Eine Reise durch Uganda. Ausgestattet mit einem Allrad-Jeep und Dachzelt geht es für uns auf einen ganz besonderen, naturnahen Roadtrip durch das einst von Winston Churchill als „Die Perle Afrikas“ bezeichnete Uganda. Riesige Teeplantagen, Bananenpalmen, satte grüne Regenwälder, die Überquerung des Äquators, tierreiche Nationalparks und natürlich die letzten wildlebenden Berggorillas machen diese Rundreise durch Uganda zu etwas ganz Besonderem.

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf meine selbstorganisierte Reise durch Uganda – mit ins tiefe Abenteuer Afrika und zu Erinnerungen, die niemals vergehen werden.

Reise nach Uganda

Über keine meiner Reisen wurden mir so viele neugierige Fragen gestellt, wie über meine Uganda Reise. Vielleicht, weil es für viele unvorstellbar ist, ein so ursprüngliches, wild anmutendes Land auf diese Art – individuell mit Jeep und Dachzelt – zu bereisen? Ich möchte dich mitnehmen auf meine individuell geplante Reise durch Uganda, die bis heute eine der schönsten Reisen meines Lebens ist.

Uganda Berggorilla Silberrücken
Uganda Reise Erfahrungsbericht
Bananenpalmen und abenteuerliche Straßen – das ist Uganda

Warum sollte ich nach Uganda reisen?

Uganda – ein eher ungewöhnliches Reiseziel auf dem afrikanischen Kontinent, werden die meisten Touristen doch von den Kassenschlagern Südafrika, Kenia, Tansania angezogen.
Uganda – eines der ärmsten Länder der Welt. Nur 56 % der Einwohner haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur 41 % zu Sanitäranlagen. Die Alphabetisierungsrate beträgt 74 %. Homosexualität ist gesetzlich verboten. Eine Frau bekommt statistisch gesehen 6,4 Kinder. Nur 18 % haben Zugang zu Verhütungsmitteln.
Uganda – ein Land mit politischer Instabilität, Terrorismus, tropischen Krankheiten und einer hohen HIV-Rate.

Warum sollte jemand nach Uganda reisen wollen?

Puhhh… diese Fakten über Uganda klingen erst einmal total abschreckend. Aber bitte lass dir die Reiselust nicht nehmen und lies weiter. Denn Uganda ist auch ein Land, in dem wir unglaublich viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft erlebt haben. Menschen, vor allem Kinder, die trotz all der vorherrschenden Armut immer ein Strahlen in den Augen hatten. Ein sehr ursprüngliches Land, welches mit unberührter, wilder Natur besticht. Es ist Heimat der letzten wildlebenden Berggorillas und Zuhause der größten Anzahl diverser Primaten. Unzählige Flusspferde tummeln sich in Ugandas Flüssen, an dessen Ufern sich ein breites Artenspektrum der außergewöhnlichsten Vögel entdecken lässt. Das massive Riwenzori-Gebirge (5109m) erstreckt sich entlang der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Und an dessen Fuße? Unendlich weite Urwälder.

Wer ein raues, ursprüngliches Afrika hautnah erleben möchte, sollte nach Uganda reisen.

Uganda Reise Kinder
Strahlende Kinderaugen in einer Schule in Uganda

Ist eine Uganda Reise gefährlich?

Als wir Uganda als unser Reiseziel im Freundes- und Bekanntenkreis verkündeten, haben uns nur große Augen angesehen. Eine Reise nach Uganda ist doch gefährlich! Wir wuren mit wilden Spekulationen über Kriminalität, ansteckenden Tropenkrankheiten und gefährlichen Tieren konfrontiert.

Die Wahrheit ist: Natürlich herrschen in Uganda andere Standards vor als in westlichen Reiseländern.
Uganda gilt im Hinblick auf andere afrikanische Staaten jedoch als recht stabil und sicher. Gewisse Grenzregionen zum Kongo oder dem Südsudan sollten gemieden werden. Es ist eher kein Land für „Reiseanfänger“ und wer sich unsicher ist, Uganda auf eigene Faust zu bereisen, hat natürlich auch die Möglichkeit, sich einer geführten Reise anzuschließen.
Über die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise kannst du dich beim Auswärtigen Amt informieren.

Uganda Reise Straßenverhältnisse
Hoppla!

Einreisebestimmungen – brauche ich ein Visum für meine Uganda Reise?

Ja, wenn du nach Uganda einreisen möchtest, benötigst du ein Visum. (Kosten 50 USD)
Dieses kannst du online beantragen: https://visas.immigration.go.ug/
Aktuell ist auch der Nachweis einer Gelbfieberimpfung für die Einreise nach Uganda notwendig.

Uganda Reise Affen
Uganda ist das Land mit der höchsten Dichte an Primaten aller Art

Wie ist die Zahlungsweise in Uganda?

Die Landeswährung ist der Uganda Schilling. 1 EUR entspricht 3000 UGX: Also eine der Währungen, mit denen man mit ein paar Scheinen in der Tasche gleich zum Millionär wird. Kreditkartenzahlung ist in Uganda außerhalb der Städte unüblich. Demnach solltest du entsprechend Bargeld mit dir führen. In der Nähe von Städten findest du immer Bankautomaten.

Uganda Zahlungsmittel Geldscheine
Der Stolz der Nation – Ugandas Tierwelt ziert die Geldnoten

Muss ich auf einer Uganda Reise Angst vor Tropenkrankheiten haben?

Vor einer Reise nach Uganda, oder generell Afrika, solltest du dich auf jeden Fall von einem Tropenmediziner beraten und deinen Impfstatus überprüfen lassen. Die meisten Krankenkassen übernehmen mittlerweile Reiseimpfungen und neuerdings auch Malariaprophylaxe.
Wie du dir vielleicht denken kannst, ist die medizinische Versorgung in Uganda nicht gerade die beste. Achte also auf einen guten Auslandskrankenversicherungsschutz, welcher auch eine Reiserückholversicherung beinhaltet. Diese sind meist gar nicht so teuer und sollten sowieso für jede Reise abgeschlossen werden.
Selbstverständlich solltest du auch einfachste hygienische Maßnahmen einhalten, um z. B. Durchfallerkrankungen zu vermeiden. Aus diesem Grunde haben wir uns auf unserer Rundreise durch Uganda ausschließlich selbst versorgt, vor allem auf Essen im Straßenverkauf verzichtet und uns regelmäßig die Hände desinfiziert. Stelle auch sicher, dass du eine gut ausgestattete Reiseapotheke mit an Bord hast. Hier zeigen dir Sina und Jan, wie du die perfekte Reiseapotheke zusammenstellst und was speziell du für die Tropen brauchst.
Alle Infos über mögliche Reisekrankheiten und Vorkehrungen für deine Uganda Reise findest du ebenfalls beim Auswärtigen Amt.

Uganda Lake Victoria
Fischverkauf am Lake Victoria

Wieviel Zeit sollte ich für eine Uganda Reise einplanen?

Auf Roadtrip Africa findest du tolle Routenvorschläge für eine Reise durch Uganda.
Für die klassische Circle Tour solltest du mindestens 14-15 Tage einplanen. Diese beinhaltet neben den südwestlichen Nationalparks noch den etwas weiter nördlich gelegenen Murchison-Falls-Nationalpark. Wir hatten auf unserer Uganda Reise 12 Tage zur Verfügung, weswegen wir diesen Nationalpark aufgrund seiner langen An- und Abfahrtszeit ausgelassen haben. Sehenswert ist er jedoch alle Male: Hier kannst du den Nil in die imposanten Murchison Falls herabstürzen sehen und die seltene Rothschildgiraffe, die es nur in diesem Nationalpark gibt, beobachten.

Wenn du weniger Zeit zur Verfügung hast, kannst du also, so wie wir, nur die südwestlichen Nationalparks Ugandas sowie die Gorilla-Regenwälder im Süden des Landes besuchen. Dabei solltest du dir 12 Tage als Minimum setzen. Als Selbstfahrer plane besser mehr Tage ein, da sich die Fahrzeiten unter Umständen verlängern könnten.

Uganda Kultur
Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Wann ist die beste Reisezeit für Uganda?

Die Höchsttemperaturen zeigen im Jahresverlauf kaum Schwankungen. Es gibt keine klassischen Jahreszeiten in Uganda, vielmehr wird das Klima durch die zwei Regenzeiten bestimmt.

Trockenzeit = Hochsaison
Die erste Trockenzeit in Uganda dauert von Dezember bis Februar. Juni bis August sind die trockensten Monate in der zweiten Trockenzeit mit einer Durchschnittstemperatur von 27-28°C tagsüber.

Regenzeit = Nebensaison
Es gibt zwei Regenzeiten in Uganda. Die erste dauert von März bis Mai, wobei April der regenreichste Monat ist. Es kommt zu sehr heftigen Niederschlägen. Von September bis November herrscht eine zweite, etwas schwächere Regenzeit. Oftmals ist das Reisen in der Regenzeit günstiger, durch Verschlechterung der Straßenverhältnisse und manchmal schlichtweg unbefahrbaren Straßen jedoch auch beschwerlicher.

Uganda Straßenverhältnisse
Du weißt, du bist in Uganda, wenn sich kleine Ferkel auf der „Straße“ suhlen

Wir selbst waren im Oktober, also in der zweiten, etwas gemäßigteren Regenzeit unterwegs. Wie immer gilt: Man kann Glück oder Pech haben. Außerhalb des Regenwaldes sind wir nur ein einziges Mal, gleich am ersten Tag, in einen heftigen Schauer geraten. Da wir uns aber noch in der Nähe der Hauptstadt aufhielten und hier die Straßen überwiegend asphaltiert waren, war das kein Problem. Ansonsten waren wir auf unserer Uganda Reise durchgehend mit Sonne und „normal schlechten“ Straßenbedingungen gesegnet: Außer im Regenwald bei den Gorillas. Dort hat es zuverlässig jeden Abend und auch nachts stark geregnet. Es bleibt also jedem selbst darüber zu urteilen, in welcher Zeit man eine Reise nach Uganda antritt. Die große Regenzeit würde ich jedoch meiden.

Elefanten in Uganda
Nicht nur Berggorillas: Uganda ist Heimat unzähliger Tierarten. Diesen Elefanten begegneten wir im Queen Elizabeth Nationalpark

Selbstfahrer in Uganda – kann ich mir das zutrauen?

Asphaltierte Straßen sind in Uganda eher die Ausnahme und oft nur in den größeren Städten und deren Umgebung zu finden. Auch innerhalb der Nationalparks sucht man vergebens nach Asphalt. Ich will dir nichts vormachen: Fahren in Uganda ist nicht einfach und kostet viel Zeit und Nerven. Du solltest schon ein sicherer und erfahrener Autofahrer sein, der auch beim Fahren im Gelände erprobt ist. Die Straßen sind sehr holprig und nicht selten tun sich riesige Krater vor dir auf, die es zu umfahren gilt. Bei starken Regenfällen werden die Straßen kurzerhand zu einer echten Herausforderung und irgendwann kann auch ein Allradantrieb an seine Grenzen stoßen.

Aber keine Angst: Die Ugander sind sehr hilfsbereit, was festgefahrene Touristen angeht. Das durften wir am eigenen Leib erfahren.
Man muss also ein wenig abenteuerlustig – und ja, vielleicht auch ein wenig verrückt – sein, um als Selbstfahrer durch Uganda zu reisen. Wenn du dir das selbst nicht zutraust, hast du auch die Möglichkeit, dir einen Fahrer zu organisieren, der dich individuell nach Routenwunsch chauffiert. Die günstigere Variante wäre, dich einer geführten Reisegruppe anzuschließen. Dann bist du jedoch an deren Programm gebunden und wenig flexibel.

Uganda Straße durch Nationalpark
Straße durch einen Nationalpark

Wie finde ich mich auf einer Reise durch Uganda zurecht?

Die Straßenführung in Uganda ist eigentlich recht einfach. Die Hauptverkehrsstraßen führen dich selbsterklärend, in der Regel relativ gut ausgebaut und ausgeschildert von Nationalpark zu Nationalpark. Damit du aber insbesondere innerhalb der Parks auf den vielen kleinen Wegen den Überblick über deinen Standort behältst, kannst du eine Offline-Karte auf deinem Handy nutzen. Es gibt mehrere Apps, mit denen du dir vorab Karten von Uganda herunterladen und diese auf deiner Reise dann offline nutzen kannst. Damit lassen sich auch Tankstellen, Supermärkte und Bankautomaten finden.
Folgende Apps haben wir selbst benutzt:

Besorge dir auf deiner Uganda Reise unbedingt auch eine lokale SIM-Karte mit ausreichend Datenvolumen und Telefonie, falls du unterwegs mal Hilfe benötigst. Der Internetempfang ist in Uganda oft überraschend gut, in manchen Ecken aber auch gar nicht vorhanden. Du kannst direkt am Flughafen einen MTN-Store aufsuchen, um eine Sim-Karte zu kaufen oder dies in der großen Victoria Mall in Entebbe tun.

Uganda Reise Navigation Karte oder App
Oder ganz klassisch mit Karte?!

Wie finde ich ein geeignetes Auto mit gutem Service?

Mit Jeep und Dachzelt durch Afrika – das war ein langersehnter Wunsch von uns. Abends das Zelt aufschlagen, am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel inmitten der Wildnis den Geräuschen der Natur lauschen. Ohne weitere Überlegungen stand für uns fest, dieses Land auf diese Art und Weise zu bereisen. Wenn du keine Lust auf Dachzelt und Camping hast, kannst du in Uganda aber auch problemlos in Camps oder anderen Unterkünften übernachten. Nichtsdestotrotz brauchst du einen fahrbaren Untersatz: Ob du nun mit Fahrer oder als Selbstfahrer Uganda bereist.

Wir haben unseren Toyota Landcruiser inklusive Campinausrüstung vorab von Zuhause über „Roadtrip Uganda“ gebucht.
Roadtrip Uganda bietet nicht nur reine Autovermietung an, sondern auch die Möglichkeit, komplette Reisepakete zu buchen. Diese beinhalten so ziemlich alles – bis auf die Anreise. Von Routenplanung, Auto mit oder ohne Fahrer, über Unterkünfte und Gorilla-Permits musst du dich um nichts kümmern. Hierbei kannst du dir für deine Reise durch Uganda ganz individuell nach Bedarf dein Paket zusammenstellen. Die Preise variieren je nach Saison, Personenanzahl und Dauer der Anmietung.

Uganda Reise Erfahrungsbericht
Erste Probefahrt am Lake Victoria in Entebbe

Für einen Mietwagen bezahlst du aktuell inklusive Versicherung abhängig von Modell und oben genannten Faktoren zwischen 39€ und 129€ pro Tag.
Das Dachzelt inklusive kompletter Camping-Ausstattung hat uns 20€/Tag gekostet. Eine zusätzliche elektrische Kühlbox (sehr ratsam bei Selbstversorgung!) hat uns nochmal 5€/Tag gekostet.

Teeplantagen Uganda
Teeplantagen Panorama bei Fort Portal

Mit dem Service von Roadtrip Uganda waren wir rundum zufrieden. Kontakt und Planung haben schnell und problemlos via E-Mail stattgefunden. Unser Auto wurde uns pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt direkt in unsere Unterkunft geliefert. Nach einer kurzen Einweisung und Aushändigung unserer Permits konnten wir uns sogleich ins Abenteuer stürzen. Probleme mit dem Auto hatten wir zum Glück nie, außer unseren Ausrutscher in den Straßengraben, welchen wir aber ohne Zutun von Roadtrip Uganda mit Hilfe von Einheimischen lösen konnten. Die Agentur bietet jedoch auch einen 24-Stunden-Service an. Am Tag der Abreise wurde das Auto wieder an der Abreiseunterkunft unserer Wahl abgeholt.

Roadtrip Uganda
Mitfahrgelegenheit gesucht?

Camping oder Unterkünfte?

Das ist eine reine Geschmackssache. Wir sind leidenschaftliche Camper und sehr gerne in der Natur. Mit den ganzjährig konstanten Temperaturen (tagsüber 24-28°C, nachts 16-18°C – im Hochland kann es kühler werden) bietet Uganda gute Voraussetzungen zum Campen. Unser Zelt war sehr robust und hat Wind und Wetter standgehalten. Sogar die heftigen Regenfälle im Bwindi Nationalpark konnten ihm nichts anhaben und es blieb dicht und trocken. Wider Erwarten ist die Infrastruktur zum Campen in Uganda recht gut ausgebaut: du findest überall verteilt diverse Campingplätze. Achtung: Wildes Campen ist in Uganda verboten. Du kannst dich also nicht einfach irgendwo in den Busch stellen und dort campen. Dies wäre auch viel zu gefährlich im Hinblick auf Überfälle.
Wenn Camping nicht dein Ding ist, findest du auch diverse andere Unterkünfte in verschiedenen Budget-Klassen.

Uganda Selbstfahrer Roadtrip Dachzelt
In nur wenigen Minuten stand unser Pop-Up Zelt bereit

Wie finde ich die passende Unterkunft?

Hierbei handelt es sich um einfache Campingplätze, welche sich oft sehr naturnah innerhalb der Nationalparks befinden. Sie sind recht günstig, aber auch sehr einfach ausgestattet: Plumpsklo in mehr oder weniger gutem Zustand, bestenfalls Wasseranschluss, selten Dusche, keinerlei Service. Tierbesuche sind hier garantiert. Aber keine Angst: Ein verschlossenes Zelt gilt als sicher und ist für Tiere nicht weiter von Interesse, auch fühlen sie sich dadurch nicht bedroht. Vor Pavianen und Meerkatzen solltest du dich jedoch stets in Acht nehmen. Diese sind aufs Ausrauben von Nahrung spezialisiert und gehen dabei auch gerne aggressiv vor. Halte deine Essensvorräte auf deiner Uganda Reise also stets verschlossen – egal in welcher Art von Camp du dich befindest!

Kosten: 4-5€ pro Nacht/Person

Campen Uganda in Mweya im Queen Elizabeth NP
Campen auf der Halbinsel Mweya im Queen Elizabeth NP
  • Privat geführte Campsites/Tented Camps

Diese sind meist hochwertiger ausgestattet, haben oft ein Restaurant, Koch- oder Grilleinrichtungen, Warmwasser, Strom und bieten das Buchen von Safaris oder anderen Ausflügen an. Du kannst einen Stellplatz für Camper/Zelt buchen oder aber kleine Lodges, Zelte, Bungalows. In vielen Camps wird abends ein Lagerfeuer angezündet, um wilde Tiere fern zu halten. Das steigert außerdem den Gemütlichkeitsfaktor.

Kosten: 10-40€ pro Nacht/Person je nach Ausstattung

Leopard Rest Camp, Lake Mburo
Sonnenuntergang im Leopard Rest Camp am Lake Mburo
  • Luxuriöse Safari Lodges

Uganda verfügt über einige herrlich in die Natur eingebettete, luxuriöse Safari Lodges. Meist sind diese mit Pool und einem hochwertigen Restaurant ausgestattet. Das hat allerdings auch seinen Preis und ist nichts für Low-Budget Reisende.

Kosten: ab ca. 150€ pro Nacht inkl. Verpflegung

Unterkünfte in Uganda findest du z. B. in Reiseführern wie dem „Bradt Uganda“, welchen ich dir absolut empfehlen kann. Leider ist dieser nur englischsprachig erhältlich, enthielt für mich aber die besten Informationen für unsere Uganda Reise. Bei Roadtrip Uganda erhältst du ihn sogar als Leihgabe zu deinem Auto dazu – jedoch könnte es sich unter Umständen um ältere Auflagen handeln. Auch schadet es nicht, wenn du dich bereits vor der Reise mit dem Reiseführer vertraut machst und dir schon passende Unterkünfte heraussuchst, um später entspannter zu reisen.
Die aktuellste Auflage von „Bradt Uganda“ erhältst du hier.

Falls du lieber einen deutschsprachigen Reiseführer möchtest, empfehle ich dir „Reise Know How Uganda Ruanda“.

In der Nebensaison, in der auch wir unterwegs waren (Oktober), konnten wir problemlos spontan in sämtlichen Camps unser Zelt aufschlagen. Falls du in speziellen Camps übernachten möchtest, solltest du diese vorab buchen. Es bietet sich auch an, die Unterkunft beim Gorilla- oder Schimpansen-Trekking bereits vorab zu buchen, da sich hier die meisten Touristen aufhalten. Für das Permit musst du ohnehin ein festes Datum auswählen und kannst dann direkt auch eine Unterkunft buchen.

Wenn du weißt, wo du gerne übernachten und sichergehen willst, abends nicht vor verschlossenen Toren zu stehen, solltest du die Unterkunft vorher per Mail oder Anruf kontaktieren und nach den aktuellen Kapazitäten und einer möglichen Reservierung fragen.

Buhoma Community Rest Camp
Buhoma Community Rest Camp

Wie versorge ich mich auf einer Rundreise durch Uganda?

Weil es für uns zum Campen einfach dazugehört, haben wir uns auf unserer Uganda Reise komplett selbst versorgt. Zu unserer Camping Ausstattung zählte ein großer Gaskocher, Töpfe, Pfannen, eine französische Kaffeepresse, Geschirr und Besteck. Einfach und praktisch! Da die meisten kleinen Supermärkte, die du im Laufe deiner Reise aufsuchen kannst, nur ein sehr überschaubares Sortiment haben, empfehle ich dir einen Großeinkauf mit unverderblichen Lebensmitteln in einem großen, gut ausgestatten Einkaufszentrum, wie du es z. B. in Entebbe findest. Hier kannst du dir einen Vorrat an Nudeln, Reis, Konserven, Porridge, Snacks und Wasser für deine Reise anschaffen. Gemüse und Früchte findest du fast überall und kannst diese somit frisch nach Bedarf kaufen. Das reicht völlig aus, um einfache Gerichte am Gaskocher im Busch zu zaubern.

Was muss ich über die Nationalparks Ugandas wissen?

Ugandas Nationalparks sind touristische Ziele. Die bekannten großen Nationalparks erheben pro Person eine recht hohe Eintrittsgebühr von 40 USD für 24 Stunden. Zusätzlich zahlt man eine einmalige Eintrittsgebühr für sein Fahrzeug (unabhängig von der Aufenthaltsdauer im Park), welche je nach Fahrzeugtyp variiert.

In den Nationalparks kannst du eigenständig sogenannte Game Drives, also Pirschfahrten, durchführen. Du hast aber auch die Möglichkeit, einen Guide zu buchen oder an geführten Game Drives teilzunehmen. Das kannst du entweder über eine Unterkunft oder gleich am Eingang des Parks machen. Der Vorteil daran ist, dass die Guides oftmals ein viel besseres Auge dafür haben, die Tiere aufzuspüren. Auch sind sie untereinander vernetzt und tauschen Infos über interessante Sichtungen aus.
Hier findest du eine hilfreiche Broschüre zur allen Tarifen und Regulierungen in den Nationalparks.

Kasenyi Plains Ranger
Ranger in den Kasenyi Plains

Was muss ich über das Gorilla Trekking bzw. die Gorilla Safari in Uganda wissen?

Die wohl spannendsten Fragen, wenn es um eine Reise nach Uganda geht, drehen sich um das Gorilla Trekking – so wird die Gorilla Safari in Uganda genannt.

Die Berggorillas sind eine der vier Gorilla-Unterarten und bewohnen nur zwei Gebiete des östlichen Afrikas:

  1. Den Bwindi Impenetrable Rainforest Ugandas
  2. Die Region der Virunga Vulkane, welches Grenzgebiet der Länder Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo ist

Heute leben über 1000 Berggorillas in freier Wildbahn, etwa 400 davon in Uganda. Die Bestände wachsen zum Glück und haben sich seit den 1980er Jahren fast wieder verdoppelt. Die zunehmende Zerstörung des Lebensraumes durch reiche Ölvorkommen im Virunga Gebiet, anhaltende Bürgerkriege im Kongo und Wilderei bedrohen die Bestände der Gorillas jedoch weiterhin.
Maßgebend für die Erforschung und den Schutz der Gorillas in den 60/70er-Jahren war die US-amerikanische Zoologin Dian Fossey. Ihr Leben wurde in „Gorillas im Nebel“ verfilmt. Der Dian-Fossey-Fund ist bis heute mit dem Schutz der Gorillas und dem Erhalt ihrer Lebensräume beauftragt.

Uganda Berggorilla Silberrücken
Ein stattlicher Silberrücken

Gorilla Trekking im Bwindi Nationalpark in Uganda

Im Bwindi Nationalpark gibt es verschiedene Ausgangspunkte für das Gorilla Trekking:

  • Buhoma
  • Ruhjia
  • Rushaga
  • Nkuringo

Buhoma ist am leichtesten zu erreichen, besonders, wenn du in der Regenzeit nach Uganda reist. Achte also darauf und wähle eine passende Unterkunft in der Nähe des Standortes, für welchen du ein Permit bekommst, um lange Anreisen am Tag des Trekkings zu vermeiden.

Roadtrip Uganda
Auf dem Weg nach Buhoma

Die Auflagen für das Gorilla Trekking in Uganda sind streng. Es gibt mehrere habituierte Gorilla-Gruppen, die die Anwesenheit des Menschen gewohnt sind und diesen in der Regel nicht als Bedrohung wahrnehmen, solange man sich entsprechend verhält. Pro Tag darf eine Gorilla-Gruppe von maximal 8 Personen für eine Stunde aufgesucht werden. Dabei werden früh morgens die Schlafnester von den Trackern ausgekundschaftet, welche die Touristen dann mit den Guides an den entsprechenden Ort lotsen.

Für eine Gorilla Safari in Uganda benötigst du ein sogenanntes Permit. Dieses musst du vorher beantragen, da die Besuchszeiten bei den Gorillas streng limitiert sind. Zur Hochsaison kann das Gorilla Trekking mehrere Monate im Voraus ausgebucht sein. Es wird daher empfohlen, die Permits ca. ein halbes Jahr im Voraus zu beantragen. Dies kannst du direkt bei der Uganda Wildlife Authority machen oder über deinen Reiseveranstalter. Viele Autovermieter bieten die Beantragung eines Permits ebenfalls an.

Wann ist die beste Zeit, um die Gorillas in Uganda zu besuchen?

Sowohl Regenzeit als auch Trockenzeit haben Vor- und Nachteile für die Gorilla-Safaris in Uganda.

In der Regenzeit tauchen die Regenwälder in sattes Grün, der Himmel ist meist bedeckt, was für bessere Lichtverhältnisse beim Fotografieren sorgt. Es sind weniger Touristen unterwegs, jedoch kann die Wanderung durch den Regenwald durch Schlamm, Matsch und Regen beschwerlicher werden. Reizt dich an deiner Reise nach Uganda hauptsächlich das Fotografieren der Gorillas, empfehle ich dir daher eher die leichte Regenzeit im September und Oktober. Mehr Infos zur besten Reisezeit in Uganda findest du weiter oben!

In der Trockenzeit sind die Gorillas vermehrt auf Nahrungssuche und zeigen somit ein aktiveres Verhalten. Das Klima ist trockener. Es sind mehr Touristen unterwegs und der Erhalt eines Permits kann schwieriger sein, wenn du es nicht rechtzeitig beantragst.

Willst du die Gorillas in Uganda fotografieren, helfen dir sicher auch folgende Artikel:

Wie anstrengend ist das Gorilla Trekking?

Wie anstrengend deine Gorilla Safari in Uganda wird, hängt einzig und alleine davon ab, wo die Gorilla-Gruppe anzutreffen ist. Manchmal findet man die Gorillas bereits nach einer halben Stunde, ein anderes Mal muss man mehrere Stunden durch den Regenwald ziehen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen können das Trekking zusätzlich erschweren. Wir selber sind nach ca. einer Stunde auf die Gorillas gestoßen. Eine gute Grundkondition reicht für die Gorilla-Safari generell völlig aus.

Bwindi Impenetrable Rainforest in der Regenzeit
Durch den Dschungel: Der Bwindi Impenetrable Rainforest in der Regenzeit

Welche Ausrüstung benötige ich für die Gorilla Safari in Uganda?

  • Die altbewährte Zwiebeltechnik
    Die Gorilla Trekkings starten am frühen Morgen. Es kann zu dieser Zeit noch recht kühl im Regenwald sein. Im Laufe des Tages wird es meist wärmer und die Luftfeuchtigkeit steigt
  • Regenfeste Oberbekleidung
    Der Regenwald hat seinen Namen zurecht!
  • Festes wasserdichtes Schuhwerk mit gutem Profil
    Es kann auf der Gorilla Safari matschig und entsprechend rutschig werden
  • Eventuell Gamaschen
    Es kann sein, dass kleinere Bachläufe durchquert werden müssen. Außerdem sind Gamaschen zusätzlicher Schutz gegen garstige Ameisen.
  • Moskitospray
  • Wasser, Snacks (Essen bei den Gorillas ist nicht gestattet)
  • Für mich das Wichtigste: Meine Kamera

Welche Kameraausrüstung brauche ich für das Berggorilla Trekking?

Meine Fotos sind mit folgendem Equipment entstanden:

Das Teleobjektiv (hier findest du weitere Teleobjektiv-Empfehlungen für Canon, Nikon und Sony) war gut, als die Gorillas noch im Baum und somit weit weg waren. Allerdings hatte dieses Objektiv mit den schlechten Lichtverhältnissen sehr zu kämpfen.
Später, als die Gorillas dann am Boden waren und somit nur wenige Meter von uns entfernt, habe ich auf das lichtstärkere Nikkor gewechselt. Damit sind mir dann trotz mäßiger Lichtverhältnisse gute Aufnahmen der Berggorillas gelungen. Ich hatte eine noch lichtstärkere Festbrennweite im Rucksack (Sigma 35mm f/1.4), aber weil alles so schnell ging und ich so aufgeregt war, habe ich nicht nochmal gewechselt 😂

Ich empfehle dir eine ebensolche Zusammenstellung: Ein Teleobjektiv für die Gorillas in den Bäumen und ein lichtstarkes Normalobjektiv (mindestens f/2.8), ggf. ergänzt durch eine Festbrennweite.

Gorilla Trekking Uganda Fotografieren
Einer meiner schönsten Fotografie-Momente überhaupt

Was kostet das Gorilla Trekking/Schimpansen Trekking?

Die Kosten für einen Besuch bei den Gorillas sind sehr unterschiedlich und definitiv kein Schnäppchen. Warum das so ist, erfährst du in der nächsten Fragestellung. Es gibt drei Möglichkeiten für das Berggorilla Trekking:

  • Besuch bei den Gorillas in Uganda und Kongo: 700 USD
  • Besuch bei den Gorillas in Ruanda: 1500 USD

Kongo war uns als Reiseziel zu unsicher und das Trekking in Ruanda zu teuer, daher fiel unsere Wahl für die Gorilla Safari auf Uganda. Wenn du nicht so viel Geld fürs Gorilla Trekking ausgeben kannst oder möchtest, ist das Schimpansen Trekking eventuell eine günstigere Alternative für dich. Im Kibale Forest Nationalpark kostet das 200 USD. Es gibt noch einen weiteren Standort im Queen Elizabeth Nationalpark (Kyambura Gorge), wo es noch günstiger ist.

Wenn du ein Permit zum Gorilla Trekking hast, kostet dich das an diesem Tag keine zusätzliche Eintrittsgebühr in den Nationalpark.

Uganda Schimpansen Trekking Fotos
Schimpansen Trekking im Kibale Forest – eine günstigere Alternative zum Berggorilla Trekking

Schade ich den Gorillas mit meinem Besuch?

Eine wichtige Frage, die wir uns als Tierfreunde stellen, ist natürlich, ob wir mit der Safari den Gorillas schaden oder sie gar gefährden.

Nach jahrelanger Wilderei bis hin zur drohenden Ausrottung und im Zeitalter des Tourismus, haben die Einheimischen erkannt, dass ein lebendiger Gorilla mehr Geld bringt als ein toter. So schafft der Gorilla-Tourismus Arbeitsplätze und zieht viele Touristen an. Die hohen Preise für ein Permit verhindern jedoch den Massentourismus. Man zielt darauf ab, eher weniger Leute anzuziehen, die mehr Geld bringen, als viele Leute, die wenig Geld bringen. Zudem wird das Geld aktiv zum Schutz der Gorillas eingesetzt. Es ist also ein zweischneidiger Akt, da man mit seinem Besuch nun mal in die Freiheit und in die Natur der Gorillas eingreift, aber zeitgleich damit ihren Schutz fördert. Ein Wegfall des Tourismus würde zweifellos die Wilderei der Gorillas fördern.

Wichtig ist, dass du dein Gorilla Trekking gesund und in guter Verfassung antrittst, ohne jegliche Krankheitszeichen aufzuweisen. Gorillas können sich nämlich aufgrund der fast identischen Genetik zum Menschen auch mit dessen Erkrankungen anstecken.

Uganda Berggorillas
Gorilla-Souvenir für Touristen

Mein Erfahrungsbericht: 2000 km auf abenteuerlichen Straßen durch Uganda

Nun, da alle wichtigen Fragen zum Reisen nach Uganda geklärt sind und hilfreiche Tipps weitergegeben wurden, möchte ich dir von meinen Highlights auf meiner Reise durch Uganda berichten.

Meine Route und Fahrzeiten

  • Entebbe – Kibale Forest Nationalpark 302 km / 5,5 Stunden
  • Kibale Forest NP – Queen Elizabeth NP 120 km / 2,5 Stunden
  • Queen Elizabeth NP – Ishasha Sector 72 km / 2,5 Stunden
  • Ishasha – Bwindi Nationalpark 260 km / 6 Stunden
  • Bwindi NP – Lake Mburo Nationalpark 260 km / 6 Stunden
  • Lake Mburo NP – Entebbe 225 km / 5 Stunden

Die restlichen Kilometer sammelten wir innerhalb der Nationalparks während unseren Safaris. Die Fahrzeiten können natürlich je nach Witterungsverhältnissen stark variieren.

Uganda Gorilla Trekking Erfahrungsbericht Selbstfahrer
Zu zweit fuhren wir 2000km durch das wilde, ursprüngliche Uganda

Unsere Rundreise durch Uganda

Entebbe und der Viktoriasee

Kampala ist die Hauptstadt Ugandas. Der internationale Flughafen befindet sich jedoch auf dem kleinen, in den Viktoriasee ragenden Zipfel Entebbe. Wir verbringen hier nur unseren Ankunftstag, erhalten unser Auto, bereiten uns mit Einkäufen auf den Roadtrip vor und besorgen uns eine SIM-Karte. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Botanischen Garten, auf dem Markt und am Viktoriasee – dem größten See Afrikas. Zum Baden ist er leider nicht geeignet, aber hier machen wir sogleich die ersten interessanten Vogelsichtungen.

Beim Frühstücken im Garten unserer Unterkunft spielen die Äffchen über uns im Baum und wir entdecken einen für Uganda sehr typischen Vogel: den Nashornvogel.

Kibale Forest und das Schimpansen Trekking

Mit fast 6 Stunden steht uns heute schon eine lange Autostrecke bevor. Nachdem wir das verkehrstechnisch äußerst chaotische Kampala umfahren haben, besteht diese Strecke aus gut ausgebauten Straßen und wir können uns mit unserem Auto vertraut machen.

Je weiter wir uns von den großen Städten entfernen, desto schöner wird die Landschaft. Endlos weite Teeplantagen tun sich vor uns auf, in denen fleißig geerntet wird. Alle paar Kilometer treibt ein Hirte eine Herde Ankole-Rinder am Straßenrand entlang.

Unser Ziel ist ein Campingplatz vor den Toren des Kibale Forest NP. An einem kleinen See schlagen wir unser Lager auf und kuscheln uns in unser Dachzelt, welches erstaunlich geräumig und bequem ist.

Am frühen Morgen fahren wir in den Nationalpark und werden auf der Straße bereits von etlichen Pavianen begrüßt. Nach dem Einchecken bei der UWA (Uganda Wildlife Authority) führt unser Guide uns in einer kleinen Gruppe in den Wald. Es dauert nicht lange und wir hören schon aufgeregtes Schimpansengeschrei in der Ferne.

Nach einer halben Stunde treffen wir auf eine große Schimpansen-Gruppe von ca. 20 Tieren. Ähnlich wie die Gorillas leben auch die Schimpansen in Familienverbänden, die meist von einem „Alpha-Männchen“ geführt werden.

Schimpansen Trekking Kibale Forest
Beim Schlafen gestört – Der Alphamann beäugt uns mit einem kritischen Auge

Gerade erfreuen sie sich an ihrer Beute: Ein kleines Buschschweinchen. Zu meinem Erstaunen lerne ich, dass Schimpansen keine reinen Pflanzenfresser sind, sondern regelrechte Allesfresser. Eine Stunde dürfen wir nun dem wilden Treiben zusehen. Ein toller Einstieg in unsere Reise durch Uganda und wir sind nochmal mehr gespannt auf das anstehende Gorilla Trekking.

Die Überquerung des Äquators

Den Äquator mit einem Flugzeug zu überqueren, hast du vielleicht schon selber geschafft. Aber wer kann schon behaupten, das mit einem Auto getan zu haben, geschweige denn auf dem Äquator gestanden zu haben? Auf dem Weg in den Queen Elizabeth Nationalpark kannst du in Uganda genau das tun und zwar einfach so am Wegesrand. Jetzt werden auch so langsam die Straßen abenteuerlicher und die Vegetation immer üppiger und grüner.

Queen Elizabeth NP – Crater Lake Drive

Der QENP ist der wohl bekannteste Nationalpark Ugandas und bietet die besten Safari-Möglichkeiten. Auf dem Weg ins Herz des Nationalparks durchfahren wir den Crater Lake Drive. Hier lassen sich wunderschöne Kraterseen bestaunen, in denen sich die Landschaft spiegelt. Wir sehen bereits die ersten Antilopen und neugierige Paviane begutachten unser Auto.

Queen Elizabeth NP – Mweya Halbinsel

Auf der Halbinsel am Lake Eduard fällt unsere Wahl auf eine kleine, verlassene UWA-Campsite. Wir sind weit und breit die einzigen Touristen. Büffelherden und Nilpferde planschen im See, während die fleißigen Webervögel pfeifend ihre kokonartigen Nester in die Bäume weben.

Unsere erste Nacht in der Wildnis ist spannend und viel Schlaf finden wir nicht. Immer wieder hören wir Tiergeräusche, die scheinbar direkt neben uns ertönen. Der Wind saust um unser Zelt und wir hoffen, dass es standhält. Am nächsten Morgen frühstücken wir glückselig zwischen einer Warzenschweinfamilie, die vermutlich darauf hofft, dass etwas für sie abfällt. Auf der Fahrt Richtung Kasenyi Plains treffen wir dann auch schon unweit des Camps auf die ersten Elefanten. Ab jetzt heißt es Augen offen halten! Hinter jedem Busch kann sich alles verbergen.

Warzenschweine Uganda Reise
Frühstück mit Warzenschweinen

Queen Elizabeth NP – Kasenyi Plains

Als wir das kleine Camp „Kasenyi Lake Retreat“ erreichen, welches ich im Bradt Reiseführer entdeckt habe, trauen wir unseren Augen nicht : Plötzlich sind wir mitten im Zoo – nur ohne Gitter und Abtrennungen! Herden aus Nilpferden und Büffeln reihen sich am Ufer und baden im Wasser, Elefanten queren das Camp, bunte Vögel hüpfen durch das Gras.

Ein junger Mann spricht uns an. Eddie. Er ist Bewohner der kleinen Gemeinde gleich neben dem Camp, für welches er arbeitet. Wir erzählen ihm, dass wir auf der Suche nach einem Schlafplatz sind. Er stellt uns frei, uns den schönsten Platz für unser Auto auszusuchen und heißt uns willkommen.

Gleich am Ufer finden wir einen geeigneten Platz und blicken von unserem Zelt direkt auf die badenden Hippos. Es ist traumhaft! Eddie versichert uns, dass nachts im Camp ein Feuer am Brennen gehalten wird, damit die Tiere nicht direkt hier an Land kommen.

Während die Flusspferde sich tagsüber zum Schutz vor der Sonne überwiegend im Wasser aufhalten, kommen sie nachts gerne zum Grasen ans Land. Auch wenn die Hippos eher behäbig und gemütlich aussehen, sind sie mit Vorsicht zu genießen. Man sagt ihnen sogar nach, die gefährlichsten Tiere Afrikas zu sein. Aufgrund ihres sehr ausgeprägten Territorialverhaltens sollte man ihnen nicht in die Quere kommen. Beim Kampf ums Revier kommt es zwischen den Bullen oftmals zu heftigen Auseinandersetzungen, die mit den scharfen Eckzähnen ausgeführt werden. Viele Männchen tragen Narben davon. Nicht selten ist auch der Tod Folge dieser Streitereien.

Flusspferdbulle Narben Uganda
Flusspferdbulle mit eindrucksvollen Kampfnarben

Am nächsten Morgen macht Eddie uns das Angebot, uns durch die Plains und seine Gemeinde zu führen. Da Einheimische immer die besten Tipps haben, nehmen wir sein Angebot dankend an. Wir starten an einem großen Salzsee, in dem Flamingos nach Nahrung suchen. Auch hier verraten Spuren die Anwesenheit der plumpen Flussbewohner.

Plötzlich erhält Eddie einen Anruf von einem befreundeten Safari-Guide. Ganz in der Nähe fand ein „Buffalo Kill“ statt. Eine Löwenherde war auf der Jagd und erfreut sich nun ihrer Beute. Schnell machen wir uns auf den Weg. Als wir ankommen, bewachen die Löwinnen bereits zufrieden und mit vollen Bäuchen den erlegten Büffel.

Wir sehen ein schlafendes Löwenbaby, das von seiner Mama sicher im Gestrüpp geparkt wurde. Auch wenn wir kein prachtvolles Männchen mit wehender Mähne gesehen haben, war es eine wunderschöne und anmutende Begegnung mit den Löwen Ugandas.

Die Plains offenbaren uns weiter ihr gesamtes Antilopen-Repertoire, schlammbedeckte Wasserbüffel und Warzenschweine.

Am späten Nachmittag kommen wir zurück ins Camp und unternehmen einen Bush-Walk, auf dem Eddie uns verschiedene Spuren und Fährten zeigt. Auf dem Rückweg durchqueren wir sein Dorf. Spontan zeigt er uns dort, wie seine Gemeinde lebt. Dies ist ein Kulturschock für uns, waren wir vorher noch nie mit so viel Armut konfrontiert. Dennoch begegnen uns vor allem die Kinder mit großer Neugier und Herzlichkeit. Besonders witzig finden sie es, sich selbst auf meiner Kamera zu sehen.

Queen Elizabeth NP – Bootsafari Kazinga Kanal

Während dem Besuch im QENP solltest du keinesfalls auf eine Bootsafari über den Kazinga-Kanal verzichten. Dieser verbindet die beiden großen Seen Lake Eduard und Lake George. Ein Paradies für mehrere tausend Flusspferde! In einem kleinen Boot tuckern wir über den Kanal, während uns unzählige Flusspferde mit ihren Blicken verfolgen.

An den Ufern haben Elefantenherden den größten Badespaß, vor allem der Nachwuchs genießt das kühle Nass. Hin und wieder zieht ein Krokodil durchs Wasser.

Es kreucht und fleucht wo man nur hin sieht. Warane, Schlangen, Seeadler, Pelikane und Kingfisher. Ein wunderbares Naturspektakel!

Queen Elizabeth NP – Ishasha Sector

Der Ishasha Sector im südlichsten Teil des Parks ist bekannt für seine Baumlöwen. Stunden um Stunden durchstreifen wir jeden Winkel des Gebietes und untersuchen jede Baumkrone, jedoch ohne Erfolg. Man sagt uns später, dass die Löwen oft wochenlang auf Beutezügen im Kongo sind. Also haben wir wohl Pech. Auch die Leoparden bleiben uns im Tarnmantel der Büsche verborgen. Nur ein im Baum hängendes Impala lässt deren Anwesenheit vermuten.

So ist das eben in der freien Natur. Auch ohne Baumlöwen haben wir hier schöne Begegnungen mit anderen Tieren gehabt. Unter anderem mit Ugandas Wappentier, dem Kronenkranich.

Uganda Kronenkranich
Das Wappentier Ugandas – der Kronenkranich

Bwindi Impenetrable Rainforest – Gorilla Trekking

Seit ich den Film „Gorillas im Nebel“ gesehen habe, bin ich tief beeindruckt von den sanften Muskelpaketen. Ich bekam den Gedanken nicht aus dem Kopf, diese Tiere in freier Natur zu besuchen.

Nun ist der große Tag also gekommen. Der Wecker klingelt in aller Frühe und sofort bin ich hellwach. Und so aufgeregt! Wir ziehen uns an, der Fotorucksack wird aufgeschnallt und wir gehen die wenigen Meter von unserer Unterkunft bis hin zum UWA Check-In des Gorilla Trekkings, direkt vor den Toren des Bwindi Nationalparks. Alle Formalitäten werden geklärt und wir werden unserer Gruppe zugeteilt. Begleitet werden wir von einem Guide der UWA sowie zwei Trackern, die uns den Weg durch den unwegsamen Regenwald bahnen. Per Funk haben diese Kontakt zu weiteren Trackern, die bereits seit Stunden unterwegs sind, um die heutigen Schlafnester der Gorillas auszumachen.

Gorilla Trekking Uganda
UWA Ranger bahnt unseren Weg durch den dichten Regenwald

Nach einer genauen Einweisung brechen wir auf. Noch nie gehörter Vogelgesang und Affengebrüll durchbrechen die Stille des gerade erwachenden Dschungels. Der Regen der letzten Nacht tropft noch von den Blättern, während die Sonne immer stärken zwischen den hohen Bäumen hindurch blinzelt. Bereits nach etwa einer Stunde treffen wir auf die Tracker. Die Gorillas sind unweit von unserem Standort in ihren Schlafnestern. Ich mache meine Kamera einsatzbereit. Zum Glück regnet es nicht. Ich bin bereit für den großen Moment!

Berggorillas Uganda Schlafnester
Berggorillas in ihren Schlafnestern

Wenige Meter weiter weist unser Guide uns an, nach oben zu sehen. Und da sind sie: hoch oben in den Baumkronen. Noch aneinander gekuschelt scheinen sie gerade erst wach geworden zu sein. Uns wird erklärt, dass es sich um die Rushegura-Gruppe handelt, bestehend aus 16 Gorillas, angeführt vom Silberrücken Kabukojo.

Zuerst sehen wir nur die Weibchen mit mehreren Jungtieren. Liebevoll betreiben sie Fellpflege und werden mit der Zeit immer aktiver. Nach und nach lassen sich die Gorilladamen gekonnt die Bäume herunter gleiten, während die Kleinen es ihnen etwas unbeholfener nachmachen.

Als sich alle Gorilladamen mit ihren Schützlingen auf dem Boden befinden, ist ein lautes Krachen in den Bäumen zu hören. Alle blicken nach oben. Kabukojo, der Silberrücken und Anführer der Gruppe verlässt sein Schlafnest. Unglaubliche Muskelmassen bewegen sich den Baum herab.

Silberrücken nennt man sie, wegen der charakteristischen Färbung auf dem Rücken der männlichen Tiere, die sich ab einem Lebensalter von etwa 12 Jahren abzeichnet.

Nun heißt es einen geeigneten Platz zur Nahrungsaufnahme finden. Gorillas sind reine Pflanzenfresser. Um seinen Tagesbedarf zu decken, muss Kabukojo als ausgewachsenes Männchen heute 30 kg Pflanzen und Früchte zu sich nehmen.

Gorilla Trekking Uganda
Kabukojo eröffnet das Buffet

Während er also dem nachgeht, was er nun den ganzen Tag machen wird, nämlich fressen, spielen die neugierigen Gorillababys wild umher und versuchen, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Entspannt werden wir in ihrem Kreis geduldet. Ich sitze also wenige Meter von diesem eindrucksvollen Wesen entfernt, während sein Nachwuchs unaufhaltsam mit meiner Kamera flirtet. Eine meiner schönsten Tierbegegnungen!

Die Gruppe zieht weiter, aber die kleinen Gorillas finden uns nackte Menschenaffen viel zu interessant. Immer wieder bleiben sie stehen und blicken auf uns zurück, während wir langsam der Gruppe folgen.

Kabukojo wird ungeduldig und gibt den Babys zu verstehen, dass sie schneller machen sollen.
Die Stunde mit den Gorillas vergeht wie im Flug. Den ganzen Tag könnte ich noch hier verbringen und diese wunderbaren Geschöpfe beobachten. Mit einem letzten Blick verabschieden wir uns und treten den Rückzug an. Den ganzen Tag kann ich an nichts anderes mehr denken und bin noch heute von dieser Begegnung verzaubert.

Gorilla Trekking Uganda Reise

Bwindi Impenetrable Rainforest – Community Walk

Über unsere Unterkunft buchen wir einen sogenannten Community Walk. Ein Einwohner aus der Gemeinde führt uns den ganzen Tag umher und bringt uns das Leben der Buhoma-Gemeinde näher.

Wir besuchen eine Schule und werden dabei freundlich von den Kindern begrüßt. Nach einem Willkommenstanz dürfen wir am Unterricht teilnehmen. Bereitwillig räumen alle den Platz neben sich an der Schulbank und bieten ihn uns mit hoffnungsvollen Augen an.

Auf einer Bananenplantage trinken wir Bananenschnaps, besuchen den traditionellen Heiler und das Batwa Volk, eine im Wald lebende ethnische Minderheit.

Auf dem örtlichen Markt bestaunen wir das Kunsthandwerk und die Holzschnitzereien und kaufen Souvenirs.

Im angrenzenden Waisenhaus bieten uns die Kinder ihre selbst gemalten Gorillaportraits an, die heute eine Wand in unserem Wohnzimmer zieren.

Lake Mburo Nationalpark

Hatten wir bisher in ganz Uganda noch kein einziges Zebra gesehen, so sind wir im Lake Mburo Nationalpark wohl in der Zebra-Brutstätte gelandet. So viele flauschige Zebrababys, an denen man sich einfach nicht sattsehen kann! Wusstest du, dass Babyzebras richtig flauschiges Fell und braune Streifen haben?

Erst nach einigen Monaten erhalten sie das glatte schwarz/weiß Muster. Aber warum eigentlich? Darüber gibt es mehrere Theorien. Zum einen soll das Streifenmuster Insekten abwehren, zum anderen soll es Raubtiere verwirren. Die Annahme, dass es zur Kühlung dient, konnte wissenschaftlich widerlegt werden.

Auch die Giraffen sind fleißig mit der Aufzucht ihres Nachwuchses beschäftigt. Antilopen aller Art springen hier durch die Büsche, Impala-Böckchen kämpfen um die Gunst der Weibchen, Warzenschweine suhlen sich im Matsch, große Herden Wasserböcke und Elands ziehen an uns vorbei.

Auch landschaftlich sind der weite Blick und das üppige Grün eine Augenweide. Auch wenn du hier weniger Großwild siehst, ist der Lake Mburo Nationalpark auf deiner Reise durch Uganda definitiv einen Besuch wert.

Meine top Unterkünfte in Uganda

Zuletzt verrate ich dir noch die Unterkünfte, in denen wir uns während unserer Reise durch Uganda besonders wohl gefühlt haben:

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Artikel für Uganda als ein weniger touristisches Land begeistern und dich zu einer Reise ermutigen. Viel Spaß bei deiner Planung und beim Entdecken der Perle Afrikas!

Uganda Reise Erfahrungsbericht Empfehlungen

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Autor

Hallo, ich bin Katharina. Getrieben vom Fernweh bin ich immer auf der Suche nach spannenden Reisezielen, auf denen ich unsere Natur in all ihrer Vielfalt entdecken und als leidenschaftliche Hobby-Fotografin festhalten kann. Die Liebe zum Reisen entdeckte ich auf meiner ersten Fernreise nach Bali. Spätestens beim Schnorcheln mit den Meeresschildkröten war ich für immer verzaubert. Ich liebe Tiere, den Ozean, die Berge, das Wandern, Roadtrips und meine Kamera.

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