle Ideen lassen sich natürlich auch übertragen auf das Fotografieren vom Balkon, der Terrasse oder im Garten.

22. Fotografiere Sonnenuntergänge oder die Stimmung in der Dämmerung aus deinem Fenster oder vom Balkon

Sonnenuntergänge sind eines der beliebtesten Fotomotive überhaupt und natürlich dürfen sie uns auch in diesen Tagen nicht fehlen. Unsere Leser Ines Petzschler und Markus Walter lieben es, die Sonnenuntergänge und die herrlichen Farbverläufe des Himmels aus ihren Fenstern heraus zu beobachten und auf ihren Fotos einzufangen. 

Werden Einzelbilder zu langweilig, fotografiere doch auch mal eine Serie eines Sonnenunterganges mit einem Abstand von einigen Minuten. Je nach Ausblick aus deinem Fenster bietet sich vielleicht auch eine Panoramaaufnahme an. An Fotos von Sonnenuntergängen kannst du übrigens auch wunderbar das manuelle Einstellen deiner Kamera und die Bildbearbeitung üben!

Die Idee stammt von Ines Petzschler und Markus Walter. Das erste Foto ist von Markus Walter, das zweite von Ines Petzschler. Die Bildserie aus der Dämmerung ist von Markus Walter.

23.  Fotografiere den Mond oder gar die Milchstraße aus dem Fenster

Auch nach dem Sonnenuntergang kannst du von zuhause aus prima weiter in den Himmel fotografieren. Halte Ausschau nach dem Mond! Du bist in der sehr bequemen Situation, dein Stativ im Warmen aufbauen zu können und von drinnen aus ein paar tolle Fotos des Mondes zu machen. Hierbei kannst du den Mond entweder in Straßenszenen einbauen (hierfür bieten sich meist Mehrfachbelichtungen an) oder mit einem Teleobjektiv Nahaufnahmen des Himmelskörpers machen.

Wohnst du sehr abgelegen und hast riesiges Glück, kannst du von deinem Fenster oder Balkon vielleicht sogar die Milchstraße sehen. Sollte das so sein, ist jetzt wahrscheinlich der beste Zeitpunkt deines Lebens, dich intensiv in die Milchstraßenfotografie einzuarbeiten!

Diese Idee und das Foto des Mondes sind von Markus Walter. Das Foto des Nachthimmels ist von Luke Tanis von Unsplash. Wir selbst haben das Glück eines so dunklen Himmels hier leider nicht.

24. Fotografiere das Wetter, z. B. Gewitter oder Wolkenformationen 

Wenn für die nächsten Tage Gewitter angesagt ist, halte deine Kamera auf einem Stativ bereit. Beschäftige dich vorher theoretisch mit der Gewitterfotografie, sodass du bereit bist, wenn es losgeht und eine hohe Chance auf tolle Fotos hast. Fängt der Donner an zu grollen, öffne dein Fenster, schalte die Kamera an und fotografiere die zuckenden Blitze – und das alles, während du sicher und warm drinnen stehst!

Wie du Langzeitbelichtungen machst und was genau du bei der Fotografie von Gewittern und Blitzen beachten musst, zeigen wir dir in diesem Artikel: 9 Profi-Tipps für gigantische Langzeitbelichtungen.

Es muss aber nicht immer Gewitter sein: Auch spannende Wolkenformationen, durch die z. B. gerade die Sonne bricht, sind ein sehr lohnendes Fotomotiv, das du bequem aus deinem Fenster heraus fotografieren kannst. Halte Ausschau danach!

Diese Idee und das Foto des Gewitters sind von Markus Walter.

25. Fotografiere durch eine Gardine oder dein Badfenster Effekte mit Licht

Wenn du z. B. im Bad eine Fensterscheibe mit Ornamentglas oder Milchglas hast, kannst du hierdurch manchmal interessante Effekte fotografieren. Achte mal darauf, welche Artefakte und Brechungen sich z. B. durch Lichter draußen ergeben und ob du diese auf Fotos oder einer Bildserie inszenieren kannst. Auch das Fotografieren durch Gardinen oder andere Stoffe bietet sich hierfür manchmal an. Auch hier wird das Licht oft interessant gebrochen oder weichgezeichnet. Wichtig für solche Fotos ist, dass der Raum innen möglichst dunkel ist, da du sonst hauptsächlich Spiegelungen fotografierst.

In Kombination mit einem Drehen am Farbregler (siehe Idee 44) oder andere extremere oder verfälschte Bearbeitungen, kannst du hieraus auch ganz abstrakte Fotos zaubern, die wie Grafiken wirken, aber trotzdem in deiner Kamera entstanden sind.

Diese Idee, die Anleitung und die Fotos durch seine Küchengardine sind von Markus Walter.

Fotografieren im Garten

Wer einen eigenen Garten hat, wird momentan wohl noch viel mehr beneidet als sonst. Dein eigenes Stück Welt draußen bietet dir auch zum Fotografieren eine Fülle an Möglichkeiten – von den typischen Blumen- und Insektenmakros, aber auch darüber hinaus! Ihr habt uns sechs großartige Ideen für das Fotografieren im Garten zuhause geschickt!

26. Mache eine Safari durch deinen Garten

Schnapp dir deine Makrolinse und mache eine Safari – in deinen eigenen Garten! Insbesondere im weichen Licht der Morgendämmerung wirst du hier viele interessante Details finden. Mit dem Beginn des Frühlings beginnen die Pflanzen zu blühen und auch tierische Besucher wie Schnecken und Insekten werden zu finden sein. Entdecke deinen Garten und alles was er bietet durch dein Objektiv ganz neu. Fotografiere die Regentropfen auf den Gräsern am Morgen, die Vögel bei der Fütterung ihrer Jungen, die Samen der Pusteblume. Finde die Schönheit im Nahen und Alltäglichen wieder, sieh sie mit den Augen von jemanden, der all dies zum ersten Mal sehen darf.

Die Idee der Fotosafari, die Anleitung und die beiden Fotos der Blume im Morgenlicht sind von Akkie Bouma. Das Foto der Spinne ist von Markus Walter.

27. Variationen

Konzentriere dich auf ein einziges Motiv in deinem Garten und fotografiere dieses ganz intensiv über mehrere Tage in verschiedenen Varianten. Du wirst staunen, wie sich deine Fotos entwickeln!

„Getreu dem Motto „Fotografieren statt Knipsen“ ist es wichtig, sich mit seinem Motiv auseinanderzusetzen. Such dir etwas aus, das du fotografieren willst und beschäftige dich intensiv damit.

Als bei uns im Garten die Schneeglöckchen geblüht haben, war ich eine Woche lang jeden Tag nach der Arbeit draußen, um mich den Blümchen zu widmen. Ich wählte eine kleine Pflanzengruppe, bestehend aus zwei Blüten, schnappte mein Makro-Objektiv und widmete mich dann 30 bis 45 Minuten ausschließlich diesem Motiv. Dabei wechselte ich immer wieder die Perspektive und nutzte das sich ändernde Licht der untergehenden Sonne. Das Ergebnis war für mich an keinem Tag vorhersagbar. Ich wollte immer etwas anderes ausprobieren. Die dabei entstandenen Bilder begeisterten mich jeden Tag aufs Neue.

Sich voll und ganz auf eine Sache einzulassen, bedeutet für mich das Maximum dabei raus zu holen. Würde ich in der gleichen Zeit 10 verschiedene Blumen fotografieren, hätte ich vermutlich 10 mittelmäßige Bilder. Da ich mich jedoch nur auf eine einzige Sache konzentriere, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass am Ende zumindest ein sehr gutes Bild dabei ist. Aus meiner eigenen Erfahrung empfehle ich dir für solch ein Projekt ein Motiv aus dem Makrobereich. Zumindest mir fällt es hier leichter, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das Bild nicht zu überladen. Außerdem ist es ein Eintauchen in eine andere Welt, das sehr viel Spaß und Freude bereitet.“

Die Idee, viele Variationen eines Motivs zu fotografieren, um richtig starke Bilder zu erhalten sowie die Anleitung und das Foto sind von Gerald Minasch.

28. Fotografiere Blüten oder andere Details mit schwarzem Hintergrund

Fotografiere die Blüten in deinem Zuhause doch mal anders – entrückt von ihrer Welt etwas abstrakter, mit einem schwarzen Hintergrund. Hierfür brauchst du einen Blitz, den du entweder auf der Kamera montierst (eventuell kannst du auch den internen Blitz nutzen, probier es mal!). Wenn du geübter bist und die Ausrüstung dafür hast, versuche auch mal Fotos mit entfesseltem Blitz von unten oder von der Seite. 

Die Fotos machst du nach Sonnenuntergang. Wähle hierfür Blüten aus, die relativ „freistehend“ sind, also sich nicht direkt vor einer Wand oder ähnlichem befinden. Sonst wird diese mit angeblitzt und es ist kein schwarzer Hintergrund möglich.

Die Idee, die Anleitung und die drei Fotos sind von René Lee.

29. Wildtierfotografie in deinem Garten

Wenn du das große Glück hast, dass sich neben Insekten auch noch größere Tiere in deinem Garten tummeln, sind wir endgültig neidisch! Hier wird dir der Einstieg in die Wildtierfotografie auf einem Silbertablett serviert. Nutze das!

Auch wenn du keinen Garten, aber Bäume vor den Fenstern stehen hast, achte mal darauf, ob du hier ab und zu Eichhörnchen oder Vögel entdecken kannst. Die kannst du dann sehr bequem von einem „Ansitz“ aus deinem Fenster heraus fotografieren. Wenn sich keine Vögel blicken lassen, du aber gerne welche fotografieren würdest, eignen sich Meisenknödel oder anderes Futter natürlich gut als „Köder“ bzw. Anreiz für die Vögel, deine Gefilde aufzusuchen.

Für die Wildtierfotografie in deinem Garten oder aus deinem Fenster brauchst du ein Teleobjektiv mit möglichst langer Brennweite.  200mm an APS-C ist meist die Mindestvoraussetzung, wenn du nicht sehr zahme Tiere beherbergst.

Unsere Leserin Martina Höfel, die Eichhörnchen und Buntspechte in ihrem Garten fotografiert, schreibt:

„Eichhörnchen zu fotografieren ist eine echte Herausforderung. Zum Glück sind Sie zuverlässig, was die Tageszeit des Gartenbesuchs angeht. Meine ganze Familie ist in solch einen Eichhörnchen-Alarm involviert. Aus dem ersten Stock sieht man sie einfach besser! Und dann hilft nur eins: Kamera griffbereit und gaaanz langsam in den Garten oder das Fenster öffnen. Hat das  Eichhörnchen einen erstmal entdeckt, gibt es noch eine Schrecksekunde und weg ist es. Oder es sitzt so hoch im Baum, dass man keine Chance auf ein Foto hat.“ Wenn es aber klappt, hat sich die ganze Mühe gelohnt!

Fotografiert mit 200mm

„Vögel fotografieren benötigt sehr viel Geduld. Häng doch einfach eine Futterbox mit Erdnüssen oder einen Spender mit Meisenknödeln auf.  Dann hast du immer eine „Flugshow“ vor deinem Fenster. Vielleicht gesellt sich auch etwas Größeres wie ein Specht dazu. Bei uns steht das ganze Jahr das Stativ mit der Kamera (Nikon D7100 mit „Immerdrauf“ TAMRON 70-200mm f2.8) bereit. Wichtig: Vorher auf den seitlichen Anteil des Futterspenders fokussieren; dann den Autofokus aus! Auch der Bildstabilisator ist ausgeschaltet, da er auf dem Stativ nicht notwendig ist. Ein Fernauslöser mit 2m-Kabel ist sehr hilfreich, denn der Vogel kommt immer, wenn man nicht an der Kamera steht. Früher habe ich einen elektronischen Fernauslöser benutzt. Das war aber nicht hilfreich, da die Kamera immer zur Unzeit abgeschaltet hat. 

Und dann ist Geduld gefragt! Viel Spaß!“

Noch mehr Tipps für die Wildtierfotografie haben wir dir hier zusammengefasst.

Fotografiert mit 200mm

Die Idee, die Anleitung zum Fotografieren von Eichhörnchen und Vögeln im Garten zuhause und die beiden Fotos sind von Martina Höfel.

30. Fotografiere morgens im Tau

Stehe früh auf, wenn der Morgentau in den ersten Sonnenstrahlen auf den Gräsern und Blüten glitzert und nutze diese märchenhafte Szenerie für ganz besondere, ästhetisch schöne Naturfotos. Das sanfte Morgenlicht und die kleinen Tröpfchen eignen sich wundervoll für stimmungsvolle Detailaufnahmen von so ziemlich allem, was du in deinem Garten findest. Besonders das morgendliche Gegenlicht zaubert herrliche Lichteffekte. Perfekt kannst du diese nutzen, wenn du mit einer längeren Brennweite (ab etwa 100mm) und einer stark geöffneten Blende (kleine Zahl) fotografierst, sodass der Hintergrund in der Unschärfe verschwimmt. Geh nah ran an deine Motive – leg dich in regendichter Kleidung flach auf den Boden oder arbeite mit Klappdisplay. Es lohnt sich!

Diese Idee ist von uns selbst. Das mittlere Foto dieser Reihe ist von unserem Leser René Lee. Das erste ist von Andrew Seaman und das dritte von Marie Helene Rots, beide von Unsplash.

31.  Werde kreativ mit Lichtmalerei

Hast du Lust auf technische Spielereien? Auch die kannst du in deinem Zuhause wunderbar machen. Entweder – und am besten – im Garten, aber auch auf deinem Balkon oder im Haus. Wichtig ist, dass es dunkel ist! Für die Lichtmalerei brauchst du ein Stativ und eine Kamera, die das manuelle Einstellen der Belichtungszeit erlaubt. Das ist sogar mit manchen Smartphones möglich. 

„Fotografie ist „Malen mit Licht“! Nichts beschreibt diese Aussage besser als die tatsächliche Lichtmalerei bei langen Belichtungszeiten.

Umsetzung:

  • Montiere die Kamera auf das Stativ, schalte den Bildstabilisator aus und den manuellen Fokus ein.
  • Stelle die Kamera auf „Manuellen“-Modus.
  • Wähle eine mittlere Blende zwischen 8 und 16.
  • Setze den ISO-Wert auf 100.
  • Die optimale Verschlusszeit musst du je nach Umgebungslicht ermitteln. Beginne mit 20 oder 25 Sekunden und prüfe, ob es zu hell oder zu dunkel ist.
  • Als „Pinsel“ brauchst du eine Lichtquelle. Dazu kannst du eine (Handy)-Taschenlampe oder eine Stirnlampe verwenden. Kleiner Tipp: Wenn du mit der Lichtquelle zwischen deinen Fingern hindurchleuchtest, kannst du mit „roter“ Schrift schreiben 🙂
  • Ob du deine Malerei auf eine völlig schwarze Leinwand aufträgst oder ob etwas von der Umgebung zu sehen sein soll, kannst du mit der Verschlusszeit und/oder der Blende steuern (ISO würde ich immer so gering wie möglich halten). In unserem Fall wollten wir zeigen, dass wir zu Hause sind, daher die zusätzliche Lichtquelle.“

Diese Art der Lichtmalerei bzw. das Schreiben mit Licht in der Luft macht sehr viel Spaß und gelingt nach ein paar Versuchen meist schon relativ gut. Um „getrennte“ Buchstaben zu erhalten wie auf dem Beispielbild, musst du die Lichtquelle nach jedem Buchstaben kurz ausschalten.

Fotografieren Zuhause

Die Idee, die Anleitung und das Foto sind von Gerald Minasch.

Fotografiere deine Haustiere

Haustiere machen wohl jedes Leben schöner. Gerade jetzt sind sie für viele von uns eine große Stütze und Aufmunterung – und endlich haben wir mal so richtig viel Zeit für sie. Nutze diese Zeit zuhause, um mal ein paar wirklich schöne Fotos deiner Vierbeiner zu machen – keine schnellen Handyschnappschüsse, sondern wirklich schöne Portraits (Idee 32) oder auch mal eine kleine Reportage aus dem echten Leben (Idee 33)! Du wirst später sehr froh darüber sein, dir Zeit für diese Fotos genommen zu haben.

32. Mache schöne Portraits deiner Haustiere

„Fotografiere deine Haustiere, egal ob Katze, Hund oder Hamster. Denn so hast du irgendwann schöne Erinnerungen an sie, wenn sie nicht mehr leben. Oder noch besser: Fang mit dem Fotografieren schon an, wenn die Tiere noch klein sind und dokumentiere in Bildern, wie sie aufwachsen. Ich mache dies gerade mit meinem Welpen Endor, der pünktlich mit dem Lockdown bei uns eingezogen ist.

Die Anleitung: Von Vorteil sind ein ruhiger Hintergrund, natürliches Licht, viel Geduld und ein Assistent. Letzterer ist verantwortlich, mit Futter dafür zu sorgen, dass der pelzige oder gefiederte Mitbewohner dort bleibt, wo er hingehört. Und wieso du Geduld brauchst? Weil tierische Models sich nicht wirklich an die Anweisungen des Fotografen halten.“

Schönes Licht für das Portrait deines Vierbeiners erhältst du, wenn du ihn am Fenster platzierst. Fotografiere unbedingt auf Augenhöhe, nicht von „oben herab“ – also leg dich selbst mit auf den Boden. Dein Hintergrund sollte möglichst ruhig sein, um nicht vom Motiv abzulenken. Dein Assistent sollte für einen wachen, aufgeschlossenen Blick deines Haustieres sorgen. Fotografiere ohne Blitz, damit du schön weiches, natürliches Licht auf deinem Foto hast. Nimm dir viel Zeit und werde auf keinen Fall ungeduldig mit deinem Tier. Wenn es heute nicht klappt, mach was anderes mit ihm und versuch es am nächsten Tag nochmal!

Die Idee, zuhause schöne Fotos der eigenen Haustiere zu fotografieren – egal ob Hund, Hamster oder Wellensittich – hatten Thalia Wünsche und Jens Zitzmann. Die Anleitung und das Foto sind von Thalia Wünsche.  Ihren Instagramaccount findest du hier

33. Fotografiere Spiel und Spaß mit deinen Haustieren zuhause

Neben schönen Portraits ist es eine große Freude, die felligen Freunde so zu fotografieren, wie sie wirklich sind – also in Aktion, spielend oder frech. Fotografiere zum Beispiel das Spielen deiner Katze mit einem Wollknäuel oder deinen Hund in einer „verbotenen“ Situation – wie auf dem Beispielfoto. Wichtig ist, dass du auch hier auf die Bildkomposition, auf einen ruhigen Hintergrund und auf die Perspektive achtest. Beim Beagle auf dem Foto wirkt die hohe Perspektive sehr gut und dynamisch, beim Spielen auf der Erde solltest du dich eher auf Augenhöhe begeben – also ebenfalls auf den Fußboden. Achte in solchen „schnellen“ Situationen vor allem auf eine möglichst kurze Belichtungszeit. Technisch müssen diese „Reportagefotos“ aber gar nicht perfekt sein –viel mehr geht es um den Moment und das Festhalten der einmaligen Situation.

Die Idee, die eigenen Haustiere in Spielsituationen zu fotografieren und „ungestellte“, echte Fotos von ihnen zu machen, hatten Birgit Thiel und Brinja Schmidt. Das Foto von ihrem würstchenklauenden Beagle ist von Brinja Schmidt

Fotografiere deine Familie

Wann hast du das letzte Mal richtige Fotos von deiner Familie gemacht – keine schnellen Handyschnappschüsse oder –selfies, sondern schöne durchdachte Fotos? Jetzt hast du die Zeit und eine perfekte Gelegenheit dafür. Fotos von den geliebten Menschen finden wir unheimlich wichtig – denn im Gegensatz zu allen Blütenfotos, zu allen technischen Spielereien und fast allen anderen Fotos, die wir im Alltag und auch auf Reisen so machen, sind es doch fast nur die Menschenfotos, die wir uns in vielen Jahren noch anschauen. Diese Fotos sind es, die uns – oder unserer Familie – in zehn oder fünfzig Jahren noch wichtig sind. Auch unter unserem Bett befindet sich ein Karton mit Familienportraits bis ins 19. Jahrhundert, die für uns sehr viel Bedeutung haben.

Leider denkt man, dass man Familienfotos ja auch „noch später irgendwann mal“ machen kann, und macht es dann oft nie. Egal ob Fotos von deinem Ehepartner und dir, von deinen Kindern oder Enkeln oder von deinen Eltern – jetzt ist dieses „später“, von dem du immer geredet hast. Mach die Fotos jetzt!

34. Fotografiere eine Reportage („Homestory“) deines Alltags

Fotografiere das echte Leben deiner Familie zuhause. Mache keine gestellten oder abgesprochenen Fotos, sondern fotografiere einen oder mehrere Tage lang von früh bis nachts euer Leben – so, wie es wirklich ist. Unaufgeräumt, mit den Hochs und Tiefs – fotografiere eure Geschichte. Fotografiere das Frühstücken und die spielenden Kinder, das Vorlesen, das Kuscheln, das Rennen im Garten. Mache vielleicht eine schwarz-weiß-Reportage daraus.

Es geht in deiner Reportagefotografie nicht um perfekte Fotos, vor allem nicht um aufgeräumte Hintergründe oder inszenierte Momente. Es geht um euer echtes Leben. Vielleicht auch um euren „Alltag in Zeiten von Corona“. Schön ist es auch, wenn du einen Teil eures Zuhauses auf den Fotos zeigst, denn so normal das jetzt für euch ist, so interessant findet ihr (oder eure Kinder) es doch in 20 oder 30 Jahren, wie man „damals“ gelebt hat. Wer kennt nicht die Fotos aus den 70ern mit den typischen Tapeten und der Retro-Einrichtung? Wie schade wäre es, wenn wir von unserer jetzigen Zeit in vielen Jahren solche Fotos nicht hätten. Fotografiere dein Leben – genau so wie es gerade ist!

Mit jedem Jahr wird der Wert dieser Fotos für dich und deine Familie steigen und du wirst dir mit jedem Jahr dankbarer dafür sein, dass du sie gemacht hast.

Diese Idee ist von uns selbst – wären wir mehrere Personen in unserem Haushalt oder hätten wir Kinder, würden wir unser Leben zusammen genau so fotografieren. Die Fotos sind von Jonathan Borba, Toa Heftiba und Alexander Dümmer – alle von Unsplash.

35. Fotografiere Portraits am Fenster 

Möchtest du zuhause schöne, gestellte Portraits von deinen Lieben machen, eignet sich dafür das Fotografieren am Fenster sehr gut. Das einfallende Licht ist weich und natürlich und sorgt für schöne Farben und weiche Schatten. Auch die Posierung ist durch das Fenster erleichert.

Am Fenster kannst du ganz klassische Portraits fotografieren, aber auch mit verschiedenen Stimmungen experimentieren. Es bietet sich sowohl für sinnliche als auch für melancholische Fotos an, für Farbfotos oder schwarz-weiß, für Silhouetten, für Fotos von Kindern, Frauen und Männer… probiere dich aus!

Das Foto ist von Anastasia Gepp von Pixabay, die Idee ist von uns.

36. Fotografiere Portraits deiner (Enkel-)Kinder

Auch für schöne Fotos deiner Kinder (oder Enkelkinder) zuhause oder im Garten kannst du dir jetzt endlich in Ruhe Zeit nehmen. Am schönsten wirkt es, wenn du die Kinder ganz natürlich fotografierst, also beim Spielen und einfach beim „Kind-Sein“. Versuche deine Kinder daran zu gewöhnen, nicht zu „posen“, wenn du sie fotografierst, sondern einfach ganz normal das weiterzumachen, was sie gerade tun. Wenn dein Kind das Posen und In-die-Kamera-lächeln schon sehr gewohnt ist, wird das etwas dauern, aber es lohnt sich und du erhältst ganz natürliche Fotos, die deine Kinder so zeigen, wie sie wirklich sind. Später wirst du sehr dankbar darüber sein, diese Momente und ihr Aufwachsen auf Fotos dokumentiert zu haben!

Die Idee ist von Jens Zitzmann und Ulrich Wolfertz, die Fotos von Ulrich Wolfertz.

37.  Fotografiere (Selbst-)portraits zu einem bestimmten Thema

Hast du ein Hobby, das dir sehr am Herzen liegt? Was verbinden andere Menschen mit dir? Eine Idee für „etwas andere“ Portraits ist es, dieses Thema in deine Fotos einzubinden. Unsere Leserin Simone Rindlisbacher hatte Portraits zum Thema Lesen und Bücher im Sinn – so entstand ihre wunderbare Serie „Portraits mit einem Buch“.

Entwirf eine passende Szenerie zu deinem Thema – ganz egal, ob in der Werkstatt beim Auto-Schrauben, im Garten beim Gemüseanbau, beim Nähen im Sessel oder mit Ölfarben in deinem Künstleratelier – die Möglichkeiten sind schier endlos. Verwende passende Accessoires, gleichmäßiges Licht und immer einen ruhigen Hintergrund, der nicht vom Motiv ablenkt. Natürlich kannst du auch deine Bearbeitung dem Thema anpassen. Während beim Thema „Lesen“ ein weicher, „harmloser“ Bildlook passend ist, wirken Fotos des verschwitzten und öligen Automechanikers sicherlich auch in einem harten, kontrastreichen Schwarz-Weiß gut. Trau dich, sei kreativ und leg los! 

Die Idee, zuhause (Selbst-)portraits zu einem bestimmten Thema zu fotografieren, hatte Simone Rindlisbacher. Ihren Instagramaccount findest du hier.

38.  Versuche dich an der Irisfotografie

Du hast Lust auf Rumprobieren, auf ein ungewöhnliches Foto und hast ein sehr geduldiges Model? Dann versuche dich an der Irisfotografie!

Die Irisfotografie ist recht anspruchsvoll, aber auch eine coole Möglichkeit, zuhause mal etwas völlig Neues und Anderes zu fotografieren. Du benötigst hierfür ein Makroobjektiv, ein Stativ und Grundkönnen in einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop.

Die größte Herausforderung ist das Vermeiden von Spiegelungen im Auge, weswegen du die Iris in einem dunklen Raum fotografieren musst. Das Model schaut direkt in das Objektiv, das sich nur wenige Zentimeter vor dem Auge befindet (die Kamera steht auf einem Stativ). Der Kopf sollte z. B. auf einer Stuhllehne abgelegt sein, um Bewegungen so gut es geht zu vermeiden. Nach mehreren Versuchen haben wir uns als Lichtquelle für eine Taschenlampe entschieden, die das Auge von der Seite beleuchtet. So kommt Struktur in das Auge und die Pupille verkleinert sich. Achte darauf, die Spiegelung bzw. den Lichtreflex so klein wie möglich zu halten, um ihn später bestmöglich rausretuschieren zu können. Fokussiere manuell und stelle alle Belichtungsparameter ein. Wegen der geringen Nähe zum Motiv sollte deine Blende nicht zu weit geöffnet sein (unsere Bilder entstanden mit Blende 8), aber auch die Belichtungszeit darfst du nicht zu lang wählen, da das Bild durch minimale Bewegungen des Models sonst verwackelt. Das Model öffnet nun sein Auge möglichst weit, damit kein Teil der Iris vom Augenlid verdeckt ist. Kontrolliere zwischendurch deine Fotos auf Belichtung und Schärfe.

Im Bildbearbeitungsprogramm (wir verwenden Photoshop) retuschierst du nun die Lichtreflexe aus dem Auge und „reparierst“ die Stellen, die ggf. vom Augenlid oder von einem Schatten verdeckt sind. Wenn nötig oder gewünscht, kannst du außerdem Parameter wie Kontraste, Klarheit, Schärfe, Tiefen, Lichter etc. anpassen. Schneide die Iris dann aus und füge sie auf einem schwarzen Hintergrund ein. Unser Foto zeigt eine Komposition unserer beiden Augen. Besonders spannend ist so eine „Collage“ natürlich auch mit den Augen mehrerer Familiengenerationen. Wir empfehlen aber, gerade die Kinder oder älteren Personen erst zu triezen, wenn du schon geübter in der Sache bist.

Die Idee der Irisfotografie als fotografischer Zeitvertreib zuhause ist von uns selbst, das Foto ist von Jan und mir – eine Komposition aus zwei Fotos, für die wir erstaunlich lange gebraucht haben (es war aber auch unser erster Versuch).

39. Veranstalte ein Fotoshooting zuhause – mit dir selbst!

Jeder Fotograf kennt es: Man hat einen Haufen toller Fotos von alles und jedem, außer von sich selbst. Nutze die Coronakrise – oder auch einfach mal total schlechtes Wetter – für Selbstportraits, die du ganz einfach zuhause machen kannst!

„Noch vor Bekanntwerden der ersten Covid-19-Fälle in Europa habe ich eine Softbox und ein Blitzstativ gekauft, um entfesselt blitzen zu können. Aufgrund des schönen Wetters und dem Drang nach draußen, sind die Teile erst mal im Keller gelandet. Da sich das mit dem „nach draußen gehen“, zumindest bei uns in Österreich vorerst auf das lebensnotwendige Frischluftschnappen beschränkt, wurde die Blitzausrüstung nun wieder aus ihrem Schattendasein geholt. Blitz und Kamera auf das jeweilige Stativ, Softbox drübergezogen und das Schlafzimmer hat eine Wandlung zum Mini-Fotostudio vollzogen. Im Internet haben wir uns Anregungen zu diversen Posings geholt und dann versucht, diese nachzustellen. Dabei haben wir vor allem eines gelernt: Nichts ist so einfach wie es aussieht und der Teufel steckt im Detail! Dennoch hat es richtig viel Spaß gemacht und wir planen schon das nächste Mini-Shooting. Sportlicher Nebeneffekt: Wenn ihr nur zu zweit seid und keinen dedizierten Fotografen habt, muss einer von euch immer zur Kamera laufen, um den Auslöser zu drücken.

Umsetzung des Beispielbildes

  • Als Studio diente unser Schlafzimmer, die Bühne war das Bett. Auf die Matratze haben wir eine einfache weiße Steppdecke gelegt. Die Decke hat den Vorteil, dass sie reinweiß und nicht gemustert ist. Außerdem sorgt die Struktur des abgesteppten Stoffes für das gewisse Etwas.
  • Um das Bild nicht mit Farben zu überladen, haben wir uns für weiße Shirts entschieden.
  • Wenn ihr nur zu zweit seid, braucht ihr vorzugsweise ein Stativ.
  • Auslösen kannst du auf verschiedene Arten:
    • Selbstauslöser der Kamera (auf 10 Sekunden stellen)
    • Kabelauslöser
    • Funkauslöser
  • Bei unserem Bild konnte ich den Kabelauslöser gerade noch mit ausgestreckter Hand erreichen. Dieser hat dann den Selbstauslöser der Kamera aktiviert, der auf 10 Sekunden eingestellt war. Somit musste ich meine Position so gut wie nicht verlassen.
  • Der Blitz samt Softbox stand unmittelbar neben der Kamera, so dass wir direkt von vorne beleuchtet wurden.
  • Da niemand hinter der Kamera stand, um den Fokus zu setzen, habe ich manuell fokussiert (wenn man zu zweit ist, funktioniert das ganz gut, da schon eine Person im Bild ist auf die man fokussieren kann).

Die Idee von Selbstportraits zuhause hatten Gerald Minasch und Dave Great, die Anleitung und das Foto sind von Gerald Minasch.

Bildbearbeitung

Ich habe es oben schon geschrieben: „Irgendwann“ ist genau jetzt. Fange JETZT an, dich mit der Bildbearbeitung zu beschäftigen. Eine bessere Zeit kommt nicht.

Unser Leser Gerald Minasch schreibt eine schöne Einleitung dazu: 

„Wenn du deinen Bildern noch den letzten Schliff verleihen möchtest, solltest du dich mit Bildbearbeitung auseinandersetzen. Tools dafür gibt es in Hülle und Fülle (Lightroom, Photoshop, GIMP, …). Aber was nutzen diese, wenn man den inneren Schweinehund nicht überwinden kann, in diese Thematik einzutauchen? Zugegeben, aller Anfang ist schwer. Aber mit jedem bearbeiteten Bild steigen die Erfahrungspunkte und das nächste Level rückt näher. Vielleicht öffnet dir ja gerade unser neuer, bewegungseingeschränkter Alltag die Tür zur digitalen Bildentwicklung. Du hast mit der Bildbearbeitung eine Covid-Maßnahmen-konforme Möglichkeit, dich fotografisch weiterzubilden.“ Nutze sie!

40. Sortiere und katalogisiere deine Bilder 

Okay, jetzt mal ehrlich: Wie gut sortiert sind die Fotos auf deiner Festplatte? Hast du all die schlechten Fotos aussortiert, die du „irgendwann mal“ aussortieren wolltest? Hast du einen Überblick über all deine alten Fotos, sind deine Ordner logisch strukturiert und verschlagwortet? Wenn ja: Glückwunsch, du kannst zu Punkt 41 weiterscrollen 🙂 Wenn nein, du das aber „schon immer mal“ machen wolltest, nutze doch jetzt die Zeit und setz dich daran.

Wir sortieren und katalogisieren unsere Fotos streng nach Datum: Jahr-Monat-Tag. Selbst die Benennung jeder Datei erfolgt mit Datum und Uhrzeit. Diese Variante ist für uns am besten, denn wir wissen viel eher noch, wann ein Ereignis war, als was wir uns gerade beim Einsortieren gedacht haben. Waren die Blütenfotos aus dem Schlosspark jetzt in „Garten“ oder in „Pflanzen“ oder in „Makro“ oder in „Schwetzingen 2013“ – oder sogar noch im „Anderes“ (Sortiere ich irgendwann mal)-Ordner?

Für unsere eigene Sortierung ist das Programm Adobe Lightroom (in dem wir unsere Fotos auch entwickeln) unverzichtbar. Benutzt du Lightroom, empfehlen wir dir, unbedingt seine sehr starken Bibliothekfunktionen zu nutzen und die ganze Sortierung in diesem Programm zu machen. Wie genau du dabei vorgehen kannst und unser eigenes System zeigen wir dir in unserem E-Book „ Der letzte Schritt zur Perfektion“.

Am Ende ist es relativ egal, welches System du dir für deine Bildverwaltung und –übersicht ausdenkst: Wichtig ist, dass du es durchziehst und auch neue Fotos konsequent so einsortierst. 

Was wir dir wirklich ans Herz legen wollen, ist unbedingt auch das Löschen der schlechten Fotos. Sie müllen nicht nur deine Festplatte unnötig zu, sie nehmen dir auch die Freude an deinen guten Fotos, weil du dich immer durch sie durchwühlen musst. Wir selbst behalten nur etwa 20% unserer Fotos. Alle anderen sind doppelt und dreifach, etwas schlechter oder komplett misslungen. Sie belasten nur – und wir haben noch nie ein gelöschtes Foto vermisst. Sind wir mal ehrlich: So richtig gut sind doch sowieso nur höchstens 5%. Geben wir diesen Fotos doch mehr Raum, indem wir uns von all den schlechten befreien.

Fotos sortieren Ordner
Unsere Foto-Ordnerstruktur in Lightroom – sortiert nach Jahr, Monat und Tag

Auch unser Leser Christian Müringer schreibt:

„Ich persönlich versuche mich auf die positiven Aspekte der Situation zu konzentrieren und möglichst keine Nachrichten zu schauen. So habe ich endlich mal mehr Zeit, um den gigantischen Rückstau von mehreren tausenden nicht-entwickelten RAW-Bildern auszusortieren, zu entwickelten und zu beschriften. Dazu wäre ich im Normalbetrieb nie gekommen.“

Also was meinst du? Bist auch du Teil der „Bildersortieraktion 2020“?

41. Designe eine Collage aus alten Fotos

Du hast zu viele Fotos auf deiner Festplatte und zu wenig damit gemacht? Dann hauch ihnen doch jetzt Leben ein! Egal ob Fotos deiner letzten Reise, deines Gartens oder deiner Kinder – was sollen sie auf der Festplatte? Eine Collage, die du auf ein Plakat drucken lässt, ist zum Beispiel eine tolle Möglichkeit, wirklich etwas aus deinen Fotos zu machen.

„Wer schon wirklich alle seine RAW-Bilder entwickelt hat und nun gar nicht mehr weiß, was er machen soll, kann aus seinen bestehenden Bilderschätzen ein hübsches Plakat designen. Hierzu eignen sich am besten Bilder, die alle ein gleiches Thema haben. Türen oder Fenster sind für so etwas ein „Klassiker“. Für diese Plakate habe ich mir in Photoshop ein Rahmen-Template gebastelt aus einfachen Kästchen, diese schwarz eingefärbt und als eine Ebene zusammengefasst. Diese Ebene habe ich dann gegen Verschieben gesichert. Die Einzelbilder der Türen habe ich dann nacheinander einzeln rein kopiert und jeweils als eigene Ebene dahinter gesetzt.“

Diese Idee, die Anleitung und die Fotos bzw. Collagen sind von Christian Müringer.

42. Bearbeite Serien deiner Fotos in einem besonderen Bildlook

Hast du Lust auf schöne Bildlooks und auf eine besondere Wirkung deiner Fotos? Dann beschäftige dich doch mal mit den Themen Farblooks und Bildlooks. Mit Programmen wie Lightroom kannst du ganz eigene Bildstile und Farbstile entwickeln, diese als Presets abspeichern und ab jetzt mit einem Klick über deine Fotos legen. Natürlich gibt es aber auch viele Apps, mit denen du ganz einfach Bildlooks auf deine Fotos zaubern kannst.

Unsere Leserin Jeannine Danhieux empfiehlt die App Hipstamatic, die du für 3,49€ im App-Store herunterladen kannst.

„Ich bin ein absoluter Hipstamatic Fan! Hipstamatic ist eine Foto-App, um Bilder mit Retro-Effekten zu erzeugen. Die Einstellungen wurden der Analogfotografie abgeschaut und sind anhand von Objektiv, Film und Blitz variabel einzustellen. Sie erzeugen einen nachempfundenen Look aus verschiedenen Zeitepochen. Da ich schon zu Analog-Zeiten experimentell in der DIA-Cross, einer Umkehr-Entwicklung des Dia-Films, unterwegs war, gefallen mir vor allem die farbstarken Einstellungen.

Ich habe eine Intagramseite nur mit diesen Fotos, jeweils als 3er-Serie zu je einem Thema. Was begleitet mich nun täglich? Ich schaue genauer hin, das Nebensächliche wird in den Vordergrund gestellt, das Banale erhält einen anderen Wert.Das Zuhause wird zu meinem ganz privaten Fotostudio.

Die Idee, mit Hipstamatic zu arbeiten und die Erklärung ist von Jeannine Danhieux. Das Foto ist ein Screenshot ihres Instagramprofils, auf dem sie ihre 3er-Serien zeigt.

43. Lerne die Bildbearbeitung

Eingangs haben wir unseren Leser Gerald Minasch zitiert: „Vielleicht öffnet dir ja gerade unser neuer, bewegungseingeschränkter Alltag die Tür zur digitalen Bildentwicklung. Du hast mit der Bildbearbeitung eine Covid-Maßnahmen-konforme Möglichkeit, dich fotografisch weiterzubilden.“

Die Bildbearbeitung und RAW-Entwicklung ist längst nicht die Zauberei, für die viel zu viele Fotografen sie halten. Wenn du dich noch gar nicht näher damit beschäftigt hast oder noch ganz am Anfang stehst, schau dir unser E-Book „Der letzte Schritt zur Perfektion“ an. Hier erklären wir dir Schritt für Schritt anhand von Screenshots ganz einfach unser System der Bildbearbeitung.

Aber auch wenn du schon länger dabei bist, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, deine Fähigkeiten und dein Wissen zu vertiefen und mehr zu üben. Es lohnt sich extrem und du machst endlich aus deinen guten Fotos sensationelle. Anleitungen, Bücher, Tipps und Videos findest du im Internet zuhauf und zu jedem Thema.

RAW Vorher Nachher Lightroom
Ein rohes und fertig entwickeltes Foto aus Schottland

Die Idee, genau jetzt anzufangen, die Bildbearbeitung zu lernen oder dein Können und Wissen darin zu vertiefen, ist von uns. Der Screenshot zeigt ein Vorher-Nachher-Foto aus Schottland, das Jan mit Lightroom entwickelt hat.

44. Experimentiere mit dem Farbregler, verfälsche deine Fotos, entwickle Farblooks 

In jedem Bildbearbeitungsprogramm, aber auch in manchen Kameras selbst, kannst du die Farbtöne deines Fotos regeln und einstellen. Es ist eine schöne Spielerei für zwischendurch, hiermit herumzuprobieren, Farben zu verfälschen und Looks zu erschaffen. Du musst es nicht ernst nehmen und vielleicht verbessert ein Spielen mit dem Farbregler nicht deine Fotografie –  aber unterhaltsam und auflockernd ist es allemal!

Die Idee, die Anleitung und das Vorher-Nachher-Foto sind von Angelika Lang.

45. Erstelle jetzt deine Fotobücher

Schnapp dir die Fotos deiner letzten Reisen, sortiere und bearbeite sie und dann mach endlich das damit, wofür du sie gemacht hast: Mach ein Fotobuch daraus, erwecke sie zum Leben und lass sie eine Geschichte erzählen.

Das Gestalten von Fotobüchern ist etwas, das die meisten von uns (wir auch) immer viel zu lange vor uns herschieben und es am Ende nie machen. Hierbei ist es ganz egal, ob es um Fotos unserer Reisen geht, um Fotos von Feiern oder einfach nur um Familienfotos. Und auch ein Best-Of-Buch deiner Fotografie wäre doch mal etwas Schönes, oder?

Ein schon gestaltetes Fotobuch schauen wir uns viel eher wieder an, als all die Massen von Fotos auf unseren Festplatten. Wir halten es in den Händen, zeigen es Freunden und Verwandten, wir reden darüber, erzählen Geschichten. Wir freuen uns, lachen, wir erinnern uns, wir kommen ins Schwärmen und Schwelgen. Und genau dafür sind Fotos da, oder?

Diese Idee ist von uns, deren private Fotos auch noch immer auf den Festplatten liegen, anstatt unsere Lieben zu erfreuen. Fotobücher kannst du bei verschiedenen Anbietern erstellen lassen, ein super Preis-Leistungsverhältnis hat z. B. Saal-Digital.

45 Fotoideen für zuhause…

45 Fotoideen für das Fotografieren zuhause und über 40 reine Textseiten in Word sind zusammengekommen bei diesem Artikel, der unser erster Community-Artikel überhaupt ist. Entstanden ist mit eurer Hilfe die wohl größte Ideensammlung zum Thema „Fotografieren Zuhause“, die es im deutschsprachigen Internet gibt. Wir sind begeistert von eurer Kreativität, von euren wahnsinnig schönen Fotos, euren tollen Anleitungen, von der Vielfalt eurer Ideen und auch von der Zuversicht, dem Optimismus und der Lebensfreude, die ihnen innewohnt. DANKE an jeden, der dabei ist, DANKE an jeden, der Teil unserer Lichter der Welt Community ist und diesen Blog mit Leben füllt!

Schreib uns doch gerne in den Kommentaren, wenn du eine der Fotoideen ausprobiert hast – oder ausprobieren möchtest. Zeig uns auch gerne deine Fotos – wir sind total gespannt!

Nun ganz viel Spaß beim Fotografieren zuhause – und sei dir sicher, dass dieses nicht unser letzte Community-Artikel sein wird!Wenn du dabei sein willst in unserer E-Mail-Community, melde dich hier an. Du kannst uns auch auf Instagram folgen und dort unseren Aktionen erfahren, oder auf Facebook.

Autor

Ich bin Sina, Mitbegründerin von Lichter der Welt, Fotografin und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ich liebe Natur, Freiheit, die Sonne auf meinem Gesicht und den Wind in meinen Haaren. Schon als Kind saß ich fasziniert vor dem Globus und malte mir aus, die Weite dieser Welt zu entdecken. Heute lebe ich diesen Traum und sammle Tipps, Inspirationen und Erfahrungen für dich!

14 Kommentare

  1. Der Beitrag ist so toll geworden, dass man noch viel mehr Zeit zum Ausprobieren verbringen könnte. Für die Beiträge und Zusammenstellung ein ganz herzliches Dankeschön.😍❤️❤️

    • Sina Antworten

      Oh ja, da kamen echt sooo viele richtig gute Ideen zusammen, wir sind auch ganz überwältigt ❤️
      Sehr gerne!

      • Das ist ein wunderbarer Artikel – so viele Ideen und Inspirationen!!! Ich habe direkt die Erdbeere ins Wasser plumpen lassen, und auch eine Mandarinenscheive. Muss aber noch etwas daran tüfteln!

  2. Das ist ein wunderbarer Artikel – so viele Ideen und Inspirationen!!! Ich habe direkt die Erdbeere ins Wasser plumpen lassen, und auch eine Mandarinenscheive. Muss aber noch etwas daran tüfteln!

  3. Erwischt!
    Seit einigen Wochen liegt meine Kamera viel zu häufig als nette Deko auf dem Wohnzimmertisch. Sie grinst mich an, ich lächle liebevoll zurück. Und dann fällt mir wieder nichts ein, was ich zu Hause fotografieren könnte. Gelegentlich nehme ich sie zu meinen Spaziergängen mit nach draußen.
    In Eurem Beitrag liefert Ihr wundervolle Anregungen, was man Zuhause fotografieren kann. Sehr gelungen finde ich das Foto vom Würstchen-Hund im Fototipp 33.
    Mit den gesammelten Fotoideen habt ihr mich angeschubst zu einem spannenden Fotonachmittag im Wohnzimmer.
    Vielen Dank für den großartigen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Mandy

  4. Heysan,
    ich bin schwer beeindruckt von Eurer Seite im allgemeinen. Ich kann mich gar nicht satt lesen an all den Informationen und
    Tipps. Das ist so toll und verständlich geschrieben das sich meine Perspektive zur Fotografie zum Teil geändert hat. Ich kann es garnicht wirklich beschreiben, aber Du triffst es auf den Punkt genau. Man merkt wie Profimäßig ihr da unterwegs seit und jede Beschreibung läßt sich auch irgendwie nach vollziehen. Vielen Dank dafür. Ich verfolge euer Geschehen von nun an auf FB und freue mich über weitere infos.
    Jürgen M.

    • Sina Antworten

      Hallo Jürgen,

      oh, vielen lieben Dank für das riesige Lob, das freut uns unglaublich! Wir wünschen dir ganz viel Freude weiterhin auf Lichter der Welt und freuen uns, dass du dabei bist!

      Liebe Grüße
      Sina

  5. Danke für diesen tollen Post. Auch wenn ich das erst jetzt gefunden haben und mittlerweile die Einschränkungen größtenteils weggefallen sind, sind das wirklich wahnsinnig tolle Projekte um etwas über Fotografie (und auch sich selbst…!) zu lernen.
    Einges davon werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. 🙂

  6. Liebe Sina,

    Dein Beitrag mit den vielen tollen Tipps zur „Home“-Fotografie hat mir sehr gut gefallen. In Corona-Zeiten kann man die eigenen vier Wände tatsächlich neu entdecken. Besonders klasse fand ich die Idee mit dem Miniaturland. Wer Kinder hat, die noch mit Lego oder Duplo spielen, kann wahrlich großartige „Welten“ erschaffen und wird selbst wieder Kind. 😉

    Viele Grüße
    Olaf

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